Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2014)

Alle Jahre wieder, kommt… Nein, nicht das Christkind. Besser! Die BZG Franken hatte Petra Ritzerfeld zum alljährlichen Seminar nach Coburg eingeladen. Samstag war ich als Helfer für die Anfänger vor Ort und konnte selbst auch wieder einige Anregungen mitnehmen. Sonntag nahmen Biscuit und ich bei den Fortgeschrittenen teil. Leider hatte der Wettergott kein Erbarmen. 32°, schwül, kurz gesagt: kein Kekswetter.

Petra machte zu Beginn ihre Runde und fragte mich, woran ich arbeiten möchte bzw. welche Probleme derzeit bestehen. Natürlich nannte ich unser Einspringproblem beim Voranschicken. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Biscuit und ich an diesem Tag in alte Verhaltensmuster zurückfallen würden…

Wir starteten mit der ersten Aufgabe, bei der sich Petra zunächst ein Bild von den Teams machen wollte. Vom Startpunkt aus sah man zuerst die Markierung M1 (Entfernung 60m) fallen, danach bergab hinter einem Geländeübergang mit hohem Gras die Markierung M2 (Entfernung 80m). Das Blind B lag dazwischen an einem Baum (Entfernung 50m). Es sollte zuerst ein Mark geholt werden – welches durfte selbst entschieden werden, danach das Blind, zum Schluss das andere Mark.

Aufgabe1

Ich entschied, dass wir M2 zuerst holen würden (weil: zuletzt gefallen, größte Entfernung und aufgrund des Geländeübergangs am schwierigsten). Biscuit legte eine Punktlandung hin *Daumen hoch*. Nun also das Blind. Ausrichten, Konzentration, Voran. Die ersten 15m lief Biscuit die vorgegebene Linie, um dann nach rechts Richtung M1 abzubiegen. Normalerweise hätte ich sie an der Stelle gestoppt und mit dem linken Arm (über ihre rechte Schulter) back geschickt. Stattdessen holte ich sie mit dem Hier-Pfiff zurück. Neuer Versuch – gleiches Ergebnis. Biscuit bog ab und ich holte sie zurück. Neuer Versuch – und wieder. Da ich sie nun 3x leer reingeholt hatte, verkürzten wir einige Schritte die Distanz zum Blind und diesmal flutschte es auch. Bei M1 war sie ein bisschen zu kurz, ließ sich aber gut back schicken und fand.

Zurück in der schattigen Wartezone kam ich ins Grübeln. Seit wann driftet Biscuit wieder auf Marks ab? Und warum zum Henker hatte ich sie bei dem Blind nicht gehandelt, sondern zurückgeholt? Hirnfurz². Nun gut, schien nicht weiter schlimm gewesen zu sein. Biscuit hatte das leere Reinholen gut weggesteckt. Immerhin hat sie in dieser Aufgabe nicht blockiert. Noch nicht…

Wir besprachen anschließend alle gemeinsam die Aufgabe, aufgetretene Fehler usw. und widmeten uns dann in verschiedenen Übungen der Arbeit mit Markierstäben. Sinn und Zweck, mögliche Fehler, Aufbau, Erhöhung des Schwierigkeitsgrads, Durchschicken, Abbau. Wir hatten am Ende 8 Markierstäbe in der Pampa stehen und bekamen jede Menge Trainingsideen an die Hand.

Vor der Mittagspause wurde noch eine Aufgabe gearbeitet. Vor dem Waldrand fiel die Markierung M1 (Entfernung 100m); wenn der Hund auf dem Rückweg den Geländeübergang passiert hatte und auf Höhe des Werfers W2 war, fiel die Markierung M2 (Entfernung 40m).

Aufgabe2

Biscuit hatte M1 nicht auf den Punkt, nahm die Tiefe aber schön an und suchte sich geschickt ran. Auf dem Rückweg schaute sie zwar, wo der Schuss herkam, guckte aber nicht lange genug um M2 wirklich fallen zu sehen. Sie hatte es trotzdem irgendwie markiert und schnell gefunden.

Nach der Mittagspause wechselten wir das Gebiet und starteten mit einer laaaaaaaaaaaangen Markierung. Vom Startpunkt aus ging es zunächst abwärts, unten angekommen durch einen hohen Wiesenstreifen und danach wieder bergauf. Entfernung am Boden laut Google Earth 120m.

Aufgabe3

Biscuit war nicht richtig bei der Sache und bekam von der Markierung nichts mit. Es wurde nochmal geworfen. Diesmal verwarf sich der Helfer und erschlug sich fast selbst. Sofort wurde ein zweites Dummy nachgeworfen. Biscuit entschied sich für das verworfene Dummy und hatte es auch wirklich punktgenau.

Mittlerweile wünschte ich mir sehnlichst das tropf-tropf-tropf des vergangenen Sonntags zurück…

Im nächsten Durchgang wurden auf dem Hang gegenüber Dummies in der Grasinsel versteckt, die vorher auf dem Weg zum Mark lag. Der Helfer stand für die Hunde nicht sichtbar am Waldrand.

Aufgabe4

Ich schickte Biscuit voran, die hatte die alte Stelle aber überhaupt nicht mehr auf dem Schirm und driftete nach rechts. Ich holte sie zurück. Neu ansetzen, voran! Biscuit hoppelte 5 Meter, drehte sich um und sah mich fragend an. Sch…! Dritter Versuch, Biscuit blockierte. Da hatte ich den Salat. Petra wies den Helfer an, sich an die Grasinsel zu stellen. Es zeigte Wirkung. Biscuit ging diesmal problemlos und fand schnell.

Im letzten Durchgang sollten die Hunde an den alten Fallstellen der Grasinsel vorbeigeschickt werden. Entweder nochmals auf eine Markierung oben im Hang oder auf dort ausgelegte Dummies. Biscuit bekam eine Markierung, fraß sich aber an den alten Fallstellen fest und brauchte Hilfe um ans Stück zu kommen.

Mittlerweile empfand ich die Hitze sogar im Schatten als unerträglich und war froh, dass wir zum Abschluss nur noch eine einfache Markierung in den Wald arbeiteten.

Keks-Fazit: Diesen Tag hätte ich Biscuit aufgrund der Hitze besser erspart. Nichtmal die Abkühlung im See brachte wirklich Erleichterung. Sie war nachmittags gar nicht mehr in der Lage, sich richtig zu konzentrieren. Das Blockieren war mein ganz persönlicher Super-GAU. Immerhin ist jetzt klar, wodurch das Blockieren zustande kommt. Ich darf Biscuit nicht leer zurückholen. Nun hoffe ich, dass ich mir durch meine Aussetzer nicht zuviel kaputt gemacht habe.

Trotzdem hat sich das Seminar natürlich gelohnt! Wir hatten viel Spaß und Petra ist wie immer sehr individuell auf die Teams eingegangen. Ich konnte wieder viel für unser Training mitnehmen und bin auch nächstes Jahr sehr gerne wieder dabei!

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Hier geht es zu den Berichten der letzten Jahre:

2011

2012

2013

 

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Kategorien: Seminare | Hinterlasse einen Kommentar

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