Vorbereitung Dummy A – Landmarkierung, Verlorensuche, Appell

Nachdem wir uns am Wasser ordentlich ausgetobt hatten, ging es weiter mit der Landmarkierung:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar (Flugbahn und Fallbereich), geworfen. Der Wurf des Dummys sollte stets in den Wind erfolgen.
(2) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Stück schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Am Wasser hatte André als Freigabesignal den Namen des Hundeführers genannt. Bei der Landmarkierung sollte dies nun über ein Antippen an der Schulter geschehen. Obwohl Andrés Bewegung sehr bedacht war, zuckte Biscuit sofort als sie die Bewegung mitbekam. Nach dem Antippen spuckte ich schnellstmöglich ein „Apport“ aus und kam gerade noch rechtzeitig. Eine Millisekunde später und Biscuit wäre eingesprungen. Uffza! Diesmal gab es kein Gekasper – Biscuit nahm direkt auf und kam zurück. Ok, fast – ein kleiner Bogen war leider dabei.

*dankeschöööööööööööön*

Laut André wären wir damit noch nicht durchgefallen, das einspringen war zwar haarscharf, aber gerade noch ok. Dafür und den leichten Bogen auf dem Rückweg hätten wir wohl so etwa 2 Pünktchen verloren.

Bei der Gelegenheit berichtete ich von unserem aktuellen Rückwegproblem und dem Druck der vergangenen Wochen. André bestätigte mich darin, es über den Tennisball auszubügeln und Biscuit entsprechend zu konditionieren. Während man anfangs noch deutlich sichtbar mit dem Ball spielt, sollten die Bewegungen mit der Zeit kleiner werden, bis man am Ende nur noch die Hand vor der Brust hält. So kann man später auch in Prüfungssituationen den Hund mit einer kleinen heimlichen Geste beim reinkommen schneller machen. Witzig, jetzt fällt mir auch wieder ein, dass ich den Tipp vor Jahren schonmal von Petra Soons bekommen hatte. Alzheimer lässt grüßen!

Nachdem alle durch waren, bekamen wir von André zum Thema „einspringen“ noch einige Hinweise. So kann man das Risiko deutlich minimieren, wenn man z.B. seine Hände in die Taschen steckt, um keine unnötigen Bewegungen zu machen. Auch das lose Gebaumel der Pfeife sollte vermieden werden.

Wir wechselten die Örtlichkeit und fanden uns am Rand eines kleinen Wäldchens ein, um die Verlorensuche zu prüfen.

(1) In einem Gelände mit geringer Deckung werden für Führer und Hund nicht sichtbar 10 Dummies ausgeworfen.
(2) Auf Anweisung des Richters wird der Hund zur Verlorensuche in das bezeichnete Suchengebiet geschickt.
(3) Der Führer kann sich entlang der Grundlinie des Suchengebietes bewegen.
(4) Der Hundeführer kann seinem Hund Kommandos geben, um ihn in dem bezeichneten Suchengebiet zu halten.
(5) Die Aufgabe wird durch den Richter beendet.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Uiuiui, das war vielleicht ein Sch… *ähem*. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich unsere gesammelten Klöppse noch alle zusammenkriege – von der Reihenfolge ganz zu schweigen.

Was ich sicher sagen kann: es war verdammt dornig in dem Wald!!! Allein auf dem Weg zum Suchengebiet dürfte ich mindestens 5 mal laut geflucht haben. Biscuit zog es nach wenigen Metern vor, in meinem Windschatten zu laufen *soll mal die Olle das Dornenzeugs abkriegen*. Auf Freigabe schickte ich Biscuit in die die Suche und sie kostete erstmal die komplette Tiefe des Gebiets (inkl. Abstecher auf das dahinterliegende Feld) aus. Doch bevor ich pfeifen konnte, war sie schon wieder im Suchengebiet, hatte ein Dummy und kam zurück. Ratet mal, was dann kam? Richtig – auf dem Rückweg getauscht *Überraschung!*.

Den Rest war eine Mischung aus Scheiße fressen, nach dem Anschiss planlos rumstehen und fragen bis hin zur Arbeitsverweigerung. Sie hatte komplett dicht gemacht und ich weiß nicht, wie oft ich sie aus der Suche rausgepfiffen habe. Wenigstens kann ich zu unserer Verteidigung sagen, dass das zurückpfeifen anstandslos geklappt hat. Ist ja schonmal was *hust*. Die Dornen scheinen auch nicht wirklich gestört zu haben.

Eigentlich wollte ich abbrechen, aber André meinte, dass sie wenigstens noch eins holen soll – positiver Abschluss usw. Wir bewegten uns am Suchengebiet ein Stück nach links und sie fand natürlich gleich zwei: eins zum tauschen und eins zum heimbringen *älläbätsch*. Zum Schluss gab ich drei Dummies aus der Suche bei den Helfern ab, obwohl ich mich nur an zwei erinnern kann. Den Rest hab ich wohl erfolgreich verdrängt… oder doch Alzheimer?

Dafür kann ich mich an den Appell noch recht gut erinnern:

(1) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter. Der Hund ist dabei unangeleint. Der Werfer geht in einiger Entfernung vor der Gruppe her. Die Position des Schützen wird durch den Richter bestimmt.
(2) Es werden insgesamt 2 Schüsse abgegeben sowie ein Dummy geworfen.
(3) Nach erfolgtem 1. Schuss und Wurf des Dummys bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(4) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter weiter.
(5) Nach erfolgtem 2. Schuss (es wird kein Dummy geworfen) bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(6) Auf Anweisung des Richters schickt der Hundeführer den Hund zum geworfenen Stück.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Der Appell ging entlang des Waldrandes. Während wir außerhalb des Waldes entlangliefen, bewegten sich Helfer und Schütze parallel im Wald.

*da grinst die Anke noch*

Womit ich wirklich, wirklich, wirklich zufrieden bin, war unsere Fußarbeit. Biscuit lief schön eng am Bein und hatte die Nase nicht einmal am Boden. Nach Freigabe schickte ich Biscuit, die mal eben vollkommen ohne Plan im Wald verschwand und das Suchen anfing.

„Ok, sie hat null markiert – hol sie wieder zurück“ sprach die freundliche Stimme neben mir. Gesagt – getan. „Richte sie nochmal aus und schick sie wieder rein.“

Diesmal „durfte“ ich als kleine Hilfestellung einen Fingerzeig in die richtige Richtung dazunehmen (obwohl ich sicher genaus mies markiert hatte) und sie kam punktgenau am Dummy an. Blöd nur, dass das Ding mitten in den Dornen gelandet war. Sie versuchte es mehrmals mit der Schnauze und dann mit den Pfoten rauszukramen, aber es gelang nicht. Was macht Keks? Geht nachsehen, ob vielleicht noch irgendein anderes Dummy im Wald rumliegt *argh*. Auf meinen Rückruf reagierte sie mit pinkeln… Übersprung oder Markieren? Keine Ahnung – im Zweifel für den Angeklagten – zu dem Zeitpunkt war´s eh scho wurscht. Rausgeholt, angeleint, aus die Maus.

Wir setzten uns noch auf einen Kaffee zusammen und waren uns alle einig, dass wir uns auf die Fortsetzung des Seminars am 15.4. freuen. Es war ein wirklich toller Tag und ich möchte mich an der Stelle bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben – vor allem bei unseren beiden Helfern die immer wieder durch diesen dornigen Wald marschiert sind.

Ich war nach diesem durchwachsenen Tag trotzdem zufrieden. Unsere Baustellen haben sich bestätigt, aber ich weiß nun wie ich es angehen kann. Das wichtigste: meine innere Einstellung zu dem ganzen Dummykram passt endlich wieder! Darauf können wir nun aufbauen – mein Keks und ich…

Doch der Tag hatte noch ein Highlight parat! Als wir wieder zuhause waren, erzählte mir mein Mann eine wirklich haarsträubende Kamikazeköter-Geschichte. Hätten wir den Tatort nicht inzwischen nochmals besichtigt, würde ich es immer noch nicht glauben. Aber das ist eine eigene Story wert…

Advertisements
Kategorien: Seminare | 2 Kommentare

Beitragsnavigation

2 Gedanken zu „Vorbereitung Dummy A – Landmarkierung, Verlorensuche, Appell

  1. Hofmann Karola

    Super wieder dein Bericht. Bei uns war die Suche auch kein Brüller, Apell ?? Totalausfall . Ich vergaß, dass Naima geschätzte 20 Welpen ausbrütet und da kann man nicht den ganzen Tag bei den Dummys dran sein.

  2. llynja08

    „Womit ich wirklich, wirklich, wirklich zufrieden bin, war unsere Fußarbeit. Biscuit lief schön eng am Bein und hatte die Nase nicht einmal am Boden. “ —- 😉 tja, gelernt ist gelernt ;))) Das freut mich besonders!
    Ansonsten ein wieder klasse geschriebener Bericht und das mit dem Alzheimer ….. joar *g*

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: