Biscuit Superkeks

Ich bin mir nicht sicher, ob Biscuit in der Kaba-Dose geschlafen, von Kraft geträumt oder auf dem Supermann-Heftchen geschlafen hat. Fest steht: sie entwickelt seit der Kastration mehr und mehr Selbstsicherheit. Am deutlichsten merke ich das beim Dummytraining.

Da das Training bei unserem Familientreffen so klasse war, wurde ich prompt zum Wiederholungstäter und traf mich letzten Samstag gleich nochmal mit Christine. Renate und Nicola waren ebenfalls wieder dabei. Es folgte ein knapp 3-stündiger Walk-Up mit allem was das Herz begehrt: geworfene Markierungen, Markierungen mit dem Dummylauncher (teils aus der Line heraus), Verleitungen, und… Blinds.

Biscuit hatte gleich zu Beginn das Bedürfnis, ihren neuentdeckten Dickkopf auszutesten. Es waren drei Marks gefallen: das erste direkt vor uns, das zweite 45° rechts von uns, das dritte 45° links von uns. Biscuit sollte das Mark vor uns holen. Ich zeigte deutlich in die zutreffende Richtung. „Apport“. Biscuit zwitscherte nach links. „NEIN!“. Neuer Versuch. Wieder deutliches Handzeichen nach vorne. Diesmal sauste Keksi nach rechts. „NEIN!“. Hatte Häuptling braune Butterbirne das erste Mark nicht gesehen oder wollte sie sich nicht erinnern? Wie auch immer, im dritten Versuch ließ ich keine Zweifel offen. Ausgerichtet und „Voran!“. Und – ei guck, ei glotz – sie hatte das Dummy sehr wohl auf dem Schirm.

Etwas später folgte eine klassische Fußball-Situation → der Spieler (Biscuit) diskutierte mit dem Schiedsrichter (mir) über den Pfiff (Stopp) *ich kann das auch alleeeeeiiheeeene, ich bin schon ein großer Keks!*. Gelbe Karte! Ich holte den kleinen Widerborst ab, brachte sie zurück an die Stelle des Fouls und gab Freistoß. Biscuit bewies taktisches Geschick, hielt sich an die Vorgaben und TOOOOR!

Gebt mir ein K!
K!
Gebt mir ein E!
E!
Gebt mir ein K!
K!
Gebt mir ein S!
S!
Und was heißt das?
KEKS!
KEKS!
KEKS!

Zum Schluß ging es nochmal ans eingemachte. Es waren an zwei Stellen Blinds ausgelegt. Zuerst sollte diese Stelle angelaufen werden:

1

Für jeden Hund lagen zwei Dummies aus. Biscuit war als erste dran, spicken bei anderen war demnach nicht. Sie hat das richtigrichtig schön gemacht!

Im zweiten Durchgang wurde zusätzlich mit dem Dummylauncher in entgegengesetzter Richtung eine Doppelmarkierung geschossen (großer Winkel). Ich ließ Biscuit zuerst die zuletzt gefallene Markierung holen, weil diese auf die offene Wiese ohne große Anhaltspunkte gefallen war. Danach drehte ich uns kurz in die Richtung der zweiten Markierung (lag in der Nähe eines markanten Baums) und sagte deutlich „Später!“ (hab ich in unserem Anti-Verleitungstraining der letzten Wochen etabliert). Ich drehte uns zum Blind „Voran!“. Tadaaaaaa! Zwar etwas langsamer und nicht mehr ganz so sicher, aber sie ging und hatte Erfolg! Bei der Markierung musste ich anschließend etwas helfen, aber auch die bekamen wir rein.

Biscuit war mittlerweile knitterkaputt, aber manchmal muss man auch über seine Grenzen hinausgehen. Die Hunde sollten auf die erste Stelle vorangeschickt, kurz davor gestoppt und nach links auf die zweite Stelle hinter einem kleinen Graben geschickt werden.

2

Ausgerichtet. „Voran!“ Keine Reaktion. Meine neue Strategie bei Blockaden – ein Schritt vorwärts wirkt Wunder. „Voran!“ Diesmal hoppelte Biscuit ein paar Meter nach vorne, um dann stehenzubleiben. Im nachhinein denke ich, dass ich zu lasch geschickt hatte. Leider neige ich dazu, die Spannung zu verlieren, wenn sie denselben Punkt mehrmals anlaufen soll „sie war da ja schließlich schon“. Ich holte sie zurück, ein Schritt nach vorn, Körperspannung, „Voran!“ Dass sie nun anstandslos rausging, spricht für meine lasches-Frauchen-Theorie. Nun wurde es spannend. Ich wartete ab, bis sie auf Höhe der Blinds angekommen war und…
TÜÜÜT!
Vollbremsung, Keks stoppt brav.
Linker Arm raus. RÜBER!
*Rüber? Du meinst sicher Back…*
TÜÜÜT!
*???*
RÜBER!
*Du hast sie doch nicht mehr alle, die Dummies lagen vorhin DA HINTEN!*
Öhm. Hallo? EEEEEEY!!!!!!!!
*Huch. Brems.*
TüT-TüT!
Biscuit kommt zurück.
Auf Höhe der Blinds wieder TÜÜÜT und RÜBER!
Biscuit dämmerte *die meint das wirklich ernst*, ging endlich nach links, landete aber etwas unterhalb der Blinds.
TÜÜÜT – BACK!
*Back?! Das kann ich!*
Suchenpfiff *rüssel-rüssel*, gefunden! Yeah!

Erkenntnisse des Trainings:

1. Biscuit steht ein wenig Ungehorsam ausgesprochen gut! Ok, ich muss ehrlicherweise sagen, dass Biscuit natürlich auch früher schon die ein oder andere eigene Idee hatte. Aber: sie lässt sich jetzt viel leichter korrigieren. Hätte ich sie zu Hormonella-Zeiten 2x ins Stopp gepfiffen (von einem EY ganz zu schweigen), wäre sie in den Sitzstreik getreten. Ich hätte Beschwörungsformeln murmelnd im Kreis um die Dummies tanzen können und trotzdem keine Reaktion herausgekitzelt.

2. Ich hab am Ende trotzdem Recht! Jawoll! Immer!

3. Es macht wenig Sinn, sich das rechte Ohr zuzuhalten, wenn der Dummylauncher links von einem abgefeuert wird. Mehr sag ich dazu nicht. Is eh schon peinlich genug.

Advertisements
Kategorien: Training | 4 Kommentare

Beitragsnavigation

4 Gedanken zu „Biscuit Superkeks

  1. Immer Recht… so so… merk ich mir… *sfg*

  2. Huhu das ist sooo schön beschrieben 🙂 Es ist sehr interessant zu lesen aber ganz so weit bin ich noch nicht …. 😦 Meine Vi versucht gerade mir das nach rechts und links beizubringen und ich finde das klappt prima 😀
    Schlabbergrüße Bonjo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: