Gesundheit

Dornkekschen & der Ritter der Zugsalbe

Ich dachte bisher, ich hätte mit Muffin schon alle erdenklichen Pfotenverletzungen durchexerziert. Irrtum. Biscuit meint: da geht noch was!

Sonntag: Ich lass die Mädels aus dem Auto und binde mir schnell die Schuhe neu. Schnür. Knot. Erledigt. Ich richte mich auf und peile automatisch den aktuellen Standort der vierbeinigen Begleitung. Ich erkenne mit einem Blick: von 8 Pfoten funktionieren nur noch 7 ordnungsgemäß. Biscuit humpelt vorne links. Aber wie! Keks geschnappt, abgetastet, nix gefunden und eine Wunderheilung herbeigeführt. Nach der Untersuchung läuft Biscuit, als wäre nie was gewesen. Hö?

Im Laufe des Tages zeichnet sich ein Muster ab. Normales Tempo: alles ok. Schnelleres Tempo: aua, humpeln. Mein erster Verdacht: sie hat sich vertreten (da war viel großer spitzer Schotter) oder was reingetreten. Wäre es letzteres, müsste doch was zu finden sein? Mit Taschenlampe bewaffnet drehe ich die Pfote auf links. Nix. Hm. Vorsorglich verordne ich dem Patscherchen ein Kernseifenbad. Nach anfänglichem Gezappel *iiiiiiiieeeeeeeh, ich steck mein kostbares Pfötchen doch nicht in die lauwarme Brühe* sind sowohl Pfote, als auch der Wohnzimmerboden und meine Hose gekernseift.

Montag: Was auch immer war – es ist scheinbar weg. Biscuit humpelt den ganzen Tag kein einziges mal. Ich streiche den Tierklinibesuch von der To-Do-Liste.

Dienstag: Verarscht! Biscuit humpelt wieder und findet sich noch vor dem Frühstück auf dem Behandlungstisch der Tierklinik unseres Vertrauens wieder. Der Ballen der „Zeigefingerkralle“ wird geschoren und inspiziert. Knallrot. Mir immer noch ein Rätsel, wie ich das übersehen konnte. Der TA piekst probeweise rein, kein Eiter. Immerhin etwas. Vorläufiges Urteil: Entweder ein Hämatom oder ein Fremdkörper. Behandlung: Ein Zugsalbenverband. Kontrolle für Freitag angesetzt. Ein Hämatom müsste bis dahin weg sein, ein Fremdkörper würde sich bis dahin evtl. zeigen.

Biscuit findet den Verband superobermegascheiße und kann damit kaum laufen. Mimose! Sie stellt sich so deppert an, dass ich sie die Treppen in den 1. Stock lieber trage. Wenn die Pfote wieder heil ist, muss ich zum Chiropraktiker.

„das Leiden Keksi“

Pfote

Mittwoch: Der Verband bringt uns beide fast um den Verstand. Er rutscht und stört. Als Biscuit nachmittags nichtmal mehr damit pinkeln gehen will, sondern sich streikend in die Wiese wirft, beschließe ich: das Ding muss weg! Ich greife auf unseren beachtlichen Vorrat Babysocken zurück und bastle einen „Zugsalbenverband light“. Im Hause Grobmotoriker wird aufgeatmet.

Heute: Ich habe Spätdienst und mir vorgenommen, richtig schön auszuschlafen. Die Post macht mir einen Strich durch die Rechnung und klingelt uns um 10 aus dem Bett. Während ich zur Wohnungstür wanke, offenbart ein Seitenblick: der Sockenverband hängt auf halb acht und muss gewechselt werden. Päckchen entgegennehmen, Postboten verabschieden, nach einem neuen Socken suchen, nebenbei Licht in die Wohnung bringen. Ich bringe Biscuit in Position, entferne den Socken und betrachte den Ballen. Da guckt mir ganz frech eine Art Stummel entgegen. Ich gucke reichlich blöd zurück. What the f…? Schlagartig hellwach betrachte ich den Stummel genauer und gehe auf´s ganze. Zupf! Erstaunt betrachte ich einen knapp 2cm langen Dorn und muss mich erstmal setzen.

DAS Ding…

Dorn

…kam aus DEM kleinen Loch *staun*

Loch

Ich packe Keksi wieder in einen Socken, das Corpus Dornlicti in ein Taschentuch und uns alle zusammen ins Auto. Das alles vor dem ersten Kaffee!

Der TA ist hocherfreut und sehr zufrieden mit dem schnellen Ergebnis. Er verordnet uns über´s Wochenende noch Sockenhaft, damit Biscuit nicht leckt. Ansonsten war´s das. „Wenn nicht noch ein zweiter Dorn drinsteckt.“ Wat? Wie? „Gab´s alles schon. Das merken Sie dann, wenn´s nicht heilt.“ Danke, mir ist schon schlecht.

Keksi fühlt sich jedenfalls schon vieeeeeeeeeeel besser!
(Muffin scheint ein wenig neidisch auf den schicken Socken… ist doch immerhin eigentlich IHR Spezialgebiet)

socke

Zwei ungeklärte Fragen hatte ich noch:

1. Warum konnten wir keine „Eintrittswunde“ finden?
Laut TA verschließt sich sowas innerhalb eines halben Tages sofort wieder.

2. Wie wirkt Zugsalbe eigentlich?
Laut Google „zieht“ sie die Entzündung aus dem Hautgewebe, indem sie die Haut reizt. Durch eine erhöhte Durchblutung und die damit einhergehende Aufweichung der Haut, wird die natürliche Abstoßungsreaktion begünstigt (die gleiche Wirkung lässt sich übrigens auch durch Seifenlaugen erreichen; da lag ich mit meinem Kernseifenbad gar nicht so daneben)

Damit wäre ich wieder um einige Erfahrungen und graue Haare reicher. Reicht. Dankeschön.

Übrigens: Die „Mimose“ nehme ich hiermit offiziell zurück und ersetze es durch ein erstauntes „Harte Sau!“

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Schau mir in die Augen, Mufflon!

Asche auf mein Haupt, ich hab im Blog bisher noch nicht berichtet, was aus Muffins Augengeschichte geworden ist.

Wir waren zunächst am 16.10. bei unserer TÄin, die bei Muffin eine verlangsamte Reaktion der Pupillen feststellte. Die Pupillen waren maximal geweitet und zogen sich beim Lichteinfall der Taschenlampe kein Stück zusammen. Es wurde Blut genommen (hatten wir eh lange nicht gemacht), die Ergebnisse waren alle unauffällig. Immerhin!

Am 21.10. standen wir beim Augenspezialisten auf der Matte. Kaum hatten wir im Wartezimmer Platz genommen, kam die erste TA-Helferin des Wegs. Muffin beobachtete sie aufmerksam und mit gespitzen Ohren, als wollte sie sagen *He, Leckerchenfrau? Siehst du mich?*. Es hatte die gewünschte Wirkung. Die nette Dame kam nicht an uns vorbei, ohne Muffin mal Hallo zu sagen. „Kannst du Pfötchen geben?“. Mufflon klatschte wie befohlen eine Pfote in die Hand der TA-Helferin *klar kann ich*. „Die andere auch?“ Schwarzer Hund rudert mit der anderen Pfote *wassn das für ne Frage?*. TA-Helferin schob Leckerchen in den Hund und löste damit eine Pfotenparade aus. In Erwartung neuer Leckereien hob Muffin abwechselnd beide Pfoten und hatte Erfolg. Für Muffin stand fest *das ist hier ne Zirkusnummer, ich weiß Bescheid!*. Sowohl Hund als auch TA-Helferin amüsierten sich köstlich.

Behandlungszimmer – erste Runde. Der TA war sehr nett und machte Muffin zunächst mit dem Behandlungstisch bekannt. Dazu fuhr er den Tisch herunter, was bei Muffin eher Stirnrunzeln auslöste *Seh ich aus, als wär ich alt, oder wie?*. Da war ein Tisch, da war ein Arzt, der Arzt hatte Leckerchen in der Hand. Klarer Fall! Muffin saß schon auf dem Tisch, bevor dieser überhaupt unten angekommen war. Es fehlte nur noch, dass sie in Erwartung der Belohnung das Maul aufsperrte *Leckerchen bitte hier einwerfen*. Süß fand ich, dass der TA während der Untersuchung nur mit Muffin sprach – aber nicht mit mir. Er plapperte fröhlich auf sie ein und sie ließ ihn machen. Zum Schluss gab es Augentropfen, die sie sich mit völliger Selbstverständlichkeit geben ließ. Tropf links, tropf rechts, fertig. Wir sollten nochmal ins Wartezimmer, bis die Tropfen wirken würden. Bei Deutschland sucht den Superhund hätte dies bedeutet: Glückwunsch, du bist im Recall!

Mangels einer TA-Helferin machte Muffin im Wartezimmer der Anmeldungsdame schöne Augen. Natüüüüüürlich sprang dabei wieder ein Leckerchen raus. Wirklich erstaunlich, wieviel Charme dieser Hund versprühen kann. Zwischendurch gab´s nochmal Augentropfen, kein Problem. Fragt sich, warum sie dabei zuhause immer so einen Terz macht. Ich brauch jedesmal einen Wagenheber, um ihr die Lider aufzuhebeln.

Behandlungszimmer – der Recall. Der Tisch war bereits heruntergefahren, TA und Leckerchen standen bereit. Muffin lauschte aufmerksam den Worten des Arztes „Schau mal, wenn du auf den Tisch gehst, gibt´s wieder was zu futtern.“ Daraufhin stellte Muffin probeweise EINE Pfote auf den Tisch. Blick zum TA *Belohnung?*. TA lachend: „Oh, du bist ein Schlaubi-Schlumpf!“. Das Leckerchen überzeugte den Schlaubi-Schlumpf, auch den restlichen Astralkörper auf den Tisch zu hieven. Der Tisch wurde mit seiner wertvollen Fracht nach oben gebeamt, die Untersuchung ging weiter. Muffin muckte kein bisschen. „Die ist ja wie ausgestopft!“.

Während der Nachbesprechung turnte Muffin fröhlich durchs Behandlungszimmer und bettelte abwechselnd bei mir und TA um weitere Leckerchen. TA: „Ach guck, ein Clown bist du auch noch. Ein Schlaubi und ein Clown. Jaja, dafür sind die großen Glubscherchen gut, gell?“.

Diagnose: Irisatrophie = eine Degeneration der Iris – in Muffins Fall altersbedingt (tritt bei manchen Hunden früher auf, als bei anderen, ist Veranlagung) und nicht umkehrbar. Das bedeutet, dass der Muskel der für die Regulierung der Pupille verantwortlich ist, schon etwas ausgeleiert ist. Die Pupillen reagieren langsamer auf Lichtverhältnisse, was dazu führen kann, dass Muffin manchmal geblendet ist.

Nebenbefund: polar posteriore Katarakt = Muffin hat auf jeder Linse einen kleinen Punkt, der aber das Sehvermögen aber nicht einschränkt. Der TA meinte, wir hätten im Vergleich dazu mehr Dreck auf der Brille. Der Katarakt ist angeboren und kann (muss nicht!!!) sich evtl. später mal zu einem grauen Star entwickeln.

Zusammenfassend: Er würde die Ursache für ihre „Ausfälle“ eher „zwischen den Augen“ suchen. Heißt soviel wie – abgelenkt, nicht bei der Sache, etwas verwirrt. Da musste ich schon etwas lachen, denn DAS ist bei Muffin wahrlich nichts neues.

Wir sollen im Sommer 2014 zur Kontrolle kommen. Weitere Behandlungen sind derzeit nicht erforderlich. Sollte das „geblendet sein“ schlimmer werden, gibt es Sonnebrillen für Hunde. Er hätte viele Patienten, die damit hervorragend zurechtkommen. Ansonsten: abwarten!

Nach dem Augenarztbesuch war ich ehrlich erleichtert.
Muffin wird mir weiterhin direkt ins Herz schauen können.

KBechtold2012

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Free Keksi!!!

Die Fäääääääääääden sind raaaaaaaaaaus!!!

Narbe

Die Haare wachsen auch fleißig nach!
Wird auch Zeit, denn viel Fell ist nach der Scheinträchtigkeit nicht mehr übrig…

3

Nach dem Klinikbesuch ist Biscuit erstmal völlig ausgeflippt. Endlich frei! Planschen, rennen..

…und: kaspern!

6

*grunz-grunz*

7

*meins!*

8

*I feel good, nänänänänänääääääää*

11

*Bauchi kraulen?!*

12

Neben all dem gekuller, geroller, gegrunze und wohlgefühle gab´s noch eeeeeeeeeeein LOCKVOGELANGEBOT
*Faustschlag der Hornbach-Werbung wird eingespielt*

T8a

Hardcore-Steadiness-Herausforderung:
ein befrolicter Tennisball!

T1

Wir erinnern uns: vor zwei Wochen war Biscuit die brävere der Beiden…

T4

*mal kurz ein bisschen Meideverhalten zeigen*

T5

Biscuit: *nur mal schnuppern… nur schnuppern… nur…*

Muffin: *Hee, was machst du da?*

T6

Biscuit: *OH MEIN GOTT, hab ich das etwa gerade GEFRESSEN? War ICH das?*

Muffin: *F–K! Die Kleine lernt schnell…*

T8

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noch 3x schlafen…

…dann kommen ENDLICH diese blööööööööööden Fäden raus. Olé!

Biscuit trägt den Body nun seit 7 Tagen fast non-stop und hat sich immer noch nicht daran gewöhnt. Sobald sie ihn anhat, rennt sie wie vom Affen gebissen in ihr Körbchen, dreht sich 3-5x hektisch im Kreis und fällt schließlich in sich zusammen. Plumps. So liegt sie dann. Stundenlang. Bis der nächste Spaziergang ansteht und ich sie wieder ausziehe oder es Futter gibt.

Nun dachte ich, wir gönnen ihr am Wochenende etwas Freigang vom Body. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die Fäden gemacht. Entweder piekst oder juckt es ganz fürchterlich, denn sie findet einfach keine Ruhe. Hinlegen, aufstehen, 3 Meter gehen, hinlegen, aufstehen, 3 Meter gehen, hinlegen, aufstehen… usw. Da ist es mir doch lieber, sie liegt regungslos im Body herum.

Da sie nicht springen soll, muss sie sich wohl oder übel am Auto rein- und rausheben lassen. Das finden wir blöd, wir sind schließlich schon groß! Steif, steifer, Keks. Nur nicht mithelfen. Zu allem Elend muss sie während der Fahrt auch noch den aufblasbaren Kragen tragen. Sicher ist sicher. Gewesen. Der Kragen verliert inzwischen Luft. Macht aber nix, auch ohne Luft ist ihr das Teil so zuwider, dass sie sich nicht mehr bewegt. Älläbätsch!

Spaziergänge gab es bisher nur an der 3m-Leine. Da dachte ich gestern „tust dem Hund was gutes“ und packte die eingestaubte 8m-Flexileine aus. Die wiederum nutze ich ausschließlich mit einem Brustgeschirr. Das wiederum findet Biscuit schxxxxe und verringert ihren Radius auf 1-2m (*Muddi, das is eklig, mach das weeeheeeeg*).

Soviel dazu.

Das Mufflon versteht den Aufstand nicht. Der könnte man einen Backstein um den Hals binden und sie würde ihn einfach mitschleifen. Tragen lässt sie sich für ihr Leben gern. Als Kamikaze-Köter ist man sowas eben gewöhnt. Es verging bisher kein Jahr, in dem sie nicht mindestens 1x einen Verband trug und herumgeschleppt werden musste. Biscuit dagegen hatte in den vergangenen 3 Jahren keine einzige Verletzung *schnell auf Holz klopf*.

Muffin spielt eifrig die Krankenschwester und kontrolliert regelmäßig, ob alles ok ist. Abends wirft sie einen prüfenden Blick in den Laufstall, bevor sie sich schlafen legt. Morgens animiert sie Biscuit zum aufstehen, da die sonst wegen des Bodys trotz offener Türe regungslos im Laufstall liegen bleiben würde.

Und: das Mufflon petzt!!!

Ich hatte Biscuit ihre Antibiotika-Tabletten unters Futter gemischt und die wurden auch anfangs brav aufgefuttert. Irgendwann im Laufe der Woche hatte ich vergessen, anschließend den Napf zu kontrollieren. Muffin kam in die Küche, ging zum Trinknapf, stutzte und sah in Biscuits Napf. Sie schnupperte und sah zu mir. Sah in den Napf, sah zu mir. Napf – ich – Napf – ich…, solange bis ich endlich begriff. Biscuit hatte morgens fein säuberlich um die Tablette herumgefressen. Tztztz.

Seitdem weiß ich ganz sicher, dass die Tabletten wirklich eklig schmecken müssen… sonst hätte Muffin bestimmt nicht gepetzt, sondern heimlich die Beweise vernichtet. Ich kenn doch meine Pappenheimer.

 

Aktuell liegt Biscuit seit über 3 Stunden regungslos in der Küche. Egal, nur noch 3x schlafen…
Tschakka!

 

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Tag 3 nach der Kastration

Viel gibt es nicht zu berichten, außer: es heilt und sieht super aus!

Narbe

Ich darf nur nicht dran denken, wie das jucken muss wenn die Haare nachwachsen *schüttel*.

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