F-Keks, let´s do it again!

Eigentlich hatte ich mit Prüfungen für dieses Jahr schon abgeschlossen und war gedanklich längst in der Winterpause. Facebook sei Dank kam es anders. Dort entdeckte ich einen Aufruf der BZG Unterfranken: Für die Dummyprüfung am 31.10. wurde noch ein Starter für die F gesucht, damit diese auch stattfinden konnte (pro Klasse sind mind. 3 Starter erforderlich). Kurzentschlossen meldete ich mich als Lückenfüller. Ich wusste noch genau, wie ich letztes Jahr gebangt hatte, bis endlich genügend Starter für unsere Dummy F gefunden waren.

Eine Woche vor der Prüfung waren es dann doch 4 F-Starter und der Keks und ich wurden theoretisch nicht mehr gebraucht. Ich beschloss: wir starten trotzdem. Was gibt es besseres, als eine Prüfung zu laufen die man schon in der Tasche hat? Wir hatten schließlich nichts zu verlieren.

Am Prüfungstag erwachte ich völlig entspannt. Entgegen meines Morgenmuffelnaturells hatte ich ekelhaft gute Laune. Sogar Biscuit schien sich zu fragen, welche Drogen ich genommen hatte. Ich packte Kram und Hund ins Auto, kratzte trällernd das Eis von der Windschutzscheibe und fuhr die nur knapp 30 km zum Treffpunkt. Dort angekommen kam das Übliche: Unterlagen abgeben, Chipkontrolle, ein-zwei-drei Schwätzchen halten. Nach einer kurzen Begrüßung durch Sonderleiterin Miriam und Richterin Petra Beringer fuhren wir gemeinsam ins Prüfungsgelände.

Zuerst wurde die Suche der A geprüft, direkt im Anschluss ging es mit der Suche für die F weiter. Biscuit und ich hatten Startnummer F3 und ausreichend Zeit, um in der Wartezone aufzutauen. Die Sonne kämpfte den Nebel nieder und es wurde angenehm warm. Starter F2 verschwand im Wald und ich begann mit unserem üblichen Ritual: zuerst ließ ich Biscuit pinkeln, anschließend groovte ich uns mit etwas Fußarbeit ein bis wir in die Aufgabe gerufen wurden.

Keks und ich auf dem Weg zur Aufgabe:


(Bild von Alexander Müller: AMsichten.de)

Petra erklärte uns das Suchengebiet, welches sich jeweils ca. 50m nach links/geradeaus/rechts erstreckte und auch das Gebiet der A-Suche (links von uns) einschloss. Würde der Hund Wind von den alten Fallstellen bekommen und diese kontrollieren, wäre dies natürlich ok und lediglich in die Bewertung einfließen. Alles klar? Klar. Dann los…

Das Suchengebiet bestand überwiegend aus laubbedecktem Boden mit jeder Menge Totholz und etwas Gestrüpp hier und da. Ich wollte Biscuit möglichst von den alten Fallstellen fernhalten, um es uns nicht unnötig schwer zu machen und schickte sie abwechselnd nach rechts/geradeaus. Die ersten drei Dummies waren schnell drin. Auf der Suche nach dem vierten Dummy kontrollierte Biscuit gerade einen Totholzhaufen wenige Meter vor uns, als sie plötzlich wie vom Donner gerührt stehenblieb und mich erstaunt anglotzte. Anke glotzte ebenso erstaunt zurück. Ich wartete kurz, ob sie von selbst weitersuchen würde, aber sie wartete offenbar völlig irritiert auf ein Kommando. Na gut. „Such!“. Biscuit nahm die Nase wieder runter und fand wenig später das vierte Dummy. „Danke, anleinen.“ Es ergab sich ein kurzes Gespräch und Petra meinte, es sei offensichtlich gewesen, dass Biscuit durch irgendetwas irritiert war (eine Bewegung oder Spiegelung). Biscuit hatte einen tollen Job gemacht und das Gelände problemlos angenommen. Ich solle diesen kleinen „Aussetzer“ nicht überbewerten – sie würde es auch nicht tun.

→ 19 Punke

Erleichtert und sehr zufrieden ging es zurück in die Wartezone. Es wurde der Appell der Anfänger geprüft und anschließend war Mittagspause. Wie schon letztes Jahr wurden wir mit heißer Kartoffelsuppe, Kaffee und Kuchen verwöhnt.

Frisch gestärkt starteten wir nach der Pause mit dem Einweisen für die F. Das Blind lag am Ende einer Wiese im Gebüsch, links von uns Wasser, rechts von uns der Wald in dem die Suche stattgefunden hatte. Entfernung ca. 80m.

Blind

Auf dem Weg zum Startpunkt schickte ich telepathisch eine Morddrohung an den Verleitkarpfen, der uns letztes Jahr so geärgert hatte. Schien angekommen zu sein, denn er ließ sich nicht blicken. Konzentration, „Voran!“. Biscuit hielt die Linie zunächst sehr schön, stieß aber auf halber Strecke auf unsere Spur vom Vormittag und brach nach rechts Richtung Eingang Suchengebiet aus. Hmpf. Ich hatte Biscuit vor der Aufgabe a.u.s.d.r.ü.c.k.l.i.c.h erläutert, dass sie einfach sinnlos geradeauslaufen soll. Nicht denken – nur laufen. Ich torpedierte die keks´sche Schnappsidee bereits im Ansatz mit einem Stopp-Pfiff und schickte sie mit dem linken Arm „back“ wieder auf den richtigen Kurs. Wenige Meter vor dem Ziel nahm ich nochmals eine kleine (und rückblickend völlig unnötige) Richtungskorrektur vor. Biscuit nahm´s mir nicht übel und kehrte kurz darauf mit Dummy zurück.

→ 18 Punkte

Weiter ging es mit den Einzelmarkierungen (Land und Wasser) für die Anfänger, für die damit die Prüfung beendet war. Für uns blieb noch Doppelmark und Walk-Up zu absolvieren.

Bei der Doppelmarkierung wurde zuerst vom auf einem Steg stehenden Helfer (W1) die Wassermarkierung (M1) geworfen, danach vom Helfer (W2) die Landmarkierung (M2). Man darf bei der Doppelmarkierung selbst entscheiden, welches Mark zuerst gearbeitet wird und muss die Entscheidung dem Richter vorab mitteilen. Petra meinte jedoch, dass wir es nicht ansagen müssten. Sie würde es daran festmachen, wie wir uns beim Schicken ausrichten.

Doppelmark

Ich stellte uns so auf, dass Biscuit beides gut markieren konnte, ohne dass ich sie zwischen den Schüssen nochmal drehen musste. Schuss, platsch. Schuss, plumps. Biscuit hatte beides gut gesehen und obwohl die Landmarkierung weiter und schwerer war, ging ich auf Nummer sicher und schickte Biscuit zuerst auf das Wassermark. Dieses steuerte sie zielstrebig an und ließ sich dabei auch nicht von einem Verleitkarpfen-platsch ablenken (der Säckel hatte meine Drohung offenbar schon wieder vergessen).

Ich konzentrierte Biscuit sehr lange auf die Landmarkierung, bevor ich sie schickte.

(Bilder von Alexander Müller: AMsichten.de)

Am Ende war sie ein paar Meter zu kurz und ich musste handeln. Leider hatte Biscuit ihre eigene Idee und verschwand 2x fast im Wald, bevor ich sie endlich am Dummy hatte. Eieiei, das können wir eigentlich besser. Aber egal, Dummy drin und ein dickes Lob von Petra, weil ich so gut markiert hatte.

→ 12 Punkte

Über den Walk-Up gibt es nicht viel zu berichten. Fußarbeit top, Steadiness top, Markierung top.

→ 20 Punkte

Geschafft! Abgesehen von der grottigen Vorstellung beim Doppelmark war ich hochzufrieden. Wir hatten die Dummy F bestanden. Schon wieder! Oléolé!

Wir fuhren ins Suchenlokal und gingen zum gemütlichen Teil über. Es wurde gequatscht und gegessen, während Miriam und Petra die Papiere fertig machten und schließlich zur Siegerehrung trommelten. Petra zog ein kurzes Resümee und lobte vor allem die durchweg guten Leistungen in der Suche, die gerade in der F leider nicht mehr selbstverständlich seien. Oft wären die Hunde in der F so abhängig vom Führer, dass eine selbständige Suche kaum noch möglich ist.

Gespannt wartete ich auf die Ergebnisse der F (leider haben nur 3 von den 4 Teams bestanden). Ich rechnete mit gar nichts, hoffte aber auf ein „sehr gut“.

„Platz 3 mit 65 Punkten und sehr gut“
Ich: *ooooooooh geil, wir haben ein sg* und wollte schon aufstehen
„Hund … mit Führer …“
Ich: *wie jetzt? nicht wir?*

„Platz 2 ebenfalls mit 65 Punkten und sehr gut, aber jüngerer Hund“
Ich: *Hää, aber Biscuit is doch niemals jünger als der Hund auf dem 3. Platz*
„Hund … mit Führer …“
Ich: *what the f…*

„Platz 1 mit 69 Punkten und sehr gut – Brown Biscuit vom Ebrachtal mit Anke Suckert“
Während ich aufstand, zweifelte ich immer noch an dem, was ich eben gehört hatte.
1. Platz? Wir? Scheiße, wie ist das denn passiert?
Natürlich schossen mir ein paar Tränchen in die Augen, abgelöst von einem grenzdebilen Rundumgrinsen.


(Bild von Alexander Müller: AMsichten.de)

Ich steh auf diese Urkunde!

Urkunde

Aber noch viel mehr steh ich auf meinen kleinen braunen Knutsche-Keks ♥


(Bild von Alexander Müller: AMsichten.de)

Vielen Dank an Richterin Petra Beringer für das gewohnt nette und geduldige Richten, an Miriam/Christian/Manfred für Orga/Revier/Helfen, an Alex für die Bilder und natürlich an alle Mitstarter und Anwesenden für den schönen Tag!

Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer die bestanden haben und ein „Kopf hoch“ für diejenigen, die leider nicht bestehen konnten. Beim nächsten mal klappt´s! Mit Geduld und Spucke kommt irgendwann jedes Dummy ordnungsgemäß heim – ich spreche aus Erfahrung 😉

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „F-Keks, let´s do it again!

  1. Ich freu mich immer noch!! Das habt ihr super gemacht 🙂

  2. Ihr bleibt der Knaller! Der Verleitkarpfen… *röchel* Knutsch das Keksi auf’s graue Schnäuzchen 🙂 (das Muffelönchen aber bitte auch! ).

  3. Celia

    Herzlichen Glückwunsch!!! Schön, wieder von Euch zu hören und dann gleich wieder einen ersten Platz eingefahren. Tolle Sache!
    Wir haben gerade unseren ersten Stopppfiff in Gegenwart einer Markierung hinbekommen und arbeiten weiter an Geduld und Spucke 🙂

  4. Es gibt natürlich noch von uns ein HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

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