Seminar mit Susanne Müller-Baukrowitz

Aufgabe: Beschreiben Sie eine typische Situation, die Anke zu Beginn eines Seminars erlebt.
Lösung: Alle sind startbereit, haben Hund und Ausrüstung parat, es könnte losgehen. Doch dann ertönt der allgemein bekannte Satz „Scheiße, wo ist der Autoschlüssel???“.

So auch dieses Wochenende beim Seminar mit Susi. Nach 10 Minuten hektischer Suche (im Auto, in der Jackentasche, unterm Auto, in der Jackentasche, ums Auto herum, in der Jackentasche) fand sich der Schlüssel in einer Tasche unter der Jacke. Klar, wo sonst? Wir marschierten ins Gelände und nach der allgemeinen Vorstellungsrunde fragte uns Susi der Reihe nach „Kann dein Hund den Suchenpfiff?“ Ich antwortete voller Überzeugung „Ja“. Lektion 1: Sei vorsichtig mit deinen Antworten…

Susi versteckte ein kleines Suchendummy am Wegesrand. Hund absetzen und Suchenpfiff? Denkste! Sobald der Hund abgesetzt war, warf Susi mit Geräusch ein Verleitungsdummy auf die andere Seite des Wegs. Bitte alle mal dumm gucken – danke reicht schon – weitermachen. Ich tütete vor mich hin und Biscuit überlegte angestrengt. Nach ein paar Sekunden tütüüüü-tütüüüü und einem heimlichen Handzeichen nahm sie endlich die Nase runter, suchte ein bisschen und driftete zur Verleitung. Ich blockte sie mit einem „Nein“ und nach ein paar weiteren tütüüüüs fand sie das Suchendummy, war zwischendurch allerdings zweitweise zu großräumig unterwegs. Fazit: nicht schlecht – weiterüben!

Weiter ging es mit einer im ersten Augenblick total popeligen Markierung an einer Weggabelung. Die Markierung fiel auf den gegenüberliegenden Weg in etwa 10 Metern Entfernung. Worum es aber eigentlich ging – und von fast allen Hunde „falsch“ gemacht wurde – war der Rückweg:

Rückweg

Biscuit ist bei der Aufgabe sicher um 10 Jahre gealtert. Als sie beim Dummy ankam und es gerade picken wollte, schmiss jemand 20m weiter eine Kettensäge an. Vvrrooooooommmm!!! Meine Herren, da hat´s den Keks gerissen! Sie sprang in einem rieeeeeeeeesen Satz weg vom Dummy, die Augen quollen aus dem Kopf und der Blick sprach Bände… Sie sah so albern aus, dass wir nach dem ersten kurzen Schreck alle in schallendes Gelächter ausgebrochen sind. Dadurch fing sich Keksi sofort wieder und lieferte das Dummy doch noch ab – natürlich über den bequemen Rückweg. Erst im zweiten Durchgang kam sie auf dem direkten Weg.

*knapp daneben ist auch vorbei…*

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*ich kommääää*

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Zwischenfazit: Zwei vermeintliche Popelaufgaben, zwei Baustellen. Guter Schnitt, aber da geht noch mehr…

Alle Teilnehmer warfen gemeinsam (mit Hunden) je ein Dummy in ein Waldstück. Danach entfernten wir uns in einer Linie auf die angrenzenden Wiese. Auf Susis Kommando walkten wir, drehten uns und schickten die Hunde abwechselnd voran. Das war erwartungsgemäß für Biscuit kein Problem, trotzdem hatte ich einen Fehler gemacht. Ich hatte den Suchenpfiff gegeben, anstatt Biscuit am Wald ein „such“ zuzurufen. Wen wundert es also, dass Biscuit auf den Suchenpfiff so großräumig sucht, wenn ich es ihr falsch beibringe? Baustelle Nummer 3… wobei ich und mein Handling sicher eine Dauerbaustelle bleiben werden. Räusper. Während des Walk-Ups warf Susi Verleitungen vor die Line. Wie schon neulich nutzte Biscuit einen unaufmerksamen Moment von mir und sprang ein. Älläbäääääääätsch. Es blieb allerdings der einzige Keks-Einspringer an diesem Tag.

*auslegen*

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Voran!

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*yeehaw!*

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Danke!

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Nachdem alle Hunde vorangeschickt waren, wurden Dummies nachgelegt. „Kann dein Hund `back`?“ Etwas vorsichtiger antwortete ich „Naja, nicht 100%ig“. Ich setzte Biscuit mit dem Rücken zum Wald ab und machte mich bereit, als plötzlich ein Dummy zwischen Biscuit und mich flog. Och menno…
„Back!“ Biscuit zuckte nach hinten, überlegte es sich anders und setzte sich wieder…
„Back!“ Biscuit starrte verständnislos auf das Dummy zwischen uns…
„Back!“ Biscuit zuckte wieder, blieb aber sitzen…

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Vielleicht hätte ich sie doch noch überzeugen können, aber zu ihrem offensichtlichen Gedankengulsch kam noch lautes Bellen aus der Wartezone dazu und ich sah förmlich in ihrem Gesicht, wie der Vorhang fiel. Rumms. Dicht gemacht. Nix mehr zu wollen. Ich ging mit Biscuit nochmal zum Wald und lockerte sie auf dem Weg dorthin mit Bällchen auf. Im nächsten Versuch klappte es schließlich. Lektion 2: Im Training bei Susi niemals zu früh freuen! Als Biscuit auf dem Rückweg war, warf Susi eine Verleitung quer über Biscuits Rückweg und die fiel natürlich prompt drauf rein. Sie spuckte ihr Dummy aus und geierte zur Verleitung, was ich sofort mit „Nein, Apport!“ abbrechen konnte. Die Verleitung holte ich anschließend selbst. Baustelle Nummer 4… da geht noch was!

*auflockern*

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*alles wieder gut*

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Nach der Mittagspause wechselten wir das Gebiet und bauten mehrere Punkte auf, die zum Ende des Tages zu einer Teamaufgabe führen sollten. Zunächst legte meine Gruppe gemeinsam mit den Hunden vier Dummies aus. Der Weg führte durch etwas Gestrüpp und einen Wald. Gleicher Weg wieder zurück und nacheinander voranschicken:

waldstreifen

Auch hier sollten wir wieder darauf achten, dass die Hunde den direkten Rückweg nehmen – denn das kleine Gestrüpp verleitete dazu, den einfachen Weg außenrum zu nehmen. Biscuits Linie beim Voran war nicht 100%ig ideal, aber sie kam auf Anhieb zum Erfolg und der Rückweg war direkt.

Während wir unsere Dummies ausgelegt hatten, waren von der anderen Gruppe ebenfalls mehrere Dummies in einer Baumgruppe ausgelegt worden. Auf diese Baumgruppe schickten zunächst die anderen ihre Hunde voran, danach meine Gruppe:

baumgruppe

Hier gab es nichts zu beanstanden, hat das Kekschen super gemacht!

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Weiter ging es mit einer Premiere: Zauntraining! Es wurde ein weißer Schafzaun quer über die Wiese gespannt und wir machten die Hunde nacheinander damit bekannt. Erstmal hingehen und zeigen, dann den Zaun etwas herunterdrücken und den Hund springen lassen, anschließend über die volle Höhe. Dabei stellte ich fest: es gibt Naturtalente und es gibt Biscuit. Sie ist einige male volle Lotte in den Zaun gerammelt oder hängen geblieben, hat sich beim abspringen verschätzt usw. Trotzdem ist sie brav immer wieder gesprungen. Da der Zaun lang genug war, wurde ich mit Biscuit an die Seite geschickt, um dort weiter zu üben. Dummy rübergeworfen – apport. Hinweg war kein Thema, der Rückweg jedesmal ein Kampf. Im nachhinein könnt ich mir in den Hintern treten, weil ich auf die einfachste Lösung nicht gekommen bin: ein Tennisball hätte den Rückweg sicher attraktiver gemacht. Ich Hornochse. Baustelle Nummer drölfzich.

Wie man es nicht machen sollte
(es darf gelacht werden, is nix passiert!)

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Frauchen geht mit schlechtem Beispiel voran…

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aber irgendwie kommen sie alle drüber…

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man beachte die elegante Pfotenhaltung!

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Es folgte eine Halteübung. Ablauf bekannt: Hund absetzen, Dummy in die „Goschn“, weggehen. Hund soll halten, bis man ihm was anderes sagt. Ein Geduldsspiel, doch am Ende saß Biscuit tapfer mit Dummy im Maul und ich freute mich… wiedermal zu früh. Susi kam vorbei und hielt Biscuit ein Leckerchen unter die Nase. Plopp. Biscuits Pflichtbewusstsein löste sich in Luft auf und mein zufriedenes Grinsen ebenfalls. Baustelle Nummer habaufgehörtmitzuzählenweilhatjaehkeinenSinn.

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Nach dieser kleinen Zwischenübung legte meine Gruppe (mit Hunden) vier Dummies an einem Punkt hinter dem Zaun aus:

zaun

Dieser Punkt wurde jedoch nicht erst einzeln abgearbeitet, sondern sofort Teil der folgenden Teamaufgabe. Diese bestand aus einer Markierung (D1) und den drei Voranpunkten (D2, D3, D4):

Teamaufgabe

Im ersten Durchgang durften wir selbst bestimmten, in welcher Reihenfolge wir die Aufgaben abarbeiten wollen und wer wohin schickt. Wir sortierten zunächst mal nach Schwierigkeitsgrad: Die Markierung D1 war am einfachsten – die also zuerst. Das schwierigste Voran war D2, weil daneben die Markierung gefallen war. Danach kam D4, weil die Hunde dort noch nicht gewesen waren. D3 war das „einfachste“ Voran, allerdings nicht zu unterschätzen, weil es schon lange her war. Wir diskutierten die Stärken und Schwächen unserer Hunde.

1. Durchgang: Da Biscuit und der Zaun keine guten Freunde waren, fiel uns zunächst D3 zu. Sie ging bis in den Wald, kam dort aber ins stocken. Stopp-Pfiff – Back! Leider drehte sie nicht komplett und driftete falsch ab. Ich holte sie zurück, ging nochmal in den Wald, klatschte und brrrte dort ein wenig. Diesmal fiel es ihr unterwegs wieder ein und sie ging in einer schönen geraden Linie durch.

2. Durchgang: Ab diesem Durchgang gab Susi vor, wer wann welche Aufgabe arbeitete. Biscuit sollte diesmal die Markierung D1 arbeiten – allerdings nicht sofort. Es wurden erst D2, D3 und D4 geholt. Ich geb zu, ich hatte meine Zweifel, aber Biscuit hatte sich die Fallstelle super gemerkt. Sehr schön, denn das kennen wir ja auch anders.

3. Durchgang: Biscuit sollte D4 holen. Damit sie nicht noch mehr negative Erfahrungen machen würde, drückte Susi den Zaun auf die Hälte herunter. Biscuit ging raus, überquerte den Zaun und driftete nach links Richtung Gebüsch. Stopp-Pfiff. Konzentration. Back! Biscuit wirbelte herum, kam nach einigen Metern jedoch wieder ins stocken. Stopp-Pfiff (war 2x inkl. verbalem Sitz nötig). Back! Biscuit blieb sitzen. Susi deutete an, dass ich auf meine Handfläche achten solle. Konzentration. Back! Keksi dreht wie befohlen um, hoppelt ein paar Meter noch etwas verhalten und dann sah man wie es ihr wieder einfiel und sie einen Zahn zulegte. Für mich war das ganz großes Kino, sie auf die Entfernung back zu schicken! Diesmal unterstützte ich den Rückweg mit viel Jubel und Tennisball. Dummy daheim. Anke happy!

4. Durchgang: Nochmal D4 für Biscuit, denn sie sollte die Strecke einmal ordentlich durchlaufen, was sie auch tat. Rückweg über den Zaun wieder mit viel Party. Anke megahappy!

Gesamtfazit: geil war´s! Biscuit und ich sind gerade an der Schwelle zum F-Niveau. Ich soll das bisher gelernte weiter festigen und Biscuit in den einzelnen Bausteinen die nötige Sicherheit geben, bevor ich das Puzzle zusammensetze. Weiterhin an den Basics arbeiten (z.B. halten, direkter Rückweg) und … einen Zaun kaufen. Kicher.

Ich bin sehr stolz auf mein Keksi ♥

Susi hatte viele Tipps und aufbauende Worte parat und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Sie hat es problemlos geschafft, die Teams richtig einzuschätzen und die Aufgaben an die unterschiedlichen Leistungsstände der einzelnen Teams anzupassen. Die Gruppe war eine supernette Truppe und wir hatten irre viel Spaß und viel gelacht. Alles total entspannt – so wie es sein soll! Danke für den schönen Tag!

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Kategorien: Seminare | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Seminar mit Susanne Müller-Baukrowitz

  1. Sehr schöner Bericht. Da sind tolle neue Sachen dabei 🙂 ….. Da kommen mir ja wirklich nette Ideen für unsern Trainingstag *freu*

  2. Jetzt musste ich Pippin doch glatt mal beim Halten ein Leckerchen unter die Nase halten – beim ersten Versuch hat er`s auch fallen lassen 🙂 Also, das Dummy, nicht das Leckerchen… 😀

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