Stormy Weather 2014 (F)

Samstag war es soweit. Biscuit und ich starteten bei unserem ersten offiziellen F-WT:
Stormy Weather – ein Heimspiel in einem Gelände, das mich immer wieder begeistert.

Gemeinsam mit Jens und Marco, die sich beide als Helfer gemeldet hatten, ging es morgens um halb 7 Richtung Allersberg. Anfangs war ich recht entspannt, doch kurz vor der finalen Autobahnausfahrt meldete sich doch noch mein Magen zu Wort. Kein Problem – dafür wurden Autobahnraststätten erfunden… schwupps, Stau! Allerdings nicht auf der Autobahn, sondern im Rasthof. Genauer gesagt auf der Treppe zu den Sanifair-Toiletten. Scheinbar war ein Reisebus geplatzt und hatte Unmengen älterer Damen ausgespuckt, die allesamt sehr nett aber leider mit dem Prinzip „70 Cent einwerfen, Ticket entnehmen und durchgehen“ nicht vertraut waren *von einem Fuß auf den anderen trampel*.

Nachdem wir den Stau hinter uns gelassen und das Gelände erreicht hatten, ging alles ganz schnell. Freunde begrüßen, Papiere abgeben, Prosecco schlürfen, offizielle Begrüßung, ab in die Wartezonen. Bei nur 28 Startern und 5 Richtern hielten wir uns allerdings nicht wirklich lange in den Wartezonen auf. Biscuit und ich begannen bei…

Aufgabe 3 – Zolt Böszermenyi

Es fand ein kurzes Treiben statt; am Ende des Treibens wurde M1 nach rechts in den Wald geworfen (Fallstelle nicht sichtig). Wenn der Hund mit dem Dummy auf dem Rückweg war, folgte ein weiterer Schuss und M2 fiel etwas weiter hinten in die Mitte der Gasse.

A3

Eigentlich eine Aufgabe und ein Gelände, in dem Biscuit gerne richtig Gas gibt. Ich wartete auf die Freigabe, schickte Biscuit mit „Apport“ los und traute meinen Augen kaum. In Zeitlupe schlängelte sich Biscuit um das Totholz herum und verschwand gemäääääächlich im Fallbereich. Mir wurde bewusst, dass nach dem anstrengenden Wassertraining ein Tag Ruhe nicht genug gewesen war. So wie Biscuit herumeierte, hatte sie ordentlich Muskelkater… Nach einer Weile kam Biscuit wieder aus dem Wald – ohne Dummy. Stopp! Back! „She is too short“ hörte ich den Richter sagen. Oh, ok. Ich holte Biscuit nochmal raus und schickte sie weiter nach hinten, wo sie auch fand.

Als sie auf dem Rückweg war, fiel ein weiterer Schuss. Zu meinem Erstaunen blieb sie sofort stehen und drehte sich leicht herum. Leider jedoch nicht zu den Helfern, sondern zur alten M1-Fallstelle. Sie konnte M2 daher nicht markieren. Da sich – ihrer Meinung nach – nach dem Schuss nichts getan hatte, setzte sie ihren Rückweg zu mir ohne weitere Aufforderung fort. Ich richtete sie auf M2 aus und schickte sie voran. Wieder zuckelte sie los und ich hätte ausnahmsweise wirklich alle Zeit der Welt gehabt, um zu reagieren. Stattdessen sah ich dabei zu, wie sie kurz vor den Helfern links abbog und im Wald verschwand. Wir waren beide nicht die Schnellsten in dieser Aufgabe. Ich musste sie 3x rauspfeifen, stoppen und back schicken, bis sie endlich den richtigen Kurs und letztendlich auch das Dummy hatte.

Meine Herren, was für eine gruselige Vorstellung!

→ 6 Punkte

Aufgabe 4 – Filip Bollen

Ein 2er-Walk-Up, diesen Weg entlang:

A4gesamt

Ein Schütze (S2) lief direkt neben den beiden Teams, ein weiterer Schütze/Werfer (S1) ein gutes Stück weiter rechts von den Teams im Wald auf gleicher Höhe.

Walk on…
→ Schuss + Markierung rechts im Wald – wurde vom rechts stehenden Team geholt.

Walk on… behind!
→ der direkt in der Line stehende Schütze schießt in Richtung der Blinds – das linke Team durfte schicken.

Walk on… behind!
→ wieder wird in Richtung Blinds geschossen – diesmal für das rechte Team.

Walk on…
→ Schuss + Markierung rechts im Wald – wurde vom links stehenden Team geholt.

Hier fielen die Markierungen:

A4-m

Der Blick auf das Blind, wenn man sich umgedreht hatte:

A4-b

Die Blinds lagen hinter einem Waldweg in diesem Bewuchs:

A4-blindstelle

Ich hab es mir eigentlich angewöhnt, Biscuit kurz vor jeder Aufgabe nochmal pinkeln zu lassen. Da sie jedoch auf dem Weg zur Wartezone schon gemacht hatte und wir recht schnell an der Reihe waren, ließ ich es diesmal bleiben. Ihr könnt euch sicher denken, was dabei heraus kam…

Der Richter erklärte die Aufgabe, wir leinten ab und walkten los. Biscuit und ich liefen auf der linken Position. Schuss, Markierung für das andere Team. Dummy drin, wir walkten weiter und – „Behind!“ – drehten uns um. Der Schütze neben uns schoss in Richtung Blinds und ich durfte schicken. Ausrichten, „Voran!“. Konkurrenz belebt die müden Muskeln – Biscuit war jetzt etwas schneller unterwegs. Leider ließ sie sich von einem querliegenden Bäumchen aus der Bahn bringen und driftete etwas nach rechts. Stopp! Back! Keksi wieder auf Kurs, Suchenpfiff, gefunden. Auf dem Rückweg fiel ihr ein, dass sie jetzt wirklich ganz dringend mal müsste… Vollbremsung, hingesetzt, gepullert, Dummy abgeliefert. Hachja. Was willste machen? Immerhin hatte SIE keinen Stau auf dem Weg zur Toilette.

Wir walkten weiter, „Behind!“, das andere Team holte sein Blind. Wieder ging es weiter, diesmal fiel die Markierung für uns. Biscuit scannte nur die Gegend vor uns, und ich erweiterte die To-Üben-müssen-Liste um Markierungen, die links oder rechts neben der Line fallen. Es gelang mir gerade noch, ihre Aufmerksamkeit nach rechts zu richten. Freigabe, „Apport“. Prompt waren zwei Labraschnuckels unterwegs, denn der Rüde unserer Teamkollegin hatte entschieden *Schätzelein, ich komme mit!*. Keksi war zuerst etwas verdutzt, wollte sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und hechtete weiter. Hm, und nu?

(An dieser Stelle in GANZ ehrliches und dickes Danke an meine Teamkollegin, die ihrem Hund nicht hinterherbrüllte, sondern ruhig blieb.)

„Call them back.“ hörte ich den Richter sagen. *Tüt-Tüt*. Biscuit drehte sofort ab und – erlaubt oder nicht, wen juckt´s? – wurde von mir natürlich erstmal ordentlich gelobt. Wir sortierten uns alle wieder, gingen ein paar Schritte zurück und der Rüde wurde angeleint. Nochmal von vorne. Walk on, Schuss, Markierung. Biscuit scannte wieder die Gegend vor uns und bekam von der Markierung diesmal gar nichts mit. Filip Bollen wies mich ebfanfalls darauf hin „Your dog hasn´t marked.“ Ja, das dachte ich mir schon – angesichts der Tatsache, dass sie verträumt in die falsche Richtung äugte. Immerhin hatte ich markiert. So halbwegs jedenfalls. Irgendwie sahen in dem Wald alle Bäume gleich aus. Ich richtete Biscuit aus. „Voran!“ Sie nahm brav die Richtung an, ließ sich jedoch zu einem kleinen Bogen Richtung Helfer verleiten. Ich wartete, bis sie die richtige Tiefe hatte – Stopp! Da ich die genaue Fallstelle nicht mehr wusste, griff ich auf den „Satz des Pythagomufflons“ zurück: Helfer (Mann/Frau) + hat etwa X m weit geworfen = hier wirds schon irgendwo liegen. Ich schickte Keksi nach links weiter und gab den Suchenpfiff an der berechneten Stelle. Biscuit bekam Wind, arbeitete die Fallstelle schön aus und fand. Der Richter grinste: „Not so bad for a blind!“. Jou, fand ich auch.

Insgesamt hat Biscuit die Aufgabe wirklich schön gemacht (dass sie nicht markiert hatte, war allein meine Schuld – ich hätte ausreichend Zeit gehabt, sie etwas nach rechts zu drehen), allerdings gab es für die Pinkelei natürlich Abzug.

→ 14 Punkte

Aufgabe 5 – Michael Hahn

Es fiel eine Markierung, anschließend wurde ein Blind im Graben beschossen. Zuerst war das Blind zu holen, danach die Markierung.

A5

Auch vor dieser Aufgabe gab es kaum Wartezeit. Ich hatte immer noch das Schneckentempo aus unserer ersten Aufgabe im Hinterkopf und pushte Biscuit mit einem kleinen Zerrspiel hoch. Keine gute Idee…

Nach der Freigabe schickte ich Biscuit mit „Voran“ los. Nach wenigen Metern vernahm ich plötzlich ein deutliches „Hmpfbrummeljaul“. Startlaut?!?!? Ach du sch****. „Hol sie zurück.“ Ich tat wie befohlen. „Du hast es sicher auch gehört?!“ fragte mich der Richter. Wie hätte ich DAS überhören können?

Zurück in der Wartezone wurde ich mit den Worten „Oooh, du strahlst so! Gut gelaufen?“ empfangen. Ja, ich hatte in der Tat ein breites Grinsen im Gesicht. Ich musste einfach schmunzeln. Ich hätte an diesem Tag wirklich mit allem gerechnet – aber damit ganz sicher nicht. Es kamen sicher mehrere Faktoren zusammen, deshalb habe und werde ich mir darüber keinen Kopf machen. Shit happens!

→ 0 Punkte

Aufgabe 1 – Andrea Böszermenyi

Doppelmarkierung kurz/lang. Die kurze Markierung M1 war gut zu sehen, die lange Markierung M2 kaum – man sah nur einen kleinen Teil der Flugbahn, Fallstelle nicht sichtig (Grafik nicht ganz korrekt). M1 sollte zuerst geholt werden.

A1

Hier gibt es nicht viel zu berichten. M1 hatte Biscuit auf den Punkt. Allerdings hatte das kleine Schlingelienchen natürlich mitbekommen, dass da noch ein anderes Dummy gefallen sein musste. Sie ließ sich zu einem Umgebungs-Scann hinreißen und nötigte mich zu einem Hier-Pfiff. Auf M2 schickte ich sie trotzdem voran, denn die genaue Fallstelle konnte sie nicht mitbekommen haben. Da sie wieder verhältnismäßig langsam unterwegs war, pushte ich auf Höhe der Fallstelle von M1 nochmal. Sie lief brav bis nach hinten durch und verschwand außer Sicht. Suchenpiff. Kurz darauf war sie mit Dummy auf dem Rückweg.

→ 17 Punkte

Aufgabe 2 – Lydia Goossens

Wieder eine 2er-Team-Aufgabe. Man stand am Rand eines Waldhangs und blickte nach unten. Zuerst wurde links unten eine Wassermarkierung geworfen. Fallstelle nicht sichtig, aber das „Platsch“ war nicht zu überhören. Anschließend wurde rechts unten ein Blind im Bereich eines umgestürzten Baums beschossen. Es wurde über Kreuz gearbeitet. Zuerst das rechte Team die Wassermarkierung, danach das linke Team das Blind. Anschließend Platztausch und nochmal.

Wassermark links:

A2-mark

Blind rechts:

A2-blind

Wir waren zuerst mit dem Wassermark an der Reihe und Biscuit bestätigte die Baustelle aus unserem Wassertraining: liegt der Startpunkt weiter vom Ufer entfernt, neigt sie zum rändern. Ich überlegte, ob ich irgendwie eingreifen sollte, entschied mich aber dagegen. Was hätte ich auch machen sollen? Nach kurzem überlegen wählte Biscuit doch den zuerst angedachten (direkten) Einstieg. Warum nicht gleich so? Seufz. Auf dem Rückweg erinnerte sie mich an eine weitere Baustelle und schüttelte sich mit Dummy im Maul. Unsere Teamkollgein arbeitete anschließend das Blind und wir tauschten Plätze.

Biscuit war so fasziniert von der Wassermarkierung, dass sie den Schuss beim Blind überhaupt nicht mitschnitt. Doch – älläbätsch – das Mark war nicht für sie. Ich ging einen Schritt nach vorne, richtete uns auf das Blind aus und mir fiel auf, dass ich Biscuit noch nie einen solch steilen Hang schräg nach unten vorangeschickt hatte. Na gut, einmal ist immer das erste mal und es klappte erstaunlich gut. Keksi landete direkt links neben der Baumwurzel, hinter der das Blind lag. Leider verfiel ich in Hektik und gab sofort den Suchenpfiff, anstatt sie erstmal zu stoppen. Sie driftete in die Wasserfläche links, Hier-Pfiff. Stopp! *kein Anschluss unter dieser Nummer* Nochmal Stopp! *verzögerter Bremsweg* Back! *okeeeee* Suchenpfiff. Gefunden.

Punktabzug gab es für das Rändern, das Schütteln mit Dummy und weil sie den Stopp-Pfiff nicht befolgt hatte.

→ 8 Punkte

Insgesamt keine Meisterleistung, aber zufrieden. Biscuit war nicht fit und wir haben auch sonst noch eine Menge Luft nach oben. Trotzdem bin ich mir sicher, dass wir in der F „richtig“ sind. Was ich mit Sicherheit sagen kann: es fetzt! Es macht irre viel Spaß als Team zusammenzuarbeiten und die Aufgaben gemeinsam zu lösen. Hatte ich so nie erwartet…

Auf die beiden Team-Aufgaben bin ich richtig stolz. Ich war die ganze Zeit entspannt und wußte, dass ich auf meinen kleinen Keks vertrauen kann ♥

Vielen Dank an Nina (Sonderleitung), Richter und Helfer für diesen schönen Workingtest! Und natürlich auch ein dickes Danke an die Mitstarter für das faire und nette Miteinander.

Ach ja – und danke für das Catering, das wie immer sensationell war. Prost, bis nächstes Jahr!

ctg

 

 

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Stormy Weather 2014 (F)

  1. Ahhh, so fängt der Morgen doch schön an… Danke für den tollen Bericht ich freue mich schon sehr auf den nächsten Einsatz.

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