mix it!

Motto des gestrigen Gruppentrainings: mix it!

Die Gruppe bestand aus drei Anfänger- und vier Fortgeschrittenen-/Open-Hunden. Gearbeitet wurden die Aufgaben jeweils im 2er-Team, bestehend aus einem A-ler und einem F/O-ler.

Die erste Aufgabe fand auf der Wiese statt:

Zuerst wurde für den A-Hund eine Markierung geworfen und gearbeitet, anschließend wurde der F/O-Hund auf ein Blind geschickt. Dann wurde der A-Hund auf die Mark-Stelle vorangeschickt, danach wurde für den F/O-Hund eine Markierung geworfen.

Es war höllisch warm und Biscuit hechelte sich schon während des wartens einen Wolf. Ich hatte wirklich Bedenken – die Hitze in Verbindung mit dem derzeitigen Hormonchaos nach der Läufigkeit… 50 % der normalen Leistung wären ein Wunder. Ganz soooo schlimm kam´s aber doch nicht.

Die Markierung war gut und sie wartete auch brav, während der F/O-Hund das Blind arbeitete. Die Probleme kamen mit dem zweiten Teil der Aufgabe. Sie ließ sich voranschicken, suchte und suchte und suchte… fand nix und gab auf. Täglich grüßt das Murmeltier. Ich holte sie zurück und schickte sie erneut.  Sie ging raus, bremste jedoch nach wenigen Metern – es folgte ein Abbruch „nein“ und der Rückruf. Andrés Kommentar dazu „das hat man nach dem ersten Meter schon gesehen, dass das nix wird – du weißt woran du das erkennst?“… „???“… „Schick sie nochmal und achte auf die Rute!“

Neue Konzentration – „voran“. Tjaaa, und wenn man´s mal weiß und darauf achtet, ist es eigentlich ganz einfach. Biscuit ging raus – die Rute waagrecht/leicht nach unten geneigt. Auf Höhe der Fallstelle machte es *pling*, die Rute schnellte nach oben „JETZT beginnt sie zu suchen“ und prompt ging die Nase runter. Das nenn ich mal einen Aha-Effekt! Bei Biscuit blieb der Effekt leider aus – sie fand wieder nicht und letztendlich holte ich sie zurück, ging raus und zeigte ihr das Dummy nochmal. Im nächsten Anlauf klappte es schließlich und der F/O-Hund kam doch noch zu seiner Markierung.

Da wir ein A-Team (hihihi) zu wenig waren, traten Biscuit und ich nochmal an. Diesmal gab es für uns nur die Markierung, wobei André das Dummy absichtlich nicht auf die platte Wiese, sondern in den angrenzenden hohen Bewuchs warf. Natürlich stellte genau in diesem Moment das bisher wehende laue Lüftchen die Arbeit mit sofortiger Wirkung ein. Wind? Fehlanzeige! Ich mach´s kurz: die Markierung kostete neben Biscuit auch noch zwei F/O-Hunden einiges an Kraft und Mühe. Bei einem Mock-Trial wären wir schnell fertig gewesen…

Nach dieser anstrengenden Aufgabe in der prallen Sonne ging es ans Wasser. Wir waren wieder im Gebiet von letzter Woche, bogen jedoch links ab und wagten ein Tänzchen mit der Strömung.

Für den A-Hund wurde hier eine Markierung geworfen…

…danach sollte der F/O-Hund auf der kleinen Sandbank gegenüber ein Blind holen.

So der Plan – die Realität war wesentlich chaotischer und sehr amüsant! Keiner der A-chen hatte bisher Bekanntschaft mit Strömung gemacht und nicht nur Biscuit stellte sich entsprechend ungeschickt an.

1. Versuch: Das Dummy landete im Wasser und begab sich auf die Reise – Biscuit starrte nur auf die Fallstelle und raffte auch im Wasser nicht, dass da kein Dummy mehr ist *wo isses hin?*. Plan B: Biscuit rauspfeifen und die Verfolgung über den Landweg aufnehmen. Wie man auf den Fotos erkennen kann, war das Ufer dicht zugewachsen und man erhaschte nur teilweise einen Blick auf das treibende Dummy. Bei der erstbesten Gelegenheit schickte ich Biscuit durch ein Stück hohes Gras in Richtung Wasser. Leider waren wir beide so stark auf das Dummy konzentriert, dass wir den querliegenden Baumstamm im Gras übersahen. Der Stamm lag direkt auf Biscuits Brusthöhe und bereitete unserem Rettungsversuch ein jähes Ende *UMPF*. Das Dummy winkte freundlich und trieb von dannen. Mein kleiner Keks hatte sich zum Glück nichts getan und wir hechteten weiter, um den Flüchtling nach ein paar Metern endlich in Sicherheitverwahrung zu nehmen.

2. Versuch: Keksi starrte wieder nur auf die Fallstelle und zur Sicherheit wurde diesmal der F/O-Hund geschickt.

3. Versuch: Das Dummy kam an die Schleppleine und wurde an einem Baum befestigt. Diesmal war der Groschen bei Biscuit gefallen und sie glotzte nicht wie Hein-Blöd auf die Fallstelle, sondern verfolgte den Weg des Dummies. Ich schickte und sie bekam es recht schnell zu fassen. Nächster Lerneffekt bei KleinKeks: gegen die Strömung schwimmen ist nicht so der Brüller… das begriff sie sehr schnell, schwamm seitlich ans Ufer und kam an Land zurück. Irgendwo unterwegs war allerdings das Dummy abhanden gekommen. Wie sich herausstelle, hatte sich die Schleppleine kunstvoll um einen Stein und etwas Geäst gewickelt, d.h. rausziehen unmöglich. Tja, und da mein Hündchen leider keine Knoten entwirren kann, mußte ich ran. Durchs Gestrüpp den Abhang runter in Richtung Wasser, seeehr abenteuerlich! Kaum zu glauben, dass ich trocken geblieben bin, zumal ich ständig lachen mußte…

4. Versuch: Die Schleppleine durfte nicht mehr mitspielen, stattdessen wurde flußabwärts vorsorglich ein Rettungsteam positioniert. Aller guten Dinge sind vier – alles lief glatt. Keksi hatte begriffen! Sie schaffte es sogar mit dem Schütteln zu warten bis sie bei mir war… und ich mich gerade zu ihr herunterbeugte. Frauchen soll schließlich auch was davon haben, gell?!

Den Schauplatz der letzten Aufgabe kannten wir noch von letzter Woche:

Wieder ein gemischtes 2er-Team, zuerst wurde Dummy Nr. 1 ans gegenüberliegende Ufer geworfen, dann Markierung Nr. 2 nach links und zuletzt Markierung Nr. 3 nach rechts ins Wasser. Zuerst durfte der A-Hund durfte Nr. 2 oder 3 holen, die Entscheidung lag beim Hundeführer. Da Biscuit extrem Richtung Nr. 3 geierte, wählte ich den einfachen Weg und schickte sie dorthin. Während Biscuit auf dem Rückweg war, schickte der F/O-ler seinen Hund auf die übriggebliebene Wassermarkierung.

Als Biscuit wieder bei mir war und der andere Hund auf seinem Rückweg auf diesem schmalen Pfad an uns vorbeikam, dämmerte es bei mir: Premiere! Bisher hatten wir noch nicht im Team über Kreuz gearbeitet – schon gar nicht auf so engem Raum. Manchmal ist es wohl besser, wenn man vorher nicht drüber nachdenkt. Wär mir das eher aufgefallen, wäre ich sicher angespannter gewesen.

Zum Schluss sollte ich Biscuit noch auf Dummy Nr. 1 voranschicken – genauso wie letzte Woche. Wir bekamen nur einen Versuch und der ging in die Hose. Biscuit drehte im Wasser nach 2m wieder ab und ich holte sie zurück. Gemeinsam gingen wir mit dem F/O-Hund wieder nach vorne auf den Weg und dort ein gutes Stück nach vorne, bis wir auf Höhe von Dummy Nr. 1 waren – allerdings diesmal getrennt durch jede Menge Bewuchs. Von dort aus schickten die F/O-ler ihre Hunde auf Nr. 1:

Aufgrund der ungeraden Teilnehmerzahl bekamen wir eine zweite Chance und stellten uns der Aufgabe erneut. Diesmal schickte ich Biscuit nicht auf Nr. 3, sondern auf Nr. 2. Ich wollte wissen, ob sie a) meiner Anweisung folgt und b) sich das Dummy überhaupt gemerkt hat. Ohne Ausbruchversuche planschte sie in die richtige Richtung los *freu*, bekam kurz vor dem Dummy wieder Zweifel *bibber* und gerade als sie abdrehen wollte sah sie das Dummy und hielt den Kurs *ufff!!!!!*.

Für das Voranschicken auf Nr. 1 hatten wir erneut nur einen Versuch und Biscuit schien sich zu erinnern. Sie schwamm gerade rüber und suchte eine Weile, kam aber nicht zum Abschluss. Das dürfte man wohl im Moment klar als eine unserer größten Baustellen betrachten.

Alle meine bisherigen Erfahrungen habe ich mit Muffin gemacht – und die ist so ganz anders als Biscuit. Muffin ist schon immer sehr eigenständig gewesen und reißt sich lieber ein Bein aus, als sich nach mir umzusehen oder ohne Dummy zurückzukommen (Führigkeit steht dafür bei ihr wieder auf einem anderen Blatt). Ich bin deshalb bisher nie auf die Idee gekommen, dass man Selbständigkeit fördern müßte.

Hausaufgabe: den Suchenpfiff festigen und im Training die Dummies besser verstecken bzw. mehr mit Pocketdummies arbeiten (dabei sollte die Aufgabe an sich sehr leicht sein und nur der Abschluss schwierig). Yes, Sir! 😉

Advertisements
Kategorien: Training | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „mix it!

  1. Superschön geschrieben :-))) Coole Aufgaben!!! Wenn du magst, komm mal auf den Platz und wir üben die SUCHE 🙂 Hier gibt es viele Möglichkeiten den Schluß schwer zu machen. Habe auch extra Muster eingemäht für Dummyfetischisten :-)))))

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: