Einer dieser Tage…

…an denen einfach alles schief geht. Ich wollte abends mit Biscuit trainieren und hatte mir vorher einen netten Plan zurecht gelegt. Es sollte eine 3er-Aufgabe aus Suche, Voranschicken und Markierung werden. Ich wollte damit die Fußarbeit (drehen am Bein) trainieren und Biscuit sollte nie wissen, was als nächstes kommen würde.

Ich legte die Suche aus, postierte mein Markierstäbchen und drei kleine Pocketdummies für´s voranschicken und holte anschließend Biscuit aus dem Auto. Da sie etwas aufgedreht war, gab es zunächst eine Runde Fußarbeit zum konzentrieren. Anschließend schickte ich sie in die Suche, was auch perfekt lief. Grundstellung, drehen nach rechts, Markierung geworfen. Die Markierung sollte jedoch erstmal nur als Verleitung dienen und nicht direkt geholt werden.

Gerade als ich Biscuit auf den Markierstab voranschicken wollte, kam ein Auto in den Weg eingebogen und wir flüchteten auf die Wiese. Das Auto parkte vor den Solarfeldern und es stellte sich heraus, dass der gute Mann in den Solarfeldern Daten kontrollierte und uns noch ein Weilchen erhalten bleiben sollte. Soweit kein Thema, das Auto war nicht im Weg, aber die Konzentration war erstmal futsch.

Nochmal von vorne: Fußarbeit, Konzentration, Grundstellung und diesmal „voran“! Biscuit nahm die Richtung schön an, bekam auf halber Strecke die Unterstützung durch den Markierstab, fand das erste Dummy – dann das zweite – und das dritte. Einmal in Windeseile alle durchgetauscht – na ganz toll! Ich dachte eigentlich, wir hätten das hinter uns. Planänderung, es gab an Ort und Stelle eine Anti-Tausch-Übung.

Gerade als ich wieder zur ursprünglichen Übung zurückkehren und Biscuit in die Suche schicken wollte, kam ein Spaziergänger. Wir ließen ihn passieren und ich schickte Biscuit in die Suche. Sie ging raus, schnüffelte planlos und… pinkelte. Ich holte sie an Ort und Stelle kommentarlos ab, atmete tieeeeeeeeef durch und konzentrierte sie neu. Such! Raus, gefunden, aufgenommen, zurück. Doch auf dem Rückweg veränderte sich ihre Körperhaltung und es war unschwer zu erkennen, dass sie hinter mir etwas entdeckt hatte. Egal Anke, konzentrier dich auf deinen Hund! Zuerst sah es aus, als würde sie zu mir kommen, stattdessen rauschte sie an mir vorbei…

…und rannte auf den Hund zu, der hinter uns entlangspazierte. Aaaaaaaaaaaaargh!!! Während ich sie zurückpfiff überlegte ich, ob es hier heute was umsonst gab?!?! Ich konnte mir den regen Verkehr wirklich nicht anders erklären. Konzentration vollends im Eimer, Anke sauer auf sich und die Welt – keine guten Voraussetzungen für das weitere Training. Ich leinte Biscuit an, setzte mich mit ihr in die Wiese und gönnte uns eine meditative Pause. Ooooooooommmmm… einatmen, ausatmen… oooooommmm… alles wird gut… ooommmmm… nein, ich werde niemanden mit der Moxon erwürgen, auch mich selbst nicht… oooommm!

10 Minuten später war der Solarzellen-Kontrolletti-Mann verschwunden, Biscuit war wieder auf Normalmodus heruntergefahren und mir ging es ebenfalls viel besser. Wäre doch gelacht, wenn wir das Training nicht noch positiv abschließen könnten!

Zur Sicherheit gab es am Startpunkt noch etwas Fußarbeit, bevor ich sie auf den Markierstab voranschickte. Dort lag wohlweislich nur noch ein Dummy = tauschen impossible! Anschließend schickte ich Biscuit nochmals in die Suche und diesmal gab es keine Patzer. Die restlichen Dummies suchten wir gemeinsam und ich beendete das Training.

Der aufmerksame Leser wird sich vielleicht fragen, was aus der Markierung geworden ist? Tja, das fragte ich mich auch, als ich am Auto meine Dummies durchzählte. Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Beinen. Ich stiefelte los, um das Dummy einzusammeln. Leider markiere ich noch grottiger als meine Mädels zusammengenommen und mit meiner Merkfähigkeit ist es erstrecht nicht weit her. Wäre ich nicht zufällig drübergestolpert, würde ich wohl jetzt noch im Gelände umherirren.

Abhaken – morgen ist ein neuer Tag… mit Gruppentraining. Örghs. Schau mer ma, dann seh mer scho!

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Kategorien: Training | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Einer dieser Tage…

  1. Ach Anke… that’s life… *träller* 🙂

  2. Oh, Mann, so gut geschrieben! Solche Trainings kenne ich und leider schaffe ich es nicht immer, dann wieder genügend durchzuatmen. Und hinterher ärgert man sich, dass man bei so einer verkorksten Grundstimmung überhaupt weitergemacht hat. Aber ihr habt ja noch alles zu einem guten Ende gebracht. Schön!

  3. Wer kennt das nicht! Die gesamte Umwelt (samt Hund) hat sich gegen den eigenen Plan verschworen. Gib es zu, du hattest genau diese Zeichnung schon in deinem Kopf….. das sind bei mir die Tage an denen es meistens schief geht. Meist fahre ich dann zu „meinem“ Übungsgelände und dann…. sind da die Waldarbeiter… oder der Kindergartenausflug.
    Wichtig ist immer, entweder der Plan B oder …. so wie du es gemacht hast …. RUHE BEWAHREN!
    Da gibt es bei mir im Dienst eine Einsatzkarte für Notfälle (Geiselnahme) da steht genau das drauf „Ruhe bewahren und Kompetenz verleugnen“ ….
    Ich finde ihr habt euer Training sehr gut bewältigt… Daumen hoch!

    • Ja, stimmt, ich hatte es haargenau im Kopf… wobei bei mir eher die Trainings schiefgehen, bei denen ich mir vorher keinen Plan zurechtgelegt habe.

      Ich brauch auch so eine Notfallkarte 🙂

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