Work & Show Aichach 2013 – der Workingtest (A)

Nachdem wir bei der Show am Samstag überraschend erfolgreich waren, freute ich mich gleich noch mehr auf den Workingtest am Sonntag. Obwohl wir im Hotel übernachtet hatten, um uns die 2 1/2 stündige Anreise zu ersparen, war ich alles andere als ausgeschlafen. Biscuit wirkte auch nicht viel fitter. Hm. Na schau mer ma, dann seh mer scho! 

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Es gab 6 Aufgaben bei vier Richtern. Um das ganze zügig über die Bühne zu bekommen, wurden bei zwei Richtern gleich zwei Aufgaben in einem Aufwasch erledigt. Los ging´s!

Aufgabe 3 + 4 – Monika Schönbach (D)

Ein 2er-Walk-Up. Schluck. Nachdem die Hunde abgeleint waren, wurde zu Beginn der Aufgabe 3 erstmal die Aufgabe 4 vorbereitet. Die Richterin warf je ein Dummy links und rechts von den beiden Teams in eine kleine Gruppe junger Fichten. Dort lag bereits jeweils ein Dummy.

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Wir waren das Team mit der niedrigeren Startnummer und standen daher auf der linken Position, d.h. das Dummy fiel wenige Meter neben uns auf Biscuits offene Seite. Ich dachte erst „Au backe…“, aber Biscuit blieb ruhig neben mir sitzen. Als beide Dummies lagen, kam die Richterin hinter uns und befahl „Walk on!“ Der Waldweg war sehr eng und so ging  man mit dem anderen Team fast Schulter an Schulter, bis der Schuss und die Markierung fielen.

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Auf Freigabe durfte man zwei Schritte nach vorn gehen und den Hund schicken. Biscuit und ich waren zuerst an der Reihe. Keksi hatte recht gut markiert, war aber mit gedrosselter Geschwindigkeit unterwegs. Nachdem unser Dummy drin war, tauschten wir mit dem anderen Team die Plätze, d.h. für uns ging es rechts außen weiter. „Walk on!“… Schuss, Markierung für das andere Team.

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Ich gab mich betont lässig, vergrub die Hände in der Dummyweste, verlagerte mein Gewicht auf das rechte Bein und studierte die Blümchen zu meinen Füßen. Biscuit sah mich kurz an und begriff, was ich ihr damit übermitteln wollte: „Das geht uns üüüüberhaut gaaar nix an…“. Nachdem das Dummy geholt war, durften wir die Hunde kurz anleinen. Aufgabe 3 beendet!

→ 18 Punkte

Wir sortierten uns und ich nahm wieder die linke Position ein. Wir leinten ab und gingen zu unserem Startpunkt zurück, wo zu Anfang die Dummies in die Fichten geworfen wurden. Dort sollten die Hunde abwechselnd in die kleine Suche geschickt werden.

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Die Fußarbeit zurück zum Startpunkt war grottig! Biscuit lief nicht neben mir, sondern schlich hinter mir her. Das andere Team war zuerst an der Reihe und holte ein Dummy aus der Suche. Danach durfte ich schicken. Obwohl ich nach der gelangweilt-unmotivierten Fußarbeit nicht damit gerechnet hatte, ging Biscuit zügig und freudig raus und verschwand in den Fichten. Man sah mal hier mal da den Bewuchs wackeln und schließlich tauchte Keksi ohne Dummy auf und spähte in meine Richtung. Ich gab nochmal eine Aufforderung zum Suchen, Biscuit verschwand wieder (wackel-wackel) und fand.

→ 15 Punkte

Bis dahin war die Welt noch in Ordnung. Mir war nach diesen Aufgaben zwar klar, dass Biscuit nicht ihren besten Tag hatte, aber solange sie nicht komplett blockieren würde…?! Wie sich kurz darauf herausstellte, hatte Frauchen ebenfalls nicht ihren besten Tag

Aufgabe 5 + 6 – Detlef Henrich (D)

Es ging los mit einer Einzelmarkierung. Man stand auf einer Waldlichtung. Die Markierung fiel in eine Baumgruppe, der Werfer war nicht sichtig.

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Der Richter erteilte die Freigabe durch Nennung der Startnummer. Hier hätten wir uns schon fast eine Null eingefangen. Mein gerade eben in der Teamaufgabe noch so relaxtes Hündchen hatte einen unerwarteten Energieschub. Sie hörte die Startnummer und plumpste in ihre Liegestützen-Raketen-Abschuss-Position. Schwitz. Mein „Apport“ kam gerade noch rechtzeitig, bevor die Rakete zündete. Dafür war die Markierleistung eher dürftig. Sie kreiselte ein wenig durch die Bäume, bevor sie fand.

→ 14 Punke

Nach der Abgabe ging es direkt weiter und man marschierte vom alten Startpunkt einige Meter zum neuen Startpunkt. Dort angekommen fiel eine Einzelmarkierung in die Baumgruppe rechts der Lichtung.

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Biscuit plumpste glatt wieder in ihre „gleich-gleich-gleich“-Liegestütze und war überrascht, als der Richter mit einem „brrt“ eine Verleitung wenige Meter rechts neben uns warf. Der Hundeführer sollte die Verleitung selbst aufheben und den Hund anschließend auf die Markierung schicken.

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Ich bedeutete Biscuit ein „bleib“ und sammelte die Verleitung ein. Irgendwo auf den wenigen Metern zur Verleitung und zurück zu Biscuit muss bei mir ein regelrechtes Gehirnzellenmassaker stattgefunden haben. Anders kann ich mir meinen Aussetzer wirklich nicht erklären.

Biscuit schien noch auf die Stelle der Markierung konzentriert zu sein. Doch ansatt ihr trotzdem deutlich die Richtung anzuzeigen, rotzte ich ihr ein lapidares „Apport“ vor die Pfoten. Als sie daraufhin nach rechts zur Stelle der Verleitung abzwitscherte, hätt ich mich am liebsten schreiend auf dem Boden gewälzt.

Wieeeeeeeeee oft hatten wir diese Situation schon in Training?
Wieeeeeeee oft hat Biscuit bereits bewiesen, dass sie eine Meisterin im Tarnen und Täuschen ist?
Wieeeeeeeee blöööööööd muss man sein, um sowas einfach zu vergessen?
Unfassable!

Ich versuchte zu retten, was zu retten war:
TÜÜÜT – Keks sitzt – linker Arm raus – RÜBER!
Biscuit ging die Hälfte der Strecke sehr schön, drohte aber nach links zu den alten Fallstellen abzudriften.
TÜÜÜT – Keks sitzt – rechter Arm hoch – BACK!
Keksi drehte sich wie geheißen über die linke Schulter und war schon fast in der Nähe der Fallstelle, als sie entweder die alten Fallstellen in die Nase bekam oder sich wieder daran erinnerte (ich glaube letzteres, denn Wind war zu diesem Zeitpunkt Fehlanzeige) und scharf links abbog.
TÜÜÜT (viel zu spät) – Keks dreht sich um, guckt mich an, pinkelt aus Verlegenheit, setzt sich – rechter Arm raus – RÜBER!
Biscuit:
Zweiter Versuch – rechter Arm raus – RÜBER!
Biscuit:

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An diesem Punkt wußte ich, dass es keinen Sinn mehr hatte. Ich breitete die Arme aus und holte sie zurück, was beim Richtersteward sofort Entsetzen auslöste „NICHT! Das ist dann eine Null!“. Darauf ich „Ja, ich weiß. Aber sie nimmt meine Kommandos nicht mehr an und ich versau mir damit nur das Training. Außerdem hab ich es von Anfang an vermasselt, weil ich sie nicht ordentlich geschickt habe.“ Damit erntete ich bei Detlef Henrich Respekt, Zustimmung… naja, und die Null

→ 0 Punkte

Im nachhinein hab ich überlegt, ob es vielleicht geschickter gewesen wäre, nicht sofort einzuweisen. Vielleicht hätte ein nach links gefuchteltes Apport genügt, um Biscuit auf die richtige Spur zu bekommen? Wäre, hätte, sollte, könnte… Fakt ist – mein Fehler! Einen kleinen positiven Aspekt hatte es trotzdem, denn immerhin hat Biscuit die ersten beiden Pfiffe/Kommandos sofort und perfekt angenommen. Ist ja schließlich auch was wert.

Natürlich hab ich mich auf dem Weg zur nächsten Aufgabe über meine Blödheit grün und blau geärgert. Ich hoffe doch, dass ich daraus gelernt habe und mir zumindest dieser Fehler nicht nochmal passiert

Aufgabe 2 – Sebastian Hochreiter (A)

Doppelmarkierung. Die erste Markierung wurde nur mit einem Geräusch geworfen und landete direkt hinter einem Baum.

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Man drehte sich nach links in Richtung eines Hangs, auf der gegenüberliegenden Hangseite fiel eine Markierung mit Schuss.

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Nach Freigabe durfte man selbst entscheiden, welche Markierung man zuerst arbeiten möchte. Ich entschied mich für die einfache Variante (muss ein heller Moment gewesen sein…) und schickte Biscuit zuerst auf die beschossene Markierung. Keksi war diesmal steady und wartete artig das Kommando ab. Das Gelände war für sie kein Problem, Hang runter, über den Graben, Hang nach oben, Fallstelle absuchen. Sie hatte nicht perfekt markiert, suchte aber kleinräumig um die Fallstelle herum. Für mich eine Gratwanderung – wann greife ich ein, wie viel Spielraum kann ich ihr lassen, bevor sie sich verzettelt? Es dauerte ein Weilchen, aber sie fand genau in dem Moment, als ich mit einem Suchenpfiff untersützen wollte.

Ich nahm sie wieder ins Fuß und drehte uns zur Fallstelle der ersten Markierung. Das erste was mir durch den Kopf schoss war „Verdammt, welcher Baum war es?“. Die Richtung wußte ich in etwa noch, die Tiefe konnte ich überhaupt nicht mehr einschätzen. Biscuit hingegen wußte noch haargenau, wo das Dummy lag. Raus, gepickt, rein. Cooooooool!

→ 17 Punkte

Aufgabe 2 – Rita Kökény (HU)

In einem von Waldwegen begrenzten Suchengebiet lagen drei Dummies. Bevor der Hund geschickt wurde, gab ein Schütze an der gegenüberliegenden Seite einen Schuss ab. Zwei Dummies sollten geholt werden.

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Was dann kam, würde ich als „gemeinschaftlich vermurkst“ bezeichnen. Ich schickte Biscuit bedächtig mit einem „such-such“ und hatte die Hoffnung, dass sie mit der Suche klein anfangen würde. Pustekuchen. Sie rannte vollstoff zum Schützen „Du hast geschossen, gell? Hab zwar nix fliegen sehen, aber das heißt ja nix…“. An der Stelle hätte ich einfach mal abwarten sollen. Aber neeeeeeeeeeeein. Kontrollfreak der ich bin, pfiff ich sofort und dirigierte sie zurück ins Suchengebiet, wo ich dem ganzen mit einem Suchenpfiff noch die Krone der Dummheit aufsetzte. Sie suchte an der Stelle, wo mein Suchenpfiff erklang, fand nix, sah zu mir. Ich versuchte sie, zum weitersuchen zu animieren und schon waren wir mittendrin → Fragestunde mit Biscuit: „Schnüffel, hochguck – hier is nix.“ Ein paar Meter weiterschleichen „Schnüffel, hochguck – hier vielleicht?“ usw. Gruuuuuuuuuuuuuuuselig!!!

Letztendlich hatte ich weniger Geduld als die Richterin und brach die Aufgabe selbst ab, indem ich Biscuit mit den Worten „Sorry, but she´s not hunting…“ zurückholte. Das war keine Suche, sondern ein Hormonella-Spaziergang. Argh.

→ 0 Punkte

(Alle Ergebnisse gibt es HIER zu lesen.)

Ich gebe zu, dass ich mich direkt nach der Aufgabe nochmal richtig geärgert habe. Über mich, über Biscuit, über Hormone und überhaupt über alles. Zum Glück hielt es nicht lange an und der Ärger schlug schnell in Galgenhumor um. Mit jedem Lacher wurde die Stimmung besser und obwohl wir gaaaaaaaaaaaaaanz kurz über folgendes Szenario nachgedacht hatten…

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…durften die Schnöffels doch wieder mit nach Hause und das sein, was sie eben sind:
Die liebenswürdigsten Knutschnasen von Welt!

Ein paar Erkenntnisse hat der Tag natürlich auch gebracht:

  • Biscuit braucht klare Kommandos (gut, das wussten wir vorher schon, aber doppelt hält besser)
  • Wenn ich nicht aufpasse, bekommen wir Steadinessprobleme bei Einzelaufgaben. Das hat der Vergleich zwischen Team und Einzel deutlich gezeigt. In der Line ist sie steady, alleine nicht. Das bedeutet, dass sie genau zu wissen scheint, dass im Einzel alle Dummies für sie sind. Das krieg ich aber sicher relativ schnell wieder ausgebügelt.
  • Ich habe im Training die Suche vernachlässigt – schon wieder… grrrr.

Nach dem WT ist vor dem WT: in drei Wochen geht´s nach Allersberg zum Stormy Weather. Neue Chance, neues Glück! Tschakka!

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Work & Show Aichach 2013 – der Workingtest (A)

  1. Ey hömma, die Diva konnte ja schomma eh für gar nix und das Keksi bei McDoof auch nur gedanklich aussetzen zu wollen, dafür gehörste standrechtlich erschossen! Jawoll!! 😉

    Mädels, die Tante Sylvia holt euch von jedem McDoof der Welt ab! *schwör* :-)))

  2. Unbedingt!!! *g*

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