der schwarze Wecker

Widmen wir uns dem gemeinen Mufflon und seinen Bemühungen, mich am Wochenende aus dem Bett zu bekommen.

Samstag morgen… ich liege in meine Bettdecke gewickelt in meinem Bettchen und träume süß von einem normalen Hund, doch irgendetwas lässt mich an die Oberfläche driften. Gäääähhhn…. kurz ein Äuglein aufmachen… 8.30 Uhr… nääää, noch viel zu früh. Ich schließe meine Äuglein wieder, strecke mich und bereite mich darauf vor, gleich wieder einzuschlafen.

Aber irgendwas stört.. hmpf… ich habe da auch schon einen Verdacht. Irgendwie fühl ich mich beobachtet *seufz*. Um sicherzugehen, riskiere ich einen kurzen Blick *mist* ich hatte Recht: Muffin hat Stufe 1 eingeleitet – das Monster sitzt vor meinem Bett und GLOTZT mich an.

Ich beschließe, es einfach zu ignorieren. Nach dem Motto „wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht“. Also Augen zu und Decke hochziehen *ätsch*.

Kurz bevor ich wieder einschlummere geht das Mufflon zu Stufe 2 über..
…sie erleidet urplötzlich einen Schwächeanfall und es rutscht immer und immer wieder eine Pfote weg.

Auf dem Laminat erklingt ein *rutsch-klack* (das „klack“ ergibt sich aus dem stampfenden Zurücksetzen der Pfote an den Ursprungsort). Ich befinde mich immer noch in der Phase der Ignoranz und habe auch vor, das durchzuhalten!

*rutsch-klack…rutsch-klack…rutsch-klack*

Da lieg ich also und bin gaaaanz tapfer…
*rutsch-klack…rutsch-klack…*

Menno… ich weigere mich und versuche krampfhaft wieder einzuschlafen…
*rutsch-klack…rutsch-klack…*

Schäfchen zählen soll ja helfen… also los geht´s… 1-2-3-5… *scheiße/verzählt*

Ohhhh, das Monster leitet Stufe 3 ein: rummotzen!
*glotz… rutsch-klack… grrrrmmmhhhhpffffbrummeljaaaueeel*

Ächz… keiner daheim… ich hör sie gar nicht!
*glooooooootz…. rutsch-klack… brrrrmmmmpffffjauel*

Einen klitzekleinen Moment denke ich ans aufstehen… welch grässlicher Gedanke! Niemalsnicht… ich stelle mich weiterhin schlafend!!! Das halt ich durch! Aaaahhhh…es gibt auf! Ruhe kehrt ein… wie schön… und trügerisch!

Die trügerische Ruhe wird nur ab und an vom Schnarchen meines Göga unterbrochen. Warum genau krieg DER eigentlich sowas nie mit? Warum genau werd immer ICH angeglotzt *schmoll*?

Plötzlich höre ich ein Tappsen… Stufe 4 im Anmarsch! Öha!

Muffin schwingt sich ins Bett und lässt sich schweeeeeer seufzend (jaja, armes geplagtes Hundilein) genau neben meinen Kopf fallen…
(och nöööö). Eine feuchte Hundenase an meinem Ohr… hihi… das kitzelt… aber um Himmels Willen nur nicht reagieren! Ich höre wie Muffin tieeeef Luft holt… uuuuuund…. *SCHNAUF!* genau ins Ohr! Weil´s so schön ist – gleich nochmal *SCHNAAAUUUUUF!*

Ich nehme mir fest vor, sie bei nächster Gelegenheit an jemanden zu verschenken, den ich nicht leiden kann…

Siegessicher zieh ich mir die Decke über den Kopf. Wo kein Ohr – da kein SCHNAUF! Hähähä…

Das Mufflon plant um…*WUMPF* …eine Pfote landet mit Schmackes auf meinem Kopf. Aaaarggghsss… noch ein *WUMPF* dicht gefolgt von einem wühlen an meiner Bettdecke. Das Monster wühlt sich durch und schafft es auch tatsächlich, ein Stück Haut zu ergattern… ich werde enthusiastisch beschnüffelt.

Soll ich wirklich aufgeben? Seufz… ich ziehe die Decke vorsichtig von meinem Gesicht, um einen Blick in das unschuldige Fellgesicht zu werfen. Eine rieeesige rosa Zunge versperrt mir die Sicht *schlabbschlabbschlabb*. Hmmm… lecker, ich hab Hundesabber im Gesicht.

Da liegt mein Schnuffel… als ich ihre Bemühungen endlich honoriere und sie ansehe, beginnt die Rute mit einem regen Staccato *klopfklopfklopf*. Lust zum Aufstehen hab ich immer noch nicht. Also erstmal kuscheln! Meine Annäherungsversuche werden sofort freudig registriert. Muffin dreht sich auf den Rücken und lässt sich ausgiebig das Bäuchlein kraulen.

Leider wird diese vollkommene Idylle immer wieder durch das Schnarchen meines Göga gestört. Da kommt mir eine Idee…
Ich unterbreche das Gekraule kurz, um meinen Göga unsanft an der Schulter zu rütteln und über den aktuellen Stand der Dinge aufzuklären… „Schaaaaahaaaatz…. Muffin ist wach!“

Grunzen… und wieder schnarchen… is nicht wahr! Nochmal… rüttel…. „Schaaahaaaatz… auuuufwachen!“
Muffin kullert vom Rücken auf die Seite und beobachtet interessiert das Geschehen. Endlich tut sich hier mal was!

Mein Göga hat den Ernst der Lage scheinbar noch nicht erkannt. Tztztz… ich blicke ernst in das Gesicht meines Wöffs, deute auf das Ohr meines Gögas und gebe den Befehl „KNUTSCH!“ Ich wußte doch, dass dieser Schwachsinnsbefehl irgendwann mal für was gut sein wird *hehe*. Ich ernte einen ungläubigen Blick meines Hundes und deute erneut auf Gögas Ohr…

Muffin robbt ein Stückchen näher und wickelt ihren Waschlappen freudig um meinen Finger *wääähhh*. Sowas nennt man dann wohl Missverständnis?! Neuer Versuch: „Muffin knutsch daaaaahin!“ Kurzes Grübeln… anvisieren… noch ein Stück höher rutschen… ausholen… uuuuund VOLLTREFFER! Diesmal stürzt sie sich zielsicher auf sein Ohr und legt los! Feine Maus!!!! *lob*

Mein Mann beginnt sich zu wehren. Das stachelt unseren Schlabrador natürlich erst recht an! Sollen die zwei das mal unter sich ausmachen. Ich kuschle mich wieder in mein Kissen und betrachte zufrieden mein Werk *gäääähn*.

Leider – oder aus meiner Sicht zum Glück! – hat mein Mann nicht so viel Ausdauer wie ich. Nach kurzem Knuddelmassaker schwingt er sich behende aus dem Bett . Muffin hüpft begeistert hinterher. HA! GEWONNEN!

Ich bin seeeehr zufrieden mit mir und beginne, wieder ins Land der Träume abzutauchen… da hockt doch dieses nervige Monster kurze Zeit später schon wieder vor meinem Bett: *GLOTZ!* Das *rutsch-klack* wird allerdings weggelassen und sofort durch *grrrrrrrrrrmmmmmmmpffjaaaaueeeeeeelFIEEEEEEP* ersetzt.

Ich überlege kurz… immerhin ist mein Mann schon wach und werkelt irgendwo im Bad. Ich muss das Mufflon also nur noch ein klitzekleines bisschen beschäftigen, bis er mit ihr rausgeht. Das krieg ich hin! Ich strecke den Arm aus und klopfe mit der Hand dreimal auffordernd auf die Bettdecke. Da ist mein Herzchen natürlich gleich dabei! Sie schmeißt sich auf meinen Bauch und ab geht die Post.

*knuddelknutschknabberschlabberrollfreuwedel*

Langsam wird das Monster übermütig und ich äuge besorgt Richtung Schlafzimmertür. Kurz bevor sie mich dann endgültig auffressen will höre ich das rettende Schlüsselklappern… und plötzlich bin ich frei!

Mann und Hund gehen spazieren – endlich Ruhe! Hach! Tatsächlich schaffe ich es, wieder einzuschlafen…

…als ich gefühlte 2 Sekunden später höre, wie die Wohnungstür sich öffnet. Sofort im Anschluss klingt es, als ob ein Elefant durch den Flur trampelt – OHOH! Ich ahne schlimmes….

Muffin rauscht ins Wohnzimmer, schnappt sich ihren Quietschieball und rast wie angestochen durch den Flur zurück… und nochmal… und nochmal… das Getrampel wird von einem freudigen *Quuuuuieeeeeetschquietschquieeeetsch* begleitet.

Hilfe! Aber das war noch nicht alles… neeneee… irgendwo zwischendrin fällt dem Mistkäfer ein, dass ich noch im Bett liege – JUCHUH! Sie semmelt mit Anlauf durch den Flur, biegt unter Geschlitter links ab und kommt im Tiefflug auf mich zugesegelt.

Viel zu spät erkenne ich – das schwarze Ding ist TRIEFENDNASS!!!!

Das war´s dann mit dem Ausschlafen… kleine Strafen schickt Gott eben doch zuerst!

Und die Moral von der Geschichte?

1. Selbst schuld – es musste ja unbedingt ein Labbi sein…

und

2. Das nächste Mal die Schlafzimmertür schließen!

Advertisements
Kategorien: Geschichten aus der Gruft ...äh... Vergangenheit! | 2 Kommentare

Beitragsnavigation

2 Gedanken zu „der schwarze Wecker

  1. eigenwillig

    *grööööööööhl*

  2. Herrlich beschrieben…
    aber so ticken sie nun mal, die Retriever im „Normalfall“

    LG Regine & Müsli

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: