Bavarian Lions Cup 2014 (A)

Der BLC war letztes Jahr der erste A-WT, den Biscuit und ich bestritten haben. Der Beginn unserer Nullenschrullen-Serie, die gestern dort auch enden sollte.

Das Wochenende begann vielversprechend. Ivonne & Fiene hatten Asyl beantragt und auch bekommen, sodass wir den Freitag abend mit Freunden, lecker Essen, kühlem Radler und viel Gelächter ausklingen ließen. Wir sollten vor jedem WT einen ausgiebigen Biergartenaufenthalt einplanen *find*.

Samstag war ich Helfer für F/O und als Steward bei Damian Newman eingeteilt. Was ein Typ! Ich hab mich selten so blendend unterhalten – über Hunde, WTs/Field-Trials, negative/positive Judging. Er gab viele Tipps und immer wieder betonte er, wie wichtig es sei, den Wind zu beachten.

Jaja, der Wind, das himmlische Kind. Immer noch eine meiner Schwachstellen. Ohne Babypuder oder Zigarettenrauch bin ich bei einer lauen Brise nach wie vor aufgeschmissen. Da im Gelände Rauchverbot herrschte, musste am Sonntag also das Babypuder herhalten. Meine Aufregung hielt sich erfreulicherweise in Grenzen. Es schien fast so, als hätte mir der Schäufele-Cup tatsächlich neues Selbstbewusstsein gegeben. Als die Gruppeneinteilung verkündet wurde, ging es mir gleich nochmal besser – unsere Gruppe würde bei Damian beginnen.

Aufgabe 3 – Damian Newman (IRE):

Der Werfer stand gut sichtbar vor uns und warf eine Einzelmarkierung nach hinten. Das Dummy fiel hinter den Bewuchs (müssten junge Fichten gewesen sein).

3

Vor der Aufgabe schnell das Babypuder ausgepackt und die Windrichtung geprüft. In der Aufgabe prompt schon wieder vergessen. Shit! *Kopfklatsch* Egal, wie sagte Damian gestern? „Look at your dog!“. Schuss, Mark, Freigabe. Apport! Raus, Punktlandung, rein. Dankeschön! „Well done!“

→ 20 Punkte

Aufgabe 4 – Rainer Scesny (DEU):

Fußarbeit + kleine Suche am Wasser. Vom Start aus war ein kleines „Treiben“ zu vernehmen (2 Schüsse und etwas brrt?); nach Aufforderung ging es frei bei Fuß nach oben und ein kleines Stück nach rechts um die Ecke.

4b

Am neuen Startpunkt angekommen erklärte der Richter die Grenzen des Suchengebiets im flachen Wasser;
3 Dummies lagen drin, 1 sollte nach Freigabe geholt werden.

4c

Biscuits Gedanken konnte man deutlich an ihrer Nasenspitze ablesen: *Hechel-hechel… oh, ich rieeeeeche W.A.S.S.E.R!!! Ich höre Schüsse. AM Wasser. HIER bin ich richtig!*. Ich sagte deutlich „Fuuuß“, Leine ab, los ging´s. Der Richter ging vorneweg und nach zwei Schritten meinerseits dachte sich Biscuit *He, der Typ is schneller, ich geh mal mal mit i…* „Fußssss“ *verdammt*.

Da die kleine Suche nicht unbedingt zu Biscuits Kernkompetenzen gehört, haben wir diese in letzter Zeit häufig trainiert – mit Erfolg. Nur eben nie im flachen Wasser und schon gar nicht bei über 30° mit der Verlockung eines großen Sees im Hintergrund. Ich schickte sie nach Freigabe deshalb seeeeehr bedächtig mit einem leisen „such-such“ los. Biscuit dachte sich *Yeah! Geronimoooooooooo!* und bretterte vollstoff durch das Suchengebiet in Richtung freie Wasserfläche. Die Worte „klein“ und „Suche“ waren mal wieder nicht kompatibel.
TÜÜÜT! Biscuit stoppte und guckte *Tüüüt? Wieso tüüüt?*
Tüt-tüt! Keksi kam zweifelnd näher *Tüt-tüt? Echt jetzt?*
Such! Biscuit war verwirrt. Sie platschte durch das Suchengebiet, sah mich fragend an – erhielt aber keine Antwort. Sie dümpelte an den linken Rand des Suchengebiets und setzte einen Stresspinkler ab. Die besten Ideen hat man bekanntlich auf dem Klo – so auch Biscuit. Sie machte zwei Schritte zur Seite und bekam Wind von einem Dummy *rüsselhier-schnuffelda-habichdich!*.

→ 10 Punkte

Aufgabe 5 – Rainer Scesny (DEU):

Hund wurde abgesetzt, man ging alleine mit dem Richter ein paar Meter am Seeufer entlang.

5b

Es fiel ein Schuss und ein Wassermark; Hund sollte nach Freigabe abgerufen und erst nach einer weiteren Freigabe auf das Wassermark geschickt werden.

5c

Auch das trainieren wir öfter – allerdings eher von der Markierung weg, als darauf zu. Schluck. Ich setzte Biscuit ab (wohlweislich nicht Richtung Wasser, sondern in meine Laufrichtung) und marschierte hinter dem Richter her. Zack, gestolpert – shit, hoffentlich sitzt sie noch. Nach hinten lins. Ja, sie sitzt noch. Uff. Schuss, platsch. Kontrollblick zu Biscuit – ja, sie hat markiert. Sehr schön. Freigabe. „Tüt-tüt!“ mit Handzeichen für Fußposition. Biscuit kam angeflogen und parkte mit Schwanenhals und einen Tick zu weit vorne neben mir ein *geier-geier*. Ich hatte schon die Hand zum schicken im Anschlag, als mir einfiel „Huchgottchen, die Freigabe…“. Hand schnell wieder reingeholt und Luft angehalten. Endlich die Freigabe. Hand raus, Apport!

Das ließ sich Keks nicht zweimal sagen. Beim Dummy angekommen überlegte sie kurz, ob sie nicht den kürzeren Weg ans rechte Ufer nehmen und dort zurückkommen sollte. Meine persönliche Horrorvorstellung, immerhin hatte uns genau DAS letztes Jahr unsere erste Null beschert. Ich nahm den linken Arm raus und es hatte die gewünschte Wirkung – Biscuit kam auf direktem Weg durch das Wasser zurück. Abgabe, schütteln, dankeschön.

Anschließend erfuhr ich, dass Biscuit bei meinem Stolperer wohl aufgestanden sei, sich aber wieder gesetzt hatte. Ächz.

→ 18 Punkte

Aufgabe 1 – Declan Boyle (IRE):

Eine Einzelmarkierung auf die freie Wiese.

1

Schuss, Mark, Freigabe. Apport! Raus, Punktlandung, rein. Dankeschön! „Well done!“

→ 20 Punkte

Aufgabe 2 – Roy Rankin (IRE):

Einzelmark hinter etwas Totholz, ohne Schuss, dafür mit „brrt-brrt“. Das Helferlein stand nicht sichtig hinter einem Baum, also bitte das Grafikmännlein wegdenken.

2

Ich hatte kurz Bammel, dass Biscuit sich denken würde *Ok, das war die Verleitung – und wo ist das Blind?*. Doch kein Grund zur Sorge. Geräusch, Mark, Freigabe. Apport! Raus, Punktlandung, rein. Dankeschön! „Well done!“

→ 20 Punkte

Ok, wir waren durch. Nach 2 Stunden schon. Ohne Null. Ohne Null? Eigentlich hätte ich mich freuen müssen, aber ich traute mich nicht. Vielleicht hatten wir uns doch irgendwo eine Null eingefangen und ich hab´s nicht mitbekommen? Aber das hätten die Richter doch gesagt, oder nicht? Oder wir hatten am Wasser so viele Punkte gelassen, dass es nicht zum „sehr gut“ reichen würde?

Die Siegerehrung brachte Klarheit.
„Bestanden haben…“ Ok, wir nicht.
„Mit gut bestanden haben…“ Ok, wir nicht.
„Mit sehr gut bestanden haben…“ DA! Mein Name! PLUMPS.

88 von 100 Punkten, tschakka!

Damit haben wir nun endlich die Qualifikation für die Fortgeschrittenen-Klasse in der Tasche bzw. im Leistungsheft. Yee-haw!!! Wir werden ganz sicher in der F noch ordentlich Federn lassen, aber ich freue mich auf die Herausforderung und die Zusammenarbeit mit meinem Knutsche-Keks!

Vielen, vielen Dank an die Sonderleitung, die Richter und Helfer dieses schönen WTs! Wir kommen nächstes Jahr ganz sicher wieder! Außerdem ein herzliches Danke an alle, die uns Daumen gedrückt haben und sich mit uns freuen!

Last but not least Danke an Ivonne, die mich mit dem passenden Geschenk überraschte:

verrückt

Gemeinsam sind wir unausstehlich!

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Bavarian Lions Cup 2014 (A)

  1. Ich stelle immer wieder fest, Ihr könnt schon ganz schön viel. Respekt und Gratulation zu diesem Ergebnis…

    Deine Texte mag ich sowieso.

    LG Andrea mit Linda, die zumindest einen coolen Pinscherapport kann *lach*

  2. Wir gratulieren euch zum sehr gut und der Bericht ist auch wieder sehr gut.
    LG Ellen und Everest

  3. Deine Schreibe ist und bleibt klasse! Glückwunsch! Übrigens, Golfer rupfen ein paar Grashalme und schmeißen sie hoch, um die Windrichtung zu prüfen ;-).

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