der Sockenklau geht um!

Wie krieg ich einen Hund dazu, mir was zu geben, was er nicht haben soll? Richtig – wir sind beim Kommando „aus“.

Wir tauschten viele Leckerchen gegen alles mögliche, was auch recht gut klappte. Gleichzeitig machten wir einen entscheidenden Fehler… Wir rannten Muffin teilweise hinterher, um ihr etwas wegzunehmen.

Witzigerweise hatte das Mufflon diese Verknüpfung UMGEHEND intus:
Wenn mir langweilig ist und mich keiner beachtet, schnapp ich mir einen Socken (wo sie die immer hernahm ist mir bis heute ein Rätsel) und gebe Fersengeld! Und dann spielen wir fangen – jucheeee!

Das hat sich bis heute gehalten! Kleine Kostprobe:

Ich saß entspannt in der Küche am Laptop und surfte in diversen Hunde-Foren. Muffin tippelte zur Küche rein und sondierte die Lage. Mit Erschrecken mußte sie feststellen, dass Frauchen grad keine Zeit hat und trollte sich Richtung Kinderzimmer (derzeitige Funktion: Bücher-, Bügel-, Wäschezimmer).

Plötzlich hörte ich, wie sie wieder in meine Richtung gesaust kam… Sekunden später stand sie in der Küchentür. Irgendwie kam mir das seltsam vor und ich hob den Kopf um nachzusehen… Mein Monster präsentierte mir aus sicherer Entfernung ein Paar Socken und tanzte den „Marley-Mambo“ (ich hoffe ihr kennt das Buch)!

Sobald sich unsere Blicke trafen, drehte sie schnell ab und verschwand hüpfenderweise Richtung Wohnzimmer.

Zu Muffins Leidwesen haben wir das Spielchen jedoch schon lange durchschaut… und da sie jetzt kein Bedürfnis mehr danach hat, die Socken zu fressen besteht auch kein zwingender Grund, hinter ihr herzuhechten.

Ich widmete mich wieder meinem Laptop und war gespannt, wie lange sie es im Wohnzimmer aushalten würde. Ahhhja… ein Schemen erschien in der Tür. Ungläubig wurde ich fixiert… als auch das nichts brachte, schlich sie näher – allerdings immer fluchtbereit!

Sie kam näher…. und noch ein Stück…. bis sie schließlich neben mir stand und immer noch nicht fassen konnte, was hier passiert. Ich drehte bedächtig den Kopf  „Muffin, AUS“. Enttäuscht ließ die Fellbacke die Socken fallen. Ich nahm mit einem „Dankeschön“ meine vollgesabberten Socken in Empfang.

Sehr zufrieden tauchte ich wieder ins WWW ab… und Muffin entschwand erneut Richtung Kinderzimmer.

Ich hatte mich gerade in ein Thema vertieft, da hörte ich wieder ein trippeln und ein schwarzer Schemen tanzte in der Küchentür den Marley-Mambo… Hööö? Irritiert starrte ich meinen Hund an. Wo bitte kommt jetzt dieses Paar Socken her? Ich kontrollierte noch schnell – ja… die vollgesabberten Socken von eben liegen noch da, wo ich sie geparkt hatte?!?!

Während ich an mir zweifelte, verschwand das Monster mit der neuen Beute Richtung Wohnzimmer. Könnte sie reden, hätte sie mir sicher ein „Hasch mich – ich bin der Frühling“ zugeflötet.

Sie hatte es geschafft – meine Neugier war geweckt! Ich trat von der Küche in den Flur und sah den Sockenklau schnell im Wohnzimmer verschwinden. Nichts wie hinterher!

Ich wurde freudig begrüßt!

Muffin drehte ein paar Ründchen um sich selbst, warf die Socken in die Luft und fing sie wieder auf. Dann einmal Vorderkörpertiefstellung mit anschließendem Sprung aus dem Stand *doppsdoppsdopps*. Ich verkniff mir das Lachen und stemmte die Arme in die Hüften. Verzweifelt versuchte ich, eine ernste Miene aufzusetzen.

So wirklich gelang mir das wohl nicht… Muffin hüpfte, kreiselte und spielte munter weiter. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus – wider besseren Wissens lies ich mich auf die Schlacht ein. Gemeinsam kugelten wir auf dem Boden herum und kämpften um die Socken. Zufrieden rollte Muffin sich nach kurzer Zeit auf den Rücken und strampelte was das Zeug hielt, während ich ihr den Bauch krabbelte. Die Socken behielt sie zuerst entschlossen in der Schnute, gab sie dann aber doch her.

Ich rappelte mich wieder auf und behielt meine Socken siegessicher bei mir. Das Mufflon erkannte blitzschnell die Situation und hatte so gar keine Lust, jetzt schon mit dem Spielchen aufzuhören… hektisch wuselte sie wieder Richtung Kinderzimmer.

Langsam keimte in mir ein Verdacht auf. Doch bevor ich mich überhaupt richtig in Bewegung setzen konnte – stand Muffin schon mit dem nächsten Paar vor mir. Hmmmm….?

Ich erinnerte mich vage daran, dass ich am Abend zuvor eine ganze Ladung Socken zusammengelegt hatte. Allerdings war ich zu faul gewesen, sie gleich aufzuräumen und hatte deshalb in weiser Voraussicht den Wäschekorb auf das Bügelbrett gestellt. Es stellte sich also die Frage – wie war Mufflon da hoch gekommen?

Als ich das Kinderzimmer betrat, wurde mir einiges klar – der Wäschekorb stand auf dem Boden – es waren gar keine akrobatischen Leistungen erforderlich, um an die Socken zu kommen. Das war ja quasi ein Selbstbedienungsladen für Sabbermäulchen!

Ich rettete die noch verbliebenen Socken und führte die bereits vollgesabberten wieder dem Wäschekorb zu. Danach machte ich mich entschlossen auf die Suche nach meinem Ehemann um ihn zur Rede zu stellen – der Wäschekorb ist schließlich nicht von selbst dem Bügelbrett entflohen. Männer!

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Kategorien: Geschichten aus der Gruft ...äh... Vergangenheit! | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „der Sockenklau geht um!

  1. eigenwillig

    Dazu fällt mir nur der Spruch ein, den ich auf meiner Zigarettenschachtel spazieren trage: „Männer… bei allen Defiziten…

    immer noch das beste andere Geschlecht, das ich kenne.“ 😉

  2. Pingback: Wer schläft… « Mufflon & Killerkeks

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