kommt ein Dummy gekrochen! (Teil 2)

AUFGABE 4:

Es folgte eine weitere Doppelaufgabe, die einzeln gearbeitet wurde. Ausgangspunkt war der Rand einer Wiese, an die direkt ein Waldstück angrenzte. Im Wald wurden 10 Dummies für eine Suche ausgelegt. Auf der Wiese fiel eine Markierung an einen weißen Markierstab. Es sollte abwechselnd eine Markierung und eine Suche gearbeitet werden und zum Abschluss der Hund auf ein am Markierstab ausgelegtes Dummy vorangeschickt werden. (Versteht mich überhaupt jemand??)

Ich trat mit Muffin zuversichtlich an den Startpunkt. Zuerst fiel die Markierung. Allerdings sollte diese nicht sofort geholt werden, sondern zuerst ein Dummy aus der Suche. Ich drehte Muffin in Richtung Wald und schickte sie los. Sie kämpfte sich tapfer durch das Gebüsch, was Wiese und Wald trennte, fand sofort ein Dummy und kam im Affenzahn und wildem Blick zurückgesemmelt.

Ich richtete sie zur Markierung aus – kein Problem… Hinsausen – Dummy packen – zurücksausen. Geht doch! Das gleiche Spiel nochmal: Markierung fällt, Muffin in die Suche geschickt, anschließend Markierung arbeiten. Muffin strahlte „Pillepalle!“

Während ich Muffin zum dritten Mal in die Suche schickte, wurde am Markierstab ein Dummy ausgelegt. Muffin ließ sich auf dieses Dummy problemlos voranschicken und mein Herz machte einen Freundensatz! Diese Aufgabe hat sie sowas von hammergeil und punktgenau gearbeitet… Wahnsinn!

Sie war in einem Höllentempo unterwegs, hat in der Suche nicht getauscht und ging schnurgerade voran! Wieder eine 1 mit Sternchen! Zur Belohnung flog ein Tennisball!

AUFGABE 5:

Eine Art Einzel-Walk-Up. Hundeführer „walkt“ mit dem Hund einen abschüssigen Waldweg entlang in Richtung eines Helfers. Auf halber Strecke fällt eine Markierung am Waldhang. Diese wird jedoch nicht sofort gearbeitet, sondern das Team geht weiter bis zum Helfer. Der Helfer wird per Handschlag begrüßt. Anschließend wirft der Helfer dem Hund ein Dummy direkt vor die Füße. Dieses Dummy soll vom Hundeführer eingesammelt und an den Helfer zurückgegeben werden. Danach soll der Hund von diesem Standpunkt aus die vorher gefallene Markierung holen.

Muffin und ich walkten los, stoppten auf halben Wege als die Markierung fiel und marschierten weiter zum Helfer. Das Mufflon setzte sich vorbildlich neben mir ab, ließ sich durch die Begrüßung nicht weiter stören und zuckte nichtmal, als und das Dummy vor ihre Füße fiel – frei nach dem Motto „Leute, ihr seid soooo leicht zu durchschauen, das Ding darf ich doch eh nicht nehmen…pfüh!“ Ich gab ihr Recht und sammelte das Dummy selbst ein.

Nach meiner Freigabe raste sie blindlings den Waldhang hoch in Richtung Markierung. Blindlings trifft´s haargenau – sie hatte beschissen markiert und brauchte ein Weilchen, bis sie das Dummy hatte. Umso größer war ihre Freude, als sie es entdeckte. Sie schnappte es und rauschte in einem Höllentempo den steilen Hang runter in meine Richtung. Sie war dermaßen kamikazemäßig unterwegs, dass ich ihr entsetzt ein „BREEEEEMS!“ zurief. Im Geiste sah ich uns schon beim Tierarzt…

…aber sie bremste tatsächlich! Allerdings nicht, weil ich es ihr zugerufen hatte, sondern weil ein weiteres Aufregungs-Scheißerchen fällig war (genauer Ablauf siehe Beschreibung von Aufgabe 1). Trotzdem war ich hochzufrieden mit der Leistung meines Kamikaze-Köterchens!

AUFGABE 6:

Rückblickend meine Lieblingsaufgabe! Nicht, weil Muffin besonders gut gewesen wäre… dafür aber sehr einfallsreich *grins*.

Man stand mit Hündchen auf einem Waldweg am Waldrand und es sollte eine Markierung im Wald fallen. Vorher gab es jedoch Ablenkung der Extraklasse. Bevor das jeweilige Team antrat, wurde vom Helfer ein an der Schleppleine befestigtes Dummy über den Waldweg in den Graben geworfen. Sobald das Team bereit stand, zog der Helfer das Graben-Dummy gaaaaaaaaaaaanz langsam quer über den Weg zu sich. Erst nachdem das Dummy den Weg überquert hatte, fiel im Wald die Markierung.

SCHLUCK!

Muffin und ich traten an und ich war eigentlich sehr zuversichtlich, dass wir das hinkriegen würden. Die Idee der Aufgabe fand ich recht witzig und ich war wirklich gespannt. Als der Helfer jedoch anfing, das Dummy zu sich zu ziehen, hätte es mich fast zerbröselt.

Man sah nur den mit Laub bedeckten Waldweg und plötzlich krauchte aus dem Graben ein orangendes Dummy. Das Dummy ruckelte und zuckelte und sah aus wie ein überdimensionaler Regenwurm. Meine Vorstellungen wurden weit übertroffen und ich spürte den Lachkrampf von tief unten in mir hochsteigen… *glucks-glucks*.

Muffins Anblick machte es noch schlimmer! Dem Hund fielen fast die Augen aus dem Kopf „Boaaaaaaah! Uaaaaaaaah! Woooooooah! Ey, siehst du das? Uuuuuuh! Mama? Siehst du das? Dieses Dummy? Es kann KRIECHEN!“ Das Mufflon hatte mein vollstes Verständnis – in ihrem Universum konnten Dummies bisher maximal fliegen. Ein Krieche-Dummy ist da schon eine besondere Spezies!

Ich prustete in mich hinein und zwangsläufig fing Carolin hinter mir ebenfalls das kichern an (es gibt kein Training, das nicht mindestens einen Lachkrampf beinhaltet). Trotzdem ermahnte sie mich „Anke?! Nicht jetzt, ok?! Reiß dich zusammen!“ Kurz bevor bei mir alles zu spät war, hatte das Dummy den langen anstrengenden Weg endlich hinter sich gebracht und der Helfer verstaute das arme erschöpfte Säckchen.

Obwohl Muffin wie gebannt auf den Busch starrte, hinter dem das Dummy verschwunden war, ließ sie sich in Richtung Wald drehen und die Markierung fiel. So richtig konzentrieren konnte sie sich aber doch nicht. Sobald die Markierung gefallen war, wickelte sich Muffin mit dem Kopf fast um mein Bein, um wieder Richtung Busch zu glotzen.

Nachdem ich noch ein Stück näher Richtung Wald gegangen war, sah sie endlich in die richtige Richtung und ich schickte sie los. Zu meiner grenzenlose Freude stürmte sie tatsächlich in Richtung der Markierung. Aber der Hund ist ja nicht doof! Sie wußte ganz genau, dass es Ärger gibt, wenn sie in meiner unmittelbaren Nähe versuchen würde, an das Kriechedings zu kommen. Was also tun?

Sie lief in den Wald, rannte dort einen groooooooooooßen Bogen und kam außerhalb meiner Reichweite wieder aus dem Wald, um sich hinter das Gebüsch zu stürzen. Ich traute meinen Augen nicht! Das kleine Luder fand hinter dem Busch allerdings nur den Helfer und staunte nicht schlecht. Trotzdem war sie der Meinung, sie müsse die Stelle genauestens unter die Lupe nehmen und überhörte meinen Hier-Pfiff elegant.

DAS geht ja mal gar nicht! Kreativität und Eigensinn schön und gut, aber wenn Mama pfeift, hat der Kuchen zu kommen! Deshalb gab es den üblichen Anschiss, der sich bei mir in einem lautstark geknurrten „SACKZEMENT!“ äußert. Wirkt immer! So auch diesmal… Muffin kam mit hängendem Kopf zu mir zurück „Schuldichung, schuldichung, ich hatte da wohl gerade einen Gehörsturz, als du gepfiffen hast“. Wer sie kennt, der weiß jedoch, dass sie in solchen Situationen von einem schlechten Gewissen weeeeeit entfernt ist. Muffin hat einen sehr ausgeprägten „Will-to-please-herself!“

Ich schickte sie nochmals auf die Markierung und diesmal war sie auch gewillt, meinen Anweisungen zu folgen. Leider hatte sie nicht den blassesten Schimmer, wo das Dummy gelandet war. Bevor ich richtig peilen konnte, was sie vorhat, lief sie zum im Wald stehenden Helfer. Sie sah kurz den Helfer an, ging dann in gerader Linie vom Helfer weg „irgendwo in der Richtung müßte es eigentlich liegen…“ und stolperte tatsächlich prompt über das Dummy *mit der Hand an die Stirn klatsch*. Unglaublich!

AUFGABE 7:

Die letzte Aufgabe: den Hund auf einem Waldweg auf ein am Markierstab ausgelegtes Dummy voranschicken. Sobald der Hund mit dem Dummy unterwegs zurück zum Hundeführer war, machte der Helfer zur Verleitung nochmal ein Geräusch.

Muffins Konzentration war zu dem Zeitpunkt leider völlig im Eimer. Sie ging zwar die ersten Meter schön voran, bog allerdings auf der Hälfte der Strecke scharf links ab. Hmpf… Ich holte sie nochmal zurück und im zweiten Versuch klappte es. Als der Helfer sein Geräusch machte, drehte sie sich fragend um, kam aber trotzdem ohne weitere Probleme zu mir zurück. PUH!

Nach dem Seminar kehrten wir noch in einer Gastwirtschaft ein und schlugen uns die Bäuche voll.

Mein Fazit:

Es war ein sehr schöner Tag mit netten Leuten und interessanten Aufgaben. Mit Muffin war ich insgesamt sehr zufrieden, sie hat größtenteils sehr gut und konzentriert gearbeitet. Ich bin seeeeeeeehr stolz auf mein großes Mädchen!!!

Eins hat sich wieder mal bestätigt: Genie & Wahnsinn liegen bei Muffin ganz dicht beieinander! Meine Kröte…

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Kategorien: Seminare | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „kommt ein Dummy gekrochen! (Teil 2)

  1. „Will-to-please-herself!“ – *lach

    Na, ihr hattet aber richtig Spaß! 🙂

    Sackzement!!!!

  2. Anke —- soooo geil, deine Beschreibung!!!! 😀 DANKE!!!!

  3. Ich komm aus dem Lachen nimmer raus *hilfäääääääääääää*
    😀 Muffin hats einfach drauf ….!

  4. „Will-to-please-herself!“ GEEIIIIL!! Also irgendwie scheinen Deine Muffin und mein Hannes verwand zu sein. Er hat einen enormen „Will-to-eat“ …. und ist manchmal Genie und Wahnsinn innerhalb von wenigen Minuten.
    Danke auch für die tolle Beschreibung.

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