Labrador Retriever – die Rassebeschreibung und was wirklich dahinter steckt!

Widmen wir uns zuerst dem äußeren Erscheinungsbild:

„Der Labrador ist ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund mit breitem Kopf und deutlichem Stop“

Soweit so gut. Der breite Kopf birgt Platz für ein unendliches Sammelsurium an dämlichen Ideen und ausgefeilten Plänen, die nächste Mahlzeit zu ergaunern. In erster Linie werden die Gedanken von einem einzigen in leuchtenden Lettern gedrucktem Wort beherrscht: FUTTER! Wie soll man sonst auch der Beschreibung „kräftig gebaut“ nachkommen….

„Ein rassetypisches Merkmal stellt die „Otterrute“ dar: sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt.“

Diese hier so nett beschriebene Otterrute ist täglich im Dauereinsatz und steckt voll ungeahnter Kräfte. Was so nett aussieht, führt schnell zu blauen Flecken. Wir empfehlen vor Einzug des Labradors alle Tische auf eine vernünftige Höhe zu überprüfen. So eine Otterrute brachte schon so manchen Dingen das Fliegen bei ohne sich groß um die Landung zu kümmern.

„Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für diese Rasse typisches Erscheinungsbild: kurz, dicht, hart, nicht wellig, mit guter Unterwolle.“

Haben Sie schon einen Staubsauger? Ja? Prima! Gehen Sie los und kaufen Sie sich einen besseren! Bei dieser Gelegenheit wäre es angebracht, sich mit Staubsaugerbeuteln einzudecken. Mit ca. 52 Stück im Jahr sollten Sie ungefähr hinkommen.

Machen Sie sich jedoch nicht zu viele Hoffnungen. Sie werden niemals Herr der Lage werden. Ihr neues Motto lautet ab Einzug des Labbis: „Everything tastes better with a dog hair in it!“

„Die ideale Schulterhöhe beträgt für Rüden ca. 56 – 57 cm, für Hündinnen ca. 54 – 56 cm. „

Egal wie groß Ihr Labbi schlussendlich wird – er ist bis ans Ende seines Lebens der Meinung, auf Ihrem Schoß Platz zu haben. Nebenbei erwähnt wird er immer wieder mit Freuden durch Ihre Beine laufen ohne Rücksicht auf Ihre tatsächliche Körpergröße zu nehmen.

“Der Labrador wird in den Farben Schwarz, Gelb und Braun gezüchtet.“

Die Farben Schwarz und Braun haben den Vorteil, dass man den Dreck im Fell (wie der dahin kommt, wird später noch erläutert) nicht sieht und sich leichter einreden kann, der Hund wäre sauber. Der Nachteil: man stellt unter Umständen erst dann fest, wie dreckig der Hund tatsächlich war, wenn man den großen braunen Fleck auf der Bettdecke/dem Sofa entdeckt.

Bei der Farbe Gelb bleiben einem die o.g. bösen Überraschungen erspart. Man gewöhnt sich sicher mit der Zeit an den Anblick des eingeschlammten Bauches und der Beine.

Kommen wir nun zum Wesen eines Labrador Retrievers:

„Der Labrador ist ein aktiver und arbeitsfreudiger Hund.“

Sie werden viel Zeit an der frischen Luft verbringen und Ihre Ausdauer trainieren. Verabschieden Sie sich von Ihrem langweiligen Leben und entschuldigen Sie sich schon mal vorab bei Ihrer Wohnungseinrichtung für die Vernachlässigung.

„Er liebt Menschen, besonders Kinder.“

Es wird Sie viel Zeit und Geduld kosten, diese Eigenschaft halbswegs unter Kontrolle zu halten. Denn der Labrador liebt sie ALLE! Ob nun Freunde oder Fremde… völlig egal. Üben Sie sich in Entschuldigungen für begeistertes Anspringen und huldvolles Abschlecken.

Ein Labrador kann nur schwer mit Ablehnung umgehen und es ist ihm völlig unverständlich, dass nicht jeder von seiner grenzenlosen Zuneigung begeistert ist. Er wird es deshalb immer und immer wieder versuchen!

„Der Labrador möchte seinem Besitzer gefallen. Die Engländer nennen diese Eigenschaft „will to please“.“

Manche Labradors haben stattdessen einen ausgeprägten „will to please myself“ (mein Muffelönchen ist ein Paradebeispiel).

„Den Labrador zeichnet vor allem seine enorme Wasserfreudigkeit und sein ausgeprägter Apportiertrieb aus.“

Dieser Satz bedarf einer Aufsplittung:

„enorme Wasserfreudigkeit“

Die Untertreibung des Jahrhunderts! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll… ach doch, ich weiß es:

Die Bezeichnung Wasser legt ein Labrador für sich selbst ganz anders aus, als unsereins es tun würde. Für einen Labrador fällt darunter alles, was auch nur annähernd Wasser enthält – z.B. Matsch/Schlamm.

Es ist dem Labrador völlig Banane, ob es sich um einen reißenden Fluss, ein kleines Bächlein, einen See oder eine Mini-Pfütze handelt. Wichtig ist nur, dass es möglichst schnell und großflächig über den Körper verteilt werden kann. Idealerweise kann man darin schwimmen – ist aber nicht zwingend nötig (hiermit erklären sich die Vorteile der Farben Schwarz und Braun).

Ihr Hund wird mehr als die Hälfte seines Lebens nass oder dreckig sein… na ja, eigentlich eher nass UND dreckig. Kaufen Sie sich viele Handtücher – Sie werden ständig mehrere davon in Gebrauch haben.

Was erwähnt werden sollte – Sie werden ebenfalls künftig meist nass und dreckig vom Spaziergang nach Hause kommen. Wieso? Schon vergessen? Der Labrador liebt Menschen …

„ausgeprägter Apportiertrieb“

Räumen Sie alles weg, was Sie vor Hundesabber schützen möchten. Insbesondere: Schuhe, Socken, Unterwäsche, Spielzeug der Kinder, Fernbedienung, Handy, Brille, Kissen, Haargummis etc. Sie werden erstaunt sein, für wie viele Dinge sich ihr Labrador begeistern kann.

Kaufen Sie sich viele kleine grüne Säckchen (sog. Dummies) und üben Sie das werfen erstmal ohne Hund. Versuchen Sie möglichst wenige Menschen damit zu erschlagen und das Dummy eher nach vorne als nach oben zu werfen. Trösten Sie sich, ein bisschen Verlust hat man immer!

Sind Sie nach diesen Erläuterungen immer noch bereit für das Abenteuer Labrador? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die richtige Entscheidung getroffen!

(meinem verwirrten Geist bereits am 17.02.2009 entsprungen)

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Kategorien: Allgemeines | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Labrador Retriever – die Rassebeschreibung und was wirklich dahinter steckt!

  1. Einfach nur wundervoll … diese Beschreibung und sie trifft es sehr genau. Dies ist die Fortsetzung von „Was kostet ein Retriever“ nachzulesen hier ….

    http://goldenworkerdiscoverydelphin.wordpress.com/informationen-zum-retriever/

  2. Dani

    GENIAL!!!

    Du bist einfach nut die genialste Anke, ich liebe es wie du schreibst!!!

  3. froschfluse

    Typisch – Danke Anke

  4. Herrlich :-))).

  5. Dr.Jutta Günther

    Humorvoll und nett, aber etwas einseitig beleuchtet:
    Futter hat Priorität, da stimme ich zu – danach folgen Lust zum Spielen, Apportieren, Schwimmen. Ja, unsere Hündin überschüttet auch jeden Menschen mit arglosen Zuneigungsbezeugungen, aber die Liebe zur Familie ist von rührender Treue und nicht ersetzbar. Unsere Hündin ist sehr sehr lebhaft, deshalb oft anstrengend – aber ihre überschäumende Lebensfreude erfüllt das Haus mit Frohsinn. Sie ist äusserst reinlich, wälzt sich trotz ihrer Schwimmleidenschaft in keiner Pfütze und haart so gut wie nicht. Ihr „Geschäft“ erledigt sie geradezu verschämt am äussersten Ende unseres grossen Gartens und schläft tief, lange, geräuschlos und fest vor meinem Bett. Man m u s s sie einfach lieben und ihr Gedächtnis, Ihre Intelligenz und den nahezu unglaublichen passiven Wortschatz bewundern. Sie ist wachsam und lässt Fremde nicht kritiklos ins Haus….Also wir wollen unsere Labis doch etwas diffiziler betrachten: sie sind einfach wunderbar! Wusstet Ihr schon, dass die berühmte Otterrute aktiv am Schwimmvorgang beteiligt ist? Sie bewegt sich wellenförmig synchron und ist mit Sicherheit auch für die pfeilschnelle Fortbewegung im Wasser verantwortlich.
    Lieber Gruss an alle von Jutta

  6. Eben entdeckt und rolle vor Lachen am Boden 🙂 Und ich freue mich gleich noch viel mehr auf den Einzug unseres Labbis in drei Wochen!

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