Stormy Weather 2013 (A)

„Stormy“ war das „Weather“ am Wochenende mit wolkenlosen 30°C nun nicht gerade.
Aber hey – der Name muss nicht immer Programm sein!

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Man möchte meinen, dass ich bei unserem inzwischen 3. offiziellen WT etwas entspannter sein würde, aber nix war´s. Ob das jemals besser wird? Urghs. Anmeldung, ein Jägermeister, Begrüßung, aufdiePlätzefertiglosabindieWartezone (wir starteten bei Station 2), noch ein Jägermeister, kann losgehen!

Aufgabe 2 – Eva Berg

Eine kleine Suche. Drei Dummies lagen aus, zwei sollten geholt werden. Das Suchengebiet (rot umrandet) wurde von den Helfern 2x beschossen:

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Nach dem Hormonella-Spaziergangs-Desaster von Aichach hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Ich nahm mir fest vor, Biscuit einfach machen zu lassen. Nur nicht einmischen, nicht irritieren, kein unnötiges Gepfeife. Was soll ich sagen? Wie man´s macht, isses verkehrt…

Eva Berg betonte bei der Erklärung der Aufgabe, dass sie eigenständiges Arbeiten sehen wollte. Die beiden Schüsse fielen, Freigabe, „Such“. Biscuit rammelte den Abhang runter und legte sofort am vorderen Rand des Suchengebiets eine Vollbremsung hin. Sie steckte den Kopf ins Gras und ich atmete auf. Sie hatte gefunden! Doch anstatt das Dummy aufzunehmen und zurückzukommen, riss sie den Kopf wieder hoch, sauste in einem kleinen Bogen durch das Suchengebiet und fand ein zweites. Ich dachte nur „Das darf doch wohl nicht wahr sein?!“. Keine 10 Sekunden nach Freigabe schon eine Nullnummer in der Tasche. Und dann auch noch DESWEGEN!

Nachdem Biscuit das zweite Dummy auf meinen Hierpfiff hin brav abgeliefert hatte, wartete ich auf das vernichtende Urteil. Viel offensichtlicher hätte Biscuit nicht blinken können. Trotzdem ging die Richterin nachsehen, ob dort tatsächlich ein Dummy lag. Sie kam wieder zu uns und ich sollte Biscuit erneut schicken. Gesagt – getan. Natürlich peilte Biscuit zielstrebig das erste Dummy an. Wahrscheinlich hatte sie ihm bei der ersten Begegnung zugeflüstert *Schön brav liegen bleiben, nicht weglaufen! Ich geh mal eben nach deinem Kumpel sehen und hol dich später ab. Versprochen!* Damit war die Beweisführung abgeschlossen.

Eva Berg erklärte mir, dass sie beim „blinken“ immer sehr vorsichtig mit ihrem Urteil wäre, in unserem Fall bestand jedoch kein Zweifel. Ich bekam noch einige Tipps und zog bedröppelt davon.

→ 0 Punkte

Schimpfend und meckernd tingelte ich zur nächsten Wartezone, wo ich Biscuit noch ein paar Nettigkeiten an den Kopf warf. Sie lauschte aufmerksam, war allerdings wenig beeindruckt von meinem Wortschatz

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Aufgabe 3 – Iris Renner

Zwei Einzelmarkierungen. Die Schwierigkeit lag vor allem in dem von Wassergräben und kleinen Schluchten durchzogenen Gelände; leider werden die Bilder dem tollen Gelände nicht annähernd gerecht.

Markierung 1:

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Biscuit ging ab wie ein Zäpfchen. Sie schlug einen leichten Bogen, zögerte aber an der Schlucht keine Sekunde und legte eine Punktlandung hin. Sie pickte das Dummy und… stand dumm herum und sah mich fragend an: *Was soll ich jetzt damit?* TÜT-TÜT! *Ach genau, zurückbringen. Kraxel-kraxel. Hier bitte!*

Markierung 2:

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Diesmal fiel das Dummy in einen Wassergraben. Biscuit nahm den direkten Hinweg, verfiel dann jedoch ins Grübeln, wie sie am besten ans Dummy kommen sollte. Sie hoppste kurz um die Stelle herum, bevor sie sich für einen Einstieg entschied. Dummy gepickt und wieder stand sie dekorativ im Wald und wusste nicht wohin mit sich. TÜT-TÜT! Ich fragte mich langsam, ob Biscuit in letzter Zeit zuviel schlechten Shit geraucht hatte. Einen derart üblen Festplatten-Crash können nicht nur die Hormone herbeigeführt haben…

Die Richterin lobte Biscuits Markierfähigkeit. Was das zurückkommen angeht, solle ich lieber sofort pfeifen, wenn Biscuit das Dummy aufnimmt. Sofort pfeifen ist eine Unterstützung um den Fehler zu vermeiden; später pfeifen ist dagegen eine Korrektur, wenn der Fehler schon gemacht wurde. Schade war, dass Biscuit bei der zweiten Markierung kurz unentschlossen war.

→ 16 Punkte

Aufgabe 4 – Heike Reichelt

Zuerst ging es einige Meter frei bei Fuß in diese Richtung…

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noch ein Stückchen…

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Am Ziel angekommen, warf ein Helfer ganz unspektakulär ein Dummy in ein kleines Wasserloch *platsch*…

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Nachdem das Dummy lag, ging es wieder zurück an den Ausgangspunkt. Auf dem Hinweg war die Fußarbeit klasse, der Rückweg war leider nicht mehr so toll. Ich wollte clever sein und Biscuit linksrum wegdrehen, weil ich ihr damit den Weg zum gerade gefallenen Dummy blocken konnte. Leider hab ich sie dabei versehentlich angerempelt und als Folge dieser ungewollten „Korrektur“ hing sie auf dem Rückweg hinterher.

Zurück am Startpunkt fiel eine Markierung in den Waldhang gegenüber. Auf dem Bild nicht zu sehen ist der vor dem Hang verlaufende Wassergraben:

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Biscuit entschied sich für einen kleinen Schlenker (verursacht durch den Holzstapel), kam jedoch trotzdem punktgenau beim Dummy raus. Scheinbar zeichnet sie sich während des Wartens noch schnell einen Lageplan vom Gelände. Diesmal pfiff ich sofort, als sie das Dummy aufnahm und sie sauste umgehend zurück. Als sie durch einen dicken Baum kurz aus meinem Blickfeld verschwunden war, jaulte sie plötzlich laut auf und mir rutschte das Herz in die Hose. Ein paar bange Sekunden später tauchte sie auf, alles ok. Puuuuh!

Keine Ahnung, was passiert war. Weder humpelte sie, noch waren irgendwelche anderen Verletzungen zu erkennen. Das Dummy hatte sie beim aufjaulen fallen lassen, aber sofort wieder aufgenommen. Tapferes Mausi!

Ich nahm das Dummy entgegen und richtete sie auf das anfangs in die Pfütze gefallene Memory aus. Wahrscheinlich hätte ich sie auch mit Apport schicken können, trotzdem entschied ich mich für´s voranschicken. Sehr gewagt, wenn man bedenkt wie mies sie in letzter Zeit die Richtung meiner Hand angenommen hat. Nicht so am Sonntag. Statt den Trampelpfad der vorherigen Fußarbeit zu nehmen, ging sie tatsächlich schnurgerade und kam problemlos zum Dummy. Hätte sie nicht noch für 2 Sekunden völlig entgeistert den Helfer angestarrt, wäre es perfekt gewesen.

Richter-Feedback gab es leider nicht.

→ 16 Punkte

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Aufgabe 1 – Michael Renner

Zunächst fiel eine Markierung in einen gegenüberliegenden Waldhang. Auf Anweisung des Richters drehte man sich um ca. 90° nach links und ging einige Meter Fuß zu einem weiteren Abhang. Dort sollte man sich selbst so platzieren, dass der Hund die großtmögliche Chance hatte, das unten fallende Mark gut zu sehen. „Solltest du völlig falsch stehen, sag ich dir Bescheid.“ Die zweite Markierung sollte zuerst gearbeitet werden. Anschließend von diesem neuen Standpunkt aus das Memory aus dem Waldhang. „Ob du mit V oder A schickst, bleibt dir überlassen, beides wäre i.O.“

*guck, da drüben fällt die Markierung*

S1d

Tatsächlich… puff, purzel, Markierung gefallen:

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Umdrehen, im Fuß zum neuen Startpunkt. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich sofort eine lichte Stelle, die ich anpeilte:

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Kommentar vom Richter: „Du bist die erste heute, die sich richtig hinstellt!“ Das will was heißen, immerhin war ich eine der letzten in dieser Aufgabe. Scheinbar bin ich doch nicht vollkommen ungeeignet für diesen Hundesport…

S1e

Die zweite Markierung fiel:

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„Apport!“, Punktlandung.

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Diesmal war kein Pfiff nötig, Biscuit war so schnell auf dem Rückweg, dass ich nichtmal Luft holen konnte.
Wie man sieht, war das Gelände ein wenig sumpfig:

S1g

*komme schoooooooooooooooooooon*

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Dieser freche (um nicht zu sagen gierige) Seitenblick zum Memory kostete uns ein Pünktchen

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Neu ausrichten…

S1i

…“Apport!“

S1j

*brems-herumwirbel-hab ich dich!*

S1k

*Oh, eine Knipse, bin ich auch im Bild? Hab ich die Ohren schön?*

S1l

Abgabe, dickes Lob „Sehr schön gemacht! Wenn ihr die anderen Aufgaben auch so gelöst habt, seid ihr gut dabei!“ Ähm ja… schön wär´s gewesen.

→ 19 Punkte

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Danach gab es für Biscuit erstmal eine Abkühlung. Bevor jemand fragt: Biscuit färbt nicht ab, der See war vorher schon braun!

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Zeitvertreib bis zur Siegerehrung: Wartezonen-Knutsching!

Huch…

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…der Paparazzi hat uns erwischt!

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Bussi auf´s Schnäuzi:

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…die Retour-K(n)utsche

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Mein Gesamt-Fazit:

  • Das „Blinken/Zurückkommen-Problem“ kam für mich völlig unerwartet. Wir hatten das ganz wunderbar in den Griff bekommen und dann sowas…
  • Biscuit war wunderbar steady und hat sich diesmal auch durch die Freigabe der Richter nicht reizen lassen. Das hatte ich seit Aichach explizit geübt, indem ich vor dem eigentlichen Kommando noch ein paar andere Worte vor mich hingebrabbelt habe (von Nummern über Städtenamen bis hin zu gemeinen Wörtern wie „Ap-felsaft, Ap-otheke etc“.)
  • Ich habe (oder glaube es zumindest) das Rätsel um Biscuits wechselnde Markier-/Merkleistungen gelöst, die bei Workingtests viel besser sind als beim Training. Fakt 1: Ich bin beim WT konzentrierter. Fakt 2: Solange ich auf die Richterfreigabe warten muss, hat Biscuit ausreichend Zeit, um sich das Gesamtbild einzuprägen. Im Training schicke ich sie viel zu früh.
  • Wenn Biscuit und ich weiterhin alle möglichen (und unmöglichen) Nullnummern durchspielen, wird das aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten in diesem Hundeleben nix mehr mit einem „bestanden“.

Trotz der erneuten Nullrunde war es ein gelungener WT in einem traumhaften Gelände. Vielen Dank an die Sonderleitung, Richter, Helfer und Fotografen! Auf der HP der Landesgruppe Süd sind alle Ergebnisse und auch Bilder zu finden: klick.

Auch wenn ich am Wochenende mehrmals damit „gedroht“ habe, mir ein weniger nervenaufreibendes Hobby zu suchen (staatlich geprüfter Sofatester beispielsweise), muss ich meine Aussage revidieren. Es macht einfach zu viel Spaß, als dass ich´s lassen könnte…

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Stormy Weather 2013 (A)

  1. Der Satz des Tages…. „Hab ich die Ohren schön?“
    Aber mal im Ernst, so ging es mir in Wiesbaden doch auch … du weiß noch die „Sch… Null“ Sie sind halt immer für eine Überraschung gut und AUFHÖREN kommt überhaupt nicht in den Leckerchenbeutel!

  2. Du kannst überhaupt gar nie nicht aufhören, was sollten wir denn dann lesen?!?!
    Am schönsten finde ich aber die Knutsche-Bilder, ich bin sooo neidisch, will auch ’nen Schmusehund statt Grobmotoriker *jammer*. Und übrigens: Schönere Ohren hat die Welt noch nie gesehen :-).

  3. Mareile Kliger

    Hallo Anke, danke für den (wie immer) supertollen Bericht. Und die schönen Fotos. Ich starte mit Freyja am 4.8. beim Munich Cup. Das ist dann unser erster echter Workingtest in der Anfängerklasse. Freyja ist dann gerade mit ihrer momentanen Läufigkeit fertig und ich erwarte nicht allzuviel….. sie ist ja sowieso eine Ruhige – wahrscheinlich ist sie noch ruhiger…. d.h. sie bleibt stehen und macht gar nix. Aber egal, wir werden auf alle Fälle dazulernen und einen hoffentlich netten Tag verbringen. Ich habe Euch nicht auf der Starterliste gesehen, aber wenn wir mal zusammen starten lade ich Dich zu einem Getränk (heiß oder kalt – je nach Witterung ein). Beim Schäufele Cup warst Du zu beschäftigt. Viele Grüße aus München – ich freue mich schon auf Deinen nächsten Bericht – Mareile

    • Oh, Hallo Mareile, du bist mir beim Schäufele Cup irgendwie durch die Lappen gegangen… sorry dafür! Bittte das nächste mal auf jeeeeeeeeeeden Fall ansprechen!

      Munich Cup starten wir nicht, wir werden an dem Wochenende unseren wahrscheinlich letzten Show-Auftritt haben 😉 Ich drück euch alle Daumen und bin sicher, dass es nett wird 😀

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