Work & Show Aichach 2014 – der Workingtest (A)

Ich hatte im Vorfeld überlegt, ob ich für Aichach nicht doch noch von A auf F ummelde. „Nix da!“ möpperte meine Schwester. „Gönn euch doch mal einen WT ohne Druck. Wirst sehen wie das fluppt!“. Klang logisch. War es auch. Zum allerersten mal war ich vor einem WT nicht aufgeregt. Ich war total entspannt, Biscuit war gut gelaunt, alles prima. Nur das Wetter war kaputt, denn es kam jede Menge Regen raus.

Tropf. Tropf. Tropf.

tropf

Papiere abgeben, ein Käffchen schlürfen, Begrüßung und Abmarsch. Beim Weg ins Gelände machte ich unserem Namen wieder einmal alle Ehre. Regen + Matsch + Gummistiefel + ein Hügelchen = nasser Hintern. Patsch – hingesetzt. Hätte mir Bianca nicht aufgeholfen, wär ich wahrscheinlich einfach sitzen geblieben. Ja, ich gebe zu, ich war ein wenig unleidlich. Ich war müde und der Regen nervte. Einziger Trost: für Biscuit war es genau das richtige Wetter. Ich verkroch mich in der Wartezone unter meinem Regenschirm und musste an ein Filmzitat denken: „Ist doch gutes schottisches Wetter. Der Regen fällt fast lotrecht, nur leicht zur Seite geneigt.“ Jou. Tropf. Tropf. Tropf.

Doppel-Aufgabe 2+5 – Monika Schönbach

Richterin erklärte die Aufgabe(n), nach dem Ableinen durfte alles selbständig ohne weitere Freigaben gearbeitet werden; Gelände war überwiegend kurze Wiese.

W1 schoss und warf M1 in höheren Bewuchs; danach ging man von S1 zu S2; dort warf W2 ohne Geräusch M2 ein paar Meter vor einen; M2 sollte man selbst einsammeln; danach umdrehen und von S2 auf M1 schicken.

Aufgabe2+5

So weit, so nass. Ich leinte Biscuit ab, nickte der Richterin zu, Schuss, M1 fiel. Ich prägte mir die Fallstelle ein und hatte schon wieder vergessen, ob jetzt nochmal eine Freigabe käme oder nicht. Was haben wir beim Bavarian Lions Cup gelernt? Lieber nochmal nachfragen! „Kann ich?“ – „Jaja!“. Ich gab Biscuit das Fußkommando, drehte uns um 180° und marschierte zu S2 (markiert durch einen Stock). Der Helfer warf M2 in etwa 5 Metern Entfernung von rechts nach links. Das Dummy machte noch einen neckischen Hüpfer und ergab sich schließlich seinem nassen Elend. „Sitz!“. Ich sammelte das Dummy ein, stellte mich wieder zu Biscuit und drehte uns zurück auf das Memory. Ich achtete darauf, uns korrekt auszurichten und konzentrierte Biscuit mit der rechten Hand auf die Fallstelle (21… 22… nicht zu schnell schicken, Anke, lass sie erst das Gesamtbild wieder in Erinnerung rufen). „Apport!“ Biscuit vertat sich um einen halben Meter, korrigierte sich aber sofort und hatte schnell gefunden. Abgabe. Dankeschön. „Das war sehr schön!“ lobte die Richterin. Ja, fand ich auch!

→ 20 Punkte für Fußarbeit/Steadiness
→ 19 Punkte für das Memory

Doppel-Aufgabe 3+6 – Jörg Mente

Man stand auf einer kurz gemähten Wiese und es fiel eine Markierung auf die gegenüberliegende Seite eines Grabens in einen schmalen Streifen hohen Bewuchs, dahinter wieder kurze Wiese. Der Graben war (für den Hund) vom Startpunkt aus nicht zu sehen und muss – nach der Farbe einiger Goldens zu urteilen – recht schlammig gewesen sein.

Die Markierung sollte nach Freigabe geholt werden; wenn der Hund mit der Markierung auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy nachgelegt, auf das der Hund ohne weitere Freigabe geschickt werden durfte.

Aufgabe3+6

Jörg Mente erklärte neben der Aufgabe auch die Besonderheiten des Geländes (möglicher Orientierungsverlust des Hundes durch den Graben und die dahinter liegende „Rennwiese“) und machte damit klar, dass man dem Hund helfen solle, wenn dieser im Fallbereich der Markierung angekommen ist. Ok. Tropf. Tropf. Tropf. Schuss, Markierung, Freigabe. „Apport!“. Der Graben war erwartungsgemäß kein Problem. Biscuit verschwand kurz außer Sicht, tauchte in gerader Linie drüben wieder auf und hatte schon gefunden, als das erste „tü“ des Suchenpfiffs die Pfeife verlassen hatte. Sie kam zurück und die Helfer warfen in ihrem Rücken ein Dummy nach. Abgabe, dankeschön, „Fuß“. Ausrichten. „Voran!“. Gleiches Spiel wie vorher – Punktlandung. Abgabe. Anleinen.

Ich grinste zufrieden, Jörg notierte die Punkte auf seinem Zettel und verkündete bierernst „Du bekommst 2x eine Null.“ Das Grinsen wich Entsetzen und sofort ratterte es… Freigabe vergessen? Irgendwas falsch verstanden? F…! Jörg grinste. „2x eine Null – mit je einer 2 davor!“. Meine Reaktion folgte auf dem Fuße. „Meine Nerven! Sowas kannste doch mit mir nicht machen!“. Oh doch, er konnte, er tat es und er freuuuuuute sich – und ich mich schließlich auch.

→ 20 Punkte für das Mark
→ 20 Punkte für das Voran

Doppel-Aufgabe 1+4 – Anthanasios (Tanno) Keller

Man stand auf einer kurz gemähten Wiese mit Blick auf einen länglichen Streifen Altgras (orangene Umrandung im Bild); zwei Helfer simulierten ein Treiben (blaue Umrandung, etwa 15m breit und 30m lang – ist mit Google Earth schwer zu messen und im schätzen bin ich leider eine Niete); während des Treibens ging man mit dem Richter im Einzel-Walk-Up auf das Treiben zu (von S1 zu S2); nach einmaliger Freigabe sollte der Hund 2 Dummies aus dem Treiben holen (6 lagen drin).

Aufgabe1

Hier hatten wir die längste Wartezeit. Tropf. Tropf. Tropf. Ich legte Biscuit am Rucksack ab und ging eine Weile bei der Aufgabe zusehen. Mir fiel auf, dass sich die meisten Hunde mit der Suche recht schwer taten. Hoher Bewuchs, klatschnasse Dummies, kaum Wind. Hm. Zurück auf meinem nassen Rucksackhocker stand für mich fest: Ich schicke Biscuit mit Voran ins Suchengebiet und schicke dann aber nicht in die große Suche, sondern gebe den Suchenpfiff. Hintergrund meiner Überlegung war die schlechte Witterung. Ich hatte Angst, dass Biscuit zu großräumig werden würde (dazu neigt sie leider immer noch) und dachte „Wenn sie auf den Pfiff nix findet, wird sie schon von alleine größer.“ Leider hatte ich dabei nicht bedacht, dass wir 1. den Suchenpfiff in letzter Zeit sehr intensiv geübt haben (mit vergrabenen Suchendummies usw.) und 2. Biscuit einfach zu brav ist. Aber von vorne…

Das Treiben begann und wir walkten los. Erster Schuss, stehenbleiben. Weiter. 2. Schuss, stehenbleiben, kurz warten, Freigabe. Wind war gerade Fehlanzeige (das Wetter war zu sehr mit Regnen beschäftigt), deshalb schickte ich Biscuit zunächst in die linke Seite des Suchengebiets, auf die wir eh schon ausgerichtet waren.

„Voran!“ Biscuit erreicht das Suchengebiet. Suchenpfiff.
Keksi haute die Bremse rein und nahm ihre unmittelbare Umgebung auseinander.
Natürlich fand sie nichts und sah mich fragend an. Suchenpfiff.
Wie befohlen drehte sie die Stelle nochmal auf links, fand nichts und biss aus Verzweiflung in die Markierung, die das Suchengebiet eingrenzte. Zweifelnder Blick in meine Richtung: *Soll ich DAS bringen?*.
Ok, das war nix. Ich schickte sie nach rechts. Suchenpfiff.
Vollbremsung, rüssel-rüssel. Das Glück war mit den dummen Hundeführern – da lag ein Dummy.

Ich richtete uns etwas weiter nach rechts aus.
„Voran!“. Biscuit erreicht das Suchengebiet. Suchenpfiff.
Da lag leider nix und Biscuit dachte nicht im Traum daran selbständig größer zu werden.
Als sie nach einer weiteren erfolglosen Suche nichts fand und mich zweifelnd ansah, dämmerte es mir endlich…
…das wird so nix! Ich rief ihr ein „Such!“ zu. Biscuit schaltete sofort um und suchte großräumiger.
Sie driftete nach hinten weg und ich holte sie mit einem Hierpfiff wieder in den Bewuchs. „Such!“.
Neben mir hörte ich den Richter sagen „Letzte Chance.“ Genau in dem Moment bekam Biscuit Wind und fand. Uff.

Es ging sofort nahtlos weiter: Schuss + Einzelmarkierung vor eine kleine Baumgruppe (keine Freigabe, man durfte selbständig schicken).

Aufgabe4

Schuss, Markierung, Freigabe. „Apport!“. Biscuit war der Meinung *niemalsnicht ist das popelig auf die platte Wiese gefallen* und machte kurz vor der Fallstelle einen Bogen nach rechts. Ich überlegte, ob ich sie stoppen sollte, wollte aber abwarten ob sie sich selbst korrigieren und Wind kriegen würde. Wind? Welcher Wind? Tropf. Tropf. Tropf. Seelenruhig sah ich dabei zu, wie Biscuit in der Baumgruppe verschwand. Ich wartete etwas ab und stellte fest – von allein kommt die da nicht raus. Bevor sie sich endgültig im Gestrüpp festfressen konnte, pfiff ich sie raus, pennte wieder und stoppte sie etwas zu spät. Das Dummy lag nun schräg hinter ihr. Rechter Arm – „Back!“. Klappte. Suchenpfiff. Gefunden. Am Ende war´s dann eigentlich ganz einfach. Tanno schimpfte kurz mit mir “ Hättest gleich reagiert und sie gestoppt, hättest du nur 2 Punkte verloren. So sind´s halt 4.“ Schuldig im Sinne der Anklage.

→ 14 Punkte für die Suche
→ 16 Punkte für das Mark

Klar ärgerte ich mich etwas über meine Aussetzer bei der letzten Doppelaufgabe, aber im Großen und Ganzen war ich mehr als zufrieden. Ich brachte Biscuit ins Auto und trat nach einer kurzen Pause meinen Helferjob für die F/O an. Tropf. Tropf. Tropf. Im Laufe des Nachmittags drehte endlich jemand den Wasserhahn zu und der Steward-Job bei Tanno hat richtig viel Spaß gemacht. Danke dafür!

Bei der Siegerehrung wurden nur jeweils die ersten 4 Plätze verlesen, deshalb wurde es für mich beim Abholen der Papiere richtig spannend. Ich konnte nicht einschätzen, wieviele Punkte wir bei der Suche verloren hatten und war neugierig auf die Gesamtpunkte. Kurzer Blick ins Leistungsheft. 109/120 – vorzüglich. KREISCH! Außerdem durfte ich einen Blick auf den Laptop und die Ergebnisliste werfen. 5. Platz. Doppel-KREISCH!

ErgebnisseA

Was für ein schöner Abschied aus der Anfängerklasse! Ich bin sehr stolz auf mein Kekserl und freue mich jetzt auf unseren ersten F-Start!

Vielen Dank an Sonderleiter, Richter, Reviergeber, Helfer und Starter und überhaupt alle, die dieses schöne Wochenende möglich gemacht haben. Wir kommen nächstes Jahr sehr gerne wieder!

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Work & Show Aichach 2014 – der Workingtest (A)

  1. Super ihr Zwei.
    Ellen und Everest

  2. Der Superkeks! Danke für den schönen Bericht und ab jetzt sitzen wir gemeinsam in der F… freue mich schon!

  3. Manchmal ist es schlau, auf’s Schwesterchen zu hören :-).

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