Mufflon on Ice

Zur Abwechslung mal wieder eine alte Mufflon-Geschichte:

02.01.2009: Es geht doch nichts über eine gute Abendplanung!

17.30 Uhr: Ich beschließe, meinen Onkel auf einen Kaffee zu besuchen um ein gesundes neues Jahr zu wünschen. Da er im 2km entfernten Nebenkaff wohnt, kann man das schön mit einem Spaziergang verbinden.

17.45 Uhr: Das Hinlaufen würde zu lange dauern, also den Göttergatten als Taxi gechartert.

17.46 Uhr: Wir sind kurz vorm Ziel – Mufflon weiß das – im Kofferraum beginnt das Konzert (Härry fährt mal wieder nicht schnell genug).

17.48 Uhr: Mufflon stürzt ins Haus und freut sich ein zweites Loch in den Hintern.

17.50 Uhr: Meinem Onkel fällt ein, dass er noch Hähnchenbrust übrig hat und mein Hund schon wieder auffallend hungrig aussieht. Sogleich wird das Hähnchen aus dem Kühlschrank geholt und in mundgerechte Stücke zerteilt.

17.55 Uhr: Die Hähnchenbrust ist bereits häppchenweise im Magen meines armen verhungerten Mufflons verschwunden.

17.56 – 18.40 Uhr: Muffin gibt ihr bestes, um meinem Onkel noch etwas Fressbares aus den Rippen zu leiern. Brav sitzt sie neben ihm und himmelt ihn mit großen Kulleraugen an.

18.41 Uhr: Es wird Zeit für den Rückweg. Ich beginne, meine Winterzwiebelschichten anzulegen. Mufflon beachtet mich nicht. Mein Onkel zaubert ein Stück Käse und eine Scheibe Blutwurst aus dem Kühlschrank.

18.45 Uhr: „Muffin, wir gehen heim“  – keine Reaktion – „Muffin, los jetzt!“ – kein Anschluss unter dieser Nummer…

18.46 Uhr: Ich brummle meinem Onkel etwas über erkaufte Liebe zu, nehme Muffin an die Leine und gehe Richtung Tür. Muffin bleibt sitzen. Die Leine spannt sich. Muffin sitzt immer noch. Ich gehe stur weiter und ziehe Muffin auf dem Hintern rutschend hinter mit her.

18.50 Uhr: Ich habe es geschafft, das Haus mit meinem Hund zu verlassen. Wir machen uns auf den Heimweg. Muffin hat Zeeeeeeeeeeeit *schnüffel hier, rüssel da*.

19.00 Uhr: Wir sind 50 Meter weit gekommen, das nenn ich mal einen neuen Rekord.

19.10 Uhr: Ich hab die Faxen dick und laufe stur meinen Weg. Irgendwann rafft es auch der sturste Hund. Wir kommen tatsächlich vorwärts!

19.45 Uhr: Wir kommen endlich auf der Wiese neben unserem Hof an.

Das Chaos nimmt seinen Lauf. Muffin hat ein neues Hobby – Eislaufen!!! Die Wiesen bei uns sind oft überschwemmt und da es die letzten Tage so bitterkalt war, ist die Wiese eine einzige Eisfläche.

Muffin (inzwischen abgeleint) steuert sofort auf das Eis zu und kaum berühren die Pfoten das Eis bekommt sie sofort einen Flitz. Mit heller Begeisterung rauscht sie über die Eisfläche und jeder Eiskunstläufer würde vor Neid erblassen. Für einen Grobmotoriker macht sie das richtig gut!

Das sieht nach Spaß aus. Mein Größenwahn nimmt Anlauf und schliddert mit mir über die Wiese. Mufflon sieht mich rutschen und steigert sich in unbändige Begeisterung. Der Flitz nimmt an Intensität zu und wir lernen folgendes:

Kommt ein Mufflon auf einer Eisfläche in vollem Karacho auf dich zu – lass dir Flügel wachsen! Ich hatte leider auf die Schnelle kein RedBull zur Hand und kam natürlich rutschenderweise nicht wirklich vom Fleck. Auch Muffin mußte feststellen, dass man auf Eis schlecht ausweichen kann und rauschte mit wehenden Fahnen in meine Beine.

Ungerecht wie die Welt nunmal ist, machte ich kurz „Uff“ gefolgt von einem „flutsch“ und landete unsanft, während Mufflon ungerührt weiterschlidderte und am Ende der Eisfläche wieder Gras unter die Füße bekam.

20.34 Uhr: Ich sitze hier und schreibe diese Zeilen. Meine Hüfte schmerzt ein wenig, ist wahrscheinlich morgen blau. Muffin schnarcht zufrieden in ihrem Körbchen und träumt von einer Eislaufkarriere.

Ich liebe sie trotzdem…. oder gerade deswegen?

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Kategorien: Geschichten aus der Gruft ...äh... Vergangenheit! | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Mufflon on Ice

  1. O-Ton Holger: „Aus Hundesicht ein geiler Tag, würd ich sagen.“ Ich sach: Da hatter wahr *g*. Merke: Versuche nienicht mit dem Vierradantrieb deines Wöffs mitzuhalten, da ist die Bauchlandung *hochtrabendeVokabelsuch* … systemimmanent *ggg*.

    • Ähä… das hab ich etz erstma googlen müssen *g* da is schon was wahres dran…

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