Archiv des Autors: Anke

LCD Work & Show Ratheim 2017

Am Wochenende 23./24.09. verschlug es das Kekserl und mich nach langer Zeit mal wieder nach NRW. Wir verbrachten das Wochenende bei Pia und 7 (www.space-labs.de), wodurch es wenigstens keine völlige Zeitverschwendung wurde.

Ja, Zeitverschwendung. Richtig gelesen. Am liebsten würde ich das Wochenende einfach vergessen, aber ich bleib meiner Linie treu: lückenlose, ungeschönte und ehrliche Berichterstattung. Auch wenn es weh tut. Seufz. Nur auf die Aufgabenbeschreibungen müsst ihr diesmal verzichten. Da fehlt mir dann doch die Lust dazu.

Anders als bei den meisten W&S-Veranstaltungen fand Samstag der Workingtest statt und Sonntag die Show. Überraschung beim Workingtest: Es wurde offen gerichtet! Man bekam einen kleinen Laufzettel, auf dem die Richter direkt nach der Aufgabe die Punkte eintrugen. Geiler Scheiß! Sofern man auch Punkte bekommt. Wenn keine Punke, dann nur Scheiß. Kein Geil. Nein. Äh-äh. Nicht cool.

Biscuit musste nachts von Aliens entführt und ausgetauscht worden sein. Sie nahm das Wasser nicht an, ignorierte mich, lies sich von einem Treiben verleiten (wääääh???), saugte sich an alten Fallstellen fest (dafuq???), starrte verträumt auf ein Absperrband usw. usf. Sie war durchgehend unkonzentriert und planlos.

Nein, es war wirklich nicht unser Tag. Zum ersten mal entschied ich mich dazu, einen WT abzubrechen. Es hatte einfach keinen Sinn.

„Der Laufzettel des Grauens“ 😉

Ja, war scheiße. Tat der guten Laune aber dank der netten Gesellschaft und des guten Essens keinen Abbruch. Und man braucht schließlich auch einen Grund zum Trinken, gell?

Im Kreis laufen und rumstehen haben wir am Sonntag bei der Show gesittet hinter uns gebracht.

Angesichts der Konkurrenz dachte ich mir schon, dass wir den berühmten Blumentopf nicht gewinnen würden. Ganz objektiv war es auch völlig ok, dass wir als einzige mit einem „sehr gut“ aus dem Ring gingen. Auf den etwas lieblosen Richterbericht hätte ich allerdings verzichten können.

Dem Kekserl war´s wurscht ♥

Trotzdem: Es war eine TOLLE Veranstaltung. Schönes Gelände, nette Richter, super Stimmung und eine perfekte Orga! Vielen Dank dafür!

Liebe Pia, vielen Dank für das lustige Wochenende, die Bilder und die 1A-Unterkunft inkl. Bewirtung.

~ Persönliche Nachlese ~

Für mein Selbstbewusstsein war der WT natürlich der Super-Gau. Biscuit hatte einen rabenschwarzen Tag und das fördert mein Vertrauen in uns nicht gerade. Es ist schade (und macht auch keine Freude), wenn man die tatsächlichen Leistungen nichtmal ansatzweise abrufen kann. Ich war sogar kurz versucht, die bevorstehende Dummyprüfung Ende Oktober sausen zu lassen. Aber: aufgeben gilt nicht. Arschbacken zusammenkneifen und weiter im Text, denn…

„Verlierer hören auf, wenn Sie scheitern.
Gewinner scheitern, bis Sie Erfolg haben.“
(Robert Toru Kiyosaki)

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Stormy Weather 2017 (O)

Auf den Parkplatz des WT-Geländes in Allersberg abzubiegen, hat für mich inzwischen immer etwas von „nach Hause kommen“. Kein Wunder, denn diesmal stand schon unser 7. Start in diesem Gelände an (2x Schäufele-Cup, 5x STW). Davon abgesehen haben wir dort auch einige Seminare und Trainings mitgemacht. Jede Ecke ist mit tollen Erinnerungen und wichtigen Erfahrungen verbunden. Biscuit und ich sind dort quasi „aufgewachsen“. Von der Schnupperklasse in die Offene Klasse… immer noch unglaublich.

Unglaublich ist nach wie vor auch mein Aufregungslevel. Der Baldrian, den ich eingeworfen hatte, schien unerkannt an meinen Nerven vorbeigerauscht zu sein. Notiz an mich: vergiss es einfach! Oooooommmmm…

Nachfolgend die Aufgabenbeschreibungen – wie immer in der Reihenfolge, in der wir sie gearbeitet haben.

Aufgabe 2 – Herman Jeske

Aufgabe wurde im 2er-Team gearbeitet.
– zuerst gab es links von uns ein Treiben, es fiel nichts

– anschließend gab es rechts ebenfalls ein kleines Treiben, aus dem eine Markierung nach hinten geworfen wurde

– das rechts stehende Team arbeitete die Markierung
– das links stehende Team holte ein Blind aus dem linken Treibens im Bereich einer umgestürzten Baumwurzel
– Platztausch und nochmal

Während ich Biscuit mit etwas Fußarbeit warm machte, betete ich innerlich mein Mantra runter „Ruhig bleiben. Ordentlich führen. Nicht hetzen lassen.“ Nochmal tief durchgeatmet und ab in die Aufgabe – zusammen mit Rita und Emma.

Biscuit hat sich im Laufe der Jahre angewöhnt, jedes Treiben geflissentlich zu ignorieren *die Alte sagt mir dann schon, was zu tun ist*. Fluch und Segen zugleich. Während Emma ihre Markierung arbeitete, wollte Biscuit sich sogar ablegen. Wirkte gar nicht gelangweilt, örghs. Aber: als ich sie auf unser Blind ausrichtete, war sie sofort voll da und legte eine Punktlandung hin. Ich kam noch nichtmal zum Suchenpfiff. Sehr schön.

Wir tauschten Plätze und das Treiben für unser Mark begann. Weil „Keks-guck-in-die-Luft“ bei Markierungen eher kontraproduktiv ist, zeigte ich mit dem Finger auf das Treiben und Biscuit beobachtet brav, was die Leute da so trieben (grins). Auf mein Kommando verschwand sie zielstrebig im Fallbereich, der außer Sicht lag. Kurz darauf war sie schon wieder mit dem Dummy auf dem Rückweg. Wow. Ich war völlig geflasht, bis… Biscuit 5m vor mir aprupt bremste und pinkelte. Echt jetzt? Orrrr.

Herman meinte, dass das Pinkeln auf dem Rückweg für ihn keine Null sei, er uns aber 9 Punkte dafür abzieht. Damit blieben von einer glatten 20 noch…

→ 11 Punkte

Sehr bedauerlich. Seufz.

Aufgabe 5 – Herman Jeske

Ein Vollblind am Ende der Gasse; kurz vor dem Ziel lag ein stark beasteter Baumstamm quer und die Hunde waren schnell außer Sicht.

Herman erklärte den Bereich des Blinds und gab sofort frei. Ich überlegte noch, ob ich gut genug ausgerichtet war, als Herman nochmal betonte „Du darfst schicken“. Blöderweise lies ich mich davon unnötig hetzen und als Biscuit losmaschierte wusste ich sofort, dass ich sie nicht gut genug fokussiert hatte.

Sie fragte, zockelte weiter und wählte den bemoosten Weg links am Waldrand entlang. Sie mogelte sich um den Baumstamm herum und es wackelte im Suchenbereich. Trotz meines Suchenpfiffs fand sie zunächst nichts und kam wieder nach vorne. Es folgte eine Mischung aus Back schicken, Suchenpfiff, Bangen und Hoffen. Gutes Führen sieht echt anders aus. Aber: gefunden.

→ 10 Punkte

Aufgabe 3 – Henk Slijkhuis

Zuerst fiel links ein Schuss und eine Markierung nach hinten in einen Hang (war auch live nur schlecht zu sehen, liegt nicht am Foto ). Anschließend trieben die Helfer von links nach rechts (Dummies wurden geworfen und wieder eingesammelt) und verschwanden schließlich rechts im Gemüse, wo auch die alten Fallstellen der F waren. Zuerst sollte das Vollblind im Hang direkt gegenüber des Startpunkts gearbeitet werden. Auf dem Weg dorthin mehrere Geländeübergänge (Graben, umgestürzte Bäume, etwas Wasser, Wege, Grünzeug etc). Anschließend war noch das Mark zu holen.

In der Wartezone schnappte ich auf, dass das Blind viele Probleme machte und man zudem nicht lange handeln durfte. Trotz aller Aufregung gelingt es mir gsd mittlerweile, auf solche Aussagen nichts mehr zu geben. Die Vergangenheit hat deutlich gezeigt, dass wir meistens andere Probleme haben. So auch diesmal…

Ich richtete uns zu Beginn der Aufgabe auf die Markierung aus und blieb so stehen, bis das Treiben vorbei war. Zum einen, weil das Treiben eh uninteressant war und zum anderen, weil ich die Zeit brauchte, um die Fallstelle der Markierung einzuschätzen/mir zu merken. Eigentlich witzlos, weil ich nichts gesehen hatte und nur raten konnte.

Nachdem wir unsere Freigabe hatten, richtete ich uns auf das Blind aus. Diesmal ließ ich mir Zeit, baute gut Spannung auf und „Vorrrran“. Keksi hatte eine perfekte Linie bis ihr die alten F-Fallstellen in die Quere kamen. Sie bog zackig rechts in Gemüse, ließ sich aber sofort rausholen und back schicken. Am querliegenden Baumstamm musste ich nochmal korrigieren, aber am Ende hatte ich sie tatsächlich ohne größere Probleme am Blind und war gefühlt 2m größer.

Jetzt nur noch das Mark. Nur noch… haha. Wir erinnern uns: ich hatte nichts gesehen. Trotzdem bildete ich mir ein, ich könnte Biscuit einweisen und schickte sie voran. Natürlich lag das Dummy nichtmal annähernd dort, wo ich es vermutete. Es folgte eine ziellose Pfeiforgie, ich wurde immer unsicherer und Biscuit reagierte entsprechend und nahm meine Kommandos nicht gut an. „Wir werden doch jetzt nicht ausgerechnet beim Mark abkacken?“. Kaum gedacht – schon passiert. Ich sollte Biscuit wieder zurückholen.

Rückblickend wäre es sinnvoller gewesen, Biscuit mit „Apport“ zu schicken. Ihr Plan wäre sicher nicht schlimmer gewesen als meiner…

→ 0 Punkte

Später erfuhr ich von Jens (Helfer in dieser Aufgabe), dass wir sogar doppelt verkackt hatten. Biscuit war (für Richter und mich unbemerkt hinter einem Baum) dringenden Geschäften nachgegangen. Upsi. Shit happens 😉

War zwar schade mit der Null, aber das Hochgefühl des Blinds ließ keinen Platz für Ärger.

Aufgabe 4 – Rob Schmidt

2er-Walk-Up durch die Heidelbeeren. Bild nicht original von der Aufgabe, aber vom Gelände (musste ein altes Bild nehmen, weil ich eindeutig zu faul war, nochmal dorthin zu laufen). Aufgabenbeschreibung lautete „Walk Up – bitte alles markieren.“

Links und rechts liefen je 2 Helfer (Werfer und Schütze mit etwas Abstand zueinander), die neben uns hertrieben. Links hinten flogen im Laufe des Walk Ups zwei kurze Marks, die aber nicht gearbeitet wurden. Zu holen waren:
– rechts ein Mark vom rechts laufenden Team
– links ein Mark vom links laufenden Team
– links ein Mark vom rechts laufenden Team
– rechts ein Mark vom links laufenden Team
(alles Einzelmarks)

Ich forderte Biscuit vor der Aufgabe nochmal zum pinkeln auf. Doch irgendwie wollte es an diesem Tag einfach nicht klappen. Unverrichteter Dinge stapften wir zusammen mit Petra und Finnegan in die Aufgabe. Finnegan arbeitete das erste Mark, Biscuit das zweite. Das war auch (nach 1x back schicken) schnell gefunden, aber: kurz vor der Abgabe – keks´sche Pinkelpause. Eieieiei. Biscuit the Pisskid.

Finnegans zweites Mark fiel, Petra schickte und wir staunten nicht schlecht, dass Finnegan von einer hochmotivierten Biscuit begleitet wurde *muss schneller sein als der güldene Hippie*. War Mrs. Oberbrav und Supersteady tatsächlich eingesprungen? Finnegan war völlig perplex. Reflexartig zischte ich leise „Bissssssssssscuit!“. Keksi bremste, schaute mich an und war sich keiner Schuld bewusst *waaaaaaaaaas denn?*. Ich konnte nicht anders – ich musste lachen. Petra stimmte in mein Gekicher ein und der Richter war angesichts unserer guten Laune etwas verwirrt „Why are you loughing?“. Ich erwiderte „She never runs in“ und Petra bestätigte „Never“. Rob grinste.

→ 0 Punkte

Als ich in die Wartezone zurückging, dachte ich mir „das glaubt mir kein Mensch“. Egal. Die Laune war prächtig. Irgendwie hab ich Biscuit den Einspringer sogar gegönnt. Auch Bravkekse dürfen ab und an mal ein bisschen Hirnbrizzl haben.

Am nächsten Tag war ich Steward bei Rob und extrem viel Spaß. Biscuits Einspringer war den ganzen Tag der „Running Gag“.

Aufgabe 1 – Rainer Kern

2 beschossene Blinds diagonal über Wasser. Zuerst wurde B1 beschossen, dann B2. In dieser Reihenfolge sollten die Dummies auch geholt werden. Auf dem Weg zu B2 mussten die Hunde durch einen kleinen „Kanal“ in das dahinter liegende Gewässer.

Man hatte am Ufer einen seitlichen Bewegungsspielraum von ca. 2m. Nach vorne gab es keine Grenze.

Ich schaute mir die Aufgabe aus der Ferne an und wusste sofort, was unser Problem werden würde. Es war nur wenig Wasser im Weiher und die Hunde konnten auf den ersten Metern im Wasser laufen. Leider neigt Biscuit dabei immer noch zum rändern. Direkt reinspringen und losschwimmen – kein Problem. Reinlaufen und losschwimmen – kennt sie nicht, kann sie nicht. Mimimi.

Hätten wir noch keine Null gehabt, hätte ich Rainer beim Wort genommen. Nach vorne gab es keine Grenze, also wäre ich mich mit Biscuit so weit in den Weiher reingegangen, wie es mir möglich gewesen wäre. Aber so verzichtete ich auf die nassen Füße und schickte vom Rand.

Es lief exakt so, wie ich es erwartet hatte. Biscuit wusste haargenau, wo ich sie hinhaben wollte, versuchte es aber links am Rand entlang und verzettelte sich am Kanal. Ich brach die Aufgabe nach wenigen Kommandos ab. Es wäre mumpitz gewesen, hier noch die Brechstange anzusetzen. Ich weiß, was wir können und was nicht. Und ich weiß, wann ich es auch einfach mal gut sein lassen kann. Sinnloser Stress nach einem bisher so herrlichen Tag? Nööö, muss nich.

→ 0 Punkte

Nicht bestanden, aber einen extrem lustigen Tag gehabt = alles gut! Wir sind und bleiben ein Chaoten-Team und machen manche Fehler mehrmals – nur um sicherzugehen, dass es auch wirklich falsch war. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mein kleines braunes Scheißerchen ♥

Es war wie immer ein toller WT und wir haben auch dieses Mal wieder viele Erinnerungen und Erfahrungen dazugewonnen.

Vielen Dank an alle, die solche Tage möglich machen. Vor allem aber an Nina, die dieses Jahr zum letzten mal die Sonderleitung hatte. Liebe Nina, wir freuen uns darauf, dich künftig wieder „auf der anderen Seite“ zu treffen!

Danke an alle Helfer und die Richter, die den ganzen Tag für uns im Gelände standen! Ihr rockt!

PS: Wie sich eine Woche später herausstellte, hatte Biscuit the Pisskid eine üble Blasenentzündung ausgebrütet. Wie gut, dass ich ihr wegen „sowas“ nicht böse bin und es ihr auch an diesem Tag nicht übel genommen habe.

In diesem Sinne: let it flow… 😀

 

Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Ein Kommentar

Work & Show „smuck un plietsch“

Vor einigen Wochen machte ich mich auf die Suche nach einer Work & Show Veranstaltung. Die Recherche ergab: Luhmühlen. 500 km nördlich. Quasi am anderen Ende der Welt. Kurz bevor man von der Scheibe fällt.

Ausschlaggebener Grund für meine Meldung war die Richterin Joy Venturi Rose (Leospring Labradors), die sowohl Show als auch WT richtete. Wohl wissend, dass selbstverfreilicht ICH den „smucksten un plietschesten“ Keks der Welt habe, war ich doch auf das (Gesamt-)Urteil dieser Richterin gespannt.

~ die Show ~

Zum Glück ist die Retrieverwelt recht klein und man trifft auch weit außerhalb der eigenen Wohlfühlzone noch einige Freunde und Bekannte. Ich hätte mich sonst vermutlich zu Tode gelangweilt. Oder wäre eingeschlafen und im Nieselregen ertrunken.

Bei 10 Hündinnen in der offenen Klasse machte ich mir nicht viele Hoffnungen auf eine Platzierung. Die ersten 3 Plätze (jeweils mit einem V) standen recht schnell fest. Blieb noch der 4. Platz. Die Richterin schwankte zwischen Biscuit und einer gelben Hündin. Sie lief immer wieder zwischen den beiden hin und her, tastete nochmal ab und betrachtete die Gesichter.

Biscuit flirtete, was die braunen Kulleraugen hergaben und ergatterte am Ende tatsächlich den 4. Platz (mit einem SG) und ein Fläschchen. Yeah!

Die Richterin meinte, dass es für „mehr“ wegen des derzeit schlechten Fells leider nicht gereicht hatte. Schade, aber völlig ok. Das Fell ist momentan wirklich gruuuuselig.

Bewertung: „sweet head and expression, good length of muzzle, not in good coat today but can see traces of good coat, good angulation, good bone, moved a little close, good feet“

~ der Workingtest ~

Schon als ich am Sonntag in meinem Hotelbett aufwachte, lagen meine Nerven blank. Die Anmeldung für die O war erst um 12 Uhr. Viel zu viel Zeit, um sich (fernab von zuhause und ohne jegliche Ablenkung) richtig reinzusteigern. So schlecht war mir noch nichtmal vor unserem allerersten O-WT. Bei der Anmeldung wurde die Aufregung dank netter Gespräche (und einem Likörchen) erst etwas erträglicher, um dann beim Weg zur ersten Aufgabe wieder in ungeahnte Höhen zu schießen.

Aufgabe 4 – Jennifer Hay

Doppelmark: M1 fiel – umdrehen – M2 fiel; zuerst sollte M1 geholt werden, danach M2.

Entfernung: zu M1 ca. 90m, zu M2 ca. 60m (gemessen mit Google Earth – ohne Gewähr).

Originalansicht M1:

Originalansicht M2:

Die Teams vor uns hatten die Dummies schnell drin und ich weiß noch, dass ich dachte *hoffentlich blamieren wir uns jetzt nicht*. Die vielen Zuschauer taten ihr Übriges. Als ich bei der Richterin ankam, musste ich mich beherrschen, ihr nicht vor Aufregung vor die Füße zu kotzen. Beste Voraussetzungen also.

Biscuit hatte auf dem Weg zu M1 die perfekte Linie (hinter mir ertönte ein leises „very good!“) und hätte eine Punktlandung hingelegt – wenn sie nicht einen Meter vor der Fallstelle plötzlich scharf rechts abgebogen wäre. Hilflos sah ich zu, wie sie zum Helfer rannte. Der Gedanke *das hat sie ja noch NIE gemacht* kam und ging und endlich reagierte ich. Es folgten viele hektische Kommandos (Stopp, Rüber, Stopp, Back, Stopp, Rüber, Hier, Stopp, Suchenpfiff etc.), die Biscuit nur leidlich annahm. Als sie endlich über das Dummy stolperte entfuhr mir ein „oooooh mein Gott“, was immerhin die Richterin zum Lachen brachte.

Immer noch aufgewühlt von dem Chaos des ersten Dummies schickte ich auf M2 nur mit „Apport“ und musste anschließend ebenfalls handeln, weil Biscuit zu weit links war. Diesmal kam sie schneller ans Dummy, doch aus meiner Erleichterung wurde prompt Entsetzen. Keksi hatte das Dummy nur am Wurfbändel erwischt und es schlenkerte fröhlich hin und her. Kaum hatte ich *lass es bloooß nicht fallen* zuende gedacht, legte Biscuit das Dummy für eine Griffkorrektur ab, die ich mit einem energischen Hier-Pfiff untermalte. Ergebnis: das Dummy landete am Ende 1m vor meinen Füßen.

Die Richterin war wirklich supernett, aber natürlich blieb ihr nichts anderes übrig…

→ 0 Punkte

Naja, immerhin hatte ICH wirklich sehr gut markiert. Das ist doch auch schon was!

Aufgabe 1 – Joy Venturi Rose

Startpunkt auf einem Hügel mit Blick auf einen Reitplatz. Rechts hinten wurde eine Markierung geworfen (sehr schlecht zu sehen), danach verschwand der Helfer hinter einem Baum. Zuerst sollte links ein Vollblind gearbeitet werden, danach das Mark.

Man durfte sehr lange handeln und rückblickend war dies mit Abstand die „musikalischste“ Aufgabe des Tages.

Entfernung zum Blind ca. 100m, zum Mark ca. 200m (gemessen mit Google Earth und ohne Gewähr).

Originalansicht:

Getreu dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s frei und ungeniert“ ging es mir nach der Null schnell besser. Selbst die vieeeelen Pfiffe aus der nun folgenden Aufgabe konnten meiner wiedergewonnen inneren Ruhe nichts anhaben. Jetzt war´s ja eh scho wurscht.

Die Richterin begrüßte uns „Nice to see you again“ und während sie die Aufgabe erklärte, dachte ich angesichts der vielen Hindernisse nur *Ja nee, is klar*. Ich registrierte das Mark, merkte mir die Fallstelle und widmete mich anschließend der Frage, wie ich Biscuit auf das Blind schicken sollte. Mir war klar, dass sie bei dem schrägen Winkel nicht durch´s Wasser gehen würde. Also gleich links dran vorbeischicken? Könnte schief gehen. Da Biscuit in der Regel die Linie wieder aufnimmt, wenn sie ein Hindernis umlaufen hat, entschied ich mich für den direkten Weg. Voran!

Biscuit lief los, stutzte am Wasser, umlief das Wasser und stoppte genau an dem Punkt, wo sie bei direktem Weg rausgekommen wäre. Fragender Blick in meine Richtung. Voran! Sie driftete leicht nach rechts, aber es war vertretbar und ich lies sie laufen, bis sie die richtige Tiefe hatte. Stopp – Rüber – Suchenpfiff – gefunden.

Wieder ging das grübeln los. Wie krieg ich sie zum Mark? Ich fragte die Richterin, ob ich mich etwas nach links/rechts bewegen dürfte? Ja, ein wenig. Das machte es nicht besser, die blöde Pfütze war so oder so im Weg. Also wieder direkt. Voran!

Gleiches Spiel wie vorher – Biscuit lief am Wasser vorbei und nahm dann die Linie wieder auf. Offenbar hatte sie das Mark auch fallen sehen, denn sie wähnte es hinter dem ersten Hindernis, das ihren Weg kreuzte. Ich musste sie insgesamt 4 oder 5x stoppen und stückchenweise tiefer schicken, was sie jedesmal sehr schön annahm. Im Fallbereich hatte sie sofort Wind und war schnell auf dem Rückweg. Ich grinste in mich rein. Das war ja einfach.

Kaum hatte Biscuit die Leine um, begann die Richterin mit einer Lobeshymne, die mich wirklich sprachlos machte. „I´m soooo delighted with your dog! She´s always listening to you. You trained her very well!“ Das ging runter wie Öl. Sie betonte nochmals, dass sie Biscuit bei der Show gerne besser platziert hätte – vor allem nachdem sie sie jetzt beim arbeiten gesehen hatte. „She´s lovely!“ Damit hatte ich mein Ziel für dieses Wochenende nicht nur erreicht, sondern weeeeeit übererfüllt und schwebte von dannen…

→ 14 Punkte

Aufgabe 2 – Günther Kohler

Zuerst warf der Helfer eine Markierung nach rechts in eine Kuhle; das Mark durfte sofort gearbeitet werden. Anschließend war noch ein Vollblind zu holen; auf dem Weg dorthin mussten die Hunde links an der Fallstelle des Marks vorbei.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Die Probleme waren hier sehr unterschiedlich. Manche Hunde hatten Probleme mit der Markierung, andere haben sich auf dem Weg zum Blind von den alten Fallstellen der Markierung verleiten lassen.

Startpunkt war auf einem schmalen Waldweg. Man durfte sich dort in einem seitlich abgegrenzten Bereich von ca 2m positionieren bzw. bewegen. Prompt fiel mir etwas ein, was Rainer Kern mal im Training gesagt hatte: „Bevor ihr den Hund schickt, schaut euch kurz das Gelände direkt vor euch an“. Tatsächlich hatte der Hund im linken Startbereich höheres Gras vor der Nase, im rechten Startbereich hingegen war nur niedriges Gras. Für das Mark stellte ich mich daher ganz nach rechts.

Schuss, Mark fiel, Freigabe, „Apport“. Biscuits Begeisterung *yeaaaah, ein Einzelmark, Geronimoooo* wurde durch das Heidekraut ausgebremst *wassn DAS für komisches Zeuch?*. Sie stolperte unterwegs und besah mich über die Schulter mit einem vorwurfsvollen Prinzesschenblick. „Apport“! Sie zuckelte weiter, verschwand in der Kuhle (Suchenpfiff, denn Vorsicht ist die Mutter der Keksdose) und war kurz darauf schon mit Dummy auf dem Rückweg.

Wieder begutachtete ich das Gras vor mir und überlegte, wie ich es am geschicktesten anstellen sollte. Ich wählte diesmal die Position ganz links. Biscuit hatte zwar dann das hohe Gras vor der Nase (um welches sie sicher einen kleinen Bogen machen würde), aber so hatte ich die beste Linie zum Blind UND Biscuit wäre dadurch klar, dass es jetzt nicht nochmal auf die alte Markfallstelle gehen soll.

Keksi hüpfte den erwarteten Minibogen um das Gras und rödelte in der vorgesehenen Linie weiter. Ich pushte sie auf Höhe des Helfers und nochmal als sie hinter dem Hügel kurz außer Sicht war. Sie tauchte wieder auf, lief direkt auf die richtige Stelle – Suchenpfiff – gefunden. Yeah! Kaum macht man mal was richtig…

→ 17 Punkte

Aufgabe 3 – Gordon Hay

Kürzeste Aufgabenbeschreibung ever: ein Vollblind

Sah einfach aus, war aber doch tricky, da kurz vor dem Blind ein Trampelpfad nach rechts verlief. Wenn die Hunde nur ein wenig nach rechts abdrifteten, waren sie sofort hinter einer „Insel“ außer Sicht.

Entfernung: ca. 50 m

der Trampfelpfad

die „Insel“ des Verderbens 😉

Biscuit wischte mir immer wieder kurz vor dem Blind nach rechts weg und ich pennte j-e-d-e-s-m-a-l. Wir bewiesen in dieser Aufgabe vor allem eins: Ausdauer! Ich im Handling und Biscuit beim Gehorsam.

Nur einmal wurde ich stutzig. Biscuit war wiedermal hinter der Insel entschwunden. Tüt-tüt. Nix. TÜT-TÜT. Immer noch nix. TÜT-TÜT!!!!! Kein Keks? Ich ließ meinen Blick schweifen und sah durch Zufall, wie Biscuit mit einem riesigen Fragezeichen über dem Kopf reglos inmitten der Insel stand. *Jaaaa doch. Tüt-Tüt – hier bin ich doch längst. Wie weiter?* Entweder bind ich ihr irgendwann ein Blaulicht auf den Kopf oder ich färb sie pink ein. Alternativ könnte ich ihr auch beibringen, dass sie solange näherkommen soll, bis ICH sie sehe… nicht andersrum.

Immerhin schafften wir es irgendwann doch noch ans Dummy.

→ 5 Punkte

Vermutlich haben wir uns beide nur so blöd angestellt, damit ich mich nicht am Ende des Tages nochmal über die Null ärgern musste. Eigentlich war ich insgesamt sogar recht zufrieden mit dem Tag. Vor allem die Worte „You trained her very well“ hallten noch lange nach. Mir war bisher nie wirklich bewusst gewesen, dass ich auf unserem gemeinsamen Weg auch ab und zu mal etwas richtig gemacht hatte.

Der WT hat außerdem bestätigt, was sich schon lange abzeichnet: wenn ich nicht so elend nervös und hektisch bin und meine 7 Sinne (inkl. Pfeife) beieinander habe, schaffen wir fast alles!

Es war ein echt GEILES Wochenende. Die Gesellschaft war top, die Location war genial und die Orga wirklich spitze! Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben – Sonderleitung, Richter und natürlich vor allem die vielen Helfer – ohne euch geht nichts.

Besonders gut gefallen haben mir übrigens die Wege zwischen den Aufgaben → weit und breit keine Berge! 😀 Ich glaube, wir kommen wieder… wenn Kekselotti sich erholt hat 😉

 

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Biber-Cup 2017

Es gibt nichts schöneres, als die Workingtest-Saison mit einem Team-WT zu beginnen. Da der Biber-Cup letztes Jahr leider ausgefallen war, freute ich mich umso mehr, dass es dieses Jahr wieder klappen sollte. Unsere bunte Truppe setzte sich wie folgt zusammen:

A: Bootsmann (rechts) und Katharina
F: Fiene (mitte) und Ivonne
O: Keksi (links) und ich

Nachfolgend die Aufgabenbeschreibungen in der Reihenfolge, in der wir sie gearbeitet haben. Wie immer nur aus Keks-Sicht, denn es steht mir einfach nicht zu, für/über andere zu schreiben.

Aufgabe 2 – Jörg Mente

Startpunkt mit Blick auf ein brach liegendes Feld und Helfer H2. Rechts davon ein etwa 20m breiter Streifen mit sehr hohem Bewuchs (weiß umrandeter Bereich), dort standen Werfer H1 und ein Schütze. Es fiel ein Schuss und M1 wurde geworfen, einige Sekunden später wurde (ohne weiteren Schuss) M2 geworfen. Nach Freigabe durfte der A-Hund M1 + M2 arbeiten und anschließend anleinen.

Nun wurde M3+4 nach Schuss als Dublette in Richtung Hochsitz geworfen. Rechts vom Helfer H2 lagen zwei Blinds B1+B2 einige Meter weit im Bewuchs. Zuerst sollte die Dublette geholt werden, anschließend die beiden Vollblinds. Das F- und O-Team durften (nachdem die Dublette gefallen war) selbst entscheiden und ansagen, welches Team die Dublette und welches Team die Blinds holen wird.

Die Hunde waren ab Höhe des Helfers H1 außer Sicht. Die beiden Blinds lagen bereits, als die Dublette gearbeitet wurde. Kam ein Hund mit dem falschen Dummy, gab es Punktabzug.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Da standen wir nun. Erste Aufgabe des Tages, Anke nervös wie immer und Biscuit war es jetzt schon zu warm. Leider kommt kneifen im Team eher nicht so gut, Flucht fiel daher aus. Augen zu und durch.

Nachdem die Dublette gefallen war, sah Biscuit erwartungsvoll zu mir hoch, was in 99,9 % aller Fälle bedeutet: „Hab ich voll auf´m Schirm!“. Ivonne war der Meinung, Fiene hätte nicht markiert. So einigten wir uns darauf, dass Keksi die Dublette holt und Fiene anschließend die Blinds. Wir verkündeten unsere Entscheidung und ich bekam unsere Freigabe. „Apport!“

Biscuit verschwand im Gemüse und hängte sich erstmal prompt bei den Helfern auf. Ich schickte sie weiter nach hinten und es dauert und dauerte… Irgendwann tauchte sie wieder auf – mit einem der Blinds. Möööp. Ok, das war nicht schön, aber noch keine Null. Neuer Versuch. Da der Wind (wenn vorhanden) von links kam, entschied ich mich dazu, Biscuit vor den Helfern vorbei schräg durch den Bewuchs voranzuschicken, bis sie auf dem freien Feld dahinter war. Dort stoppte ich sie und schickte sie nach links.

Theoretisch die beste Variante, um sie in den Wind zu schicken. Praktisch ging es in die Hose. Sie fand ums verrecken nicht, arbeitete sich wieder nach vorne und machte nach einigen Pfiffen und Kommandos dicht. Rien ne va plus. Nichts ging mehr. Irgendwas an dem Gesträuch war verhext. Biscuit tat sich jedenfalls irre schwer damit. Von mir reden wir mal erst gar nicht…

Ich hab keine Ahnung, was da genau schiefgelaufen war, hab mir danach aber auch keinen großen Kopf gemacht. Manchmal ist einfach der Wurm drin und den fängt man als Morgenmuffel eher selten.

Fiene hatte übrigens sehr wohl markiert… aber das ist ne andere Geschichte – die Ivonne hoffentlich selbst noch in Fienes Blog erzählt.

Aufgabe 3 – Sebastian Hochreiter

Startpunkt mit Blick auf: abfallende Wiese, ein Graben, ansteigende Wiese (dort stand Helfer H1), gefolgt von ca. 30m Altgras (dort stand Helfer H2), dahinter ein Weg und ein höherliegendes Feld (dort stand Helfer H3).

– Schuss, M1 fiel + wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M1-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom A-Hund zu holen.

– Schuss, M2 fiel + wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M2-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom F-Hund zu holen.

– Schuss, M3 fiel + wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M3-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom O-Hund zu holen.

Entfernungen: M1 ca. 50m, M2 ca. 90m, M3 ca. 120m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Da das Feld rechts von uns geodelt war, standen wir am Startpunkt sehr eng zusammen. Ich suchte immer wieder Blickkontakt mit Biscuit, während die 4 ersten Dummies gearbeitet wurden. Denn Keksi hatte natürlich nicht nur die Marks von A und F auf dem Schirm, sondern auch die nachgeworfenen Dummies.

Unser Mark war vor dem Horizont schön zu sehen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nichts von dem Weg und auch nicht, dass das Feld dahinter höher lag. Ich wunderte mich nur, dass ich gerade noch so sehen konnte, wie das Dummy auf dem Acker aufschlug. Daher dachte ich, dass die Fallstelle weit hinter dem Altgrasstreifen liegen musste. Abgesehen davon schätzte ich den Altgrasstreifen vieeeel schmaler ein. Aus Biscuits Perspektive sah es sicherlich so aus, als wäre das Dummy in den Altgrasstreifen gefallen. Trotzdem war ich zuversichtlich, weil wir eine ähnliche Aufgabenstellung drei Wochen zuvor mit den Mudpaws trainiert hatten.

Die alten A-Fallstellen überlief Biscuit problemlos. An den F-Fallstellen war sie schon fast vorbei, als es sie doch noch riss. Stopp + Back. Biscuit nahm wieder den richtigen Kurs auf und verschwand außer Sicht. Bange Sekunden später tauchte sie unvermittelt auf dem Feld auf und bekam Wind von ihrem Dummy (vorher keine Chance, da wir die ganze Zeit Rückenwind hatten). Ohne Ohren hätte ich sicherlich im Kreis gegrinst.

Jetzt kam der weitaus spannendere Teil. Ich richtete uns aus und baute möglichst viel Spannung auf „Voran!“. Ich pushte Biscuit am Graben und an den alten F-Fallstellen. Am Ende des Altgrasstreifens driftete sie leider nach links weg. Es brauchte einige Kommandos, um sie ans Dummy zu bekommen, aber es war geschafft. Uff!

Der Richter erzählte uns anschließend von dem Weg und dass die Hunde dort erstmal vor einer Wand stehen würden, da das Feld dahinter höher lag. Zitat: „Man darf nicht unterschätzen, was die Hunde da oben leisten müssen!“. Ganz großes Kino! Ich war stolz wie Bolle.

Aufgabe 1 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt auf einer Wiese links von einem Teich mit Blick auf einen Schilfgürtel am Ende der Wiese. Dort fand ein Treiben statt. Die Treiber gingen los (Schütze vor dem Schilf, Werfer hinter dem Schilf) und es fiel direkt M1. Auf dem Weg nach links wurde ein Dummy immer wieder hochgeworfen und wieder aufgefangen. Am Schluss des Treibens fiel M2. Kurz darauf kam von hinten M3 in den Teich geflogen.

– Der A-Hund durfte M3 arbeiten und anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2.
– Der O-Hund arbeitete M1 und sollte dabei den direkten Weg durch den Teich gehen.

Entfernungen: M3 ca. 15m, M2 ca. 70m, M1 ca. 90m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Die Richterin schloss die Erklärung der Aufgabe und einem Blick in meine Richtung: „Ich hätte gern, dass der O-Hund durch´s Wasser geht“. Ich grinste: „Ja, ich auch“. Ich verriet nicht, dass die Chance ungefähr 50:50 stand.

Biscuit hatte das Mark zwar gesehen, aber bis wir an der Reihe waren, war viel Zeit vergangen und einiges passiert. Ich ging auf Nummer sicher: „Voran!“. Es folgte ein unsicheres Tänzchen am Uferrand, bis sich Biscuit endlich ein Herz fasste und ins Wasser platschte. Sie kämpte sich am anderen Ufer wieder an Land (Ein- und Ausstieg waren ECHT mies), schüttelte sich und blickte verwirrt in die Runde. Arbeitsauftrag durch das Wasser von der Festplatte gelöscht. J-e-d-e-s-m-a-l.

Ich schickte sie weiter und sie driftete zu weit nach links. Ich stoppte sie und schickte sie nach rechts, woraufhin sie auch nach rechts ging – aber erst hinter dem Schilfgürtel. Rausholen, stoppen, rechts. Zack – ab hinters Schilf und dort nach rechts. Argh. Ivonne konnte einen Blick auf Biscuits Rute erhaschen und soufflierte „Sie ist richtig. Suchenpfiff!“. Ich tat wie befohlen und kurz darauf kam eine kleine braune Kanonenkugel aus dem Schilf geschossen. Anhand der Geschwindigkeit wusste ich, dass sie gefunden hatte und gerade so richtig stolz auf sich war. Als sie näher kam, wurde ich stutzig. Das Dummy sah irgendwie seltsam aus. Es war einfach nicht grün genug.

Ich: „Hä? Was hat dieeeee daaa?“
Biscuit kam näher.
Ivonne: „Sieht aus wie eine Plastikflasche…“
Biscuit kam näher.
Ich: „Sieht eher aus wie Gräten?“
Biscuit war fast da.
Richterin: „Das ist ein Stück Rehrücken.“
Mir fiel die Kinnlade runter.

Ich bemühte mich trotz meiner Verwirrung um ein freundliches Lächeln, als mir Biscuit mit stolzgeschwellter Brust ihren sensationellen Fund entgegenstreckte, dachte insgeheim aber nur „hoffentlich muss ich sie jetzt nicht nochmal schicken“. Ich nahm Keksi das Gerippe ab und drehte mich fragend zur Richterin um, die mich sofort erlöste: „Das ist Wild, das zählt. Sie hat es im Fallbereich gefunden und sofort gebracht. Besser geht´s nicht!“. Erleichterung und Gelächter machte sich breit.

Mein stolzes Kekserl und ihr Fund. Sie ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Aufgabe 4 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt in einem gemähten Bereich (weiß umrandet) mit Blick auf einen kleinen Schilftümpel. Zuerst Schuss von Helfer H1 + M1 fiel, kurz danach ein weiterer Schuss von Helfer H2 und M2 fiel.

– Der A-Hund arbeitete M1 und durfte anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2 (Bewuchs wechselte auf dem Weg dorthin von Wiese auf platt gedrücktes Schilf).
– Der O-Hund arbeitete das Vollblind B, welches am Ende des gemähten Bereichs in einem höheren Altgrasstreifen lag. Wenn der Hund auf dem Rückweg in Höhe des Tümpels war, wurde mit Schuss eine Verleitmarkierung in den Tümpel geworfen (wie M1). Diese sollte anschließend noch geholt werden.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Biscuit hatte sich in der Wartezone schon zur Ruhe gebettet. Dementsprechend zäh lief die Aufgabe. Das Blind war nun wirklich kein Hexenwerk, aber irgendwie war die Luft raus. Kein Wunder, wenn man bedenkt wie faul ich in den letzten Monaten war. Biscuit hatte noch nicht ganz die Kondition, die sie für Workingtests haben sollte. Dazu noch die Wärme, kein Schatten. Sie fragte viel und war sehr langsam. Schön sieht anders aus, aber wir haben beide Dummies reingeholt. Drin ist drin!

Aufgabe 5 – Jörg Mente

Startpunkt auf einem abgeernteten Maisacker mit Blick auf einen Zaun, dahinter sehr hoher Bewuchs. Zuerst fiel Schuss + M1 direkt vor den Zaun. M1 wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt, der anschließend anleinen durfte.

Schuss + M2 fiel hinter den Zaun in den hohen Bewuchs. Das Vollblind B lag direkt hinter dem Zaun und war sehr gut im Gras versteckt. Nachdem M2 gefallen war, durften F- und O-Team selbst entscheiden und ansagen, wer zuerst das Mark und wer anschließend das Blind arbeiten würde.

Das Blind lag bereits zu Beginn der Aufgabe, war aber sehr gut im Bewuchs versteckt. Wäre trotzdem der Fall eingetreten, dass A- oder F-Hund statt des Marks das Blind in die Nase bekommen und gebracht hätten, wäre dies i.O. gewesen (d.h. keine Null, kein Punktabzug).

Entfernungen: leider keine Ahnung

Ein Zaun. Wirklich und wahrhaftig ein ZAUN. Ich hatte schon vor der Aufgabe Mitleid mit Biscuit…

Jörg meinte, es sei seeeeeeeeehr unwahrscheinlich, dass die Hunde bei den Marks das Blind in die Nase bekommen würden und behielt Recht. Ich hatte zufällig aus der Wartezone gesehen, wie das Blind vom Helfer tief unter das Gras gesteckt wurde. Jörg wollte sehen, dass die Hunde ausdauernd auf der Stelle suchen, ohne gleich größer zu werden. Eigentlich genau Biscuits Ding – abgesehen vom Zaun.

Weil Keksi mit dem Bewuchs in Jörgs erster Aufgabe solche Probleme hatte, waren Ivonne und ich uns schnell einig: Fiene holt das Mark, Biscuit das Blind. Es war fraglich, ob Biscuit noch genug Energie für den Zaun haben würde und so konnten wir uns wenigstens die Punkte für das Mark sichern. Der Plan ging auf. Fiene sprang elegant über den Zaun und hatte das Mark auf den Punkt. Damit hatte die Eleganz Sendepause, denn jetzt kamen wir… „Voran!“

Biscuit hoppelte über den Acker, erreichte den Zaun und legte trotz des optmistischen „HOPP“ aus dem Hintergrund eine Vollbremsung hin. Ihr Blick wanderte am Zaun nach oben und man sah deutlich, was sie dachte: F**K! Das Schauspiel begann:

Ich rief wieder HOPP! (und schmiss den Arm nach oben)
Biscuit tippelte 2m nach links.
HOPP! (fuchtel-fuchtel)
Biscuit tippelte 2m nach rechts.
HOPP! (ein Hampelmann war ein Scheiß gegen mich)
Biscuit sah verzweifelt nach oben und machte einen Minihüpfer.
Hoffnung keimte auf.
HOPP! (ich hüpfte inzwischen schon selbst auf der Stelle)
Biscuit entwarf Baupläne für einen Tunnel.

Sie nahm den Nüschel runter und gerade als Jörg meinte „Schick sie außenrum“, bekam sie Wind vom Dummy. Ich erwiderte „Wart mal noch einen Moment, jetzt hat sie´s in der Nase“. Ich wusste genau – jetzt will sie es haben.

Sie stellte sich auf die Hinterbeine und lehnte sich mit den Vorderpfoten versuchsweise gegen den Zaun. Der Zaun gab nach und Biscuit trat ihn mit den Vorderpfoten stückchenweise nach unten, kam aber nicht ganz ans Dummy. Sie holte schnell noch das Hinterteil rein *krabbel-plumps* und buddelte das Dummy aus. Währenddessen hatte sich der Zaun unbemerkt wieder aufgerichtet *zoooooing*. Biscuits Blick – unbezahlbar!

Getreu dem Motto „Müde darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen“ beschloss Biscuit: was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites mal. Sie trat den Zaun nieder, purzelte drüber und machte sich auf den Rückweg. Ivonne und ich konnten uns nicht länger beherrschen. Wir lachten und applaudierten und feuerten Biscuit an, bis sie wieder bei uns war. Ich hab selten so viele gut gelaunte Gesichter (inkl. Richter + Helfer) gesehen, wie nach dieser Vorstellung. Man nennt sie seitdem auch „die Zaunkönigin“.

Aufgabe 6 – Sebastian Hochreiter

Walk Up auf einer Wiese parallel zu einem Streifen mit hohem Bewuchs. Der Schütze (mit Flinte) lief links außen mit. Für den A-Hund kam zuerst vom Werfer ein Geräusch, dann folgte der Schuss, M1 fiel vor den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M2 fiel in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M3 fiel tief in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt.

Entfernungen: keine Ahnung; die eingezeichneten Fallstellen sind ebenfalls nur grobe Orientierungspunkte

Biscuit lief nach der Nummer mit dem Zaun endgültig auf Reserve. Ich konnte die Tiefe unserer Markierung überhaupt nicht einschätzen und wusste nur: außer Sicht. Sie hielt die Linie sehr gut und hätte eigentlich in den Wind laufen müssen. Ich machte mir auch keine Sorgen, dass sie recht lange weg war – schnell war halt zu dem Zeitpunkt nicht mehr drin. Trust your dog usw. Allerdings wurde der Richter ungeduldig: „Wenn sie jetzt nicht bald mal wieder auftaucht, solltest du was tun“.

Ich pfiff Biscuit zurück, schickte sie wieder rein und gab diesmal den Suchenpfiff. Allerdings viel zu früh. Gab prompt Mecker vom Richter: „Der Suchenpfiff würde Sinn machen, wenn sie 40m weiter hinten wäre“. Okääääy. Immerhin wusste ich nun, dass das Mark sehr tief war und schickte Biscuit eine telepathische Nachricht hinterher „Lauf, Forrest, lauf!“ Ich wünschte ihr sehr, dass sie das letzte Dummy des Tages noch finden würde, denn das hatte sie sich einfach verdient. Und sie fand! Tschakka!

Das gelungene Ende eines genialen Tages. Vielen Dank an meine Teamies Katharina und Ivonne – Mädels, es war mir eine Ehre und hat viel Spaß gemacht!

Einmal mehr bin ich stolz auf mein Kekserl. Sie hat das fehlende Training erstaunlich gut kompensiert und an den richtigen Stellen auf ihre Erfahrung vertraut. Natürlich können wir vieles eigentlich besser, schneller und präziser, aber aufgeben kommt schon lange nicht mehr in die Tüte.

Während ich an diesem Bericht getippt habe, bin ich über die alten Startnummern aus 2014 und 2015 gestolpert. Biscuit und ich haben diesen WT tatsächlich in allen drei Klassen durchgezogen:

Wer hätte das je gedacht? Ich jedenfalls nicht…

(die alten Berichte findet ihr HIER und HIER)

Vielen Dank an die SL, die Richter, die Helfer und alle, die zu diesem tollen WT beitragen. Der Biber-Cup ist wirklich immer wieder etwas Besonderes!

Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 4 Kommentare

Horrid-o-weh!

Liebe Leser, was fällt euch als erstes zur Rasse Labrador ein?
Ohne großes Nachdenken! Hopp-hopp! Schnell!

Und? Antworten bitte in die Kommentare – ich bin sicher, dass wird eine interessante Sammlung.
Ich mach mal den Anfang mit *Trommelwirbel* → „verfressen“. Nicht originell, aber wahr.
Antwort meines Mannes → „braun“. Von Biscuit gab es für diese Antwort volle Punktzahl.
Antwort meiner Schwester → „verfressen“. Mein Reden.
Antwort meiner Nichte → „Muffin & Biscuit“ gefolgt von „süß“. Nachvollziehbar.
Antwort meiner Mama → „lieb, aber andererseits manchmal dem Teufel zu schlecht“. Ich schätze der zweite Teil ging an Muffins Adresse.

Die breite Masse kennt den Labrador als „Familienhund“. Allgemein bekannt ist, dass sich der Labrador gut als Blindenhund, Behindertenbegleithund oder zur Rettungshundearbeit eignet. Sie geben gute Tellerwäscher ab und als Futtermittel-Räumdienst sind sie unschlagbar.

Was bei so viel Liebreiz und Unkompliziertheit gerne vergessen oder unterschlagen wird: der Labrador ist ein Jagdhund; gezüchtet für die Arbeit nach dem Schuss (suchen und bringen des erlegten Tieres). Sicher nicht so anstrengend wie andere Jagdhunderassen und je nach Ausprägung des Jagdtriebs bzw. Talent des Hundeführers sind sie in der Regel sehr gut kontrollierbar.

Muffin entdeckte ihren labradorianischen Urinstinkt erst mit ca. anderthalb Jahren. Schuld waren zwei Arschlochschwalben, die direkt vor ihrer Nase auf Kopfhöhe lustige Kreise über die Wiese zogen. Man kann getrost sagen, dass die beiden das Mufflon über mehrere Minuten ordentlich verarscht haben. Mit der Aktion war nicht nur mein Abrufkommando gestorben, sondern auch das Vertrauen in den Hund. Von Dummytraining hatte ich damals noch keinen blassen Schimmer, also folgte ein halbes Jahr Schleppleinentraining. Heute hat Muffin ungefähr noch so viel Jagdtrieb wie ein Backstein. Beides nur gefährlich, wenn man drüberstolpert oder es einem auf den Kopf fällt.

Biscuit ist da schon ein anderes Kaliber. Die hat mich im zarten Alter von 10 Wochen im Wald stehen lassen und ist auf einer Wildspur entschwunden. Glücklicherweise wurde Klein-Keks ab Werk mit einem perfekt funktionierenden Rückruf geliefert (Liebe Christine, vielen Dank, dass du die Zwerge so hervorragend auf den Doppel-Pfiff konditioniert hattest). Der Schlüssel zu einem entspannten Zusammenleben war die Dummyarbeit und der damit verbundene Gehorsam.

Spannend ist, wie sich die Dynamik der Spaziergänge im Laufe der Jahre verändert hat. Früher war ich froh, dass ich mich auf Muffin verlassen konnte, denn Biscuit und ihre Nase verlangten immer 100%ige Aufmerksamkeit. Heute bin ich froh, dass ich mich auf Biscuit verlassen kann, wenn Muffin mal wieder irgendwo hinter uns abhanden gekommen ist. Denn das Muffeloni sieht zwar kaum noch was, macht aber trotzdem ihr eigenes Ding. Da kann´s schonmal vorkommen, dass sie sich erst irgendwo festschnüffelt und anschließend falsch abbiegt.

Doch zurück zum Thema Jagdhund.

Gestern nachmittag haben wir eine Runde um die Solarfelder gedreht, wo auch der ein oder andere Suizidhase wohnt. Der obligatorische Idiotenhase blieb diesmal aus. Stattdessen haben wir auf einem Feldweg unabsichtlich zwei Wachteln (oder Rebhühner?) umzingelt. Die beiden hatten sich mitten auf dem Weg ins Gras gedrückt. Sie muckten nicht, als die Mädels (auf der falschen Windseite) an ihnen vorbeiliefen. Der Zweibeiner, der grobmotorisch in ihr Wohnzimmer steuerte, war jedoch zuviel des Guten. SWOOOOOSCH.

Himmel, hat´s mich gerissen, als die beiden direkt vor meiner Nase aufflogen und unter Gemecker das Weite suchten. Reflexartig schaute ich nach den beiden JAGDhunden, die sich wenige Meter vor mir gerade umdrehten und mich anglotzten wie ein Auto wenn´s hupt. Offenbar hatten sie die Flucht des Federviehs verpasst und waren erstaunt, welch witzigen Geräusche die Alte plötzlich machen kann.

Jagdhund. Is klar. Vielleicht sollte ich ihnen in einer ruhigen Minute nochmal ihre Rassebeschreibung vorlesen. Bis dahin bleiben wir bei dem, was wir können und jagen Pokémon…

pogo

In diesem Sinne – Waidmannsheil!

 

Kategorien: das Leben und der andere Kram... | 2 Kommentare

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