Dummytraining „Mufflon-Style“

Manche von euch fragen sich vielleicht „Was macht eigentlich das Mufflon?“.

In erster Linie verbreitet sie hier jeden Tag gute Laune. Mit 8 1/2 Jahren ist man vielleicht auf dem Papier eine Seniorin, in der Realität jedoch noch lange nicht. Ok, die Arthrose in den Pfoten zwickt manchmal und die Sehkraft war schon besser, aber „alt“ fühlt sich Muffin sicher nicht und von „vernünftig“ ist sie meilenweit entfernt (das wird in diesem Leben auch ganz sicher nix mehr). Daher ist es meine Aufgabe, das Kamikazetierchen wenigstens einigermaßen vor sich selbst zu schützen (klappt nur selten *schnauf*).

Dummytraining gibt es nur sehr dosiert, weil Madame ja nix langsam machen kann. Meistens gibt es für sie nur Freiverlorensuche, gaaaanz selten mal ein paar Markierungen. Einweisen konnte ich sie noch nie, das fällt demnach eh weg. Über ein Anfänger-Anfänger-Niveau bin ich mit Muffin nie rausgekommen. Wir waren halt beide noch jung und dumm.

Was kann sie?
Suchen, suchen und suchen. Lange. Ausdauernd. Stundenlang.

Was kann sie nicht?
Markieren. Das konnte sie noch nie gut, selbst bei voller Sehkraft. Endet meist in einer Freiverlorensuche.
Sich einweisen lassen. Es entspricht grundsätzlich nicht ihrem Naturell, sich von mir etwas über den Fundort von Beute sagen zu lassen. Ihrer Meinung nach geht das ohne mich viel schneller über die Freiverlorensuche.

Was kann sie, tut es aber nur ungern?
Sitzen bleiben und die Klappe halten. Geduld is nix zu essen, also braucht man auch keine. Punkt. Warten wird überbewertet. Ausrufezeichen.
Nach dem Aufnehmen des Dummies sofort zurückkommen. Geht nicht, weil… Bodennebel. Hochwasser. Keine Ahnung.

Trotzdem – oder vielleicht deswegen? – macht Dummytraining mit Muffin unglaublich viel Spaß. Wen juckt es schon, dass sie beim Warten den Wald zusammenjodelt oder dass sie gruuuuundsätzlich einen Hier-Pfiff braucht, wenn sie aufgenommen hat? Egal was sie tut – sie tut es mit guter Laune.

Es gibt aber auch Tage, an denen Muffin morgens aufwacht und beschließt „Heute lass ich den Wahnsinn mal zuhause und pack das Genie ein!“ Heute war so ein Tag.

Nachdem sie eine Einzelmarkierung wirklich genial gearbeitet hatte, legte ich eine Schippe drauf und versuchte es mit einer Doppelmarkierung. „Siiiiiiiitz!“ (Dummy nehmen und Schwung holen). „Siiiiitz!“ (werfen). „Siiiiiihiiitz!“ (erstes Dummy landet). „Fuuuuuuuuß!“ (um 90° drehen und staunen, dass sie sich sofort mitdreht). „Siiiiiiiitz!“ (Dummy nehmen und Schwung holen). „Siiiiitz!“ (werfen). „Siiiiiihiiitz!“ (zweites Dummy landet). Muffelönchen galoppelte beide male erst nach dem Kommando los und kam ohne Extraeinladung zurück. Wow.

„Ha“ dachte ich „da geht noch was!“. Mehrere Dummies ausgelegt und vorangeschickt. Bringt die doch tatsächlich die Dummies OHNE zu tauschen. Das hat sie ja noch nie gemacht… Hilfe, Aliens haben meinen Hund entführt und ausgetauscht.

Letzte Station: Wasser! Das Lernziel ist seit Jahren dasselbe: Das Dummy zu bringen ohne sich 5x zu schütteln und es mir am Ende vor die Füße zu rotzen. Gelegenheiten gab es ausreichend, denn Steadiness am Wasser hab ich bei ihr längst aufgegeben und schwimmen ist gut für die Figur. Vor allem für Labradussel, die für ihr Gewicht etwas zu klein geraten sind.

Tatsächlich näherten wir uns schrittweise an. Das Schütteln und Ausspucken wurde weniger und der letzte Wasserapport war für Muffins Verhältnisse wirklich top! Sie wartete brav auf das Apport-Kommando und legte das Dummy auf dem Rückweg nur 1x zum schütteln ab, nahm es ohne Aufforderung wieder auf und lieferte es direkt ab. Ich war völlig aus dem Häuschen. Mit rechts nahm ich das Dummy entgegen, fummelte mit links nach einem Leckerchen, versenkte Selbiges im Hund und ließ versehentlich das Dummy fallen (soviel zum Thema Frauen und Multitasking). Muffin inhalierte flugs das Leckerchen, nahm das Dummy wieder auf und…

*BRIZZL*

…gab Fersengeld! Sie nutzte die Chance, sauste an mir vorbei auf die Wiese und vollführte einen Bocksprung nach dem anderen. DOING-DOING-DOING. Zum krönenden Abschluss warf sie das Dummy hoch, ließ es in die Wiese fallen und wälzte sich darauf. I FEEL GOOOOOOOOOOD, NÄ-NÄ-NÄ-NÄ-NÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ.

Damit war die Welt wieder in Ordnung. Ich dachte schon, ich müsse mir Sorgen machen…

Knallkopf bleibt Knallkopf – und das ist gut so!

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Kategorien: Training | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Dummytraining „Mufflon-Style“

  1. Erwähnte ich schon, daß ich das Muffelönchen (noch leider unbekannterweise) liebe? :-)))

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