Schau mir in die Augen, Mufflon!

Asche auf mein Haupt, ich hab im Blog bisher noch nicht berichtet, was aus Muffins Augengeschichte geworden ist.

Wir waren zunächst am 16.10. bei unserer TÄin, die bei Muffin eine verlangsamte Reaktion der Pupillen feststellte. Die Pupillen waren maximal geweitet und zogen sich beim Lichteinfall der Taschenlampe kein Stück zusammen. Es wurde Blut genommen (hatten wir eh lange nicht gemacht), die Ergebnisse waren alle unauffällig. Immerhin!

Am 21.10. standen wir beim Augenspezialisten auf der Matte. Kaum hatten wir im Wartezimmer Platz genommen, kam die erste TA-Helferin des Wegs. Muffin beobachtete sie aufmerksam und mit gespitzen Ohren, als wollte sie sagen *He, Leckerchenfrau? Siehst du mich?*. Es hatte die gewünschte Wirkung. Die nette Dame kam nicht an uns vorbei, ohne Muffin mal Hallo zu sagen. „Kannst du Pfötchen geben?“. Mufflon klatschte wie befohlen eine Pfote in die Hand der TA-Helferin *klar kann ich*. „Die andere auch?“ Schwarzer Hund rudert mit der anderen Pfote *wassn das für ne Frage?*. TA-Helferin schob Leckerchen in den Hund und löste damit eine Pfotenparade aus. In Erwartung neuer Leckereien hob Muffin abwechselnd beide Pfoten und hatte Erfolg. Für Muffin stand fest *das ist hier ne Zirkusnummer, ich weiß Bescheid!*. Sowohl Hund als auch TA-Helferin amüsierten sich köstlich.

Behandlungszimmer – erste Runde. Der TA war sehr nett und machte Muffin zunächst mit dem Behandlungstisch bekannt. Dazu fuhr er den Tisch herunter, was bei Muffin eher Stirnrunzeln auslöste *Seh ich aus, als wär ich alt, oder wie?*. Da war ein Tisch, da war ein Arzt, der Arzt hatte Leckerchen in der Hand. Klarer Fall! Muffin saß schon auf dem Tisch, bevor dieser überhaupt unten angekommen war. Es fehlte nur noch, dass sie in Erwartung der Belohnung das Maul aufsperrte *Leckerchen bitte hier einwerfen*. Süß fand ich, dass der TA während der Untersuchung nur mit Muffin sprach – aber nicht mit mir. Er plapperte fröhlich auf sie ein und sie ließ ihn machen. Zum Schluss gab es Augentropfen, die sie sich mit völliger Selbstverständlichkeit geben ließ. Tropf links, tropf rechts, fertig. Wir sollten nochmal ins Wartezimmer, bis die Tropfen wirken würden. Bei Deutschland sucht den Superhund hätte dies bedeutet: Glückwunsch, du bist im Recall!

Mangels einer TA-Helferin machte Muffin im Wartezimmer der Anmeldungsdame schöne Augen. Natüüüüüürlich sprang dabei wieder ein Leckerchen raus. Wirklich erstaunlich, wieviel Charme dieser Hund versprühen kann. Zwischendurch gab´s nochmal Augentropfen, kein Problem. Fragt sich, warum sie dabei zuhause immer so einen Terz macht. Ich brauch jedesmal einen Wagenheber, um ihr die Lider aufzuhebeln.

Behandlungszimmer – der Recall. Der Tisch war bereits heruntergefahren, TA und Leckerchen standen bereit. Muffin lauschte aufmerksam den Worten des Arztes „Schau mal, wenn du auf den Tisch gehst, gibt´s wieder was zu futtern.“ Daraufhin stellte Muffin probeweise EINE Pfote auf den Tisch. Blick zum TA *Belohnung?*. TA lachend: „Oh, du bist ein Schlaubi-Schlumpf!“. Das Leckerchen überzeugte den Schlaubi-Schlumpf, auch den restlichen Astralkörper auf den Tisch zu hieven. Der Tisch wurde mit seiner wertvollen Fracht nach oben gebeamt, die Untersuchung ging weiter. Muffin muckte kein bisschen. „Die ist ja wie ausgestopft!“.

Während der Nachbesprechung turnte Muffin fröhlich durchs Behandlungszimmer und bettelte abwechselnd bei mir und TA um weitere Leckerchen. TA: „Ach guck, ein Clown bist du auch noch. Ein Schlaubi und ein Clown. Jaja, dafür sind die großen Glubscherchen gut, gell?“.

Diagnose: Irisatrophie = eine Degeneration der Iris – in Muffins Fall altersbedingt (tritt bei manchen Hunden früher auf, als bei anderen, ist Veranlagung) und nicht umkehrbar. Das bedeutet, dass der Muskel der für die Regulierung der Pupille verantwortlich ist, schon etwas ausgeleiert ist. Die Pupillen reagieren langsamer auf Lichtverhältnisse, was dazu führen kann, dass Muffin manchmal geblendet ist.

Nebenbefund: polar posteriore Katarakt = Muffin hat auf jeder Linse einen kleinen Punkt, der aber das Sehvermögen aber nicht einschränkt. Der TA meinte, wir hätten im Vergleich dazu mehr Dreck auf der Brille. Der Katarakt ist angeboren und kann (muss nicht!!!) sich evtl. später mal zu einem grauen Star entwickeln.

Zusammenfassend: Er würde die Ursache für ihre „Ausfälle“ eher „zwischen den Augen“ suchen. Heißt soviel wie – abgelenkt, nicht bei der Sache, etwas verwirrt. Da musste ich schon etwas lachen, denn DAS ist bei Muffin wahrlich nichts neues.

Wir sollen im Sommer 2014 zur Kontrolle kommen. Weitere Behandlungen sind derzeit nicht erforderlich. Sollte das „geblendet sein“ schlimmer werden, gibt es Sonnebrillen für Hunde. Er hätte viele Patienten, die damit hervorragend zurechtkommen. Ansonsten: abwarten!

Nach dem Augenarztbesuch war ich ehrlich erleichtert.
Muffin wird mir weiterhin direkt ins Herz schauen können.

KBechtold2012

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Kategorien: Gesundheit | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Schau mir in die Augen, Mufflon!

  1. Susanne

    Gott sei Dank und herrlich
    ge /beschrieben. Schade das es beim SWT immer so kurz ist, ich würde deine Mädchen zu gerne richtig kennenlernen. L.G

  2. Wie schön, daß es nichts dramatischeres ist! Und daß sie mal wieder alle um die Pfote gewickelt hat… ist halt ’n clever girl :).
    Dieses Foto haut mich jedes Mal wieder um, soo schöööön… *schmacht*

  3. Oh, schön, und am Ende — dieses Foto — …. *schmelz* 😀

  4. Große Erleichterung 🙂

  5. Wir haben ja schon drüber gesprochen … und ich bin wirklich sehr erleichtert. Soll dir übrigens von Stefan sagen, es wird Zeit, dass „seine“ Muffin ihn mal wieder besucht. Er hätte wirklich einen Draht zu so verrückten Hunden *kicher*

  6. Hallo Anke,
    du schreibst so tolle Artikel. Ich bin immer wieder gerne hier.
    LG
    Sophia

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