Helfer sein ist nicht so schwer… starten dafür umso mehr!

Die BZG Franken hatte für vergangenen Samstag eine Dummy A Prüfung organisiert, die mit Richter Jörg Mente in Dombühl/Kloster Sulz stattfinden sollte.

In einem Anflug geistiger Umnachtung hatte ich mich als Helfer gemeldet. Da wußte ich allerdings noch nicht, dass ich eine Anfahrt von 170km (einfache ! Strecke) haben würde und der Richter die Helfer gern schon um 7.30 Uhr sehen wollte. Aber: versprochen ist versprochen! Glücklicherweise hatte ich eine tolle Übernachtungsmöglichkeit, da ich Keksi und mich für Sonntag bei einem Dummyseminar im Raum Nürnberg angemeldet hatte.

Schweren Herzens quälte ich mich Samstag früh um 5 Uhr aus dem Bett und sattelte den Keks. Geschlafen hatte ich ca. 3 Stunden – aus einer Eule macht man eben keine Lerche. Unterwegs sammelte ich noch meine Freundin Esther ein, die auch nicht wirklich fitter aussah. Chaos on tour!

Kaum am Treffpunkt angekommen, ging es auch schon weiter ins Gelände und es wurde schnell klar, warum der Richter uns schon eine ganze Stunde vor dem eigentlichen Beginn sehen wollte: Generalprobe! Wir gingen zuerst theoretisch alle Fächer und Standorte durch und teilten dann die Aufgaben auf: Teresa legte die Dummies in der Suche aus, Esther durfte schießen und mir wurde die Ehre des Werfers zuteil *schluck*. Wir absolvierten ein paar Probewürfe und als wir die Wassermarkierung besprachen sagte ich scherzhaft „Wollen wir hier auch mal einen Probewurf machen?“. Die Quittung bekam ich prompt „Hast du deinen Hund dabei? Dann ja!“ Ähm, ok. Ich hab sicher äußerst sparsam geguckt, als ich Biscuit aus dem Auto holte.

Hundeführer vollkommen unvorbereitet (ich hatte nichtmal eine Pfeife um) und ein Hund, der seit zwei Wochen kaum bewegt (geschweige denn trainiert) wurde, weil Frauchen mit fetter Mittelohrentzündung flach lag. Keine Zeit um uns warmzulaufen und Biscuit in Arbeitsmodus zu bringen und dann auch noch die erste Aufgabe am Wasser… ich ahnte schon, dass das nicht gut geht.

Was dann kam, übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Biscuit zitterte vor Anspannung und Aufregung so sehr, dass sogar ihr Kopf unkontrolliert hin und her wackelte. Schuss, Dummy fiel, Richter erteilte Freigabe – *apport* und der Keks explodierte: wie von der Tarantel gestochen den kleinen Hang runter und beim ins Wasser platschen entfleuchte er dann… der Startlaut *jaaaaaauuuul-WÖFF*. Mir blieb glatt die Luft weg vor Schreck. Bis auf den Vorbereitungskurs hatte es keine weiteren Wassermarks gegeben und Biscuit hatte trotzdem schon eine derart üble Erwartungshaltung am Wasser. Na Mahlzeit! Die Abgabe klappte natürlich noch nicht ohne schütteln, aber das war eh klar.

Jörg Mente gab mir ein paar Tipps zum Anti-Schüttel-Training und wegen des Startlauts ist der weitere Weg eindeutig: beim Anti-Schüttel-Training ausschließlich ÜBER Wasser trainieren und ganz wichtig – Biscuit am Wasser zu Tode langweilen und hauptsächlich Landmarkierungen arbeiten lassen.

Nachdem ich mich von meinem Schreck ein wenig erholt hatte, schaffte ich es immerhin meine Pfeife aus dem Auto zu holen. Der Probelauf Appell stand an. Die Fußarbeit war ok – leider sprang Biscuit sofort nach dem Schuss ein. Neuer Versuch – wieder eingesprungen. Seit wann haben wir ein so ausgeprägtes Steadiness-Problem? Hachja…

Weiter zur Landmarkierung, welche hangaufwärts auf einer Wiese fiel. Diesmal sprang Biscuit nicht ein und hatte zu meiner Freude hervorragend markiert! Raus – rein – Abgabe – volle Punktzahl! Tschakka! Dummerweise wollte der Richter die Aufgabe nochmal wiederholen, die Markierung sollte noch ein Stück weiter oben fallen. Schade eigentlich *g* denn beim zweiten Mal haben wir es glatt vermasselt. Biscuit hatte zwar wieder hervorragend markiert, entschied sich am Dummy jedoch erstmal für einen ausgiebigen Umgebungscheck *schnüffel-rüssel*, bevor ich das Dummy bekam.

Der Richter war begeistert von Biscuits Markierfähigkeit und der Schnelligkeit. Was das schnüffeln anging bekam ich die Worte zu hören, die man eigentlich als Hundehalter auswendig kann: „Du musst interessanter sein als alles andere! Lob sie, feuer sie an, lass sie erst gar nicht auf die Idee kommen, dass es was besseres geben könnte!“ Womit wir wieder beim Tennisball wären, den ich natürlich nicht einstecken hatte.

Zusammengefasst waren Biscuit und ich in 3 von 4 Fächern mit glatten 0 Punkten durchgerasselt: Startlaut am Wasser, Einspringen beim Appell, Blinken (nichtaufnehmen) bei der Landmarkierung. Einen Probelauf in der Suche lehnte ich ab – tauschen mußte nicht auch noch sein *grins*.

Immerhin konnte Karola (die an diesem Tag die Sonderleitung hatte) die Starter schon mit einem Augenzwinkern empfangen: „Die erste ist schon stellvertretend für euch durchgefallen!“ Gern geschehen *kicher*.

Der Preis für den „most stylish Helfer“ ging auf jeden Fall an mich!

Im Wald fand die Suche statt, anschließend kamen die Teams den Weg herunter zum Appell, das Dummy fiel am rechten Bildrand:

Auf der hinteren Wiese fiel am oberen Rand die Landmarkierung:

Das Wasser vom Startpunkt aus:

Der Einstieg:

Alle Teams wurden ohne Pause in allen vier Fächern durchgeprüft. Für die Hunde war das natürlich von Vorteil, weil sie nicht aus der Konzentration gerissen wurden. Herr Mente richtete absolut fair und eindeutig pro Hund. Er hat eine sehr angenehme Art und versucht bestmöglichst, den Hundeführern die Aufregung zu nehmen und hatte für jedes Team passende Tipps parat. Daumen hoch!

Hier auch nochmal Herzlichen Glückwunsch an alle Teams die bestanden haben. An alle anderen: Kopf hoch – beim nächsten Mal klappt´s bestimmt! Ein herzliches Danke an Richter Jörg Mente, den ich mir auch für Keksis „Dummy-A-Premiere“ als Richter wünschen würde. Und natürlich an Karola, die uns rundherum gut mit Brötchen und Kaffee versorgte!

Wir Helfer durften an diesem Tag wieder viel lernen und tolle Hunde bestaunen. Ich kann nur jedem Dummyinteressierten empfehlen, sich als Helfer für solche Veranstaltungen zu melden. Helfer sind leider eine Art „aussterbende Rasse“ und werden immer händeringend gesucht – also: auf geht´s!

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Helfer sein ist nicht so schwer… starten dafür umso mehr!

  1. Wie immer ein toller Bericht und genug Gelegenheit auch mal zu grinsen ;-)) Fand ich von Jörg Mente wirklich klasse, dass er Euch noch die Tipps gab. So etwas haben Helfer auch eindeutig verdient! Viele Grüße Anette

  2. Klasse Bericht 🙂 Der Keks ist ja echt der Hammer als „Testpilot“ aber das waren auch keine fairen Bedingungen für euch… Müde, nicht eingegrooved, Trainingspause.
    Die aussterbende Helferrasse ist natürlich ein Problem aber wie willst du es immer einrichten,selber starten und die Spritpreise machen das derzeit auch nicht wirklich einfacher zu sagen: „Ich fahr mal eben 500 Km in der Gegend rum“ aber… auch ich habe mich auf jeden Fall für den WT in Göttingen schon mal gemeldet man lernt halt auch sehr viel, wenn man mal auf der anderen Seite steht.

    • Immer und so weit geht natürlich nicht, aber wenn sich jeder wenigstens einmal im Jahr innerhalb der eigenen BZG aufraffen würde, wär das doch schonmal was.

  3. Hofmann Karola

    Hey Anke , super Bericht, war auch nicht anders zu erwarten, wir brauchen noch einen kleinen Text für die CZ, kannst du nicht nochmal texten??????
    Biiiiiiiiitttttttteeeeee ;-))) Grüßle Karola

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