Stormy Weather 2017 (O)

Auf den Parkplatz des WT-Geländes in Allersberg abzubiegen, hat für mich inzwischen immer etwas von „nach Hause kommen“. Kein Wunder, denn diesmal stand schon unser 7. Start in diesem Gelände an (2x Schäufele-Cup, 5x STW). Davon abgesehen haben wir dort auch einige Seminare und Trainings mitgemacht. Jede Ecke ist mit tollen Erinnerungen und wichtigen Erfahrungen verbunden. Biscuit und ich sind dort quasi „aufgewachsen“. Von der Schnupperklasse in die Offene Klasse… immer noch unglaublich.

Unglaublich ist nach wie vor auch mein Aufregungslevel. Der Baldrian, den ich eingeworfen hatte, schien unerkannt an meinen Nerven vorbeigerauscht zu sein. Notiz an mich: vergiss es einfach! Oooooommmmm…

Nachfolgend die Aufgabenbeschreibungen – wie immer in der Reihenfolge, in der wir sie gearbeitet haben.

Aufgabe 2 – Herman Jeske

Aufgabe wurde im 2er-Team gearbeitet.
– zuerst gab es links von uns ein Treiben, es fiel nichts

– anschließend gab es rechts ebenfalls ein kleines Treiben, aus dem eine Markierung nach hinten geworfen wurde

– das rechts stehende Team arbeitete die Markierung
– das links stehende Team holte ein Blind aus dem linken Treibens im Bereich einer umgestürzten Baumwurzel
– Platztausch und nochmal

Während ich Biscuit mit etwas Fußarbeit warm machte, betete ich innerlich mein Mantra runter „Ruhig bleiben. Ordentlich führen. Nicht hetzen lassen.“ Nochmal tief durchgeatmet und ab in die Aufgabe – zusammen mit Rita und Emma.

Biscuit hat sich im Laufe der Jahre angewöhnt, jedes Treiben geflissentlich zu ignorieren *die Alte sagt mir dann schon, was zu tun ist*. Fluch und Segen zugleich. Während Emma ihre Markierung arbeitete, wollte Biscuit sich sogar ablegen. Wirkte gar nicht gelangweilt, örghs. Aber: als ich sie auf unser Blind ausrichtete, war sie sofort voll da und legte eine Punktlandung hin. Ich kam noch nichtmal zum Suchenpfiff. Sehr schön.

Wir tauschten Plätze und das Treiben für unser Mark begann. Weil „Keks-guck-in-die-Luft“ bei Markierungen eher kontraproduktiv ist, zeigte ich mit dem Finger auf das Treiben und Biscuit beobachtet brav, was die Leute da so trieben (grins). Auf mein Kommando verschwand sie zielstrebig im Fallbereich, der außer Sicht lag. Kurz darauf war sie schon wieder mit dem Dummy auf dem Rückweg. Wow. Ich war völlig geflasht, bis… Biscuit 5m vor mir aprupt bremste und pinkelte. Echt jetzt? Orrrr.

Herman meinte, dass das Pinkeln auf dem Rückweg für ihn keine Null sei, er uns aber 9 Punkte dafür abzieht. Damit blieben von einer glatten 20 noch…

→ 11 Punkte

Sehr bedauerlich. Seufz.

Aufgabe 5 – Herman Jeske

Ein Vollblind am Ende der Gasse; kurz vor dem Ziel lag ein stark beasteter Baumstamm quer und die Hunde waren schnell außer Sicht.

Herman erklärte den Bereich des Blinds und gab sofort frei. Ich überlegte noch, ob ich gut genug ausgerichtet war, als Herman nochmal betonte „Du darfst schicken“. Blöderweise lies ich mich davon unnötig hetzen und als Biscuit losmaschierte wusste ich sofort, dass ich sie nicht gut genug fokussiert hatte.

Sie fragte, zockelte weiter und wählte den bemoosten Weg links am Waldrand entlang. Sie mogelte sich um den Baumstamm herum und es wackelte im Suchenbereich. Trotz meines Suchenpfiffs fand sie zunächst nichts und kam wieder nach vorne. Es folgte eine Mischung aus Back schicken, Suchenpfiff, Bangen und Hoffen. Gutes Führen sieht echt anders aus. Aber: gefunden.

→ 10 Punkte

Aufgabe 3 – Henk Slijkhuis

Zuerst fiel links ein Schuss und eine Markierung nach hinten in einen Hang (war auch live nur schlecht zu sehen, liegt nicht am Foto ). Anschließend trieben die Helfer von links nach rechts (Dummies wurden geworfen und wieder eingesammelt) und verschwanden schließlich rechts im Gemüse, wo auch die alten Fallstellen der F waren. Zuerst sollte das Vollblind im Hang direkt gegenüber des Startpunkts gearbeitet werden. Auf dem Weg dorthin mehrere Geländeübergänge (Graben, umgestürzte Bäume, etwas Wasser, Wege, Grünzeug etc). Anschließend war noch das Mark zu holen.

In der Wartezone schnappte ich auf, dass das Blind viele Probleme machte und man zudem nicht lange handeln durfte. Trotz aller Aufregung gelingt es mir gsd mittlerweile, auf solche Aussagen nichts mehr zu geben. Die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass wir meistens andere Probleme haben. So auch diesmal…

Ich richtete uns zu Beginn der Aufgabe auf die Markierung aus und blieb so stehen, bis das Treiben vorbei war. Zum einen, weil das Treiben eh uninteressant war und zum anderen, weil ich die Zeit brauchte, um die Fallstelle der Markierung einzuschätzen/mir zu merken. Eigentlich witzlos, weil ich nichts gesehen hatte und nur raten konnte.

Nachdem wir unsere Freigabe hatten, richtete ich uns auf das Blind aus. Diesmal ließ ich mir Zeit, baute gut Spannung auf und „Vorrrran“. Keksi hatte eine perfekte Linie bis ihr die alten F-Fallstellen in die Quere kamen. Sie bog zackig rechts in Gemüse, ließ sich aber sofort rausholen und back schicken. Am querliegenden Baumstamm musste ich nochmal korrigieren, aber am Ende hatte ich sie tatsächlich ohne größere Probleme am Blind und war gefühlt 2m größer.

Jetzt nur noch das Mark. Nur noch… haha. Wir erinnern uns: ich hatte nichts gesehen. Trotzdem bildete ich mir ein, ich könnte Biscuit einweisen und schickte sie voran. Natürlich lag das Dummy nichtmal annähernd dort, wo ich es vermutete. Es folgte eine ziellose Pfeiforgie, ich wurde immer unsicherer und Biscuit reagierte entsprechend und nahm meine Kommandos nicht gut an. „Wir werden doch jetzt nicht ausgerechnet beim Mark abkacken?“. Kaum gedacht – schon passiert. Ich sollte Biscuit wieder zurückholen.

Rückblickend wäre es sinnvoller gewesen, Biscuit mit „Apport“ zu schicken. Ihr Plan wäre sicher nicht schlimmer gewesen als meiner…

→ 0 Punkte

Später erfuhr ich von Jens (Helfer in dieser Aufgabe), dass wir sogar doppelt verkackt hatten. Biscuit war (für Richter und mich unbemerkt hinter einem Baum) dringenden Geschäften nachgegangen. Upsi. Shit happens 😉

War zwar schade mit der Null, aber das Hochgefühl des Blinds ließ keinen Platz für Ärger.

Aufgabe 4 – Rob Schmidt

2er-Walk-Up durch die Heidelbeeren. Bild nicht original von der Aufgabe, aber vom Gelände (musste ein altes Bild nehmen, weil ich eindeutig zu faul war, nochmal dorthin zu laufen). Aufgabenbeschreibung lautete „Walk Up – bitte alles markieren.“

Links und rechts liefen je 2 Helfer (Werfer und Schütze mit etwas Abstand zueinander), die neben uns hertrieben. Links hinten flogen im Laufe des Walk Ups zwei kurze Marks, die aber nicht gearbeitet wurden. Zu holen waren:
– rechts ein Mark vom rechts laufenden Team
– links ein Mark vom links laufenden Team
– links ein Mark vom rechts laufenden Team
– rechts ein Mark vom links laufenden Team
(alles Einzelmarks)

Ich forderte Biscuit vor der Aufgabe nochmal zum pinkeln auf. Doch irgendwie wollte es an diesem Tag einfach nicht klappen. Unverrichteter Dinge stapften wir zusammen mit Petra und Finnegan in die Aufgabe. Finnegan arbeitete das erste Mark, Biscuit das zweite. Das war auch (nach 1x back schicken) schnell gefunden, aber: kurz vor der Abgabe – keks´sche Pinkelpause. Eieieiei. Biscuit the Pisskid.

Finnegans zweites Mark fiel, Petra schickte und wir staunten nicht schlecht, dass Finnegan von einer hochmotivierten Biscuit begleitet wurde *muss schneller sein als der güldene Hippie*. War Mrs. Oberbrav und Supersteady tatsächlich eingesprungen? Finnegan war völlig perplex. Reflexartig zischte ich leise „Bissssssssssscuit!“. Keksi bremste, schaute mich an und war sich keiner Schuld bewusst *waaaaaaaaaas denn?*. Ich konnte nicht anders – ich musste lachen. Petra stimmte in mein Gekicher ein und der Richter war angesichts unserer guten Laune etwas verwirrt „Why are you loughing?“. Ich erwiderte „She never runs in“ und Petra bestätigte „Never“. Rob grinste.

→ 0 Punkte

Als ich in die Wartezone zurückging, dachte ich mir „das glaubt mir kein Mensch“. Egal. Die Laune war prächtig. Irgendwie hab ich Biscuit den Einspringer sogar gegönnt. Auch Bravkekse dürfen ab und an mal ein bisschen Hirnbrizzl haben.

Am nächsten Tag war ich Steward bei Rob und extrem viel Spaß. Biscuits Einspringer war den ganzen Tag der „Running Gag“.

Aufgabe 1 – Rainer Kern

2 beschossene Blinds diagonal über Wasser. Zuerst wurde B1 beschossen, dann B2. In dieser Reihenfolge sollten die Dummies auch geholt werden. Auf dem Weg zu B2 mussten die Hunde durch einen kleinen „Kanal“ in das dahinter liegende Gewässer.

Man hatte am Ufer einen seitlichen Bewegungsspielraum von ca. 2m. Nach vorne gab es keine Grenze.

Ich schaute mir die Aufgabe aus der Ferne an und wusste sofort, was unser Problem werden würde. Es war nur wenig Wasser im Weiher und die Hunde konnten auf den ersten Metern im Wasser laufen. Leider neigt Biscuit dabei immer noch zum rändern. Direkt reinspringen und losschwimmen – kein Problem. Reinlaufen und losschwimmen – kennt sie nicht, kann sie nicht. Mimimi.

Hätten wir noch keine Null gehabt, hätte ich Rainer beim Wort genommen. Nach vorne gab es keine Grenze, also wäre ich mich mit Biscuit so weit in den Weiher reingegangen, wie es mir möglich gewesen wäre. Aber so verzichtete ich auf die nassen Füße und schickte vom Rand.

Es lief exakt so, wie ich es erwartet hatte. Biscuit wusste haargenau, wo ich sie hinhaben wollte, versuchte es aber links am Rand entlang und verzettelte sich am Kanal. Ich brach die Aufgabe nach wenigen Kommandos ab. Es wäre mumpitz gewesen, hier noch die Brechstange anzusetzen. Ich weiß, was wir können und was nicht. Und ich weiß, wann ich es auch einfach mal gut sein lassen kann. Sinnloser Stress nach einem bisher so herrlichen Tag? Nööö, muss nich.

→ 0 Punkte

Nicht bestanden, aber einen extrem lustigen Tag gehabt = alles gut! Wir sind und bleiben ein Chaoten-Team und machen manche Fehler mehrmals – nur um sicherzugehen, dass es auch wirklich falsch war. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mein kleines braunes Scheißerchen ♥

Es war wie immer ein toller WT und wir haben auch dieses Mal wieder viele Erinnerungen und Erfahrungen dazugewonnen.

Vielen Dank an alle, die solche Tage möglich machen. Vor allem aber an Nina, die dieses Jahr zum letzten mal die Sonderleitung hatte. Liebe Nina, wir freuen uns darauf, dich künftig wieder „auf der anderen Seite“ zu treffen!

Danke an alle Helfer und die Richter, die den ganzen Tag für uns im Gelände standen! Ihr rockt!

PS: Wie sich eine Woche später herausstellte, hatte Biscuit the Pisskid eine üble Blasenentzündung ausgebrütet. Wie gut, dass ich ihr wegen „sowas“ nicht böse bin und es ihr auch an diesem Tag nicht übel genommen habe.

In diesem Sinne: let it flow… 😀

 

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Hinterlasse einen Kommentar

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