Voranschicken mit Hexe Lilli…

…und dem Piraten in der Badewanne. Na? Neugierig geworden? :confused3:

Ohne Fleiß kein Preis – und beim einweisen sowieso nicht. Erste Aufgabe des gestrigen Gruppentrainings war dementsprechend mal wieder das voranschicken. Wir waren insgesamt 8 Teilnehmer und arbeiteten in zwei 4er-Teams. Nachdem wir Aufstellung bezogen hatten, wurden an vier verschiedenen Stellen Dummies ohne Gräusch ausgelegt. Nur an einer Stelle war dann doch etwas *brrrt-brrrrt* nötig, damit die Hunde überhaupt was mitbekamen (die Stelle war im Wald und mussten gegen die Sonne schauen).

Biscuit und ich starteten hiermit:

2

Ich weiß nicht, ob sie nicht aufgepasst oder einfach nix gesehen hatte, jedenfalls bog sie beim ersten schicken nach wenigen Metern links ab. „Nein“ + zurückgeholt. Nochmal konzentriert und diesmal hielt sie die Linie bis zur Hälfte des Wegs. Dort stieß sie plötzlich auf Esthers Spur, die nach dem auslegen der Dummies wieder zurückgelaufen war. *Den Geruch kenn ich doch!* Zack – Nase runter und gib Gummi! Ab da war klar, dass sie auf jeden Fall am Ziel ankommen würde und kurz drauf war sie schon mit Dummy auf dem Rückweg. Durch die Spur war das natürlich schon leeeeeeeicht geschummelt; zufrieden war ich trotzdem. Allerdings muss ich im Training trotzdem vermehrt darauf achten, weniger mit Vertrauenswegen zu arbeiten.

Nachdem unsere Mitstreiter die restlichen drei Stellen abgearbeitet hatten, sollte ich Biscuit dorthin schicken:

3

Die Dummies lagen ca. 5 Meter im Wald. Auf dem Waldweg davor war eine breite gefrorene Pfütze. Biscuit (und fast alle anderen Hunde) nahmen den Weg um das Eis herum. Zwar nicht perfekt, aber interessant anszusehen. Vorangehen – ausscheren – wieder einscheren – weiter vorangehen. Sonst gab´s nix zu meckern.

Danach war für unser 4er-Team erstmal Wartezone angesagt. Die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wartezone sind vielfältig. Man kann den arbeitenden Teams zusehen, sich unterhalten oder mit dem Hund blödeln und Spielzeuge auf ihre Haltbarkeit testen. Dabei musste ich feststellen, dass Bälle mit Schnur einen entscheidenden Schwachpunkt haben: den Knoten, welcher den Ball an der Schnur halten soll. Zerr. Plopp. Unser Ball an der Schnur ist jetzt ein Ball „mitohne“ Schnur. Sehr schade. Anke traurig.

Mein persönlicher Wartezonen-Tipp: Fragt mal eure Trainingskolleginnen, ob sie ein gutes Buch dabei haben. Ihr werdet staunen! :-)

5

Damit keine Langeweile aufkam, gab es zwei Fahndungsaufrufe. Ich vermisste meine Leine und André hatte seinen Stock verloren, der kurz zuvor noch unübersehbar im Wiesenboden steckte. Beides urplötzlich verschwundibussi. War es das Werk von Hexe Lilli? Kobolde? Schneeungeheuer? Oder war der Stock einfach nur umgefallen und ich hatte meine Leine mal wieder in die falsche Jackentasche gesteckt? Wer weiß, wer weiß…

Doch weiter im Trainingstext. Biscuit sollte daaaaaaaahin:

1

Hinter dem Baum ging es bergab, d.h. die Hund mussten zunächst über die Kuppe um Wind zu bekommen. Biscuit hielt die Linie zunächst sehr gut, machte aber kurz vor dem Ziel einen Schwenk in Richtung des Baums rechts daneben. Gerade als der Stopp-Piff meine Pfeife verlassen hatte, bekam sie Wind und riss nach links Richtung Dummies. Improvisieren ist alles, deshalb wurde aus dem Stopp-Pfiff schnell ein Suchen-Pfiff. Dass Biscuit mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit getauscht hat, verrate ich niemandem. Also pssssssssst! :secret:

Unser letzter Voran-Punkt lag mitten auf dem Feld. Hier auf dem Bild als Anhaltpunkt ein Hund, der gerade angekommen war:

4

Ich nahm den Arm nach vorne und Biscuits Kopf rastete direkt ein „ok, diese Richtung!“. Trotzdem wollte ich sicher gehen, dass sie gut und richtig konzentriert war. Als ich endlich den Mund aufmachen und sie schicken wollte, war Biscuit schon unterwegs und mein „voran“ eilte ihr verwundert hinterher. Auf Höhe der Dummies Suchenpfiff, aufnehmen, heimkommen. Gerade diese Stelle hatte ich mir tatsächlich schwerer vorgestellt. Naja, und das mit dem einspringen… erzählen wir einfach keinem, ok? Pssssssssst!

Da fast alle Hunde während der Aufgaben getauscht hatten, gab es gleich eine entsprechende Übung. Alle Teilnehmer stellten sich im Kreis auf und warfen je zwei Dummies in die Mitte. Getreu dem Motto „Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis“:

6

Das erste Dummy schaffte es tadellos in meine Tasche. Beim zweiten war Biscuit zunächst versucht, sich doch noch ein anderes auszusuchen. „NEIN! Apport!!! ….. feeeeeeeeeeeeein“ – *grummel-flöt*. Nach dem Gehampel bei der Abgabe zu urteilen, hätte sie lieber eins ohne Schneepanade gehabt. Zicke!

Es sollte ein WalkUp folgen *innerlich aufstöhn*. Der Grobmotoriker-Wanderpokal geht diesmal an Steffi: zielsicher auf den ersten Metern in eine vereiste Pfütze getreten, eingebrochen und knöcheltief im Wasser versunken. Natürlich OHNE geeignetes Schuhwerk.

8 kleine Dummygirls walkten einen up,
eine davon ist stecken geblieben,
da waren´s nur noch 7…

Durch das unfreundliche Gelände wurde aus der Line eine Schlangen-Line (mit Dank an die Wortschöpferin Alex). Ich HASSE Brombeeren! André musste einsehen, dass man in diesem Wald mit uns weder einen Krieg noch eine Schlacht gewinnen würde.

7

Auf dem Waldweg ging es zurück in übersichtlicheres Gelände, wo die nächste Einweise-Aufgabe vorbereitet wurde:

8

An allen drei Punkten wurden 8 Dummies ausgelegt. Die Hunde sollten zuerst auf den mittleren Baum vorangeschickt werden. Danach voranschicken, stoppen und links/rechts schicken.

Als wir an der Reihe waren, hatte Biscuit noch gut in Erinnerung, dass der Hund vor ihr ein Dummy aus der rechten Baumgruppe geholt hatte. Entsprechend war sie der Meinung, sie müsste auf halben Weg rechts abbiegen. „NEIN!“ + zurückgeholt. Im zweiten Anlauf ging sie dann sehr schön. Geht doch!

Da ich (immer noch) der Meinung bin, sie hat das rechts/links schicken noch nicht verinnerlicht, hab ich die weitere Aufgabenstellung für uns abgewandelt. Ich setzte sie zwischen den zwei Baumgruppen ab, ging weg und schickte sie dann nach links/rechts. So konnte ich bei Bedarf helfen oder einschreiten. Wie sich herausstellte musste ich nicht helfen – aber eingreifen! Biscuit hatte mein „links“ als „back“ ausgelegt (*da hinten war ich schonmal, da liegt was, ich weiß es, ich weiß es, nänänänänänäääääää*) und ließ sich auch von einem „NEIN“ und *tüt-tüt* nicht abhalten. Es folgte eine verbale Eskalation meinerseits:

„HIMMELHERRGOTTSACKZEMENTNOCHMAL! NEIN!
BISCUIT – DAAAAAAHER!“

*räusper*

Danach waren wir uns einig und Biscuit nahm die gewünschten Richtungen an.

Als Abschlussaufgabe verlagerten wir unseren Standpunkt ein Stück nach hinten und sollten die Hunde über einen kleinen Graben nochmal auf den mittleren Baum voranschicken:

9

Das „voran“ hat Biscuit hervorragend angenommen, da gab´s keine Zweifel, keine Ausbruchversuche auf die alten Links/Rechts-Stellen, sie ist einfach gegangen ♥ Der perfekte Trainingsabschluss!

Mal wieder ein gelungenes Training, bei dem der Spaß nicht zu kurz kam!

Meine Hausaufgaben werde ich weiterhin schwerpunktmäßig auf links/rechts/back legen, dies aber nun auch in Verbindung mit alten Fallstellen/Vertrauenspunkten als Verleitung. Biscuit muss lernen, dass sie nur mit mir zusammen zum Erfolg kommt – und nicht durch eigene Ideen. Das wird sicher… na sagen wir mal… interessant. Grins.

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Kategorien: Training | Hinterlasse einen Kommentar

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