umwerfende Momente eines Dummyseminars mit Dieter Schorn

Die BZG konnte Dieter Schorn erneut für ein Halbtages-Seminar nach Franken locken. Er hatte uns bereits im April einige neue Denkanstöße gegeben, allesamt hier nachzulesen: Hula-Hoop mit Dieter Schorn.

Obwohl uns Dieter beim letzten mal ausführlich die Vorteile des Einparkens bei der Abgabe erklärt hatte, muss ich gestehen dass ich es bisher nicht weiter verfolgt habe. Zuviele andere Baustellen *seufz*. Das rückwärts-laufen zum korrigieren der Grundstellung habe ich eine zeitlang gemacht, bin aber doch sehr schnell wieder ins „Schenkelklopfen“ verfallen. Alte Gewohnheiten sind nur schwer auszubügeln.

Wir starteten mit einer einfachen Markierung, damit sich Dieter ein Bild von den Teams machen und schonmal ein paar allgemeine Dinge erklären konnte. Werferin und Heldin des Tages war Doris, die nach den 3 Stunden praller Sonne gut durchgebacken war:

Unser erster Versuch ging in die Hose, weil Biscuit zwar lange an der Fallstelle gesucht aber irgendwann doch aufgegeben hat. Die Markierung wurde nochmals geworfen und diesmal fand Biscuit auch. Alles wie immer, d.h. Abgabe im Stehen. Dieter ermunterte mich, beim nächsten mal die Einpark-Variante zu probieren und erläuterte nochmals warum (siehe meinen ersten Bericht aus April). Wir analysierten an welchem Punkt Biscuit bei der ersten Markierung aufgegeben hatte und was in solchen Fällen zu tun ist: das Verhalten auf jeden Fall unterbrechen, indem man den Hund z.B. zurückholt.

Andere Teams, andere Probleme, andere Tipps, z.B.:

-> was uns allen sooooooo schwer fällt: Nicht so viel mit dem Hund reden

-> den Hund nicht ständig anschauen: Sieht zwar nett aus, ist aber natürlich in der Dummyarbeit kontraproduktiv

-> Einspringen: Wenn der Hund zuckt oder die Körperstellung „tiefergelegter Ferrari“ einnimmt, geht man ein paar Schritte rückwärts. Sortiert sich der Hund wieder neben einem ein, geht man wieder schrittweise an die ursprüngliche Stelle. Solange, bis der Hund nicht mehr ans einspringen denkt. Einfach, aber sehr hilfreich! Dieter gab jedoch zu bedenken, dass man Anti-Einspring-Training je nach Hund nicht unbedingt nur in Verbindung mit Dummies machen sollte, weil der Hund u. U. sonst irgendwann nicht mehr freudig rausgeht.

-> Neigt der Hund nach der Abgabe zum kaspern oder stiften gehen, kann man ihn auch erstmal anleinen bevor man das Dummy abnimmt.

Die nächste Aufgabe war eine Doppelmarkierung, wobei die Dummies auf einer Linie lagen. Es sollte immer zuerst das näherliegende Dummy (1) geholt werden:

Durchgang 1: Dummy (1) wurde zuletzt geworfen, was es für die Hunde einfacher machte das richtige Dummy zuerst zu holen.

Biscuit holte nacheinander beide Dummies in der richtigen Reihenfolge, erwähnenswert ist nur die Abgabe. Ich versuchte mich in der Einpark-Variante, wie Dieter sagt „die Bewegung des Hundes mitnehmen“. Ich rannte ein wenig rückwärts und klatschte freudig in die Hände, als Biscuit auf meiner Höhe war ging ich wieder vorwärts und hatte sie damit automatisch links neben mir.

Durchgang 2: Dummy (2) wurde zuletzt geworfen, obwohl Dummy (1) zuerst gebracht werden sollte. Das war schon schwieriger, da der Fokus der Hunde natürlich beim zuletzt geworfenen Dummy lag.

Biscuit war auch prompt im Begriff das erste Dummy zu überlaufen, als mein nochmaliges „Apport“ über die Wiese schmetterte. Eigentlich kam ich einen Meter zu spät, aber Biscuit wirbelte trotzdem herum und pickte das richtige Dummy. Jubelnd und klatschend legte ich den Rückwärtsgang ein.

Es folgte der umwerfendste Moment des Tages…

Leise, still und heimlich hatte sich ein Grashügel hinterrücks angeschlichen und schmiss sich direkt vor bzw. hinter meine Füße. Mein Hintern nahm umgehend Bodenkontakt auf, der Oberkörper folgte der schwungvollen Bewegung und ich blickte verwundert in den strahlend blauen Himmel. Lautes Gelächter mischte sich mit meinem Gekicher und wenn Dieter mir nicht aufgeholfen hätte, würd ich wohl heute noch dort liegen.

Das war der Miesling-Fiesling, sieht eigentlich ganz harmlos aus…

Durch die Wirrungen meiner Slapstickeinlage hatte Biscuit das zweite Dummy überhaupt nicht mehr auf dem Schirm und die Markierung wurde nochmals geworfen.

Durchgang 3: Dummy (2) wurde zuletzt geworfen und zusätzlich auch beschossen, was den Reiz noch erhöhte. Trotzdem sollte Dummy (1) weiterhin zuerst reingeholt werden. Dieter instruierte uns, was wir tun sollen, wenn es schiefgeht.

Wie erwartet überrannte Biscuit das erste Dummy und reagierte diesmal nicht auf mein nochmaliges „Apport“ (was sowieso zu spät kam). Doris sicherte schnell das hintere Dummy und ich pfiff Biscuit zurück und gab auf Höhe des ersten Dummys erneut den „Apport“-Befehl. Klappte! Auch das zweite Dummy holte sie sicher, nur die Abgabe ließ zu wünschen übrig.

Wie schon beim letzten Seminar fing Biscuit durch die viele Action das herumblödeln an. Dieter und ich kamen gemeinsam zu dem Ergebnis, dass bei Biscuit weniger doch mehr ist. Beim nächstem mal wollte ich es ruhiger angehen.

Falls sich jemand über die Aufgabenstellung wundert (ist es nicht egal, welches Dummy zuerst reinkommt?), muss ich sagen: Ich hab eine solche Aufgabe schon beim Munich Cup vor ein paar Jahren gesehen, allerdings wollte der Richter damals das hintere Dummy zuerst. Nichts ist unmöglich in der großen Manege des Dummyzirkus, gelle? Mal abgesehen davon, dass ich bei der Aufgabe wieder etwas zum Handling mitnehmen konnte. Außerdem sollten die Aufgaben für den Hund immer unberechenbar sein.

Bei der letzten Aufgabe handelt es sich um eine Kombi-Aufgabe:

Man ging zuerst mit dem Hund ein paar Meter Fuß, setzte den Hund ab und legte ein Dummy aus. Wieder beim Hund angekommen wurde eine Markierung geworfen. Der Hund sollte zuerst auf das ausgelegte Dummy vorangeschickt werden und danach die Markierung holen.

Bei dieser Aufgabe war ich zu undeutlich und zu lässig. Biscuit reagiert auf mein erstes (genuscheltes) Fuß-Kommando nicht, also mußte ich nochmal auffordern. Beim Auslegen des Dummys schnüffelte sie am Boden und beachtete mich gar nicht weiter. Sie ließ sich dann zwar voranschicken, schnüffelte aber auf dem Rückweg wieder am Boden. Die Markierung war ebenfalls nicht gut, denn sie lief nicht direkt dorthin, sondern leicht versetzt Richtung Helfer. Bei der Abgabe verzichtete ich diesmal auf das Klatschen und ging nur ruhig lobend langsam einige Schritte zurück und wieder nach vorne. Das lief besser!

Analyse: Die Fußarbeit muss noch mehr automatisiert werden um überflüssige und zusätzliche Kommandos zu vermeiden. Beim Auslegen war ich nicht spannend genug – hätte ich das Dummy bereits beim weggehen aus der Tasche geholt und gezeigt, wäre Biscuit aufmerksamer gewesen. Bei der Markierung stand ich schief, dementsprechend konnte Biscuit gar nicht die korrekte Richtung annehmen.

Dieter betonte nochmals, wie wichtig die Fußarbeit und das korrekte Ausrichten ist. Denn: wenn man selbst gerade steht und der Hund gerade sitzt, wird er automatisch erstmal geradeauslaufen. Man kann deshalb schon durch die richtige Grundstellung beeinflussen, ob und wie schnell der Hund zum Erfolg kommt.

Damit war der halbe Tag leider auch schon wieder vorbei. Ich konnte zum Teil wieder etwas neues mitnehmen und wurde erneut daran erinnert, was im Dummysport am wichtigsten ist: Basics, Basics, Basics!

Vielen Dank an Dieter für den Input, Doris für die Organisation und meine Mitstreiter für die angenehm lockere Stimmung.

Biscuit fand´s auch total chillig *smile*. Bis zum nächsten mal!

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Kategorien: Seminare | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „umwerfende Momente eines Dummyseminars mit Dieter Schorn

  1. Doris Feulenr

    das ist wieder ein toller Bericht!!!! Ich lese immer gerne deine Kommentare.

  2. Ute Znotins

    Deine Berichte sind einfach super.
    Auch für „Cocker“ Besitzer.

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