Biscuit, der kleine braune Streber-Keks???

Heute war der große Tag, auf den ich so wahnsinnig gespannt war – der Tag des Junghundeseminars bei Carolin Blank. Ich hatte mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht, wie das erste „Gruppentraining“ mit Biscuit wohl laufen würde.

Ich habe mit Biscuit bisher ganz bewußt nur Einzeltrainings besucht. Glücklicherweise kenne ich inzwischen viele Menschen mit gut sozialisierten erwachsenen Hunden in allen erdenklichen Größen und Farben, von denen Biscuit mit Sicherheit mehr über richtiges Verhalten gelernt hat, als beim sinnlosen Toben mit Gleichaltrigen (Was für ein Satz! Mein ehemaliger Deutschlehrer dreht sich sicherlich gerade im Grab um). Biscuit soll vor allem eins lernen: sich auf MICH zu konzentrieren!

Neben uns nahmen noch 4 weitere Junghunde teil, was somit für Biscuit eine Steigerung der Ablenkung um 400 % bedeutete. Schluck!

Nach einer kurzen Begrüßung und allgemeinen Schuldzuweisungen, wer denn jetzt eigentlich für das miese Wetter (6° und Nieselregen) verantwortlich sei, ging es direkt mit der ersten Übung los.

ÜBUNG 1:

Die Hunde befanden sich alle noch im Auto und wurden für die Übung einzeln herausgeholt. Die restlichen Teilnehmer stellten sich im Hof in einer Reihe auf und sollten sich miteinander unterhalten, während man mit dem Hund dort im Fuß vorbeiging, wendete und wieder zurückging.

Da war für Biscuit absolut kein Problem. Sie hat zwar mal kurz zu den Leuten geguckt, sich aber mit einem leisen „Biscuit“ sofort wieder auf mich konzentrieren lassen. Nachdem wir unsere Runde beendet hatten, kam Biscuit wieder ins Auto und der nächste war dran.

ÜBUNG 2:

Ähnlich wie Übung 1 – Hunde einzeln aus dem Auto holen, an den Menschen vorbeilaufen, danach um die Scheune herum auf die Wiese hinter der Scheune. Dort warten, bis alle da sind. Dann das Ganze in umkehrter Reihenfolge wieder zurück.

Biscuit und ich waren die ersten und der Gang an den Menschen vorbei war inzwischen schon ein alter Hut. Auf der Wiese hatte ich mit Biscuit eine kleine Diskussion darüber, dass man sich auch in der Wiese bitteschön auf Frauchen konzentrieren soll, anstatt ziellos den Rüssel ins Gras zu stecken. Das Kekschen hatte schnell begriffen, dass schnüffeln nicht erwünscht ist und folgte mir anstandslos an unseren Zielort.

Nach kurzer Zeit bog schließlich der erste Mitstreiter um die Scheunenecke und brachte Biscuit für einen kurzen Moment aus der Fassung „Woah, ein anderer Hund! Wie kommt der denn hierher?“ Sie machte einen kurzen Satz nach vorn, weil ich natürlich ausgerechnet in dem Moment gepennt hatte, als die beiden anderen um die Ecke kamen. Beim Erscheinen der anderen beiden Teams lief es schon wesentlich besser und Biscuit ließ sich relativ leicht von den anderen Hunden ablenken.

Kaum waren alle auf der Wiese angekommen, ging es auch schon wieder zurück in den Hof – in umgekehrter Reihenfolge. Diesmal waren wir als letzte dran und gingen auf die bereits wartenden Teams zu. Das lief sehr gut!

ÜBUNG 3:

Wir standen mit den Hunden in einer Reihe und vor uns wurden 5 Hütchen aufgestellt. Jedes Team lief einmal im Slalom durch die Hütchen und wieder zurück.

Sowohl der Slalom, als auch das zwischenzeitliche Warten lief reibungslos.

ÜBUNG 4:

Alle Teams stellten sich an einem der Hütchen auf und jeweils ein Team hatte die Wahl: entweder Slalom durch die Teams, oder „nur“ gerade an den anderen Teams vorbei.

Ich entschied mich für den Slalom durch die Teams – wenn schon, denn schon! Hoch gepokert und gewonnen! Das hat sie super gemacht, die kleine Maus!

ÜBUNG 5:

Es wurde zur Auflockerung eine Leckerchen-Fährte gestreut, die man mit seinem Hund gemeinsam abgraste. Danach kamen die Wauzis ins Auto und es war Pause angesagt.

Die Pause wurde genutzt um Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen.Es durften auch Wünsche für den weiteren Verlauf des Seminars geäußert werden.

Ich weiß nicht mehr genau warum, aber Muffin bekam trotz ihrer Abwesenheit ebenfalls 5 Minuten Aufmerksamkeit. Carolin bat mich darum, ein paar Anekdoten aus Muffins „wilder Jugend“ zu erzählen, was ich natürlich gerne tat *grins*.

ÜBUNG 6:

Die Hunde wurden wieder herausgeholt und die Teams bildeten einen Kreis. Carolin stellte sich in der Mitte auf und jeder Teilnehmer sollte mit dem Hund bei Fuß zu ihr gehen, dort stehenbleiben und sie kurz begrüßen. Im zweiten Durchlauf sollten die Hunde bleiben und der Hundeführer alleine zu Carolin gehen.

Biscuit absolvierte beides mit stoischer Ruhe und streberhaftem Blick…

ÜBUNG 7:

Einmal im Slalom durch die im Kreis stehenden Teams laufen. Null Problemo! Streber-Keks! Langweilig…

ÜBUNG 8:

Eine Abrufübung! 4 Teams bildeten eine Gasse, ein Team lief einmal durch die Gasse. Der Hund wurde abgesetzt, der Hundeführer ging wieder zurück und sollte den Hund durch die Gasse abrufen. Im zweiten Durchgang wechselten die Teams in der Gasse die Plätze, bevor der Hund abgerufen wurde.

Biscuit folgte mir willig durch die Gasse, setzte sich brav hin und blieb wie angewurzelt sitzen, bis ich das andere Ende der Gasse erreicht hatte. Dann der große Moment: ich rief „Biscuit, HIER!“ und ging in die Hocke. Biscuit flog förmlich in meine Arme! Sie kletterte an mir hoch, legte mir die Pfoten auf die Schultern und knutschte und wedelte und freute sich nen Ast! In solchen Momenten ist eine Knuddelorgie die größte Belohnung für sie… sie steht total darauf, mich mal so richtig ordentlich zu waschen und mir die Brille zu putzen.

Nachdem ich mich und meinen Keks wieder auseinandersortiert hatte, ging es gemeinsam zurück durch die Gasse und ich setzte sie wieder ab. Während ich zurückging, überlegte ich noch, ob es bei der folgenden Übung mit dem Positionswechsel nicht besser wäre, sie dort abzusichen… Jetzt kann ich sagen: Ja, besser wär´s gewesen!

Biscuit war vom Positionswechsel der anderen Teams völlig irritiert und hatte nur noch eins im Kopf: MAMA??? An sitzen bleiben war nicht mehr zu denken und sie galloppelte schnell zu mir. Aaaaaber – immerhin wollte sie zu mir – und nicht zu den anderen Hunden. Das ist doch schonmal viel wert!

Ok, ich geb´s zu – auf dem Rückweg hatte sie einen kurzen Ausfall und entwischte mir in Richtung eines Flats (woher haben meine Mädels eigentlich ihre Affinität zu Flats????). Ich konnte sie jedoch von der Flatiline wieder abrufen *stolz bin*!

Wir starteten noch einen Versuch und diesmal sicherte Carolin den Keks mit der Leine, während die Teams die Plätze tauschten. Das Abrufen war auch diesmal kein Problem und wurde ordentlich gefeiert!

FAZIT:

Unsere Jungspunde haben heute wirklich viel geleistet. Biscuit war die komplette Zeit hochkonzentriert bei der Sache und hat sich fast nicht ablenken lassen. Was mich besonders freut: in den Wartezeiten war sie sehr entspannt und hat nicht einen Ton von sich gegeben – kein Bellen, kein Fiepen, kein Nichts!

Dieser kleine Hund ist soooooo traumhaft! Sie macht mir unglaublich viel Freude. Es hat sich mehr als gelohnt, zwei Jahre lang auf diesen Welpen zu warten! Mein Traum in Braun…

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Kategorien: Training | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Biscuit, der kleine braune Streber-Keks???

  1. Danke Anke (hahahaha *g*) für den schönen Bericht!!! Kannst wirklich stolz auf den Krümelkeks sein!! Hat sie – als jüngster Hund noch dazu!!! – genial gemacht!!! Und es war wie immer schön, Euch dabei gehabt zu haben ;)) Woher ihre Affinität zu Flats kommt —– hmmmmmmmmmmmm ——— KEINE AHNUNG 😛

  2. Ich freu mich zu lesen wie gut es euch zusammen geht ! Ich hab Dir ja gesagt, jeder bekommt was er möchte, man muss nur Geduld haben *drück*

    Yippie!!! Der Keks rockt einfach!

  3. Jens & Gizmo (alias der Molch)

    Respekt Anke, das liest sich wirklich toll. Freuen uns schon, den Keks in 4 Wochen mal wieder live erleben zu dürfen!

  4. Hey, siehst du … hab ich dir doch gesagt! Alles supi. Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein. Die Zeit der Prägung auf den Menschen und nicht auf Horden von anderen Welpen zahlt sich wirklich aus.
    Danke für den schönen Bericht.

  5. Wir gratulieren natürlich auch und sind sogar ein bisschen neidisch, dass wir es in den ersten Woche noch nicht besser wussten… Hinterher ist man immer schlauer. Die Übungen wären für Frieda und mich auf jeden Fall auch spannend gewesen. 🙂

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