der Distel-Dance

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen: wir schreiben Woche 4 nach Start der Herzmedikamentengabe, d.h. der Wirkstoff hat sich nun komplett im Organismus eingenistet. Man merkt´s! Biscuit geht´s hervorragend und Muffin muss es ausbaden. Das Junggemüse ist rotzfrech und hat sich schon einige Rüffel abholen dürfen. Ich find´s prima *g*.

Weil es dem Keks so gut geht, bin ich nun doch noch als Quereinsteiger zu einem Dummy-Kurs der BZG-Franken (Trainerin Karin Kraus) dazugestoßen. Ich war gespannt darauf, wie sich Biscuit geben würde. Durch den geänderten Gesundheitszustand hab ich das Gefühl, ich hätte einen komplett anderen Hund an der Leine. Hat wieder was von einer Selbstfindungsphase. Spannend!

Wir starteten mit Einweise-Übungen und legten an 4 verschiedenen Fixpunkten Dummies aus. Die Hunde waren beim auslegen frei bei Fuß dabei. Gearbeitet wurde immer im 2er-Team, zuerst waren unsere Teampartner an der Reihe. Danach waren wir mit unserem ersten Fixpunkt dran:

Die Schwierigkeit bestand darin, dass das Team vor uns an einem anderen Fixpunkt links von uns war. Doch scheinbar hat sich das „Nein-Training“ ausgezahlt, denn Biscuit ging korrekt raus und machte keinerlei Anstalten zu tauschen *yes*! So muss das sein!

Der nächste Fixpunkt hatte allerdings seine Tücken. Dort wo der Pfeil unterbrochen ist, war ein Graben und nach dem Graben kam dorniges Gebüsch, dahinter der Fixpunkt – eine große Birke (sieht man auf dem Bild leider nicht):

Schwerpunkt der Übung lag hier ganz klar auf dem Gelände, weshalb die Distanz zunächst verringert wurde. Die Hunde sollten den Hin- und Rückweg in gerader Linie gehen und sich keinen Weg außenrum suchen. Biscuit nahm zwar den geraden Hinweg, aber den einfacheren Rückweg *ich geh doch nicht nochmal durchs Gedörn, binjanichtdoofbinnichnicht!*

Doch da war nicht nur Gedörns, sondern auch Gedistelzeugs – in rauen Mengen – mitten auf der Wiese – und *oh Schreck* Frauchen stand mittendrin:

Es folgte der „Distel-Dance“: jedesmal wenn Biscuit einen vermeintlich kurzen Weg zu mir erahnte, ging ich einen Schritt zurück oder zur Seite um es ihr nicht zu einfach zu machen. Links-Rechts-Vor-Zurück, das macht Spaß, das bringt Glück *träller*. Ich mußte wirklich schmunzeln. Biscuit sah so niedlich aus in ihrer Verzweiflung *ich will doch nur das olle Dummy abliefern, manno!* Nach einigem Hin und Her fasste sie ihren Mut zusammen und stakste zu mir. Von Karin gab´s danach Tipps, wie man ein solches Gelände am besten angeht und was man nicht machen sollte:

– vorher gemeinsam mit dem Hund durchlaufen, dann fällt es ihm alleine leichter durchzugehen (gilt auch für Hecken etc.)
– NIE das Dummy IN das unangenehme Gelände werfen, sondern dahinter (Hund könnte sonst falsch Verknüpfen: Dummy = aua/unangenehm)
– wenn man unbedingt etwas IN das Gepiekse legen will, dann etwas fressbares – damit die Belohnung unmittelbar erfolgt

Fazit: Ich muss zusehen, dass ich irgendwo ein Trainingsgelände mit Dornen und Disteln herkriege. Merke: Darauf achte ich beim nächsten Hund bereits im Welpenalter – das hab ich bei Biscuit irgendwie verbummelt… Trotzdem wär ich nicht ich, wenn ich nicht doch was positives finden würde, gell? Ich fand´s lobenswert, dass sie das Dummy während unseres Tänzchens prima festgehalten hat und ihr am Ende der Weg zu mir doch wichtiger war als das ausweichen.

Weiter ging´s mit dem nächsten Voran auf frei in der Wiese liegende Dummies:

Biscuit nahm die Richtung sofort perfekt an, kam auch direkt auf das Gebiet und fing auf den Suchenpfiff das suchen an. Leider kam sie dann zu weit nach links raus, verlor den Plan und schnüffelte sich in meine Richtung zurück. Auf halbem Wege pinkelte sie. Karin meinte, es wäre ein Verlegenheitspinkeln gewesen, weil sie nichts gefunden hatte. Trotzdem soll ich sie in solchen Situationen am Pinkelort kommentarlos abholen (= anleinen). Ich holte Biscuit zurück und schickte sie nochmal, diesmal mit Erfolg – der zweite Versuch war perfekt!

Die letzte Station:

Hier haben wir wohl am meisten Lehrgeld bezahlt. Zuerst wollte Biscuit rechts um die Kurve – es folgte „Nein“ und Hierpfiff. Im zweiten Anlauf ging sie die korrekte Linie, fand aber nix bzw. suchte zu lange an der falschen Stelle. Ich pfiff sie wieder zurück und das Dummy wurde von Karins Flat Ian eingeheimst.

Die altbekannte Baustelle – Biscuit bleibt nicht lang genug dran. Interessanterweise nur im Gruppentraining. Wenn ich alleine mit Muffin und ihr trainiere, haben wir das Problem nie. Wahrscheinlich ist die Konkurrenz mit Muffin der ausschlaggebende Punkt… Nunja, ICH geb das nicht so schnell auf.

Für die letzte Aufgabe stellten sich alle 6 Teams in der Line vor einem Gebüsch auf, an dem ein Treiben stattfand. Die Helfer liefen das Gestrüpp ab mit viel *brrrt*, klatschen usw. und pfefferten insgesamt 12 Dummies ins Gestrüpp. Nach Ansage von Karin schickten wir abwechselnd unsere Hunde rein:

Die Hunde waren zur Sicherheit angeleint. Biscuit hat einmal heftig gezuckt, als mein Nebenmann seinen Hund schickte, saß ansonsten aber ruhig neben mir. Jeder Hund sollte zwei Dummies holen und ich war danach wirklich happy. Keksi ging schnell rein, suchte, fand zügig und kam sofort nach dem aufnehmen zurück. Kein Gedanke ans tauschen: aufnehmen, umdrehen, zurück zu Muddi! Scheinbar trägt unser Anti-Tausch-Training ebenfalls Früchte *leise freu*. Das hat die Maus prima gemacht!

Bin schon gespannt, was das nächste Training bringt. Ich freu mich drauf!

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Kategorien: Training | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „der Distel-Dance

  1. Schönes Training! Kannst du mal aufschreiben was Karin zu dem Piksegelände gesagt hat? Wäre wirklich mal ein spannendes Thema. Es freut mich wirklich sehr, dass der Keks wieder richtig aufdreht….
    Wie ich sehe hat auch die Männchen-Integration Einzug gehalten. Jetzt bin ich gespannt auf die ersten Trainingsgrafiken 🙂

  2. Klasse Keksi, klasse Bericht :). Und ich erstarre in Ehrfurcht vor deinen Bildbearbeitungskenntnissen! *chapeau*

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