Biscuit, das Show-Girl…?

Am Samstag war es endlich soweit: Biscuits Show-Premiere sollte stattfinden! Ich hatte sie beim 2. Fränkischen Retrievertag (Spezial-Rassehunde-Ausstellung des DRC) in der Jugendklasse gemeldet. Die Aufregungen begannen allerdings schon am Freitag…

Ich traf mich am Freitag gegen spätnachmittag mit Susi und dem Fruchtzwerg Kahlúa, um das Mufflon vertrauensvoll in Susis Obhut zu geben. Die Ausstellung wäre für mein Mufflon-Mimöschen purer Stress gewesen, das wollte ich ihr (und uns) ersparen. So durfte Muffin bei Susi nächtigen und den kompletten Samstag mit ihr verbringen. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Susi (und Familie) – auf dich ist immer Verlass!

Wieder zuhause verfiel ich umgehend in Vorbereitungsstress: Was brauche ich alles? *Zettel schreib* Hab ich alles? *wild umherrennt* Wie soll ich die Nacht ohne mein Mufflon eigentlich überstehen? *zweifel* und die Frage aller Fragen: Was zieh ich an? *ratlos vor dem Kleiderschrank steh* Das Ende vom Lied: ich borgte mir ein Oberteil von meiner Schwester, weil mein Schrank  nichts passendes beinhaltete…

Samstag morgen um 6 Uhr klingelte der Wecker *ätzend!* und der Tag begann *zappel*. Mein Mann schipperte mich und Biscuit sicher nach Höchstadt a.d. Aisch, wo wir kurz nach 8 Uhr ankamen. Wir suchten wir uns ein nettes Plätzchen am Labrador-Ring, richteten uns häuslich ein und ab da begann die Zeit davonzurennen… Ich holte Biscuit aus dem Auto und absolvierte mit etwas Mühe den Einlass mit Chip- und Impfpasskontrolle – Biscuit fand das alles so UNGLAUBLICH aufregend und freute sich einen Ast. Das nervöse Frauchen am anderen Ende der Leine war dabei keine große Hilfe *hust*.

Ich machte mich auf die Suche nach Carolin, die sich bereit erklärt hatte, die Monsterpuschel-Rute von Biscuit noch schnell in Form zu bringen. Nachdem wir das erledigt hatten, bezog Biscuit ihren Stoffkennel und hatte erstmal Sendepause! Ich übertrug meinem Mann die Aufsicht und begab mich zur Helfer-Besprechung, denn ich hatte in einem Anflug von Größenwahn zugesagt, zu Beginn als Ringhelfer einzuspringen *wie konnte das passieren?*

Carolin erklärte uns, worauf man zu achten hatte und wer welche Aufgaben zu erfüllen hatte. In meinem Fall: die Startnummern aufrufen, kontrollieren ob alle da sind, fehlende Nummern streichen, Ergebnisse ans Flipchart schreiben, die Nummern der Platzierungen aufstellen und letztendlich der Richterin die bunten Schleifchen reichen. PUH! Ich als Show-Nullchecker gab das Nummern-Girl im Golden-Ring… na bravo! Nun gut, alle Beteiligten haben es überlebt und ich hatte so immerhin die Möglichkeit, die schönen bunten Schleifchen mal aus der Nähe zu betrachten.

Nach einer Stunde wurde ich erlöst abgelöst und konnte mich wieder meiner eigenen Nervosität widmen. Zum Glück waren vieeeeele liebe Menschen da, die mich mal feste drückten und mir Mut zusprachen (@Bibi: DANKE! *g*). Das Highlight für mich: meine Mum, Schwester und Nichte waren zum zuschauen gekommen *bussi*. Und auch Biscuits Züchterin Christine war da, um uns und Schwesterchen Branka die Daumen zu drücken *freu*. Sozusagen ein kleines „Familientreffen“ 🙂

Leider blieb mir nicht viel Zeit, um der Richterin im Labrador-Ring auf die Finger zusehen und abzuchecken, was uns erwarten wird. Ich konnte gerade noch schnell eine Kleinigkeit essen, mir einen Kaffee hinter die Binde kippen und eine rauchen… und dann wurden wir auch schon aufgerufen *schluck* und ich mußte auf das noch vorhandene Wissen aus dem Ringtraining im Oktober zurückgreifen *uffz*.

Mit Sorge hatte ich beobachtet, dass viele Teilnehmer vor Beginn noch eine Runde im Ring „probeliefen“ und manch einer sich über die Beschaffenheit des Bodens (zu glatt) sorgte. Irgenjemand gab den Tipp, dem Hund Cola an die Pfoten zu schmieren, damit er nicht wegrutscht. Ich ignorierte es einfach… entweder es geht – oder eben nicht! Wäre nicht das erste mal in meinem Leben, dass es mich/und/oder den Hund auf die Nase legt *Schulter zuck*.

Ich streifte Biscuit die Ausstellungsleine über, bewaffnete mich mit Leberwurst und betrat gemeinsam mit Anita und Schwesterchen Branka den Ring. Wir liefen die Einführungsrunde im Kreis (den angeblich glatten Hallenboden hatte ich schon wieder vergessen) und dann begann das warten, während die anderen Hunde einzeln bewertet wurden:

*boah, wie langweilig? Mama, du hast nicht zufällig einen Dummy einstecken?

Schließlich waren wir an der Reihe: zuerst sollten wir ein Dreieck laufen und dann nochmal in gerader Linie von der Richterin weg und wieder auf sie zu. Ich hatte nur noch Augen für meinen Keks, die Aufregung war verflogen und es lief alles wie von selbst. Dann wurden Biscuits Zähne kontrolliert und der Körper abgetastet, was sie zwar etwas seltsam fand, aber brav über sich ergehen ließ:

schau mir in die Augen, Kleines!

Einzelaufstellung vor dem Richtertisch, während die Richterin ihre Beurteilung diktierte:

*fein steh!*

…und dann waren wir auch schon fertig und es hieß wieder warten…

*geschafft!*

Letztendlich hieß es: Abschlussaufstellung, während die Richterin die Platzierung verkündete:

*Trommelwirbel*

Die schwarze Hündin im Vordergrund bekam ein „vorzüglich“, sowie den ersten und einzigen Platz. Die Richterin hatte beschlossen, nicht alle vier Plätze zu vergeben, sondern nur den ersten. Die restlichen drei Hunde bekamen ein „sehr gut“. Damit war der Traum von meinem Schleifchen geplatzt *schade*. Natürlich war ich kurzzeitig enttäuscht, weil ich schon gern gewusst hätte, ob wir nun Platz 2, 3 oder 4 belegt hätten. Trotzdem war ich stolz auf meinen Keks – sie hat unseren Auftritt souverän gemeistert und für mich ist sie sowieso perfekt

Nach einem kurzen „Frust-Shopping“ am Stand von „the-retrieve“ ging es mir auch gleich viel besser *kicher* und ich konnte den Tag endlich wirklich genießen. Einige Kaffees später war das Richten zuende und wir konnten den mit Spannung erwarteten Richterbericht abholen.

Biscuits Richterbericht lautet wie folgt: „Sehr guter Typ, braucht noch Zeit für die Entwicklung, femininer Kopf, schöne Halslänge, braucht vorne mehr Winkelungen – hinten ok, Rückenlinie korrekt, gute Vorstellung!“

Die Bemerkung „gute Vorstellung“ entlockte mir sogar ein Lachen und ich war endgültig versöhnt. Biscuit und ich haben als Team einen guten Eindruck hinterlassen… mal ehrlich – was will man mehr?! Letztendlich kommt es doch nur darauf an: ein Team sein! Spaß haben! Der Rest ist unwichtig!

Mein Fazit: Es war ein schöner und interessanter Tag mit vielen, vielen netten Leuten, die man sonst leider nicht so oft sieht. Ich glaube inzwischen sogar, dass es nicht unsere letzte Show gewesen ist…

Trotzdem werden wir uns nun wieder dem widmen, was uns WIRKLICH Spaß macht: bei Wind und Regen in der Pampa stehen und mit grünen 500g-Leinensäckchen um uns werfen

 

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Kategorien: Bilder, Show | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Biscuit, das Show-Girl…?

  1. Zum Mitfühlen – Schön geschrieben :-))) Danke!!! 🙂 Ich hätte Euch auch eine Schleifchen gewünscht! Aber der Keks steht eben mehr auf Dummies 🙂 Viel Erfolg weiterhin!
    HG Bianca, Jack und Brino

  2. na Ihr 2 showies 🙂
    seht richtig toll aus zusammen!
    Was willst Du mit einem Schleifchen? Staubt eh nur ein… 🙂
    Schöner Bericht!
    Grüssle
    Katharina mit den Goldenen

  3. Ich fsands sooooo schön euhc zu treffen – und ich finde ihr habt die Mission erfolgreich abgeschlossen. 😀
    Demnächst Welpenknuddeln hier , gelle …!

  4. Keks vor Tisch mit Frankenfahne, sehr schön! Das mit der Schleife ist schade, aber so ist das leben! Hart und unschleifig.

  5. Pingback: 3. Fränkischer Retrievertag – ein Keks im Ring « Mufflon & Killerkeks

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