Winter-Weiher-Wonderland

Neues Jahr, neues Glück, erstes Gruppentraining 2013!

Wir durften diesmal in einem genialen Gelände trainieren und wie erwartet wurden es richtig nette Aufgaben. Biscuit hat die hormonellen Wirrungen endgültig hinter sich und war mit Begeisterung und allen Gehirnzellen bei der Sache. Das Wetter meinte es ebenfalls gut mit uns – ein sonniger Wintertag wie aus dem Bilderbuch.

Dreh- und Angelpunkt der Hauptaufgabe war ein abgelassener Weiher. Es arbeiteten immer zwei Teams zusammen, wovon zunächst Team 1 eine Markierung holte; anschließend sollte Team 2 eins der ausgelegten Dummies arbeiten. Hauptaugenmerk lag auf dem Voranschicken. Die Markierungen dienten hauptsächlich der Ablenkung/Verleitung für Team 2 und waren daher einfach und kurz gehalten. Im zweiten Durchgang tauschten Team 1 + 2 die Plätze, damit am Ende alle Hunde jede Position 1x absolviert hatten.

Weiher

Der wartende Hund war angeleint, was mir bei Biscuits übermütiger Verfassung sehr entgegen kam. Ich befestigte die Leine an meiner Dummyweste, um uns beiden trotzdem ein „freies“ Gefühl zu vermitteln. Wenn ich die Leine nicht in der Hand habe, kann ich sie damit nicht manipulieren. Der Plan ging auf. Als die erste Markierung flog, war noch alles ok. Beim „apport“ meiner Teampartnerin fühlte sich Biscuit allerdings angesprochen und wollte einspringen. Da ich vorbereitet war, kam mein „NEIN!“ genau im richtigen Moment. Für den Rest des Trainings war es damit auch gut – Biscuit hatte begriffen.

Hier die Aufgaben/Positionen in Bildern:

Markierung ( Position 1 in der Grafik)

2

Das Dummy fiel dort oben ins Laub, wobei es einen kleinen Hüpfer machte und hinter einem Hügelchen verschwand. Da Biscuit mit dem Dummy noch weiterjagen wollte, mußte ich sie mit Doppelpfiff an ihren Auftrag erinnern. Es ist zum Mäuse melken; sobald eine Aufgabe zu einfach bzw. die Distanz nur sehr gering ist, neigt sie zum rumdödeln. Wobei das (genauso wie das tauschen) auf meine Kappe geht. Biscuit brachte als Welpe/Junghund alles so schnell und zuverlässig, dass ich keinen großen Wert darauf legte, das explizit zu trainieren. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war. Passiert mir beim nächsten Hund nicht mehr (hoffe ich).

Voran „V1“ (Position 2 in der Grafik)

1

Die Hunde hatten aus dieser Position beim auslegen zugesehen, insofern war das vorangehen kein Problem. Nach 1x tauschen machte sich Biscuit wieder auf den Rückweg und war kurz verschwunden. Mir standen die ??? ins Gesicht geschrieben. Es dauerte eine Weile, bis Biscuit etwas weiter links wieder auftauchte.

Erst bei genauerer Betrachtung wurde klar, warum sie (und andere Hunde) einen anderen Rückweg suchte. Hinwärts (gelber Pfeil) war der Graben gut passierbar, auf dem Rückweg war direktes Hochspringen jedoch durch Totholz erschwert.

1b

Markierung ( Position 3 in der Grafik)

4

Keine besonderen Vorkommnisse bei der Markierung, hat sie prima gemacht!

Voran „V2“ (Position 4 in der Grafik)

3

Der Boden des Weihers war außen sandig, in der Mitte mit einer Eisschicht bedeckt und einem Minibach durchzogen. Es war für Keksi keine Frage, ob sie da durch/drübergehen würde. Die gerade Linie hielt sie dabei allerdings nicht. Sie driftete nach rechts ab, überquerte den Weiherboden und korrigierte sich selbst mit einer scharfen Linkskurve, als sie wieder festen Boden unter den Pfoten hatte. Finden – aufnehmen – umdrehen. Nicht getauscht und der Rückweg diesmal schnurgerade. Wie man auf dem Bild ansatzweise erkennt, war der Rand des Weihers mit Brombeeren bewachsen. Beim Zurückkommen stand Biscuit etwas verdutzt vor dieser Brombeerwand, ließ sich aber motivieren und nahm mit einem beherzten Sprung auch diese Hürde. Megaoberdoppelfreu!!! Ich grins immer noch…

Voran „V3“ (Position 5 in der Grafik)

5

Der Weg dorthin war etwas abenteuerlich, aber witzig. Nein, ich bin nicht ins Eis eingebrochen und mit dem Fuß im Schlamm stecken geblieben – das hat Julia übernommen. Somit muss Karola unseren imaginären Grobmotoriker-Wanderpokal vorläufig weiterreichen.

Biscuit wollte zuerst nach rechts ausbrechen und am oberen (sicheren) Weiherrand entlanggehen. „Nein!“, Doppelpfiff, nochmal ansetzen. Beim zweiten mal hielt sie die Linie und war schneller wieder mit Dummy auf dem Rückweg als ich gucken konnte. Ohne Ohren hätte ich wohl im Kreis gegrinst.

Danach gab es für alle eine Lektion in Sachen „Fußgehen“. Wir simulierten einen WalkUp und sollten uns in der Line den Hang hoch und in den Wald arbeiten:

7

Das war letztes Jahr noch eine unserer Baustellen, weil ich ständig zu Biscuit runtergesehen habe („Läuft sie noch Fuß? Passt sie auf? Schnüffelt sie? Springt sie gleich ein?“). Es war harte Arbeit, mir das abzugewöhnen. Hände in die Taschen, Augen geradeaus, entspannen und darauf vertrauen, dass Keksi an meiner Seite bleibt. Fakt ist: Blickkontakt und Hypnose hilft eh nix. Wenn sie einspringen will, dann tut sie das – egal ob ich dabei auf sie oder nach vorne schaue. Also schau ich lieber auf meinen Weg und minimiere das Unfallrisiko. Und siehe da – Biscuit orientiert sich seitdem viel besser an mir, wer hätte das gedacht *zwinker*.

Während des Trocken-Übungs-WalkUps gab André ab und zu ein „brrrrrt“ von sich. Zweimal sollten wir uns beim nächsten Gräusch schnell umdrehen. Das ist bei uns noch ausbaufähig, da muss mehr Tempo rein (eine schöne zwischendurch-schnell-zuhause-mit-dem-Clicker-Übung). Abgesehen von einem kleinen Einspringer (grundlos, denn es gab weder ein Geräusch noch sonstwas – MyLady hatte wohl Gespenster gesehen/gehört) war ich wirklich seeeeeehr zufrieden mit uns.

Wir bekamen danach noch einen Tipp, wie man Fußlaufen + Steadiness alleine üben kann:
1. Hund ins Fuß nehmen + ein Dummy nach vorne werfen
2. mit dem Hund zusammen auf das Dummy zulaufen
Da Biscuit nun wieder „normal“ tickt und eher ausgebremst werden muss, wird das in der nächsten Zeit eine meiner Lieblingsübungen werden.

Als nächstes stand eine Einzelmarkierung auf dem Plan. Die Markierung fiel im Hang auf der gegenüberliegenden Seite des Weihers:

6

Ich hatte mir fest vorgenommen, Biscuit bei schlechtem Marking nicht einzuweisen. Hat leider nicht ganz geklappt. Frauchen neigt immer noch zum einspringen. Dabei begann es so vielversprechend!

Biscuit kannte nun die Bodenbeschaffenheit und schlitterte im Affenzahn über den vereisten Boden und kraxelte den Hang hinauf. Leider ging sie ein bisschen über die Fallstelle hinweg und mir entfuhr ein Doppelpfiff, um sie wieder näher ranzubekommen. Völliger Schwachsinn, denn ohne mein Einwirken hätte sie das Dummy sicher gefunden. So kam sie allerdings zu weit zurück und ich mußte sie wieder komplett zurückholen.

Es wurde eine neue Markierung geworfen, wobei das Dummy an eine andere Stelle fiel als beim ersten mal. Diesmal hatte ich mich besser unter Kontrolle und Biscuit fand zügig. Auf dem Rückweg spuckte sie das Dummy allerdings nach wenigen Metern aus und stand recht belämmert mit gekrümmten Rücken in der Gegend herum. Häaaaaa???? Ich rief ihr ein „apport“ zu, woraufhin sie wieder aufnahm und zurücksauste. Sie drückte mir das Dummy in die Hand *schnell-nimm!* und rannte weiter bis zum wenige Meter entfernten Waldrand. Noch bevor ich reagieren konnte, löste sich das Rätsel mit einem lautstarken *pppppppfffffftttt* auf: Durchfall! Ein Wunder, dass sie das Dummy nach meiner Aufforderung noch zurückbrachte…

Zum Abschluss hatte André eine Suche ausgelegt, in die wir die Hunde abwechselnd schickten (hab leider das knipsen des Suchengeländes vergessen). Biscuit holte ihre beiden Dummies zuverlässig, obwohl man ihr deutlich anmerkte, dass sie auf dem Rückweg mit einem Auge nach weiteren Dummies schielte. Die neverending-Tauschmaus-Story… aber ich geb nicht auf. Es ist schon viel besser geworden, irgendwann lassen wir auch dieses Thema hinter uns. Tschakka!

Es war ein schönes Training mit tollen Aufgaben in einem rrrrrrrrrrrrichtig geilen Gelände. Ich bin froh, meinen „Normal-Keks“ endlich wiederzuhaben.

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Kategorien: Training | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Winter-Weiher-Wonderland

  1. WOW, ich bin auch in bisschen neidisch auf euer Gelände… das ist richtig cool!

  2. Es ist auch wirklich geil, darf aber nur nach Absprache genutzt werden, da dort Seminare und WTs stattfinden. Umso mehr wissen wir die seltene Chance zu schätzen 😀

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