Max & Moritz in Hundegestalt

Meine Gebäckstücke und ich stolpern seit vier Wochen ohne meinen Mann durch die Woche. Während er sich auf Reha mit „Wasserballett & Bauchtanz“ die Zeit vertreibt, kämpfen wir mit Handwerkern, Socken und anderen Kleinigkeiten.

Jaaaa, die Handwerker… sie sind immer noch nicht fertig mit der Fassade und werden von den Mädels inzwischen wie alte Freunde begrüßt. Vor allem Siggi, der selbst mal zwei Hunde hatte und aus jedem Treffen eine fette Party macht. Eigentlich beschränkt sich das Tätigkeitsfeld der Handwerker nur auf die Außenfassade des Hauses, doch letzte Woche stand ein kurzer Besuch in unserer Wohnung an: das Mauerwerk um die neuen Fenster mußte noch gestrichen werden. Biscuit verzog sich mit mir ins Wohnzimmer, während Muffin lieber die Maler beaufsichtigte *wedel… machst du das auch richtig? …wedel…*

Nach ein paar Minuten hörte ich eine säuselnde Stimme aus dem Hausflur außerhalb der Wohnung. Hm? Verdächtig! Ich spähte ins Nebenzimmer – kein Mufflon zu sehen. Ich folgte der brabbelnden Stimme und fand Muffin im Hausflur, wo sie mit einem weiteren Handwerker flirtete. Sein Kommentar: „Sie saß brav bei mir und hat mich unterhalten“. Ja nee, ist klar… Mufflon der Hans-Dampf-in-allen-Gassen folgte mir fröhlich zurück in die Wohnung *so viele Leute, dass ist echt toll!*.

Während ich nach Muffin suchte, ging Biscuit auf Entdeckungstour. Ich fand sie bei meiner Rückkehr neugierig neben einem Farbeimer stehend und ahnte es schon… mein braunes Rüsseltier hatte am Eimer geschnüffelt und sich dabei die Schnauze verziert. Brauner Hund mit weißer Nase und vielen kleinen Farbtropfen im Bart – sehr schick!

Manchmal sind die beiden schlimmer als ein Sack Flöhe!

Wie ihr euch denken könnt, hätte ich gern ein Bild von meinem eingefärbten Keks gemacht, aber ausnahmsweise siegte die Vernunft. Noch bevor sie daran denken konnte, sich die Farbe von der Schnauze zu lecken, hatte ich schon einen nassen Waschlappen geholt. Kennt ihr die Gesichter von Kleinkindern, wenn Mama/Oma auf ein Taschentuch spucken, um danach das Gesicht des Kindes damit zu bearbeiten? So ähnlich sah das bei Biscuit aus *moah-ey, muff daf fein? net fo feeeeft! pffffffff*…

Neuer Tag – neues Glück – alleinige Hauptrolle: das Mufflon!

Ich war bei meiner Schwester zum Mittagessen und Muffin hatte ebenfalls Hunger (wie immer). Keine 5 Minuten nach unserer Ankunft hatte sie bereits eine Tüte mit Plätzchen vom Wohnzimmertisch geangelt und einige davon inhaliert, bis wir es überhaupt bemerkten.

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt zugleich…

Meine Schwester und ich hatten uns zum rauchen vor die Tür gestellt, als meine Nichte den Kopf zur Haustür rausstreckte „Muffin hat sich gerade einen Knochen aus der Küche geklaut, ich hab´s nur knurpsen hören – konnte leider nix mehr tun.“ Geflügelknochen vom Mittagessen *arghs*!

Dieses war der zweite Streich, doch der dritte folgt zugleich…

Wieder zuhause parkte ich das Auto und sah im Hof einen Handwerker stehen, den ich bisher noch nicht kannte. Auf die obligatorische Frage „haben sie Angst vor Hunden?“ folgte die Antwort „Neeeein, hab selber einen!“ Wunderbar! Ich öffnete den Kofferraum und die Mädels gingen sofort neue Freundschaft schließen. Allerdings interessierte sich Muffin weniger für den Mann, sondern mehr für den Eimer neben ihm. Ich achtete nicht weiter darauf und ging zur Haustür, als der gute Mann plötzlich rief „Aaaaah, scheiße, meine Brotzeit – hahahaha!“ Na wenigstens nahm er´s mit Humor.

Dieses war der dritte Streich, doch der vierte folgt zugleich…

Was tut ein Mufflon, wenn Frauchen staubsaugt und die Tür zum Abstellraum offen steht? Es nutzt den Lärm und die sich bietende Chance. Ihr Pech, dass ich den Staubsauger kurz ausmachte und die Geräusche des raschelnden Futtersacks doch noch an mein Ohr drangen. Ihr Blick sagte mir „Hey, einen Versuch war´s wert!“

Dieses war der vierte Streich, doch der fünfte folgt zugleich…

Ich dümpelte abends bei Facebook herum, während die Mädels hinter meinem Rücken auf dem Wohnzimmerteppich lagen und sich gegenseitig liebevoll die Ohren langzogen und an einen ausrangierten Tennissocken zerrten. Plötzlich Stille und kurz darauf „ratsch-ratsch-ratsch“. Wäääh? Ich sah mich um und was ich sah, konnte ich kaum glauben. Muffin hatte den Socken zwischen die Pfoten geklemmt und kaute genüsslich darauf herum. Geht´s noch??? Bei genauer Betrachtung fehlte tatsächlich ein Stück des Stoffs. Man möchte meinen, dieser Hund ist nicht 5 Jahre, sondern 5 Monate alt!

Fazit: Facebook ist schlecht für den Inhalt des Kleiderschranks 😉

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Kategorien: das Leben und der andere Kram... | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Max & Moritz in Hundegestalt

  1. Schön wieder was von euch zu lesen….. 🙂
    Ich wünsche Euch einen guten Rutsch fürs neue Jahr und für das nächste Glück und Gesundheit.
    LG
    Ivonne und die Schwarznasenbande

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