Stormy Weather 2015 (F)

Am vergangenen Wochenende stand mein ganz persönlicher Lieblings-WT an. Letztes Jahr war „Stormy Weather“ unser erster offizieller F-WT. Ich erinner mich noch, dass ich vor Nervosität fast gestorben wäre. Dieses Jahr war ich viel entspannter. Das Bauchgrummeln setzte erst ein, als wir in der Wartezone für unsere erste Aufgabe ankamen. Zum Glück sollte es nicht allzu lange andauern, denn ich war die erste Starterin in unserer Gruppe.

(Aufgabenbeschreibung wie immer in der Reihenfolge, in der wir sie gearbeitet haben)

Aufgabe 3 – Bruno Julien

Bruno erklärte, dass zunächst eine Markierung fallen würde. Alles weitere würde er danach erklären. Schuss, vor uns fiel auf einem Plateau hinter dem Graben eine Markierung – von rechts nach links geworfen, Fallstelle in einem jungen Fichtenwäldchen.

3a

Anschließend ging man mit dem Richter ca. 10 Meter nach links den Graben entlang.

3b

Am neuen Standpunkt angekommen wurde ein Blind hinter dem Graben beschossen.

3d

Vom neuen Standpunkt aus befand sich die Markierung nun schräg rechts hinter uns. Der neue Blickwinkel:

3c

Man durfte selbst entscheiden, was man zuerst arbeitet.

Für mich war klar, dass wir zuerst die Markierung holen. Meine persönliche Begründung für diese Entscheidung: Beim Blind muss ich eh handeln; wenn ich zuerst das Mark arbeite, ist die Chance größer, dass wir es ohne Handling reinbekommen.

Nachdem ich Bruno unsere Entscheidung mitgeteilt hatte, durften wir loslegen. Ich drehte uns vom Blind zurück auf die Markierung und schluckte beim Anblick des gegenüberliegenden Hangs (war zu dem Zeitpunkt noch jungfräulich und nicht so ausgetreten – was Vor- und Nachteil sein konnte). Obwohl sich Biscuit bei sowas gerne mal einen einfacheren Weg sucht, versuchte sie es diesmal direkt… und scheiterte. Sie war schon fast oben angekommen, als sie mit dem Kopf an einer Wurzel oder einem Ast andotzte. Verdattert rutschte sie wieder nach unten und beschloss *DAS versuch ich nicht nochmal, bin doch nicht lebensmüde*.

Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen angeblich das Denkvermögen. Möööp. Biscuit suchte im Graben nach einem neuen Weg nach oben. Für mich wäre es logisch gewesen, wenn sie sich einen Weg in die Richtung gesucht hätte, aus der wir gekommen waren. Biscuit versuchte stattdessen ihr Glück in Richtung des Blinds. NICHT gut, aber ich beschloss trotzdem: um sie nicht noch mehr zu verunsichern, würde ich erst im Notfall eingreifen. Schließlich hangelte sie sich nahe des Blinds hoch, was man getrost als Notfall bezeichnen konnte.

Ich wartete, bis sie oben war. TÜÜÜT! Biscuit stoppte und ich schickte sie nach rechts. Sie steuerte zielstrebig das Fichtenwäldchen an, lief aber zu weit und Richtung Helfer. Stopp + rüber (links). Sie lief brav ins Wäldchen und ich sah, dass sie Wind hatte. Gefunden. Als Rückweg wählte sie nun den Weg, den wir gekommen waren. Uff. Das lief nach dem verkackten Anfang viel besser als erwartet *Schweiß von Stirn wisch*.

Wir richteten uns auf das Blind aus. „Voran!“. Biscuit zuckte, blieb aber sitzen. Ich atmete tief durch *wusaaaaa* und ging wenige Zentimeter nach vorne. „Fuß.“ Biscuit rutschte nach. Hand nach vorne, Konzentration, „Voran!“. Sie ging. Zögerlich, aber sie ging! Den Weg nach oben kannte sie nun schon. Oben angekommen musste ich sie nochmal stoppen und weiter nach hinten schicken. Suchenpfiff. Es dauerte in bisschen (das Dummy lag wohl in dichterem Bewuchs); gefunden. Als Rückweg hatte sie nun ausgerechnet die Stelle auserkoren, an der sie zu Beginn gescheitert war. Sie stutzte kurz, fasste sich ein Herz und ließ sich bedächtig nach unten rutschen. Hossa!

→ 13 Punkte

Aufgabe 4 – Lynn Mitchell

Ein beschossenes Blind über Wasser. Startpunkt war am Waldrand hinter dem Schotterweg.

4

Blinds über Wasser sind immer noch nicht unsere Paradedisziplin, aber aufgrund unserer Fortschritte im Training war ich zuversichtlich. Außerdem kennt Biscuit den See inzwischen recht gut, was an diesem Tag Fluch und Segen zugleich war.

Während Lynn die Aufgabe erklärte, machte es mitten im See plötzlich *platsch*. Ein Fisch. Ich musste unweigerlich an unsere Dummy-F und den Verleitkarpfen denken. Offenbar hat der fränkische Fischbestand tatsächlich eine Vorliebe für kleine braune Labradösen. In diesem Fall nahm ich es dankbar an, denn an meinem linken Bein saß nun ein Pulverfass das nur noch auf Zündung wartete. Freigabe. „Voran!“. Das ließ sich der Keks diesmal nicht zweimal sagen. Sie sauste ins Wasser und paddelte auf die Fischlein-Gedächtnis-Stelle zu. Diese lag zwar ca. 2m neben der Ideallinie, aber man kann halt nicht alles haben. Als sie die Stelle erreicht hatte, wurde es spannend. Würde sie sich umdrehen und fragen, weil dort nichts war? Nope. Sie schwamm zielstrebig weiter ans andere Ufer.

Es war klar, dass sie etwas zu weit rechts ankommen würde. Durch den dichten Bewuchs hatte man am anderen Ufer keine Sicht auf den Hund. Trotzdem verzichtete ich auf Korrekturen im Wasser und wartete, bis sie ausstieg. Stopp + rüber (links). Ich sah sie zur richtigen Stelle huschen, Suchenpfiff, gefunden. Doch anstatt direkt dort ins Wasser zu gehen, verschwand sie nach rechts. Ich dachte, sie würde an der Stelle wieder einsteigen, an der sie rausgekommen war (Kekslogik), aber es tat sich nix. Hö? Leicht verzweifelt setzte ich einen Hier-Pfiff ab. Es dauerte. Wir scannten den Bewuchs nach Bewegungen. Nichts. Plötzlich kam Biscuit von rechts den Weg entlang… sie war außenrum gelaufen. Örghs.

„Oh, a dog with brain.“ bemerkte Lynn.
„Hmmm… and she knows the area.“ knirschte ich.
„I´m sorry, really good work, but I have to take points for the way back.“ erwiderte Lynn.

Is klar. Mein Fehler, weil ich im Training nur auf das rüberschwimmen Wert gelegt hatte, aber nicht auf den direkten Rückweg über Wasser *auf die To-Do-Liste-setz*. Schade, aber in erster Linie war ich happy, dass wir so problemlos ans Dummy gekommen waren. Ich war zufrieden mit meinem „very nice chocolate Lab“, wie Lynn sie später nannte.

→ 9 Punkte

Aufgabe 5 – Wayne Mitchell

Ein beschossenes Blind auf der Kuppe eines Waldhangs; der Schütze war gut versteckt und bot keinen Anhaltspunkt. Wenn der Hund die gerade Linie nahm, war er im Grünzeug kurz außer Sicht – dort verlief ein spannender Waldweg nach rechts weg.

5

Ich weiß, dass da ein Waldweg ist (dort war letztes Jahr beim Schäufele-Cup und beim Stormy Weather eine Aufgabe) UND ich wurde vorher noch von Claudia gewarnt, dass es die Hunde dort reinzieht. Mein Gehirn speicherte diese Informationen, machte es sich in der Wartezone gemütlich und schickte mich alleine in die Aufgabe.

Schuss, Freigabe, „Voran!“. Biscuit verschwand im Gemüse und ich wartete, ob sie im Hang wieder auftauchen würde. Tat sie nicht. Hmmmm. Ich wartete noch ein bisschen. Kein Keks. Ich wartete weiter. Mein Gehirn kam fingerschnippsend aus der Wartezone gehüpft *Ich weiß was, ich weiß was, wie wär´s mit einem Hier-Pfiff?*.

TüT-TüT! …… nix.
Gehirn an Anke: *nochmal!*
TüT-TüT! …… wieder nix.

Wayne: „I think she is too deep.“
(achnee) TüT-TüT! …… nix.
Wayne: „She is too deep!“
(jaaadoch) TÜT-TÜT!!!

Endlich raschelte das Grünzeug und Biscuit reckte den Hals in meine Richtung *sie wünschen?*. TÜÜÜT. „Back!“. Biscuit tauchte ab… „VORAN!“ …und im Hang wieder auf. Sie hielt die Linie bis nach oben. Suchenpfiff. Gefunden.

Jens war Helfer in dieser Aufgabe und berichtete mir später, dass Biscuit wirklich vieeeeeeel zu weit im Wald war. Sie hatte meine Pfiffe nicht ignoriert, sondern musste sich erstmal orientieren. Deshalb dauerte es so lange, bis sie wieder auftauchte. Half zwar nix, aber: gut und schön zu wissen!

→ 10 Punkte

Aufgabe 1 – Betty Schwieren

Doppelmarkierung, ca im 90° Winkel; Startpunkt mit Blick in einen Abhang, am unteren Ende ein Graben.
Zuerst fiel rechts von uns M1 (wurde von rechts nach links über den Graben geworfen); danach links von uns M2 (wurde nach vorne geworfen). Man durfte selbst entscheiden, welche Markierung zuerst gearbeitet wird, sollte dann aber auch dabei bleiben. Ansagen musste man es nicht, sie würde sehen, wohin man zuerst schickte.

1a

1b

Betty hatte vorab recht präzise erklärt, wohin die Markierungen fallen würden. Ich richtete uns mittig aus, sodass Biscuit beide Marks gut sehen konnte ohne dass ich sie während der Aufgabe drehen musste. Schuss, M1 fiel, Schuss, M2 fiel. Biscuit war so fasziniert von M1, dass sie M2 fasst verpasst hätte. Ich konnte sie mit einem Fingerzeig gerade noch rechtzeitig darauf aufmerksam machen. Da sie nun konzentriert zu M2 sah, schickte ich sie dort zuerst hin. Den Graben nahm sie mühelos, schoss aber über die Fallstelle. Hier-Pfiff, sie drehte um, Suchenpfiff, gepickt. Sehr fein.

M1 gestaltete sich etwas schwieriger. Biscuit ging zunächst schön raus und in gerader Linie durch den Graben. Leider begann sie drüben zu früh mit dem Suchen, d.h. sie nahm deutlich an Tempo raus. Da sie die Linie weiterhin hielt, ließ ich sie machen und dachte nur „Lauf, Forrest, Lauf!“. Kurz vor dem Ziel kamen ihr Zweifel und sie driftete nach rechts Richtung Graben. Stopp + rüber (links), dann stopp + back. Biscuit hatte wieder mehr Tempo und war schon zu weit hinten, bis ich reagierte. Hier-Pfiff. Biscuit kam leider außerhalb des Winds zurück. Stopp. Wieder einen Tick zu spät, das Dummy lag nun schräg links hinter ihr. Nochmal back, Suchenpfiff. Fast wäre sie wieder dran vorbeigesemmelt, doch im letzten Moment riss es sie herum. Gefunden. Hui.

Nach der Aufgabe bekam ich von Betty ein Lob für mein gutes Handling. Ich hab mich soooooooo gefreut! Tu ich immer noch *hüpf*.

→ 13 Punkte

An dieser Stelle möchte ich das Lob als dickes Dankeschön an unser Trainerle Rainer Kern weiterleiten, ohne den ich sicher nicht so große Fortschritte gemacht hätte! Danke!

Aufgabe 2 – Petra Loidl

2er-Walk-Up durchs Obst – genauer gesagt – die Heidelbeeren.

Petra wies vor der Aufgabe ausdrücklich daraufhin, dass man nur einmalig beim loslaufen ein Fußkommando geben soll und dann erst wieder ein Kommando zum schicken. Nicht erwünscht war z.B. ein nochmaliges Sitzkommando, wenn die Markierungen fielen.

– Walk on… Schuss, es fiel schräg rechts von uns eine Markierung, danach noch ein Schuss und noch eine Markierung. Beide Dummies fielen auf dieselbe Stelle. Es arbeitete zuerst das Team mit der niedrigeren Startnummer, dann das andere Team.

– Walk on… Schuss, es fiel vor uns eine Markierung, noch ein Schuss, noch eine Markierung. Wieder beide Dummies auf dieselbe Stelle. Diesmal zuerst das Team mit der höheren Startnummer, dann das andere Team.

Keine Grafik, nur ein Bild vom Gelände (sah eh überall gleich aus).

2

Es war die erste Aufgabe, vor der wir etwas länger warten mussten. Inzwischen hatte es die angekündigten 30°C erreicht und Biscuit wirkte ein wenig müde. Trotzdem war ich zuversichtlich; Markierungen gehen immer.

Walk on… Schuss, Mark, Schuss, Mark. Biscuit und ich waren zuerst dran. „Apport!“. Nein, Markierungen gehen nicht immer. Biscuit besann sich auf ihren Showtitel und trabte gemütlich von dannen. Achherrje. Sie verschätzte sich zunächst in der Tiefe und bog dann auch noch rechts ab. Stopp + rüber (links). Stopp + … verdammt, hinter dem Baum gestoppt. Petra erlaubte mir, mich zu bewegen, um Biscuit besser sehen zu können. Ich machte einen Schritt nach rechts und *stolper* hätte mich fast langgelegt. Ich schickte Biscuit weiter nach hinten und ging an meinen Ausgangspunkt zurück. Äääääh, shit. Welcher Baum war es noch gleich? Wie tief lag es? Ich setzte auf Verdacht einen Suchenpfiff ab und murmelte „Ist sie da richtig?“. Ein leises Flüstern von meiner Teampartnerin „Ja, richtig!“ (dafür hier auch nochmal: vielen lieben Dank!). Nochmal Suchenpfiff. Gefunden.

Walk on… Schuss, Mark, Schuss, Mark. Diesmal war zuerst das andere Team an der Reihe. Zur Sicherheit hielt ich Blickkontakt mit Biscuit, bis der andere Hund geschickt war. Das Dummy war schnell drin und wir an der Reihe. Ich versuchte nochmal Spannung aufzubauen, aber wieder war Biscuit sehr bedächtig unterwegs und auch diesmal war sie zu kurz und wollte abbiegen. Stopp + back. Biscuit wollte weiterhin nach rechts. Nochmal stopp + (energischer) back. Suchenpfiff. Gefunden. Meine Nerven.

Petra gab mir später den Tipp, mit Biscuit vermehrt Spaß mit dem Dummy zu haben. Mal wieder einspringen lassen etc, da Biscuit sehr gedeckelt/ausgebremst wirken würde. Ich erwiderte, dass es an der Wärme lag und Biscuit einfach durch wäre. Später musste ich mir jedoch eingestehen, dass Petra nicht ganz Unrecht hatte. Mehr Spaß würde Biscuit nach der ständigen Einweiserei der letzten Zeit ganz sicher nicht schaden.

→ 11 Punkte

Bestanden!

Mein Fazit: Wenn ich in einem Satz beschreiben müsste, wie es bei diesem WT für uns gelaufen ist, würde ich sagen: „Irgendwas is halt immer!“ Doch auch wenn wir „nur“ bestanden haben, bin ich wirklich sehr zufrieden! Ich habe das Gefühl, dass wir inzwischen in der F „angekommen“ sind. Aufgeben ist schon lange kein Thema mehr, Biscuit lässt sich in der Regel sehr schön handeln und auch ich mache Fortschritte. Am Rest und den Feinheiten werden wir weiterhin arbeiten.

Es war wieder ein genialer WT. Das Gelände ist traumhaft, die Aufgaben haben richtig Spaß gemacht und die Richter waren allesamt supernett! Vielen Dank an Sonderleitung, Richter, Helfer und Mitstarter für das schöne Wochenende!

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, denn: heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!

Keks

 

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Hinterlasse einen Kommentar

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