das Gegenteil von „gut“…

…ist „gut gemeint“. Ich hab es heute leider viel zu gut gemeint.

Thema des heutigen Trainings mit André war (wie sollte es anders sein) die Aufgaben der Dummy A. Wir starteten mit der Suche, die in einem recht ekligen Gelände ausgelegt war. Viel Brombeergebüsch und die dazugehörigen Dornen. Autsch! Doch Biscuit ließ sich nicht beirren und hechtete mit Überschallgeschwindigkeit durch´s Gelände (Zitat André: „Hast du ihr heut früh versehentlich 2 Herztabletten gegeben?“). Dummy Nr. 1 und 2 waren schneller drin als ich gucken konnte, sehr geil. Doch dann kam mein Einsatz:

Kurz nachdem ich Biscuit zum dritten mal geschickt hatte, war ich der Meinung sie hätte eins gefunden und startete einen Freudentanz mit Jubel-Trubel-Heiterkeit (Tausch-Paranoia). Blöd, denn sie hatte gar keins und kam verwirrt zurück. Argh! Ich bremste sie auf dem Rückweg zu mir aus und schickte sie wieder rein. Unglaublicherweise passierte mir derselbe Klops direkt nochmal, womit ich sie endgültig aus dem Konzept brachte. Ich hätte mir an Ort und Stelle am liebsten in den Hintern gebissen.

Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob Biscuit nicht evtl. eins der direkt in den Brombeeren liegenden Dummies gemieden hatte. Da an eine normale Suche nicht mehr zu denken war, änderten wir den Plan und ich ging zusammen mit Biscuit spielerisch suchend ins Gelände auf ein Brombeerdummy zu. Keksi ackerte sich seitlich ans Dummy heran, nahm es auf und wollte frontal zurück zu mir. Dabei legten sich zwei Dornenschlingen liebevoll um ihren Kopf und Hals, aber sie gab nicht auf und kämpfte sich zu mir raus (ich hab Stunden später noch Dornen aus ihrem Fell gepult). Das nächste Dummy lag richtig tief in den Brombeeren, doch diesmal war Biscuit cleverer. Sie tauchte ab und schlüpfte unter den Dornen zum Dummy und wieder zurück ohne hängenzubleiben. Gooood Girl!!!! Sie wirkte total stolz, als sie dort wieder rauskam. Das hat ihrem Selbstbewußtsein richtig gut getan. Ich war auf jeden Fall stolz wie Bolle!

Leider pflanzte sich meine Unfähigkeit beim Appell fort, allerdings war mein Fehler diesmal nicht so offensichtlich. Der Appell fand auf einer halbhohen Wiese statt und begann zunächst sehr gut mit ordentlicher Fußarbeit. Doch als ich Biscuit zur Markierung ausrichtete und losschickte, schoss sie locker 20 Meter über das Ziel hinaus.

Häääääääääääääääää? Im zweiten Versuch genau das gleiche Phänomen. Ich war ratlos und verstand die Welt nicht mehr. Wir hielten Kriegsrat. André meinte, dass Biscuit nach dem ersten Schuss immer mal zum Dummy gesehen hatte, d.h. sie hatte es genau im Kopf. Er vermutete, dass die Fallstelle durch den zweiten Schuss von Biscuits Festplatte gelöscht wurde. Konnte ich mir nicht recht vorstellen, da sie damit am letzten Wochenende auch kein Problem gehabt hatte.

Was war also heute anders? Was veranlasste sie dazu, gleich 2x hintereinander derart kopflos über die Fallstelle hinauszuschießen? Die Antwort war denkbar einfach: ich!

Normalerweise schicke ich Biscuit nur mit einem verbalen „Apport“ auf eine Markierung, ohne Handzeichen. Da auf der Wiese jedoch keine optischen Anhaltspunkte waren, war ich nicht sicher wie gut Biscuit markiert hatte und wollte ihr helfen. Ich hatte mich beim schicken seitlich auf sie zugedreht und das rechte Bein und die rechte Hand nach vorne genommen, um ihr übertrieben deutlich die Richtung anzuzeigen.

Hatte sie das etwa missverstanden und gedacht ich würde sie auf ein anderes Dummy schicken wollen? Zumal da noch ein zweiter Schuss war? Die Gegenprobe ergab: ja. Wir starteten den Appell erneut. Diesmal drehte ich uns nur in Richtung der Markierung und behielt meine Griffel und mein Bein bei mir. „Apport“ – Punktlandung. Anke sprachlos. Ich Vollpfosten! Wann geht es endlich in meinen Schädel, dass Biscuit meine Signale/Körpersprache viel feiner annimmt und interpretiert, als es Muffin in 100 Jahren tun würde? *Kopf meets Tischplatte*

Bei der Land- und Wassermarkierung hatte ich mich besser unter Kontrolle, das klappte beides tadellos (obwohl Biscuit nicht direkt ins Wasser durfte, sondern erst noch auf ein anderes Dummy vorangeschickt wurde).

Ich muss weiterhin an meiner Steadiness arbeiten, denn durch mein Gehampel mache ich es Biscuit nur unnötig schwer. Das hat der Tag heute sehr eindrucksvoll bewiesen. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Sorry mein Kekschen und danke, dass du mir solchen Bockmist immer wieder verzeihst! Ich gelobe Besserung…

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Kategorien: Training | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „das Gegenteil von „gut“…

  1. Interessanter Bericht. Bin immer wieder fasziniert auf welch Kleinigkeiten man achten muß und wie schnell man Doofsinn verzapft! 😉

  2. meallan

    Oh da werden Erinnerungen wach an so manche Vollpfosteneinlage *g.
    Und ich dachte ich hätte sie erfolgreich verdrängt LOL.

    Unsere Hunde wären schon ziemlich gut – ohne uns *breitgrins*

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