Biber-Cup 2015

Anfang der Woche war ich noch der Meinung, ich hätte am Wochenende nichts vor. Das änderte sich am Dienstag durch das *pling* meines Facebook-Messengers. Ob ich nicht gaaaanz spontan Lust hätte, am Samstag mit Anna und Malte beim Biber-Cup (Team-WT A/F/O) zu starten? Lust? Aber sicher! Kurze Rücksprache mit dem Göttergatten – geht klar! Schnell ein Hotelzimmer gebucht und die restliche Woche voller Vorfreude auf den Samstag verbracht.

Waren Biscuit und ich letztes Jahr noch als A-Gespann dabei, übernahmen wir dieses Jahr den Part des F-Gespanns.

Team17

Nachdem ich Anna und Malte morgens getroffen hatte, rüsteten wir uns für den kommenden Tag. Anna verteilte Wienerchen an Malte und mich. Power-Würstchen für die Mädels! Vorbereitung ist alles.

Nachfolgend die Aufgabenbeschreibungen in der Reihenfolge, in der wir sie abgearbeitet haben (max. Punktzahl für jede Aufgabe waren 60 Punkte).

Aufgabe 3 – Petra Beringer (55 Punkte)

Die Teams standen auf einem abgeernteten Acker mit Blick auf einen lichten Wald (Entfernung ca 25m), nur etwas Bewuchs am vorderen Waldrand hinter einem Graben. Größe des Wäldchens/Suchengebiets ca. 40m x 50m).
Der Schütze ging den Waldweg entlang und schoss zwischendurch 2x mit der Flinte in den Wald.
– zuerst sollte der A-Hund zwei Dummies aus dem Suchengebiet holen und durfte anschließend anleinen
– nun sollten F- und O-Hund abwechselnd ebenfalls je zwei Dummies aus dem Suchengebiet holen und dabei jeweils sofort geschickt werden, wenn der andere Hund auf dem Rückweg war; der F-Hund durfte anfangen

A3

Nachdem Malte und Julie ihre beiden Dummies eingesammelt hatten, waren wir an der Reihe. Hand raus, „Voran“ und dann „Such“. Biscuit arbeitete sich erstmal den gesamten Wald nach oben, dann links raus und wieder rein, fand und kam zurück. Als Biscuit den Graben auf dem Rückweg überquert hatte, sollte Anna Josie reinschicken. Bis auf einen kurzen verwunderten Blick von Biscuit lief es reibungslos.

Als Josie auf dem Rückweg war, sollte ich Biscuit reinschicken. „Voran“. Biscuit ging raus, drehte sich aber irritiert zu mir um, als Josie an ihr vorbeifetzte. Mit „Back!“ brachte ich den Keks wieder auf Kurs. Diesmal ging sie nicht ganz so tief rein und arbeitete sich schnell wieder nach vorne, bis sie im Gestrüpp am Graben ankam. Ich dachte *Oh shit, sie kommt zurück* und stoppte sie. Sie sah mich fragend an. „Back!“. Biscuit bedachte mich mit einem zweifelnden Blick und ich dachte *jetzt bitte nicht blockieren*. Nochmal „Back!“, woraufhin Biscuit nun doch brav herumwirbelte und einige Meter weiter drin ein Dummy fand. Rückweg diesmal trotz der entgegenkommenden Josie problemlos.

Josie verschwand im Wald und arbeitete sich zu dem Gestrüpp, von dem ich Biscuit gerade weggehandelt hatte. Mein Gesicht wurde immer länger *nee, oder?*. Josie tauchte ab und zog ein Dummy aus dem Gestrüpp. Hinter mir hörte ich – angesichts meines Gesichtausdrucks – ein leises Kichern. Josie war wieder da und Petra verkündete „Danke, anleinen!“. Sofort entfuhr mir „Mensch, bin ich blöööööd. Ich bin sooooo blöd….!“Gelächter und Zustimmung von allen Seiten. Petra nahm mich in den Arm „Ich dachte schon, was zum Teufel macht sie denn da??? Trotzdem: alles gut!“.

Aufgabe 1 – Wolfgang Harrer (32 Punkte)

(S = Schütze mit Flinte, W = Werfer, M = Markierung)

Die Teams nahmen Aufstellung auf einer Wiese.
– S schoss nach rechts hinten, W1 warf M1 hinter sich ins Schilf
– S schoss nach links, W2 warf M2 auf die Wiese
Walk on…
– Schuss hinter uns, W3 warf M3 in einen kleinen Hang am See hinter uns
– Schuss vor uns, W4 warf M4 an den Rand der Wiese
– der A-Hund sollte nun zuerst M4 holen, danach M3 und durfte anschließend anleinen
Walk on…
– S schoss nach rechts hinten, W1 warf M5, dieses durfte sofort vom O-Hund geholt werden
– S schoss nach links, W2 warf M6, dieses durfte sofort vom F-Hund geholt werden
– anschließend sollte der O-Hund M1 aus dem Schilf holen
– zum Schluss sollte der F-Hund M2 arbeiten

Entfernungen: beim A-Hund ca. 50m; beim F-Hund ca. 100m; beim O-Hund ca. 150m (gemessen mit Google-Earth – trotzdem natürlich ohne Gewähr, da ohne Anhaltspunkte schwer zu messen).

A1

M1 fiel, M2 fiel, wir walkten los. M3 und M4 fielen. Malte bekam seine Freigabe für M4 und schickte Julie mit „Apport“ los. Ich hatte die ganze Zeit auf die Fallstelle gesehen und war verwirrt, als plötzlich zwei Hunde in meinem Blickfeld auftauchten. Julie und… *Huch! Der braune Hund – das ist ja meiner!*. Biscuit war eingesprungen. DAS HAT SIE JA NOCH NIE GEMACHT!

Zumindest auf einem WT nicht… Ich ließ den Dingen ihren Lauf (was willste auch sonst machen). Biscuit brachte ihre selbstauferlegte Mission zuende und sammelte Julies Markierung ein. Als sie mit dem Dummy zurück war, wurden wir vom Richter auf die Strafbank geschickt „Den F-Hund bitte wegdrehen und zurück zum Startpunkt.“ M4 wurde erneut geworfen und während Julie arbeitete, stand ich mit Biscuit am Rande des Geschehens.

Natürlich hatte ich ein ordentlich schlechtes Gewissen. Andererseits musste ich in mich reingrinsen, denn ich kam mir ein bisschen vor wie bei der Supernanny auf der stillen Treppe… und mit einer Einspring-Null hatte ich als allerallerallerletztes gerechnet. Biscuit ist wirklich nicht der typische „Einspring-Typ“, d.h. sie würde nie ohne Kommando gehen. Leider macht sie aber keinen Unterschied, ob das „Apport“ von mir oder dem Nebenmann kommt. Eigentlich weiß ich das auch und halte Blickkontakt, wenn ein Hund neben uns geschickt wird. Eigentlich…

Nachdem Julie M4 und M3 eingesammelt hatte, durften wir wieder in die Line zurück. M5 fiel und der Richter wies uns an „Den F-Hund bitte wegdrehen“. Nachdem Josie gestartet war, durften wir uns wieder umdrehen. Kaum war Josie zurück, fiel M6. Biscuit hatte das Mark auf den Punkt – nützte nur leider nichts mehr. Danach sammelten Anna und Josie mit einer wirklich genialen Leistung noch das Memory M1 im Schilf ein. Blieb noch M2, welches Biscuit und ich aber nicht mehr arbeiten durften.

An dieser Stelle nochmal SORRY an mein Team und DANKE, dass ihr mit mir zusammen darüber lachen konntet! Wie sagte Anna später: „Die Aufgabe, in der wir zwei Hunde gleichzeitig geschickt haben!“. War wohl ein Stückchen zuviel Power-Wurst vor der Aufgabe…

Aufgabe 2 – Sebastian Hochreiter (53 Punkte)

Der Richter positionierte die Teams; das A-Gespann stand etwas erhöht und blickte nach unten auf die Wiese Richtung O-Gespann; F- und O-Gespann standen unten auf der Wiese mit Blickrichtung zum A-Gespann.
– Hinter der Hecke (vor dem Häuschen) fand ein kleines Treiben statt (für A-Gespann sichtbar, für F/O-Gespann nicht)
– Schütze (S) schoss 2x mit der Flinte Richtung Werfer (W). Dieser warf jeweils nach dem Schuss die Markierungen M1 und M2 über das O-Gespann auf die Wiese
– der A-Hund durfte sofort beide Marks einsammeln (Tauschgefahr) und danach anleinen
Danach rief der Richter „Achtung, Hase!“, der Schütze drehte herum und schoss Richtung Blinds; die Blinds lagen hinter einem Graben etwa im eingekreisten Gebiet.
– zuerst sollte der O-Hund ein Blind aus dem Gebiet holen und musste dabei sehr eng am F-Gespann vorbei
– danach sollte der F-Hund hintereinander zwei Blinds aus dem Gebiet holen
– zum Schluss nochmal der O-Hund ein Blind

Entfernungen: beim A-Hund ca. 20m; beim F-Hund ca. 30m; beim O-Hund ca. 40m (gemessen mit Google-Earth).

A2

Hier gibt es nicht viel zu berichten. Biscuit brauchte am Graben nochmal ein Extra-Kommando, um auf die andere Seite zu kommen, hatte die beiden Dummies dann aber schnell gefunden. Insgesamt war sie mir in dieser Aufgabe zu langsam unterwegs, was an den steigenden Temperaturen lag.

Aufgabe 5 – Sebastian Hochreiter (23 Punkte)

Der Schütze S beschießt mit der Flinte das Blind B1.
– B1 lag vor dem Graben und sollte vom A-Hund geholt werden, Entfernung ca. 70m
– B2 lag ebenfalls vor dem Graben und war vom F-Hund zu holen, Entfernung ca. 90m
– B3 lag hinter dem Graben und war vom O-Hund zu holen, Entfernung ca. 120m

Entfernungen mit Google-Earth gemessen, trotzdem – wie immer – ohne Gewähr.

A5

Mit dieser Wiese haben der Keks und ich es offensichtlich nicht so. Wie schon letztes Jahr scheiterten wir hier an unserem Blind. Was man auf dem Bild nicht sieht: zwischen uns und B2 (bei der Hecke am Haus) ist ein Hügel. Ich dachte schon bei der Erklärung des Richters *ach du sch…* und behielt damit Recht. Ich bekam Biscuit nur bis zu B1, konnte sie auch einige male dort wieder wegschicken, leider aber nicht tief genug. Ich stoppte falsch, handelte falsch und irgendwann nahm Biscuit meine Kommandos gar nicht mehr an. Gemeinsam beschlossen wir, dass ich sie wieder reinhole.

Trotzdem musste das Dummy dort weg, damit der O-Hund auf B3 geschickt werden konnte. Der Richter überließ das Biscuit und mir. Ich durfte nochmal vom Hügel vor der Hecke aus schicken, was aber nichts brachte. Biscuit war völlig von der Rolle, also sammelten wir das Dummy gemeinsam ein. Ich bin ehrlich: das war schlichtweg zu schwer für uns (mich), ich war mit der Situation und den Geländegegebenheiten wirklich überfordert. Ein souveräner Hundeführer sieht definitiv anders aus.

Aufgabe 6 – Petra Beringer (37 Punkte)

Startpunkt der Teams auf einem abgeernteten Feld, von der Richterin jeweils in Blickrichtung der zu arbeiteten Markierungen ausgerichtet.
– Schuss, W1 warf M1, durfte sofort vom A-Hund geholt werden
– Schuss, W2 warf M2 in einen Acker, durfte sofort vom F-Hund geholt werden
– Schuss, W3 warf M3 hinter eine Hecke, durfte sofort vom O-Hund geholt werden

Entfernungen: M1 ca. 30m, M2 ca. 80m, M3 ca. 120m (gemessen mit Google Earth, trotzdem ohne Gewähr)

A6

Während der Wartezeit hielten wir Kriegsrat. Ich war nach dem missglückten Blind etwas geknickt, wurde aber von Anna und Malte ganz lieb wieder aufgemuntert. Der Plan: wenn ich handeln müsse, dann nur solange es geht und nicht über Gebühr. Power-Würstchen in den Hund, abklatschen, auf ging´s!

Die Flugbahn unserer Markierung M2 war gut zu sehen und ein Blick auf Biscuit verriet mir, dass sie markiert hatte. Freigabe, „Apport!“. Biscuit semmelte los, ließ sich von den Geländeübergängen und dem Graben nicht aus dem Konzept bringen und hielt die Linie. Leider war sie am Ende ein paar Meter zu kurz und suchte sich Richtung Helfer. Ich musste also doch eingreifen. Diesmal blieb ich ruhig und Biscuit nahm jeden Pfiff und jedes Kommando super an. Anna, Malte und auch Petra halfen mir beim Einschätzen der Tiefe, der Suchenpfiff kam an der richtigen Stelle und… gefunden! Ich war soooooooooooooo happy!!!

Anna bemerkte später treffend: So war es genau richtig. Das gemeinsame erfolgreiche Erarbeiten dieser Markierung war für Biscuit und mich viel besser, als wenn Biscuit eine Punktlandung hingelegt hätte.

Aufgabe 4 – Wolfang Harrer (59 Punkte)

Das A-Gespann stand mit Blickrichtung Schütze/Werfer (S/W), die F/O-Gespanne mit Blickrichtung auf einen umgegrabenen Acker.
– Schuss, M1 fiel in höheren Bewuchs hinter dem Weg und durfte vom A-Hund geholt werden
Während der A-Hund arbeitete, bewegten sich S/W den Weg entlang zu einem neuen Standpunkt.
– Schuss, M2 fiel auf den Acker und durfte vom F-Hund geholt werden
Während der F-Hund arbeitete, bewegten sich S/W den Weg entlang zu einem neuen Standpunkt.
– Schuss, M3 fiel auf den Acker und durfte vom O-Hund geholt werden

Entfernungen: M1 ca. 40m, M2 ca. 60m, M3 ca. 80m; nur geschätzt und absolut ohne Gewähr!!!

A4

Zum Abschluss nochmal drei schöne Einzelmarkierungen, die unser Team problemlos gemeistert hat. Diesmal ohne Einspring-Keks *pfeif*.

→ insgesamt 259/360 Punkte, Platz 10

Wir sind sehr stolz auf unsere drei Mädels!

♥ Julie ♥ Biscuit ♥ Josie ♥

Bibercup2

Zigarrenträger, Linksträger, Rechtsträger

Bibercup1

Was für ein genialer Tag! Wir haben gemeinsam gelacht, gelitten und uns gefreut – genau so, wie es bei einem Team sein sollte. Vielen Dank dafür!!!

Danke auch an die Sonderleitung, Richter, Helfer und Mitstarter für den schönen WT! Die Atmosphäre beim Biber-Cup ist wirklich etwas ganz besonderes…

…und der Name ist Programm!

Biber

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Biber-Cup 2015

  1. Dieser WT hatte ja wirklich schöne Aufgaben. Das habt ihr wirklich klasse gemacht der Keks und du. Nun kannst du auf der Nullen-Schrullen To-Do Liste auch das Enspringen abhaken. Aber wie ich schon sagte… Nur geborgt bald starten wir wieder zusammen 🙂

    • Einspringen… ich glaub´s ja immer noch nicht *lol*.
      Schicken ohne Freigabe fehlt noch – damit warte ich dann bis zu unserem nächsten Teamstart 😉

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