Trainingstag mit Karin Kraus (Vorbereitung Dummy A)

Die Dummy A rückt unaufhaltsam näher, deshalb trafen wir uns heute mit Karin zu einem Trainingstag.

Wir starteten mit dem Appell:

(1) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter. Der Hund ist dabei unangeleint. Der Werfer geht in einiger Entfernung vor der Gruppe her. Die Position des Schützen wird durch den Richter bestimmt.
(2) Es werden insgesamt 2 Schüsse abgegeben sowie ein Dummy geworfen.
(3) Nach erfolgtem 1. Schuss und Wurf des Dummys bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(4) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter weiter.
(5) Nach erfolgtem 2. Schuss (es wird kein Dummy geworfen) bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(6) Auf Anweisung des Richters schickt der Hundeführer den Hund zum geworfenen Stück.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Ursprünglich wollte ich auf garnienichtgarkeinen Fall die erste sein. Biscuit ist oft direkt nachdem ich sie aus dem Auto geholt habe noch nicht konzentriert genug und ich wollte uns auf jeden Fall erst warmlaufen. Doch überraschenderweise war sie sofort in Arbeitsmodus. Das muss man nutzen – also meldete ich mich freiwillig als Vorturner.

Die Fußarbeit war ganz ok, aber das können wir auf jeden Fall besser. In letzter Zeit hab ich eh den Eindruck, dass das Drehen am Bein inzwischen viel besser ist, aber das Fuß-Laufen an sich gelitten hat. Obwohl sie teilweise ein Stück zu weit vorne lief, ist sie nicht eingesprungen und hat sich an mir orientiert. Good Girl! Gefunden hatte sie das Dummy recht schnell, obwohl man ihr deutlich ansah, dass sie nur eine vage Ahnung hatte wo es liegen könnte.

Appell-Fazit: Fußarbeit muss aufgefrischt werden und vermehrt Markierungen mit Stellungswechsel trainiert werden, um Biscuits Merkfähigkeit zu verbessern. Lässt sich zum Glück im Appell beides sehr schön vereinbaren und auch alleine gut trainieren. Sonst war ich sehr zufrieden!

Als alle durch waren, wandelten wir die Aufgabe ein wenig ab und starteten im 2er-Team. Diesmal fielen 2 Dummies – eines wie beim Appell, das andere weiter hinten auf der Wiese hinter dem Gebüsch (auf dem Bild leider nicht zu erkennen):

Wir sprachen uns vorher ab, wer welches Dummy arbeiten würde und ich bildete mit Biscuit das Team 2. Beide Hunde waren die gesamte Zeit unangeleint und Keksi war schön steady, was mich ein wenig über die Fußarbeit wegtröstete – denn die war noch einen Tick schlechter als beim Einzelappell.

Zuerst arbeitete Team 1, danach wir. Biscuit hatte schon eine relativ genaue Vorstellung davon, wo der Dummy lag, doch es dauerte… sie suchte und kreiselte und suchte (Anke innerlich schon wieder völlig am verzweifeln). Plötzlich kam ein Jogger auf dem Weg in unsere Richtung. Ursprünglich wollte ich Biscuit einfach machen lassen, da sie sich nicht für andere Menschen interessiert, aber natürlich suchte sie sich genau in diesem Moment von der Wiese in Richtung Weg. Zurückholen oder Stoppen? Ich entschied mich intuitiv für´s stoppen *tüüüt* und Biscuit saß. So einfach ist das *staun*. Man darf manchmal einfach nicht zuviel nachdenken…

Der sportliche Mann zog freundlich grüßend seines Wegs und nun geriet ich doch ins Grübeln. Wie soll´s nun weitergehen? Suchenpfiff – laut Karin. Gute Idee – fand Anke. Prompt zauberte ich mit meinem Geflöte dem Keks ein Fragezeichen ins Gesicht. Wir änderten die Taktik und ich ging gemeinsam mit Biscuit in den Fallstellenbereich und tütete wieder. Diesmal nahm sie den Suchenpfiff ohne Probleme an und fand auch.

Fazit: Steadiness toll, Fußarbeit dringend verbesserungswürdig. Sitz-Pfiff: geil *freuerchen*! Suchenpfiff: den hat Biscuit scheinbar wirklich sehr situationsbezogen gelernt und reagiert nur, wenn er in der Bewegung kommt oder ich direkt dabeistehe. Wir müssen explizit trainieren, dass ich sie im Suchengebiet absetze und mich von ihr entferne bevor ich pfeife. Durchhaltevermögen: klasse! Biscuit hat nicht aufgegeben und nicht nachgefragt. Karin erklärte mir nach der Aufgabe, warum das suchen so lange gedauert hatte. Die Wiese war gerade hoch genug, um das Dummy vollständig zu schlucken, es war sehr warm und es ging kaum Wind. Mensch unterschätzt sowas doch sehr leicht.

Es sollte mit der Suche weitergehen, weshalb ich diesmal nicht den Anfang machte. Ich wollte Biscuit erstmal eine längere Verschnaufpause gönnen. Sehr zu meiner Freude erholte sie sich nach den Aufgaben innerhalb weniger Minuten völlig problemlos, aber Vorsicht ist die Mutter der Keksdose. Ausgeruht wagten wir uns schließlich in den Wald.

(1) In einem Gelände mit geringer Deckung werden für Führer und Hund nicht sichtbar 10 Dummies ausgeworfen.
(2) Auf Anweisung des Richters wird der Hund zur Verlorensuche in das bezeichnete Suchengebiet geschickt.
(3) Der Führer kann sich entlang der Grundlinie des Suchengebietes bewegen.
(4) Der Hundeführer kann seinem Hund Kommandos geben, um ihn in dem bezeichneten Suchengebiet zu halten.
(5) Die Aufgabe wird durch den Richter beendet.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Suche *schluck* mein Angstfach wegen Tauschgefahr. Das Anti-Tausch-Training hatte zwar in letzter Zeit gut gefruchtet, aber eine gewisse Rückfallgefahr besteht weiterhin. Das Suchengebiet lag hangaufwärts und wurde im unteren Bereich durch einen Miniwassergraben (der grüne Streifen im Bild) abgegrenzt. Im Suchengebiet war viel Totholz, Geäst und Gestrüpp:

Ein Gelände ganz nach Biscuits Geschmack, deshalb hatte ich erwartet, dass sie beim ersten schicken kopflos den Hang hochbrettern würde. Stattdessen bremste sie aprupt am Grünstreifen, weil sie sofort das erste Dummy in die Nase bekam – und zeitgleich auch ein zweites. Sie war gerade im Begriff mit dem ersten Dummy im Maul weiterzuhunten, als mein „NEIN“ durch den Wald donnerte, gefolgt von einem Hierpfiff. Keksi drehte ab, kam zurück und bekam zur Belohnung einen Tennisball.

Das zweite Dummy holte sie etwa aus der Mitte des Hangs, diesmal ohne Tauschabsichten sofort zurück zu mir. Super! Wieder Tennisball zur Belohnung. Beim dritten schicken sauste sie bis ganz nach oben und wühlte sich ein Dummy aus dem Geäst frei inkl. sofortigem Rückwärtsgang. Tennisball Nr. 3 – den hatte sie sich redlich verdient! Nach den drei Dummies war auch Schluss für uns und eine breit grinsende Anke frohlockte auf dem Rückweg in die Wartezone.

Suche-Fazit: Es besteht weiterhin Tauschgefahr, d.h. ich werde das Zurückkommen wieder verstärkt mit dem Tennisball belohnen.

Wieder wandelten wir die Aufgabe anschließend etwas ab. Es arbeiteten mehrere Hunde gemeinsam aus der Line, jeder Hund sollte nur ein Dummy bringen, zusätzlich standen die drei Leute die gerade nicht dran waren als „Helfer“ im Suchengebiet verteilt. Karin wollte sehen, wie sehr sich die Hunde an Helfern orientieren bzw. stören lassen. Außerdem ist es nicht schlecht, wenn die Hunde solche Situationen kennen Es kann in der Prüfung/beim WT durchaus vorkommen, dass der Richter Helfer im Suchengebiet platziert.

Biscuit machte ihre Sache großartig! Sie blieb ohne mein Zutun innerhalb des Suchengebiets, ließ sich von den Helfern überhaupt nicht stören und war mit Feuereifer dabei. Gerade als sie im unteren Bereich des Gebiets war, nahm sie jedoch eine Bewegung von Karin wahr und schaute recht fragend ob sie damit gemeint war. Ich rief nochmals „such“ und der Käse war gegessen. Sie rauschte wieder nach oben und plötzlich hörte man es rascheln und graben. Sie hatte sich ein Dummy aus den Tiefen des Bodenbewuchses gebuddelt und kam zurück. Was folgte? Richtig – der Tennisball! Während unsere Teampartner suchten, saß sie brav neben mir und zuckte nichtmal.

Fazit: Scheeeeeeeeee war´s!!!!! Hach! Karin erklärte anschließend noch, worauf man beim schicken in die Suche achten sollte (Wind, nicht immer in die gleiche Richtung schicken etc.)

Nach der anstrengenden Suche ging es schließlich ans Wasser:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar, in ein tiefes Gewässer, in dem der Hund schwimmen muss, geworfen.
(2) Der Ansetzpunkt muss von der Wasserkante entfernt liegen.
(3) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Dummy schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Grundsätzlich sollte man den Hund im Training nie etwas direkt aus dem Wasser holen lassen. Immer über Wasser arbeiten oder vorher noch etwas anderes holen lassen. Unsere Aufgabe war deshalb entsprechend umgestaltet. Wir sollten auf dem Weg entlang des Sees ein Dummy auslegen und dann von diesem Dummy weggehen:

Nach wenigen Metern fiel die Wassermarkierung, d.h. stehen bleiben, Hund markieren lassen, wieder von der Wassermarkierung wegdrehen und auf das ausgelegte Dummy voranschicken. Eigentlich hätte das für Biscuit kein Problem sein dürfen, denn wir haben genau diese Situation schon (erfolgreich) trainiert. Hat nur scheinbar nicht gereicht *älläbätsch*.

Fußarbeit – ok, wegdrehen – super! Biscuit war äußerlich zu 100% auf das ausgelegte Dummy konzentriert. Aber ich kenn meinen Hund… die Meisterin der Täuschung. Deshalb war ich nicht überrascht, als sie auf mein „Voran“ rechts abbog und zum Wassermark flitzen wollte. Da hatte der Keks die Rechnung ohne mich gemacht. In einem Anflug einer meiner wenigen hellen Momente reagierte ich punktgenau und innerhalb von Millisekunden. Während ich ein „NEIN“ donnerte, bekam ich mit der linken Hand Biscuits Rute und mit der rechten ihr Genick zu fassen  und bremste sie damit vollkommen aus. Wow! Ich glaub es eigentlich immer noch nicht *schmunzel*. Nach dieser Aktion war das „Voran“ kein Thema mehr *schadenfroh grins*.

Wir drehten uns in Richtung Wassermarkierung und ich schickte zum Apport. Leider ging Biscuit nicht direkt ins Wasser, sondern lief erst noch ein Stück an Land bis sie auf Höhe des Dummies war und nahm auch denselben Rückweg:

Dank des in Aussicht gestellten Tennisballs schaffte sie den Weg ohne schütteln bis zu mir, spuckte dann jedoch aus, schüttelte sich, nahm das Dummy wieder auf und gab ab.

Wasser-Fazit: Was besseres hätte mir nicht passieren können… den Hund beim einspringen vor dem Wasser abfangen: unbezahlbar! Mal sehen wie groß der Lerneffekt war und wie lange er anhält *g*. Was den Weg ins/aus dem Wasser angeht – das müssen wir üben. Natürlich entspricht Biscuits Weg dem normalen Vorgehen eines Hundes, aber bei der Prüfung oder einem WT kostet es Punkte.

Nun stand nur noch die Landmarkierung auf dem Plan:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar (Flugbahn und Fallbereich), geworfen. Der Wurf des Dummys sollte stets in den Wind erfolgen.
(2) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Stück schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Wir nutzten für die Landmarkierung diese geniale Schlucht (kommt auf dem Bild nicht annähernd so gut rüber, wie es eigentlich ist):

Ursprünglich wollten wir mit dem Dummylauncher arbeiten, was sich jedoch als zu schwer erwies. Zwei Launcherdummies wurden abgefeuert und landeten im Nirvana, weshalb wir auf die normale Helfer-Markierung umschwenkten. Biscuit wäre bei den beiden Launcherabschüssen eigentlich dran gewesen und saß mit einer Selbstverständlichkeit vollkommen ruhig neben mir. Ich war soooooooooooo stolz! Zur Belohnung gab es einen Tennisball. Die Markierung arbeitete sie anschließend super.

Nachdem alle durch waren, hatte ich noch einen Wunsch. Biscuit hat Probleme mit Hindernissen, das wollte ich gern angehen. Der Helfer stand oberhalb der Fichte und warf das Dummy in die Baumkrone:

Beim ersten Versuch nahm Biscuit wieder den einfachen Weg (durch die rote Linie gekennzeichnet). Blöd! Im zweiten Versuch wollte sie wieder dort langgehen, wurde aber mit „nein“ unterbrochen und zurückgeholt. Der dritte Versuch klappte schließlich. Ich hatte sie vorher deutlich nach rechts überdreht und auch ein Handzeichen in die Richtung gegeben. Dadurch nahm sie den direkten Weg durch das Gestrüpp und kämpfte sich tapfer mitten durch die Baumkrone. Das Helferlein berichtete später, dass sie zuerst den Kopf durchsteckte, wieder zurückzog und dann nochmal mit Schmackes durchrumpelte. Auf dem Rückweg ging sie zwar nicht mehr direkt durch die Baumkrone, aber sie kam durchs Gestrüpp zurück und nicht auf dem einfachen Weg.

Fazit: Biscuit hat das Gelände perfekt angenommen, die Schlucht war kein Problem für sie, im Gegenteil. Keksi ging ab wie ein Zäpfchen! Mein Highlight war die Fichtenaufgabe. Obwohl Biscuit den bequemen Weg schon kannte und schon gelaufen war, ließ sie sich doch noch auf den Kampf ein und ackerte sich durch *jubel*. Wann hat man schon die Gelegenheit sowas zu trainieren?

Nach diesem Tag sehe ich der Dummy A zuversichtlich entgegen. Schief gehen kann´s immer, aber wir können alles was abgefragt wird bzw. sogar schon mehr. Ich bin määääääääääääächtig stolz auf mein Keksi, sie war klasse! Karin fragte mich zum Schluss, warum ICH eigentlich immer so nervös sei? Tja, gute Frage. Ich werde versuchen an meiner Steadiness zu arbeiten *grins*.

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Kategorien: Training | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Trainingstag mit Karin Kraus (Vorbereitung Dummy A)

  1. Toller Bericht! Aber am aller meisten freut mich, dass sie mit den heißen Temperaturen keine Probleme hatte. … und die Dummy A schafft ihr! Klar, kann immer mal was schief laufen aber eure Basis ist gut… der Rest ist Tagesform und ein bisschen Suchenglück!

  2. Pingback: “Schnuppern im Forst” « Mufflon & Killerkeks

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