Verleitungen und Denkfehler

Durch die Bommtoffel-Affaire bin ich bisher noch nicht dazu gekommen, von unserem letzten Training zu berichten. Biscuit und ich sind vom Spaß-WT mit einer deutlichen Hausaufgabe nach Hause gegangen: Verleitungen trainieren!

Nach kurzer Absprache mit Helfer/Werferlein Esther sollte die Aufgabe wie folgt aussehen:
Markierung fällt, Hund wird geschickt, auf dem Rückweg fällt die Verleitung (mit Geräusch) in Laufrichtung des Hundes (Abstand Dummy – Hund ca. 5m)

1. Durchgang: Zur Sicherheit habe ich gepfiffen als Biscuit auf dem Rückweg war. Sie sah zwar kurz zur Verleitung, kam aber problemlos zurück und ließ sich nicht ablenken. Sie durfte anschließend die Verleitung holen.

2. Durchgang: Diesmal pfiff ich nicht sofort, sondern wartete ab. Esther hatte die Verleitung mit mehr Geräusch geworfen und Biscuit geierte deutlich. Mein Pfiff kam noch rechtzeitig, allerdings durfte sie die Verleitung diesmal nicht holen.

3. Durchgang: Lautes Geräusch, kein Pfiff, Keks brav! Sie wurde zwar auf dem Rückweg kurz langsamer um die Verleitung zu betrachten, aber das soll sie schließlich auch. Wichtig war, dass sie ohne Pfiff sofort wieder Fahrt aufnahm und ohne Bogen zurückkam. Sie durfte die Verleitung ebenfalls holen.

Hat das Keksi fein gemacht! Was mich nebenbei sehr gefreut hat: Biscuits Markier-/Merkfähigkeit hat sich deutlich verbessert. Von perfekt noch weit entfernt, aber kein Vergleich mehr zu dem „Fräulein Alzheimer“ das sie vor kurzem noch war. Sie hatte die Markierungen und die Verleitungen sehr gut gearbeitet – trotz des geänderten Blickwinkels. Pfreu mich! Kommt sicher auch daher, dass ich ihr nun endlich die nötigen Sekunden Zeit lasse, um sich vor dem Schicken zu konzentrieren.

~Wartezonen-Pause~

Es sollte eine einfache Aufgabe folgen. Pustekuchen! Das haben Esther und ich mal so richtig verkackt. Der Plan lautete:

– Helfer legt unbemerkt ein Dummy aus, auf das der Hund vorangeschickt wird
– auf dem Rückweg fällt eine Verleitmarkierung in Laufrichtung des Hundes

Das Dummy sollte vor dem Hochsitz ausgelegt werden, denn erstens hatte ich damit einen Anhaltpunkt und zweitens ist Biscuit an der Stelle schon mehrmals gewesen (siehe Grafik oben). Biscuit ließ sich nur beim ersten mal korrekt voranschicken, fand jedoch auf meinen Suchenpfiff längere Zeit nix und driftete nach links weg. Nein + zurückgepfiffen. Damit nahm das Drama seinen Lauf, denn:

– zuerst nahm Biscuit meine Richtung noch an, driftete jedoch auf halben Weg nach rechts oder links, d.h. ich brach mit „Nein“ ab und holte sie zurück (das ging mehrmals so)
– in Folge dessen nahm Biscuit nichtmal mehr meine Hand an, sondern starrte entweder nach rechts oder links

Wir hielten Kriegsrat. Die Fehler waren schnell erkannt und werden mit der Grafik noch deutlicher:

Fehler 1: Esther und ich hatten eine vollkommen andere Perspektive, d.h. das Dummy lag nicht dort wo ich dachte. Somit hatte ich Biscuit beim ersten mal falsch geschickt. Da der Wind von schrägrechts kam, hatte sie auch keine Chance zufällig Wind zu bekommen. Mööööööööp.

Fehler 2: Wir gingen davon aus, dass Biscuit schonmal an der entsprechenden Stelle war. Das stimmte aber schlichtweg nicht. Die Markierungen waren nämlich nicht direkt vor den Hochsitz gefallen, sondern einige Meter rechts davon, sowie die Verleitungen einige Meter links davon. Deshalb driftete Biscuit ab bzw. sah in die „falsche“ Richtung. Doppel-möööööp!

Gut, sowas passiert uns ganz sicher nicht mehr und wir entschuldigten uns gedanklich mehrmals bei Biscuit. Zum positiven Abschluss zeigten wir Biscuit das Dummy am Hochsitz und ich schickte sie noch zwei mal erfolgreich dorthin.

~Wartezonen-Pause~

Da ich das versemmelte „Hochsitz-Voran“ nicht so stehen lassen wollte, folgte eine (diesmal wirklich) einfache Übung. Das Gelände fiel an einer Seite deutlich ab und wir postierten am unteren Ende einen Markierstab. Die Hunde wurden von zwei unterschiedlichen Positionen vorangeschickt:

Position 1: Markierstab sichtig
Position 2: Markierstab erst nach einigen Metern sichtig

Beides klappte hervorragend und war wichtig, um Biscuits Vertrauen in mich wieder zu stärken.
Sie kann einem manchmal wirklich leid tun… *schäm*.

Frauchen gelobt zum drölfhundertsten mal Besserung!

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Kategorien: Training | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Verleitungen und Denkfehler

  1. Oh man, ich bin echt froh, dass nicht nur ich solch grandiosen Ausfallerscheinungen habe. Wir Zweibeiner sind schon manchmal echt dämlich. Aber Einsicht bringt ja bekanntlich Heilung. Immer wenn ich sowas zu „Papier“ bringe überdenke ich meine Trainings mal wieder viel genauer… und siehe da… Kaum macht man was richtig – schon klappts!

  2. Kaum zu fassen, datt Anke iss auch bloß ’n Mensch! 😉
    Hömma, allein deine Grafiken sind echt der Knaller! 🙂

  3. Ich bin kein Mensch, ich bin ein Chaot *ggg*
    Faszinierend fand ich vor allem, dass ich scheinbar ansteckend bin, denn Esther achtet sonst viel besser auf die Rahmenbedingungen… seufz 🙂

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