Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2013)

Noch nie hatte ich vor einer Anmeldung so viel gegrübelt wie bei diesem Seminar. Dabei ging es nicht darum, ob ich teilnehmen wolle. DAS war nach meinen Erfahrungen aus 2011 und 2012 klar wie Kloßbrühe. Die Preisfrage lautete: Melde ich Anfänger oder Fortgeschrittene? Keksi und ich sind momentan weder Fisch noch Fleisch. Irgendwie… doof. Biscuits derzeitige Ausfallerscheinungen machten es noch dööferöfer. Es müsste drei Gruppen geben: A (für Anfänger), F (für Fortgeschrittene) und H (für Hormonellas). Die könnte man noch unterteilen in AH (Anfänger-Hormonellas), FH (Fortgeschrittene-Hormonellas und H-VH (Hormonellas mit verpeilten Hundeführern). Laber-schwafel-sülz. Ich fasste mir ein Herz und meldete uns für die F an. Uuuuuääähhh!

Die Wiedersehensfreude mit Petra war groß und nahm mir sofort meine Bedenken. Egal ob A oder F (oder H-VH) → bei Petra fühle ich mich immer sehr gut aufgehoben. Wie jedes Jahr befragte Petra alle Teilnehmer nach bestimmten Wünschen/Baustellen, darunter z.B. die Fragen „Wie überprüfe ich, ob mein Hund die Kommandos „back, links, rechts“ verstanden hat? Mit welchen Übungen kann ich den Stopp-Pfiff festigen? Was tun, wenn der Hund blockiert/die Richtung der Hand nicht annimmt?“.

Biscuit und ich versuchten uns an der ersten Aufgabe. Zuerst fiel eine Markierung, die auch sofort geholt wurde. Für Biscuit kein Problem, sie nahm sogar den direkten Weg. Auf dem Rückweg fiel eine Verleitung, die sie schön markiert aber ignoriert hat.

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Anschließend sollte ich sie voranschicken – auf ein Vollblind:

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In der Zeit vor der Läufigkeit hätten wir das vllt. sogar geschafft, aber im Moment? Keine Chance! Sie ging zwar raus, ließ sich aber von den Leuten in der Wartezone irritieren und wollte dorthin. Ich holte sie 2x zuück und setzte neu an, ohne Erfolg. Erst als ein Geräusch gemacht wurde, ging sie korrekt raus. Die Verleitmarkierung holte sie anschließend problemlos.

Ein erstes Fazit: Biscuit nimmt meine Hand momentan nicht mehr richtig an und lässt sich schnell irritieren.

Im Vorfeld zur nächsten Aufgabe fragte uns Petra nach dem Wind und ich nutzte die Gelegenheit, um mich ordentlich zu blamieren. Ohne nachzudenken genau die falsche Antwort gegeben, sofort gemerkt und zurückgerudert, aber es war zu spääääääät. Jaja, der Wind, der Wind, das dämliche Kind… ob ich das jemals gebacken kriege, ist äußerst fraglich. Hust

An der Stelle, wo vorher die Markierungen gefallen waren, wurden heimlich Dummies ausgelegt. Bevor wir die Hunde dorthin voranschickten, fiel 90° rechts neben uns eine Markierung (leider kein Bild vorhanden). Zuerst voranschicken, dann die Markierung.

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Das Voran war noch gruseliger als im ersten Durchgang. Erst wollte Biscuit nicht rausgehen, dann wollte sie außenrum, dann wurde sie durch den Geländeübergang ausgebremst. Es gelang mir nur mit viel Hilfe, sie in gerader Linie zu den Dummies zu bekommen. Die Markierung hatte sie dafür noch sehr schön auf dem Schirm.

Nächste Aufgabe, gleicher Schauplatz. Zuerst fiel rechts neben uns wieder ein Mark, welches die Hunde sofort arbeiteten. Danach fiel einige Meter weiter hinten eine weitere Markierung, diese sollte erst später geholt werden. Stattdessen wurden die Hunde wieder auf den alten Punkt vorangeschickt und sollten ein Blind aus dem Geländeübergang holen. Danach die Markierung, anschließend nochmal durchschicken. Klar soweit?

2b

Erste Markierung – kein Problem. Zweite Markierung fiel, ich zählte innerlich bis 3, drehte Biscuit nach links und schickte sie voran. Diesmal ging sie sehr schön, reagierte am Geländeübergang sofort auf meinen Stopp-Pfiff und den anschließenden Suchenpfiff. Tschakka! Bei der zweiten Markierung hatte sie ihre Probleme. Sie ließ sich zwar von der alten Fallstelle der ersten Markierung nicht ausbremsen, hatte aber die zweite Fallstelle nicht mehr im Kopf und tanzte um den Helfer herum, bevor sie zum Erfolg kam. Beim durchschicken auf die alte Voran-Stelle fiel ihr hinter dem Geländeübergang ein, dass ich sie dort vorhin ins Stopp gepfiffen hatte und drehte sich zu mir um. Arm hoch „back!“ und schwupps, sie ging! Geht doch!

Bisher hatte ich beim Stopp-Pfiff immer darauf bestanden, dass Biscuit sich hinsetzt. Darauf soll ich laut Petra künftig verzichten – vor allem, wenn Biscuit sowieso schon von alleine fragt und sich zu mir umdreht. Mit dem Sitzen tackere ich sie unnötig fest, was einer der Gründe für ihre Blockaden sein kann

Nach der Mittagspause ging es weiter: Nachdem eine Markierung gefallen war, sollten die Hunde auf ein hinter dem Hügel ausgelegtes Dummy vorangeschickt werden. Danach wurde die Markierung geholt.

5

Biscuit hat eigentlich inzwischen gelernt, dass Markierungen tabu sind, wenn sie vorangeschickt wird. Eigentlich. In diesem Fall fiel die Markierung allerdings in einem (für unseren Trainingsstand) recht engen Winkel und zusätzlich auf Biscuits offener Seite. Es folgte ein klassischer keks´scher Antäuscher. Korrekt ausgerichtet starrte sie nach vorne… und bog auf mein „voran“ scharf links ab zur Markierung. Da musste auch Petra herzlich lachen. Ich bremste Biscuit mit einem „Nein“ aus, ging ein paar Schritte nach vorne und siehe da – Keksi fiel wieder ein, was „voran“ bedeutet. Das Mark war reine Formsache.

Wir widmeten uns dem korrekten Einsatz von Markierstäben und gleich einer Übung dazu. Es wurde ein Markierstab sichtig auf der Wiese platziert. Die Dummies lagen jedoch einige Meter weiter hinter dem Hügel. Noch ein paar Meter weiter saß versteckt meine Freundin Esther, falls einer der Hunde Hilfe brauchen sollte. Das Ziel: die Hunde am Markierstab vorbeizuschicken.

5a

Ich schickte Biscuit kurz vor dem Markierstab nochmal ein „vooooooran“ hinterher, was sie brav befolgte und zu den Dummies durchrannte. Sie verschwand hinter dem Hügel …. und blieb verschwunden. Öhm?!? *Kopfkratz*
Petra: „Nanu, wo bleibt sie denn?“
Ich: „Wahrscheinlich sagt sie Esther kurz hallo.“
Kurz darauf tauchten tatsächlich Biscuit und Esther gemeinsam auf. Biscuit hatte nicht nur Hallo gesagt, sondern wollte das Dummy bei Esther abgeben. Sie stand wedelnd und freudig grunzend vor ihr und drückte ihr das Dummy entgegen. Nachdem Ignorieren nichts brachte, zeigte ihr Esther den Weg zurück zu uns

Damit war das Thema „einweisen“ erstmal abgeschlossen. Wir widmeten uns den Markierungen, wie man das Marking verbessern kann und welche Rolle der Wind dabei spielt. Wind → mein Lieblingsthema *seufz*. Es folgte eine Team-Aufgabe, die im 2er-Team gearbeitet wurde.

Zuerst wurde eine Markierung mit dem Dummy-Launcher geschossen…

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…danach fielen zwei weitere Markierungen – zuerst vorne links, dann hinten rechts (Fallstelle nicht sichtig):

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Nachdem alle Markierungen gefallen waren, arbeitete ein Hund die Launchermarkierung. Während der erste Hund auf dem Rückweg war, wurde der zweite Hund auf die beiden anderen Markierungen geschickt. Anschließend die Aufgabe nochmal mit Rollenwechsel.

Biscuit wurde zuerst das Launchermark zuteil. Punktgenau markiert und schnell zurück. Kurz vor ihrem eintreffen bei mir wurde Flatfreundin Frieda auf die anderen Marks geschickt, was für Keksi nur einen kurzen Blick wert war. Feines Keksi! Rollentausch, alles nochmal von vorne. Biscuit wartete artig ab, bis Frieda mit dem Launcherdummy zurückkam und wurde von mir auf die beiden anderen Markierungen geschickt. Welche zuerst geholt wurde, war egal. Biscuit stoppte auf Höhe des vorderen Dummies, suchte… und musste pinkeln. Es war diesmal kein markieren oder Unsicherheit – sie musste tatsächlich. Als sie fertig war, schien sie jedoch ihren Auftrag vergessen zu haben. Sie sah mich an als wollte sie sagen „Was wollte ich nochmal hier?“. Lachen verkneifen, linke Hand raus, Suchenpfiff. „Ach genauuuuuuuu, da war ja was!“ Dummy gefunden, abgeliefert. Ich schickte sie erneut und sie ging ohne zögern direkt zur hinteren Fallstelle, fand und lieferte ab. Nach der Aufgabe war ich richtigrichtigrichtig stolz auf mein Mädchen!

Zum Abschluss kam der Dummylauncher (weiß) nochmal zum Einsatz, zusätzlich eine beschossene Verleitmarkierung (rot) auf dem Rückweg:

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Biscuit hatte das Launcherdummy auf den Punkt, betrachtete auf dem Rückweg pflichtbewusst die Verleitung, kam aber ohne Umschweife zurück. Wow! Ich richtete sie auf die Verleitung aus und „apport“. Stark angefangen, stark nachgelassen. Biscuit bekam den veränderten Blickwinkel nicht gebacken und irrte ziellos herum. Ich stoppte sie, um sie nach links zu schicken. Biscuit stoppte, guckte und ging back. Ich wieder „tüüüt“, Biscuit plötzlich *schnüffel*. Es folgte in „Das hat sie ja noch NIE gemacht“-Moment → Biscuit knickte in der Schulter ein, rollte herum und wälzte sich auf irgendwas. Out of order. Bitte werfen sie eine Münze ein. Düüdüüdüü, kein Anschluss unter dieser Nummer. Ich staunte, lachte, staunte weiter, fing mich wieder und warf ein „Biscuit, APPORT!“ über den Acker. Schlumpfine rappelte sich auf, schüttelte sich und kam dank Helfer doch noch zum eigentlichen Ziel

Wir setzten uns zur Abschlussbesprechung zusammen und Petra sprach aus, was ich mir schon seit Wochen denke: „Das ist nicht der Hund, den ich kenne.“ Biscuit steht immer noch neben sich, weshalb man aus den gestellten Aufgaben kein wirkliches Fazit ziehen kann. Trotzdem habe ich viele wertvolle Tipps mitnehmen können und freue mich jetzt schon wieder auf nächstes Jahr, wenn wir wieder mit holländischem Akzent zum „Walk-Öp“ aufgefordert werden um die „Dömmies“ zu holen. Einfach herrlich!

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Kategorien: Seminare | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2013)

  1. Wow… da möchte ich auch mal mit hin. Das hört sich immer sehr toll an, was Petra sich da ausdenkt.

  2. Suuuuuperklasse! Darauf hab ich auch Lust! Viele Aufgaben hat deine hormonella doch ganz toll gemacht!

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