Vorbereitung Dummy A – das Wasser

Gestern haben KleinKeks und ich an einem Vorbereitungstraining zur Dummyprüfung für Anfänger der BZG Franken teilgenommen. Da hier endlich wieder das Motto „Spaß statt Frust“ eingezogen ist, war die Vorfreude groß! Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns um 10 Uhr und die Gruppe bestand aus vielen bekannten Gesichtern, die ich schon vieeeeeeeeeel zu lange nicht mehr gesehen hatte. Trainer war André Pfannstiel, den ich zwar noch nicht kannte, aber über den ich vorher natürlich Erkundigungen eingeholt hatte, die sehr positiv waren.

Zuerst sollte jedes Prüfungsfach einmal unter „Realbedingungen“ abgefragt werden und im Anschluss gab es Analyse + Tipps.

Wir starteten mit der Einzelmarkierung Wasser:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar, in ein tiefes Gewässer, in dem der Hund schwimmen muss, geworfen.
(2) Der Ansetzpunkt muss von der Wasserkante entfernt liegen.
(3) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Dummy schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Unglaublich, aber wahr: das sollte gestern Biscuits erster „richtiger“ Wasserapport werden. Natürlich kann sie schwimmen und hat schon Sachen aus dem Wasser apportiert, aber in Verbindung mit Dummies hab ich mir das bisher verkniffen. Ich wollte nicht noch mehr Baustellen riskieren und war mir unsicher, wie ich das Wassertraining angehen soll. Daher war ich gespannt, wie es laufen würde. Wir starteten zuerst nur ein paar Meter von der Wasserkante entfernt und ich hab hiervon sogar ein Video für euch:

Für den zweiten Durchgang entfernten wir uns in die andere Richtung und standen ca. 50 Meter vom Ufer entfernt. Das Video ist leider nix geworden, aber im Endeffekt lief es genauso wie beim ersten Mal. Ha, stimmt nicht  – beim zweiten Mal ist Biscuit eingesprungen… Schuss fiel – Dummy fiel- Keks war weg… tschöööööö! Der Rückweg war wieder gespickt von schütteln und rumkaspern – sie hat den Ernst der Lage einfach nicht erkannt *lol*.

Nachdem alle 5 Teams durch waren, gab es die erste Lagebesprechung und André hatte eine Meeeeeeeenge zu besprechen:

Punkt 1: Für fast alle Teams gilt – Leinenführigkeit muss besser werden. Wer hinter dem Hund herfliegend beim Richter erscheint, kann sich gedanklich schon einige Punkte abziehen. Bei mir und Biscuit war das zwar nicht der Fall, dafür hab ich sie permanent korrigiert. Auch das: Schrott! Richtig wäre: deutliche Körpersprache, klare Kommandos geben und den Hund nicht permanent zuschwafeln. Weniger ist mehr!

Punkt 2: Das Ausrichten muss schneller gehen! Endziel ist es, dass der Hund sich automatisch mit einem dreht. Nebenbei sollen wir uns unsere „Korrekturkommandos“ abgewöhnen. Fuß ist Fuß – und nicht erst Fuß und dann nochmal aufs Bein klopfen oder „richtig“ oder sonstwas. André empfahl uns, das Training schwieriger zu gestalten. Nicht immer nur eine Markierung in eine Richtung werden, sondern in mehrere – damit der Hund lernt, dass er sich am Bein mitdrehen muss um alles mitzubekommen.

Punkt 3: Bei Markierungen kein Handzeichen geben – einfach aus dem Grund, dass dies vom Richter als Einweisen gewertet werden könnte. Gut, das betrifft mich selbst nicht, weil ich das eh nicht mache, aber evtl. interessiert es ja einen Leser 😉

Punkt 4: Das Ableinen am Wasser üben! Fast alle Hunde haben beim ableinen ungeduldig den Kopf nach hinten aus der Leine gezogen und dabei ihre Position verändert. Nicht gut!

Punkt 5: Es war Zufall, dass wir nur über einen kleinen Graben oder einen kleinen Umweg an den Startpunkt am Wasser kamen. Deshalb erklärte uns André bei der Gelegenheit, wie man beim Überqueren von Gräben oder Hindernissen richtig vorgeht: Hund absetzen lassen – zuerst selbst rüber gehen – dann den Hund zu sich rufen.

Punkt 6: Das Schütteln – in der Anfängerklasse noch kein Grund zum durchfallen, aber der Hund soll sich erst nach der Abgabe des Dummies schütteln. Klingt blöd, ist aber so. Schnellerklärung für die Nicht-Dummy-Bewanderten: Dummytraining ist das Nachstellen von Situationen aus der Jagd und das Dummy ist der Wildersatz. Nun stelle man sich vor, der Hund kommt auf der Jagd mit der angebleiten Ente aus dem Wasser und lässt sie fallen, um sich zu schütteln – bis der Hund mit schütteln fertig ist, hat die Ente sich möglicherweise schon aus dem Staub gemacht, um irgendwo qualvoll zu verenden. Nicht gut!

Punkt 7: Einspringen! André hat hierbei die besten Erfahrungen damit gemacht, wenn der Hund nach dem Einspringen nicht zum Erfolg kommt. Hierzu wird beim Wasserapport das Dummy mit einer Schleppleine gesichert. Hat man einen Helfer, kann dieser das Dummy schnell aus dem Wasser ziehen. Trainiert man alleine, könnte man das Dummy mit der Schleppleine evtl über einen Ast ins Wasser werfen und so selbst wieder rausziehen.

Punkt 8: Wenn man denn unbedingt einen Hier-Pfiff geben will/muss, sollte man erst dann pfeifen, wenn der Hund an Land ankommt – und nicht schon, wenn der Hund das Dummy im Wasser aufgenommen hat. Ähm ja… ratet mal, wer sich genau DA verpfiffen hat?

Wir gingen nach der Besprechung nochmal ans Wasser und jedes Team absolvierte einen Trainingsdurchgang zum Thema „am Bein drehen“ und „Nicht-schütteln“.

Für das Drehen gab es auch gleich ein Anti-Einspring-Einheit. Zuerst fiel eine Markierung ins Wasser (Dummy mit Schleppleine gesichert), dann sollte man sich um 90° drehen und es fiel eine Markierung an Land. Nochmal zum Wasser drehen, nochmal zur Landmarkierung etc. Die Hunde sollten dann letztendlich die Landmarkierung holen.

Biscuit sprang natüüüüüürlich bei der Wassermarkierung ein, aber der Helfer war schneller mit dem rausziehen, als sie schwimmen konnte. Blöd gelaufen, aber kein Hindernis – und so sprang KleinKeks bei der Landmarkierung eben auch noch ein. Wenn schon, denn schon! Halbe Sachen machen wir nicht.

Doch dann – Ende gut, alles gut – wie folgendes Bild beweist:

Geht doch, gelle?

Weiter ging es mit dem Anti-Schüttel-Training. André ist kein Fan davon, vom Wasser wegzurennen, sondern empfiehlt das Locken über ein Spielzeug. Sobald der Hund mit dem Dummy auf dem Rückweg ist, zeigt man an Land ein Spielzeug oder ein Quietschie, welches im Tausch gegen das Dummy geworfen wird. Ich war begeistert – diese Variante entspricht doch eher meinen grobmotorischen Fähigkeiten, als das wegrennen… der ein oder andere erinnert sich vielleicht an meine Bruchlandung beim Working-Mudpaws-Spaß-WT?

Trotzdem war die Koordination nicht so einfach, wie gedacht. Das fing schon damit an, dass ich das Dummy viel zu weit in den See warf und Biscuit erstmal ordentlich paddeln mußte, um ans Dummy zu kommen. „Beim nächsten mal nicht so weit!“ bekam ich zu hören. Ich nahm es zur Kenntnis, konnte die Information jedoch auf die Schnelle nicht richtig verarbeiten und warf beim zweiten mal genauso weit. Biscuit kämpfte sich zum Dummy und wieder zurück und wurde von André mit folgenden Worten empfangen: „Achja, dein Frauchen, gell…“ Schmunzel. Danach nahm er die Sache selbst in die Hand, rechnete jedoch nicht damit, dass Biscuit so gaaaaar keinen Anlass dazu sah, ihm das Spielzeug wiederzubringen. Hihihi…

Allen Widrigkeiten zum Trotz ging der Plan des „nicht-schüttelns“ jedoch bei allen Hunden auf! Genial!

Zu guter letzt bekam ich auch eine Antwort auf eine weitere „Wasser-Frage“, die mir schon lange im Kopf herumspukte. Wie kann ich Wasserapporte/das Nicht-Schütteln trainieren, ohne den Hund dabei völlig meschugge zu machen? Es braucht schließlich zig Wiederholungen, bis der Käse sitzt. Empfehlung: den Hund am besten über ein kleines (!) Gewässer apportieren lassen. Das hat zwei Vorteile: 1. fällt das *platsch* weg, was zwangsläufig jeden Retriever in den Wahnsinn treibt und 2. kann es einem auf einem WT durchaus passieren, dass man den Hund über das Wasser ans andere Ufer einweisen muss, während im Wasser eine Verleitmarkierung liegt. Dann ist es natürlich gut, wenn der Fokus des Hundes nicht ständig auf der Wassermarkierung liegt.

*durchschnauf*

Soviel zum Thema Wasser! Eigentlich wollte ich heute abend noch den kompletten Bericht schreiben, aber das Thema Wasser war doch umfangreicher als ich dachte. Oder schwafel ich zuviel drumrum? Wie auch immer – der Bericht über den restlichen Tag folgt in den nächsten Tagen (hoffentlich morgen). Vielen Dank für eure Geduld – Steadiness für Leser nennt man das wohl *g*

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Kategorien: Seminare | 9 Kommentare

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9 Gedanken zu „Vorbereitung Dummy A – das Wasser

  1. Ey hömma, Steadyness des Lesers ist bei deiner Schreibe nu echt keine Leistung :).

  2. Wir warten voller Vorfreude … Danke für den ersten Teil 🙂

  3. Andrea & Hazel

    Wie immer ein toller Bericht….freu mich schon auf die Fortsetzung 🙂

  4. Pingback: Dummytraining mit Souffleur « Mufflon & Killerkeks

  5. Pingback: Biscuit der Tarn-Keks | Mufflon & Killerkeks

  6. Silvia mit Flint

    Hallo Anke, wie immer ein toller Bericht.
    Ich hätte noch eine Frage. Wann werfe ich denn bei dem Wasserapport das Spielzeug? Hat er da, den Dummy noch? Ich hab es noch nicht ganz verstanden. Vll. Kannst Du es mir nochmal erklären. Danke schön.

    • Hi Silvia,

      erst das Dummy abnehmen und dann sofort das Spielzeug werfen.

      Schau mal hier hab ich damals noch einen extra-Beitrag zum Anti-Schüttel-Training mit Video gepostet:

      https://pizzaboller.wordpress.com/2012/07/28/anti-schuttel-training/

      Vielleicht hilft dir das weiter.
      Bei Fragen einfach melden!

      Liebe Grüße,
      Anke 🙂

      • Silvia mit Flint

        Vielen lieben Dank Anke,
        Ich werde es gleich demnächst angehen. Wird mit Flint bestimmt nicht einfach, er ist total wassernarrisch.
        LG Silvia
        Und nochmal Danke für Deinen Tipp

      • Gern geschehen!
        Mit Geduld und Spucke wird das schon 🙂

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