Prüfungen/Workingtests

Biber-Cup 2017

Es gibt nichts schöneres, als die Workingtest-Saison mit einem Team-WT zu beginnen. Da der Biber-Cup letztes Jahr leider ausgefallen war, freute ich mich umso mehr, dass es dieses Jahr wieder klappen sollte. Unsere bunte Truppe setzte sich wie folgt zusammen:

A: Bootsmann (rechts) und Katharina
F: Fiene (mitte) und Ivonne
O: Keksi (links) und ich

Nachfolgend die Aufgabenbeschreibungen in der Reihenfolge, in der wir sie gearbeitet haben. Wie immer nur aus Keks-Sicht, denn es steht mir einfach nicht zu, für/über andere zu schreiben.

Aufgabe 2 – Jörg Mente

Startpunkt mit Blick auf ein brach liegendes Feld und Helfer H2. Rechts davon ein etwa 20m breiter Streifen mit sehr hohem Bewuchs (weiß umrandeter Bereich), dort standen Werfer H1 und ein Schütze. Es fiel ein Schuss und M1 wurde geworfen, einige Sekunden später wurde (ohne weiteren Schuss) M2 geworfen. Nach Freigabe durfte der A-Hund M1 + M2 arbeiten und anschließend anleinen.

Nun wurde M3+4 nach Schuss als Dublette in Richtung Hochsitz geworfen. Rechts vom Helfer H2 lagen zwei Blinds B1+B2 einige Meter weit im Bewuchs. Zuerst sollte die Dublette geholt werden, anschließend die beiden Vollblinds. Das F- und O-Team durften (nachdem die Dublette gefallen war) selbst entscheiden und ansagen, welches Team die Dublette und welches Team die Blinds holen wird.

Die Hunde waren ab Höhe des Helfers H1 außer Sicht. Die beiden Blinds lagen bereits, als die Dublette gearbeitet wurde. Kam ein Hund mit dem falschen Dummy, gab es Punktabzug.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Da standen wir nun. Erste Aufgabe des Tages, Anke nervös wie immer und Biscuit war es jetzt schon zu warm. Leider kommt kneifen im Team eher nicht so gut, Flucht fiel daher aus. Augen zu und durch.

Nachdem die Dublette gefallen war, sah Biscuit erwartungsvoll zu mir hoch, was in 99,9 % aller Fälle bedeutet: „Hab ich voll auf´m Schirm!“. Ivonne war der Meinung, Fiene hätte nicht markiert. So einigten wir uns darauf, dass Keksi die Dublette holt und Fiene anschließend die Blinds. Wir verkündeten unsere Entscheidung und ich bekam unsere Freigabe. „Apport!“

Biscuit verschwand im Gemüse und hängte sich erstmal prompt bei den Helfern auf. Ich schickte sie weiter nach hinten und es dauert und dauerte… Irgendwann tauchte sie wieder auf – mit einem der Blinds. Möööp. Ok, das war nicht schön, aber noch keine Null. Neuer Versuch. Da der Wind (wenn vorhanden) von links kam, entschied ich mich dazu, Biscuit vor den Helfern vorbei schräg durch den Bewuchs voranzuschicken, bis sie auf dem freien Feld dahinter war. Dort stoppte ich sie und schickte sie nach links.

Theoretisch die beste Variante, um sie in den Wind zu schicken. Praktisch ging es in die Hose. Sie fand ums verrecken nicht, arbeitete sich wieder nach vorne und machte nach einigen Pfiffen und Kommandos dicht. Rien ne va plus. Nichts ging mehr. Irgendwas an dem Gesträuch war verhext. Biscuit tat sich jedenfalls irre schwer damit. Von mir reden wir mal erst gar nicht…

Ich hab keine Ahnung, was da genau schiefgelaufen war, hab mir danach aber auch keinen großen Kopf gemacht. Manchmal ist einfach der Wurm drin und den fängt man als Morgenmuffel eher selten.

Fiene hatte übrigens sehr wohl markiert… aber das ist ne andere Geschichte – die Ivonne hoffentlich selbst noch in Fienes Blog erzählt.

Aufgabe 3 – Sebastian Hochreiter

Startpunkt mit Blick auf: abfallende Wiese, ein Graben, ansteigende Wiese (dort stand Helfer H1), gefolgt von ca. 30m Altgras (dort stand Helfer H2), dahinter ein Weg und ein höherliegendes Feld (dort stand Helfer H3).

– Schuss, M1 fiel + wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M1-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom A-Hund zu holen.

– Schuss, M2 fiel + wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M2-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom F-Hund zu holen.

– Schuss, M3 fiel + wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M3-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom O-Hund zu holen.

Entfernungen: M1 ca. 50m, M2 ca. 90m, M3 ca. 120m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Da das Feld rechts von uns geodelt war, standen wir am Startpunkt sehr eng zusammen. Ich suchte immer wieder Blickkontakt mit Biscuit, während die 4 ersten Dummies gearbeitet wurden. Denn Keksi hatte natürlich nicht nur die Marks von A und F auf dem Schirm, sondern auch die nachgeworfenen Dummies.

Unser Mark war vor dem Horizont schön zu sehen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nichts von dem Weg und auch nicht, dass das Feld dahinter höher lag. Ich wunderte mich nur, dass ich gerade noch so sehen konnte, wie das Dummy auf dem Acker aufschlug. Daher dachte ich, dass die Fallstelle weit hinter dem Altgrasstreifen liegen musste. Abgesehen davon schätzte ich den Altgrasstreifen vieeeel schmaler ein. Aus Biscuits Perspektive sah es sicherlich so aus, als wäre das Dummy in den Altgrasstreifen gefallen. Trotzdem war ich zuversichtlich, weil wir eine ähnliche Aufgabenstellung drei Wochen zuvor mit den Mudpaws trainiert hatten.

Die alten A-Fallstellen überlief Biscuit problemlos. An den F-Fallstellen war sie schon fast vorbei, als es sie doch noch riss. Stopp + Back. Biscuit nahm wieder den richtigen Kurs auf und verschwand außer Sicht. Bange Sekunden später tauchte sie unvermittelt auf dem Feld auf und bekam Wind von ihrem Dummy (vorher keine Chance, da wir die ganze Zeit Rückenwind hatten). Ohne Ohren hätte ich sicherlich im Kreis gegrinst.

Jetzt kam der weitaus spannendere Teil. Ich richtete uns aus und baute möglichst viel Spannung auf „Voran!“. Ich pushte Biscuit am Graben und an den alten F-Fallstellen. Am Ende des Altgrasstreifens driftete sie leider nach links weg. Es brauchte einige Kommandos, um sie ans Dummy zu bekommen, aber es war geschafft. Uff!

Der Richter erzählte uns anschließend von dem Weg und dass die Hunde dort erstmal vor einer Wand stehen würden, da das Feld dahinter höher lag. Zitat: „Man darf nicht unterschätzen, was die Hunde da oben leisten müssen!“. Ganz großes Kino! Ich war stolz wie Bolle.

Aufgabe 1 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt auf einer Wiese links von einem Teich mit Blick auf einen Schilfgürtel am Ende der Wiese. Dort fand ein Treiben statt. Die Treiber gingen los (Schütze vor dem Schilf, Werfer hinter dem Schilf) und es fiel direkt M1. Auf dem Weg nach links wurde ein Dummy immer wieder hochgeworfen und wieder aufgefangen. Am Schluss des Treibens fiel M2. Kurz darauf kam von hinten M3 in den Teich geflogen.

– Der A-Hund durfte M3 arbeiten und anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2.
– Der O-Hund arbeitete M1 und sollte dabei den direkten Weg durch den Teich gehen.

Entfernungen: M3 ca. 15m, M2 ca. 70m, M1 ca. 90m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Die Richterin schloss die Erklärung der Aufgabe und einem Blick in meine Richtung: „Ich hätte gern, dass der O-Hund durch´s Wasser geht“. Ich grinste: „Ja, ich auch“. Ich verriet nicht, dass die Chance ungefähr 50:50 stand.

Biscuit hatte das Mark zwar gesehen, aber bis wir an der Reihe waren, war viel Zeit vergangen und einiges passiert. Ich ging auf Nummer sicher: „Voran!“. Es folgte ein unsicheres Tänzchen am Uferrand, bis sich Biscuit endlich ein Herz fasste und ins Wasser platschte. Sie kämpte sich am anderen Ufer wieder an Land (Ein- und Ausstieg waren ECHT mies), schüttelte sich und blickte verwirrt in die Runde. Arbeitsauftrag durch das Wasser von der Festplatte gelöscht. J-e-d-e-s-m-a-l.

Ich schickte sie weiter und sie driftete zu weit nach links. Ich stoppte sie und schickte sie nach rechts, woraufhin sie auch nach rechts ging – aber erst hinter dem Schilfgürtel. Rausholen, stoppen, rechts. Zack – ab hinters Schilf und dort nach rechts. Argh. Ivonne konnte einen Blick auf Biscuits Rute erhaschen und soufflierte „Sie ist richtig. Suchenpfiff!“. Ich tat wie befohlen und kurz darauf kam eine kleine braune Kanonenkugel aus dem Schilf geschossen. Anhand der Geschwindigkeit wusste ich, dass sie gefunden hatte und gerade so richtig stolz auf sich war. Als sie näher kam, wurde ich stutzig. Das Dummy sah irgendwie seltsam aus. Es war einfach nicht grün genug.

Ich: „Hä? Was hat dieeeee daaa?“
Biscuit kam näher.
Ivonne: „Sieht aus wie eine Plastikflasche…“
Biscuit kam näher.
Ich: „Sieht eher aus wie Gräten?“
Biscuit war fast da.
Richterin: „Das ist ein Stück Rehrücken.“
Mir fiel die Kinnlade runter.

Ich bemühte mich trotz meiner Verwirrung um ein freundliches Lächeln, als mir Biscuit mit stolzgeschwellter Brust ihren sensationellen Fund entgegenstreckte, dachte insgeheim aber nur „hoffentlich muss ich sie jetzt nicht nochmal schicken“. Ich nahm Keksi das Gerippe ab und drehte mich fragend zur Richterin um, die mich sofort erlöste: „Das ist Wild, das zählt. Sie hat es im Fallbereich gefunden und sofort gebracht. Besser geht´s nicht!“. Erleichterung und Gelächter machte sich breit.

Mein stolzes Kekserl und ihr Fund. Sie ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Aufgabe 4 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt in einem gemähten Bereich (weiß umrandet) mit Blick auf einen kleinen Schilftümpel. Zuerst Schuss von Helfer H1 + M1 fiel, kurz danach ein weiterer Schuss von Helfer H2 und M2 fiel.

– Der A-Hund arbeitete M1 und durfte anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2 (Bewuchs wechselte auf dem Weg dorthin von Wiese auf platt gedrücktes Schilf).
– Der O-Hund arbeitete das Vollblind B, welches am Ende des gemähten Bereichs in einem höheren Altgrasstreifen lag. Wenn der Hund auf dem Rückweg in Höhe des Tümpels war, wurde mit Schuss eine Verleitmarkierung in den Tümpel geworfen (wie M1). Diese sollte anschließend noch geholt werden.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Biscuit hatte sich in der Wartezone schon zur Ruhe gebettet. Dementsprechend zäh lief die Aufgabe. Das Blind war nun wirklich kein Hexenwerk, aber irgendwie war die Luft raus. Kein Wunder, wenn man bedenkt wie faul ich in den letzten Monaten war. Biscuit hatte noch nicht ganz die Kondition, die sie für Workingtests haben sollte. Dazu noch die Wärme, kein Schatten. Sie fragte viel und war sehr langsam. Schön sieht anders aus, aber wir haben beide Dummies reingeholt. Drin ist drin!

Aufgabe 5 – Jörg Mente

Startpunkt auf einem abgeernteten Maisacker mit Blick auf einen Zaun, dahinter sehr hoher Bewuchs. Zuerst fiel Schuss + M1 direkt vor den Zaun. M1 wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt, der anschließend anleinen durfte.

Schuss + M2 fiel hinter den Zaun in den hohen Bewuchs. Das Vollblind B lag direkt hinter dem Zaun und war sehr gut im Gras versteckt. Nachdem M2 gefallen war, durften F- und O-Team selbst entscheiden und ansagen, wer zuerst das Mark und wer anschließend das Blind arbeiten würde.

Das Blind lag bereits zu Beginn der Aufgabe, war aber sehr gut im Bewuchs versteckt. Wäre trotzdem der Fall eingetreten, dass A- oder F-Hund statt des Marks das Blind in die Nase bekommen und gebracht hätten, wäre dies i.O. gewesen (d.h. keine Null, kein Punktabzug).

Entfernungen: leider keine Ahnung

Ein Zaun. Wirklich und wahrhaftig ein ZAUN. Ich hatte schon vor der Aufgabe Mitleid mit Biscuit…

Jörg meinte, es sei seeeeeeeeehr unwahrscheinlich, dass die Hunde bei den Marks das Blind in die Nase bekommen würden und behielt Recht. Ich hatte zufällig aus der Wartezone gesehen, wie das Blind vom Helfer tief unter das Gras gesteckt wurde. Jörg wollte sehen, dass die Hunde ausdauernd auf der Stelle suchen, ohne gleich größer zu werden. Eigentlich genau Biscuits Ding – abgesehen vom Zaun.

Weil Keksi mit dem Bewuchs in Jörgs erster Aufgabe solche Probleme hatte, waren Ivonne und ich uns schnell einig: Fiene holt das Mark, Biscuit das Blind. Es war fraglich, ob Biscuit noch genug Energie für den Zaun haben würde und so konnten wir uns wenigstens die Punkte für das Mark sichern. Der Plan ging auf. Fiene sprang elegant über den Zaun und hatte das Mark auf den Punkt. Damit hatte die Eleganz Sendepause, denn jetzt kamen wir… „Voran!“

Biscuit hoppelte über den Acker, erreichte den Zaun und legte trotz des optmistischen „HOPP“ aus dem Hintergrund eine Vollbremsung hin. Ihr Blick wanderte am Zaun nach oben und man sah deutlich, was sie dachte: F**K! Das Schauspiel begann:

Ich rief wieder HOPP! (und schmiss den Arm nach oben)
Biscuit tippelte 2m nach links.
HOPP! (fuchtel-fuchtel)
Biscuit tippelte 2m nach rechts.
HOPP! (ein Hampelmann war ein Scheiß gegen mich)
Biscuit sah verzweifelt nach oben und machte einen Minihüpfer.
Hoffnung keimte auf.
HOPP! (ich hüpfte inzwischen schon selbst auf der Stelle)
Biscuit entwarf Baupläne für einen Tunnel.

Sie nahm den Nüschel runter und gerade als Jörg meinte „Schick sie außenrum“, bekam sie Wind vom Dummy. Ich erwiderte „Wart mal noch einen Moment, jetzt hat sie´s in der Nase“. Ich wusste genau – jetzt will sie es haben.

Sie stellte sich auf die Hinterbeine und lehnte sich mit den Vorderpfoten versuchsweise gegen den Zaun. Der Zaun gab nach und Biscuit trat ihn mit den Vorderpfoten stückchenweise nach unten, kam aber nicht ganz ans Dummy. Sie holte schnell noch das Hinterteil rein *krabbel-plumps* und buddelte das Dummy aus. Währenddessen hatte sich der Zaun unbemerkt wieder aufgerichtet *zoooooing*. Biscuits Blick – unbezahlbar!

Getreu dem Motto „Müde darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen“ beschloss Biscuit: was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites mal. Sie trat den Zaun nieder, purzelte drüber und machte sich auf den Rückweg. Ivonne und ich konnten uns nicht länger beherrschen. Wir lachten und applaudierten und feuerten Biscuit an, bis sie wieder bei uns war. Ich hab selten so viele gut gelaunte Gesichter (inkl. Richter + Helfer) gesehen, wie nach dieser Vorstellung. Man nennt sie seitdem auch „die Zaunkönigin“.

Aufgabe 6 – Sebastian Hochreiter

Walk Up auf einer Wiese parallel zu einem Streifen mit hohem Bewuchs. Der Schütze (mit Flinte) lief links außen mit. Für den A-Hund kam zuerst vom Werfer ein Geräusch, dann folgte der Schuss, M1 fiel vor den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M2 fiel in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M3 fiel tief in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt.

Entfernungen: keine Ahnung; die eingezeichneten Fallstellen sind ebenfalls nur grobe Orientierungspunkte

Biscuit lief nach der Nummer mit dem Zaun endgültig auf Reserve. Ich konnte die Tiefe unserer Markierung überhaupt nicht einschätzen und wusste nur: außer Sicht. Sie hielt die Linie sehr gut und hätte eigentlich in den Wind laufen müssen. Ich machte mir auch keine Sorgen, dass sie recht lange weg war – schnell war halt zu dem Zeitpunkt nicht mehr drin. Trust your dog usw. Allerdings wurde der Richter ungeduldig: „Wenn sie jetzt nicht bald mal wieder auftaucht, solltest du was tun“.

Ich pfiff Biscuit zurück, schickte sie wieder rein und gab diesmal den Suchenpfiff. Allerdings viel zu früh. Gab prompt Mecker vom Richter: „Der Suchenpfiff würde Sinn machen, wenn sie 40m weiter hinten wäre“. Okääääy. Immerhin wusste ich nun, dass das Mark sehr tief war und schickte Biscuit eine telepathische Nachricht hinterher „Lauf, Forrest, lauf!“ Ich wünschte ihr sehr, dass sie das letzte Dummy des Tages noch finden würde, denn das hatte sie sich einfach verdient. Und sie fand! Tschakka!

Das gelungene Ende eines genialen Tages. Vielen Dank an meine Teamies Katharina und Ivonne – Mädels, es war mir eine Ehre und hat viel Spaß gemacht!

Einmal mehr bin ich stolz auf mein Kekserl. Sie hat das fehlende Training erstaunlich gut kompensiert und an den richtigen Stellen auf ihre Erfahrung vertraut. Natürlich können wir vieles eigentlich besser, schneller und präziser, aber aufgeben kommt schon lange nicht mehr in die Tüte.

Während ich an diesem Bericht getippt habe, bin ich über die alten Startnummern aus 2014 und 2015 gestolpert. Biscuit und ich haben diesen WT tatsächlich in allen drei Klassen durchgezogen:

Wer hätte das je gedacht? Ich jedenfalls nicht…

(die alten Berichte findet ihr HIER und HIER)

Vielen Dank an die SL, die Richter, die Helfer und alle, die zu diesem tollen WT beitragen. Der Biber-Cup ist wirklich immer wieder etwas Besonderes!

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Gründeln im Forst 2016 (O)

„Wer bin ich – und warum so früh?“ Eine Frage, die ich mir auch letztes Wochenende wieder gestellt habe.
Die Antwort lautete diesmal: „Eine Ente – als Helfer für die F“.

Ente

Ich verbrachte den Vormittag damit zu quaken, mein Leben zu lassen und meinen Kadaver ins Wasser zu werfen. Pünktlich zur Mittagspause und dem Klassenwechsel von F/O zog ein Gewitter auf und verzögerte unseren Start. Durch das Warten wurde ich immer matschiger in der Birne. Vormittags helfen und nachmittags starten ist definitiv nichts für mich. Für Biscuit auch nicht, das zeigte gleich die erste Aufgabe…

Aufgabe 3 – Thano Keller

Startpunkt mit Blick auf einen See mit Insel. Thano erklärte, wir wären auf dem Entenstrich und würden sehen, was passiert. Ableinen, abwarten. Schütze und Helfer standen nicht sichtbar. Es fielen zwei Schüsse; die Markierung (M1) fiel ins Wasser und wurde an einer Schnur an Land gezogen (leider war die Ente nur angebleit). M1 war sofort zu arbeiten; das Dummy lag irgendwo rechts im Uferbereich. Wenn der Hund auf dem Rückweg war, fiel M2 ins Wasser und noch ein weiterer Schuss. Nun sollte M2 aus dem Wasser geholt werden; zum Schluss ein Blind links an Land. Entfernungen ca 40m.

ThanoWasser

Blick vom Startpunkt auf´s Wasser:

wasser

Blick vom Startpunkt auf´s Blind, welches irgendwo geradeaus im Gemüse lag:

bl

So weit, so gut. M1 platschte ins Wasser und Biscuit starrte erwartungsvoll zu mir hoch, während das Dummy an Land gezogen wurde. Wir bekamen unsere Freigabe und weil Keksi gut markiert hatte und ich die Aufgabe (mal wieder) unterschätzt hatte, schickte ich sie mit einem laschen „Apport“ los. Ich rechnete damit, dass sie sich anfangs sowieso am rechten Uferrand halten würde und ich sie – bevor sie ins Wasser gehen würde – stoppen und in die Suche schicken könnte. Leider stolperte sie unterwegs über eine gut riechende Stelle und vergaß kurzfristig ihren Auftrag. Damit hatte ich nun nicht gerechnet. Stopp-Pfiff + back. Kekschen erinnerte sich wieder *ach da war ja was* und platschte (unplanmäßig) ins Wasser auf die ursprüngliche Fallstelle zu. Dort ragte passenderweise ein Stein aus dem Wasser, den Biscuit natürlich für das Dummy hielt. Wäre alles kein Problem gewesen, wenn die anschließende Zusammenarbeit zwischen Keksi und mir geklappt hätte. Statt wie befohlen ans rechte Ufer zu schwimmen, entschied sich Biscuit für die Insel *is näher!*. Mit Hängen und Würgen bekam ich sie von der Insel wieder runter und zwei Kommandos später war sie wieder auf der Insel. Bumerang-Effekt. Ich brodelte schon, bevor Thano mich anwies, sie wieder reinzuholen.

→ 0 Punkte

Das Blind durften wir aus Zeitmangel nicht mehr arbeiten, was mir ganz Recht kam. Es gibt auf einem WT genau zwei Dinge, die mich in 1 Sekunde von Null auf die Palme bringen: Ungehorsam… und meine eigene Blödheit, mit der es meistens anfängt. Jemand erinnerte mich neulich daran, dass Biscuit mich zu 100% spiegelt. Sobald ich unsicher bin, ist Biscuit es auch. Früher hat sie in diesen Situationen dicht gemacht, heute verfolgt sie ihre eigenen Pläne. Man könnte sagen, sie hat sich weiterentwickelt… im Gegensatz zu mir. Ich hatte viel zu spät reagiert und das anschließende Chaos nicht unter Kontrolle bekommen.

Ich ging zurück in die Wartezone und versuchte mich abzuregen. Die Wut war schnell verraucht, die Motivation leider ebenfalls. Als ich von der nächsten Aufgabe hörte, waren meine ersten Gedanken „Vergiss es, so wie wir heute drauf sind, wird das nie was. Das tu ich uns nicht an.“ Dank der Aufmunterung meiner Mitstarter wagte ich es doch…

Aufgabe 4 – Thano Keller

Thano begrüßte die Starter zur Niederwildjagd; ableinen und abwarten. Im Wald gegenüber des Startpunkts fand ein Treiben statt. Das Treiben startete rechts, dabei fielen zwei Markierungen (x), die liegen blieben (zwei Fasane, welche von den Treibern später selbst eingesammelt wurden). Die Treiber liefen weiter aus dem Wald in den angerenzenden Bewuchs hinein und schossen nach hinten („der Hase den ihr wollt, liegt da hinten“). Nachdem das Treiben vorbei war, erklärte Thano den Bereich des zu arbeitenden Blinds. Hier ein Video des Treibens: *klick*.

Entfernung zum Blind ca. 80m; auf dem Weg dorthin befanden sich die alte Fallstelle einer F-Markierung.

ThanoWald

Blick ins Gelände; der Startpunkt war ca. 2m weiter links unten, aber so sieht man mehr;
im eingekringelten Bereich lagen die beiden Verleitmarkierungen, unterhalb des Pfeils das Blind

waldb

Für Biscuit kam eine weitere Verleitung dazu: ich hatte hier vormittags für die F eine Markierung geworfen. Der vordere Waldbereich (etwas hinter dem Treiben) war querbeet mit meinen Spuren durchzogen. Yeah, Glückwunsch! Ich ging zu Thano und kündigte an: „Kann gut sein, dass ich die Geduld vor dir verliere.“ „Naaaa, sei nicht so emotional. Konzentrier dich, bleib ruhig, dann macht ihr das schon!“

Ich leinte ab, das Treiben begann und wir bekamen unsere Freigabe. Ich baute ordentlich Spannung auf und ließ keinen Zweifel aufkommen: „Voran!“ Biscuit sauste los. Auf Höhe des Treibens pushte ich und Biscuit legte noch einen Zahn zu. Auf Höhe der alten Fallstellen und meiner Spuren rief ich nochmal „Voran!“ und ließ sie dann laufen. Kurz vor dem Ziel zog es sie nach rechts. Diesmal reagierte ich sofort. „TÜÜÜT!“ Biscuit wirbelte herum *sie wünschen?*. „Rüber!“ *zu Befehl!* Sie verschwand im Bewuchs, ich gab den Suchenpfiff und konnte nur noch abwarten und darauf vertrauen, dass sie den Rest von selbst lösen würde. Als sie mit Dummy wieder auftauchte, fiel mir ein ganzes Gebirge vom Herzen. Erleichtert nahm ich die Pfeife aus dem Mund, um sie eine Millisekunde später wieder reinzustopfen, denn: Biscuit musste auf dem Rückweg nochmal an den Verleitungen vorbei. Vorsicht ist die Mutter der Keksdose! Wehe, wenn ich nur debil grinsend auf ihre Rückkehr gewartet hätte.

→ 17 Punkte…

…und einen fetten Knutsch für´s Kekserl. Kopfschüttelnd ging ich zurück in die Wartezone. Kaum macht man´s richtig, klappt der Mist.

Aufgabe 1 – Jürgen Laux

Es kamen zunächst 3 Teams zusammen in die Aufgabe; die Hunde wurden abgeleint und es fand ein Treiben am Uferrand statt. Nachdem das Treiben vorbei war, blieb die niedrigste Startnummer da, die beiden anderen Teams gingen außer Sicht, d.h. die Aufgabe wurde ab da einzeln gearbeitet.

Wenn man alleine war, fiel eine Doppelmarkierung. Zuerst links M1 an Land, danach rechts M2 ins Wasser in einen Schilfbereich nahe am Ufer. Zuerst sollte über Wasser das Vollblind B gearbeitet werden (lag hinter einer kleinen Landzunge), danach M2 aus dem Schilf, am Schluss M1 an Land.

Entfernung zum Blind und dem Schilfmark müsste jeweils um die 40m gewesen sein, zum Landmark geschätzt 25m.

LauxWasser

Blick vom Startpunkt auf das Treiben und das Blind; das Ufer fiel flach ab und ist breiter als es hier erscheint; die Hunde konnten die ersten Meter flach ins Wasser reinlaufen.

Blind

Blick vom Startpunkt auf M1

M1

Blick vom Startpunkt auf M2

M2

Die Wartezone lag ein gutes Stück im Wald und so kam es auf dem Weg zur Aufgabe zu einer kleinen Slapstickeinlage. Mit dem rechten Fuß stieg ich auf einen Ast, der dadurch auf der linken Seite aus dem Moos nach oben gedrückt wurde. Mein linker Fuß nahm die Einladung begeistert an und hakte sich unter. Da ich auf den Boden gestarrt hatte (um nicht zu stolpern, haha) erkannte ich das Problem sofort. Doch anstatt den rechten Fuß vom Ast runterzunehmen, wollte ich den linken rausziehen und hebelte mich damit selbst aus. Zack, nach rechts weggekippt. Wo Grobmotoriker draufsteht, ist auch Grobmotoriker drin. Man könnte auch sagen, die Ente hat sich selbst angebleit und einen Abflug gemacht. WMH!

Das wäre ein so schöner Lachkrampf geworden, wenn ich nicht in die Aufgabe gemusst hätte…

Biscuit und ich hatten die niedrigste Startnummer und waren direkt als erstes dran. „Voran!“ und nach dem Treiben an der Wasserkante wieder „Voran!“. Biscuit ließ klar erkennen, dass sie wusste, was ich von ihr erwartete. Sie lief zielstrebig durch den Bereich des Treibens, rannte einige Meter ins Wasser und verlor dann leider den Mut. Sie blieb stehen, starrte auf das andere Ufer und *mööp* fing an zu denken *vielleicht linksrum über Land?*. Leider gelang es mir nicht, sie über´s Wasser zu bekommen.

→ 0 Punkte

Die Landmarkierung wurde vom Helfer aufgesammelt und die aus dem Schilf durfte Biscuit holen. Jürgen war sehr nett und wies mich an: „Jetzt geht ihr ganz ruhig und entspannt in die Wartezone zurück und wir sehen uns später wieder.“ Gesagt, getan. Mit dieser Null aus der Kategorie „Trainingsbedarf“ kann ich sehr gut leben. Unser Problem war der Abstand zum Wasser und der ungewohnte Einstieg. Direkt vom Rand mit einem Hüpf – das können wir inzwischen, weil ihr da keine Zeit zum Denken bleibt. Am Rest müssen wir eben noch arbeiten.

Aufgabe 2 – Jürgen Laux

Zunächst gab es einen kleinen Walk-Up mit zwei Teams (nur wenige Meter), dann fielen zwei Schüsse (nichts passierte). Ein Team blieb stehen und wartete, das andere ging mit Jürgen zum eigentlichen Startpunkt weiter. Nun fiel ein Doppelmark im Wald (Bild mit Blick vom Startpunkt; die beiden Helfer standen hier noch). Zuerst fiel M1 nach rechts hinten, danach M2 nach links vorne. In dieser Reihenfolge sollten die Marks auch geholt werden. Wenn beide Marks drin waren, tauschten die beiden Teams die Plätze und das Doppelmark fiel nun für das zuvor wartende Team. Entfernung kann ich leider nicht einschätzen.

Blick vom Startpunkt auf die Marks; die Helfer standen hier noch (eingekreist), am besten zum vergrößern auf das Bild klicken.

LauxWald

Wir brachten den kleinen Walk-Up unfallfrei hinter uns und standen zunächst in Warteposition, bevor wir mit dem anderen Team tauschten und selbst an der Reihe waren. Schuss, M1 fiel. Schuss, M2 fiel… und Biscuit starrte immer noch nach rechts. Ich deutete schnell nach links, doch Biscuit sah nur kurz hin und konzentrierte sich sofort wieder auf M1. Multitasking war beim Keks gerade nicht angesagt. Nun gut. Wir bekamen unsere Freigabe und ich schickte Biscuit zu M1.

Während sie unterwegs war, dämmerte mir, dass ich die Fallstelle von M2 nicht mehr wusste. Zeitgleich hatte sich Biscuit in der Tiefe verschätzt und nun war ich mit Multitasking gefragt: 1. den Keks zu M1 handeln und 2. die Fallstelle von M2 berechnen. Beides lief besser als erwartet. Ich musste Biscuit zwei mal stoppen und nach hinten schicken, bis sie bei M1 angekommen war. Ihren Rückweg nutzte ich, um meine Berechnungen für M2 nochmal zu überprüfen *Werfer ~ Mann + Richtung ~ schräg nach vorne + Weite ~ nur halb so weit wie der andere Werfer = Fallstelle x*.

Ich richtete uns nach links aus und atmete nochmal tief durch. Entweder es geht oder es freckt. „Voran!“ Biscuit hielt die Linie sehr schön und reagierte sofort auf meinen Suchenpfiff. Nase runter, gefunden. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. In Perfektion! Ohne Ohren hätte ich wohl im Kreis gegrinst.

→ 11 Punkte

Damit endete unsere erste O-Saison. Wir haben manchmal gelitten, viel gelernt und eine Menge Spaß gehabt. Dafür, dass die O nie das Ziel war, bin ich mehr als zufrieden. Nein, wir sind sicher keine Überflieger, aber für uns war schon immer der Weg das eigentliche Ziel. Wenn ich in alten WT- oder Trainings-Berichten lese, wird mir bewusst, was der Keks und ich alles geschafft haben. Eigentlich vollkommen irre…

…und: mein Kekserl mag mich immer noch ♥

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Vielen Dank an alle für den schönen Tag beim Gründeln! Die Stimmung war wie immer super und ich freu mich schon auf das nächste Jahr!

 

Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Ein Kommentar

Stormy Weather 2016 (O)

Fast 2 Monate waren seit dem letzten Workingtest vergangen. In der Zwischenzeit ist einiges passiert, allerdings zieht es mich momentan kaum an den PC. Keine Sorge – uns geht es gut. Unverschämt gut! Offenbar sogar ein bisschen zu gut, denn als unser Start bei Stormy Weather am 09.07.2016 anstand, war ich ausnahmsweise mal nicht aufgeregt. Im Gegenteil. Ich hatte eigentlich gar keine Lust und hätte den Tag lieber am See verbracht.

In der Wartezone zu unserer ersten Aufgabe entwickelte ich ernsthafte Fluchtgedanken. Ich saß zwischen vielen erfahrenen O-Startern und fragte mich, was zur Hölle ich hier eigentlich zu suchen hatte (jaaaa, an meinem Selbstbewusstsein muss ich wirklich dringend arbeiten). Die Pfiffe und Kommandos, die aus der Aufgabe schallten, steigerten meine Motivation auch nicht wirklich.

Aufgabe 3 – Heli Siitari

Die Aufgabe startete mit einem 2er-Walk-Up einen Wiesenstreifen entlang. Rechts von uns ein dicht bewachsener Graben, dahinter wieder Wiese. Es fiel jeweils eine Einzelmarkierung: der Schütze/Werfer stand links von uns am Waldrand und warf in hohem Bogen über den Graben auf die andere Wiese bis fast an den Waldrand. Die Fallstelle war außer Sicht, der Hund ebenfalls, wenn er hinter dem Graben verschwand. Heli positionierte sich so, dass sie Sicht auf den Hund hatte und gab Hinweise, wo sich der Hund gerade befand.

A3Mark

Sicht auf das Mark/den Hund gleich Null…

A3M

Ich hatte in der Wartezone mitbekommen, dass die Markierung nicht einfach war, mehr aber auch nicht. Viele Hundeführer mussten handeln, also ging ich davon aus, dass man Sicht auf den Hund hatte. Als ich schließlich in der Aufgabe stand und auf das dichte Grünzeug vor meiner Nase starrte, tummelten sich 100 Fragezeichen in meinem Kopf. Wir walkten los, Schuss, Markierung. Biscuit und ich waren zuerst dran. Ich zeigte mit der rechten Hand die Richtung der Fallstelle an. „Apport“. Biscuit ging an der vorgesehenen Stelle über den Graben und Heli veränderte ihre Position so, dass sie Biscuit sehen konnte. Das Gemurkse begann…

Normalerweise hätte ich Biscuit einfach machen lassen – anders kenne ich es nicht, wenn sie außer Sicht ist. Doch durch die permanente Standortangabe der Richterin („In the bush/in the field/in the area“ usw.) hatte ich das Gefühl, eingreifen zu müssen. Bei „in the bush“ rief ich auf Verdacht „rüber“, „in the field“ ließ mich hoffen und ein/zweimal war Biscuit „in the area“ und ich gab den Suchenpfiff. Je länger es dauerte, desto überzeugter war Biscuit, dass das Dummy irgendwo am Graben sein musste. Ohne Sichtkontakt war es mir nicht möglich, sie von dieser Idee abzubringen und musste sie letztendlich leer zurückholen. Schade, aber in dem Moment für uns einfach nicht machbar, daher völlig ok.

(Zuschauer erzählten mir später, dass Biscuit mein „rüber“ zwar immer wieder angenommen hatte, aber leider zu kurz blieb.)

Nachdem jeder Hund sein Einzelmark geholt hatte (oder eben auch nicht) ging man zum Ende der Wiese. Ein Starter ging außer Sicht in Warteposition (Hund war unangeleint). Zu arbeiten war nun ein beschossenes Blind am hinteren Ende der Wiese (Entfernung lt Google Earth ca. 120m). Die Hunde mussten dabei an dem bewachsenen Graben vorbei und im hinteren Bereich an einem kleinen Weiher.

A3Blind

A3B

Ich richtete uns ordentlich aus, der Schuss fiel und ich durfte schicken. Platte Wiese = nicht Biscuits Lieblingsdisziplin, deshalb konzentrierte ich sie laaaaange nach vorne. „Voran!“ Zunächst sah es sehr gut aus, doch gegen Ende zog Biscuit etwas nach rechts Richtung Weiher. Obwohl hinter mir schon irgendjemand „Stopp“ flüsterte, wartete ich ab und stoppte den Keks erst kurz vor dem Weiher. Linker Arm + rüber. Biscuit ging bis zur Ecke des Weihers, wo sie sich durch den Hocker des Helfers etwas aus dem Konzept bringen ließ. Stopp, linker Arm, back. Biscuit lief direkt in den Zielbereich (Suchenpfiff) und pflückte nach kurzer Suche ein Dummy aus dem hohen Gras.

→ 0 Punkte, aber immerhin noch ein „Well done“ für das Blind.

Aufgabe 2 – Stef Bollen

Startpunkt mit Blick auf den See und den Waldhang auf der anderen Seite. Der Schütze/Werfer stand links von uns, war aber durch den hohen Uferbewuchs nicht zu sehen. Zuerst fiel ein Schuss für das Blind, danach noch ein Schuss und eine Wassermarkierung. Die Markierung war ebenfalls nicht zu sehen, man hörte es aber deutlich platschen.

Zuerst sollte das Blind diagonal von der gegenüberliegenden Seite geholt werden (Schwimmstrecke ca. 40m), bezeichnet wurde der Uferbereich + 15m nach oben. Nach dem Blind war das Mark zu holen.

A2Wasser

Sicht auf den Uferbereich des Blinds. Das Mark fiel irgendwo links hinter dem Gemüse.

A2

Obwohl wir beim Mark keine Sicht auf den Helfer/das Dummy hatten, drehte ich uns zu Beginn der Aufgabe nach links ein. Schuss für das Blind, Schuss für das Mark, PLATSCH. Amüsiert beobachtete ich Biscuit, die sich mit Giraffenhals vergeblich um mein Bein wickelte. Auf Freigabe drehte ich uns Richtung Blind, baute Spannung auf und schickte Biscuit voran. Ohne zögern schwamm sie auf das andere Ufer zu, hielt die schräge Linie aber nicht bis zum Ende, sondern ließ sich vom nahenden Ufer ziehen. Ich versuchte eine Korrektur nach links, holte dabei aber nur 1-2m raus, weil Biscuit schon zu nahe am Ufer war. Gut, dann eben den Rest an Land… sofort nach dem Ausstieg stoppte ich sie und schickte sie nach links. Nochmal Stopp + back, Suchenpfiff. Eigentlich wollte ich sie noch höher in den Hang schicken, aber irgendwas zog sie wieder nach unten. Ich haderte kurz mit mir und beschloss, dass ich lieber auf Keksis Nase vertrauen sollte, als auf meine Einschätzung/Vorstellung von diesen ominösen 15 Metern. Es war die richtige Entscheidung, denn kurz darauf hatte Biscuit gefunden. Da sie den See gut kennt, wählte sie für den Rückweg leider (mal wieder) den Landweg.

Ich nahm das Dummy entgegen und richtete uns wieder nach links auf das Mark aus. Ich deutete mit der rechten Hand dicht am Grünzeug vorbei aufs Wasser, „Apport“. Biscuit platschte zielstrebig los. Der Richter hatte sich gerade in Bewegung gesetzt, um Biscuit beobachten zu können, als sie auch schon wieder mit Dummy auf dem Rückweg war.

Wir wechselten in die Warteposition und ich grinste zufrieden in mich rein. Wahnsinn, welche Fortschritte wir am Wasser gemacht haben. Nur der blöde Rückweg über Land… hmpf! Trotz der guten Arbeit hatte ich daher nicht mehr mit vielen Punkten gerechnet, aber Stefs Prioritäten lagen offenbar woanders, denn er gab uns noch…

→ 16 Punkte

Aufgabe 4 – Petra Loidl / Aufgabe 5 – Ton Bujis

Es gingen zunächst 4 Starter gemeinsam in die Aufgabe. Vor dem Startpunkt lag eine steile Schlucht, dahinter ein kleines Wäldchen (ist auf dem Bild leider nicht zu erkennen). Die Hunde wurden abgeleint und im Wäldchen fand ein Treiben statt; kurz bevor das Treiben startete, flog eine Markierung (mit Schuss) nach rechts hinten. Nachdem das Treiben vorbei war, sollte jeder Hund ein Dummy aus dem Treiben im Wäldchen holen. Anschließend verließen wir die Aufgabe wieder und kamen einzeln zurück, um die Markierung rechts hinten zu arbeiten.

Nachdem man bei Aufgabe 4 das Mark geholt hatte, übergab Petra an Ton und man wechselte ein paar Meter die Position. Es sollte nun (links von dem Treiben) ein Blind geholt werden (der Schuss dafür fiel bereits während des Treibens); der Hund war im Zielbereich kurz außer Sicht.

Zur Verdeutlichung der Ablauf mit Startnummern (SN) 1, 2, 3 und 4:
SN 1-4 gehen in die Aufgabe, jeder Hund holt ein Dummy aus dem Treiben.
SN 1 bleibt, SN 2-4 gehen wieder.
SN 1 arbeitet das Mark, danach das Blind.
SN 1 geht, SN 2 kommt, arbeitet Mark + Blind usw.

Der Startpunkt lag weiter hinten als auf den folgenden Fotos, aber so erkennt man mehr vom Gelände.

A4Treiben

Sicht auf die Fallstelle des Marks.

A4Mark

Sicht auf das Blind, Entfernung ca. 100m.

A5

Zunächst hatten wir vor der Aufgabe eine laaaaaaange Wartezeit. Schatten war Mangelware und ich war froh, dass ich Biscuits Kühlmantel dabei hatte. Sie rollte sich ein und fuhr auf Schlummermodus runter, bis wir endlich an der Reihe waren.

Mit 3 weiteren Teams gingen wir in die Aufgabe. Da wir die höchste Startnummer hatten, standen wir links außen. Alle leinten ab und Petra gab das Zeichen für das Treiben, doch nichts passierte. Biscuit nahm eine Bewegung am linken Rand des Wäldchens wahr und starrte wie gebannt dorthin. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten ging es los. Von der Markierung konnte ich nichtmal ansatzweise was sehen. Biscuit sowieso nicht, denn die starrte immer noch nach links. Das Treiben startete. Ich beobachtete den Laufweg der Helfer, Biscuit fixierte weiterhin ihre eigene Idee und ignorierte das Treiben geflissentlich. Suuuuuuper. Mir kam kurz der Gedanke, dass ich sie später nicht geradeaus, sondern lieber etwas weiter nach rechts schicken sollte.

Die drei anderen Hunde holten problemlos je ein Dummy aus dem Treiben. Nun waren wir an der Reihe und ich versagte auf ganzer Linie. Natürlich schickte ich sie nicht nach rechts, sondern geradeaus (Fehler Nr. 1) und natürlich zog es Biscuit auf der anderen Seite der Schlucht nach links. Ich stoppe sie und schickte sie nach rechts ins Wäldchen. Sie verschwand und ich wartete und wartete und wartete (Fehler Nr. 2), bis ich irgendwann den Suchenpfiff gab (Fehler Nr. 3, denn es war keine kleine, sondern eine große Suche). Das spielte ich insgesamt 3x (Fehler Nr. 4 und 5, denn wenns beim ersten mal nicht klappt, warum sollte es beim zweiten/dritten mal klappen?), bevor ich Biscuit zurückholen sollte. Die hatte ihrerseits dort drüben ebenfalls keine gute Figur gemacht und etwas verloren gewirkt.

Wir gingen zurück in die Wartezone, da das Mark und das Blind jetzt einzeln gearbeitet wurden. Biscuit und ich hatten wieder längere Wartezeit und ich hätte mir am liebsten ein Loch gebuddelt. Wie peeeeeeeinlich. Ausgerechnet den einfachsten Teil der Aufgabe völlig verkackt… wow! Nicht wirklich förderlich für mein Selbstbewusstsein. Mir graute vor dem Rest der Aufgabe, bei dem sich etliche Teams vorher vor allem beim Blind wirklich schwer getan hatten. Mit wackeligen Knien ging ich wieder in die Aufgabe.

Petra wies mir meinen Startpunkt zu und fragte „Erinnerst du dich noch an das Mark?“. Ich antwortete: „Ööööööhm, also, ich, ähhhh… nö“, was mir ein kleines Lachen einbrachte. „Kein Problem, ich zeig´s dir“. Nachdem mir der Fallbereich einigermaßen klar war, atmete ich tief durch und schickte Biscuit voran. Sie verschwand hangabwärts und ich vergaß prompt das pushen. Petra informierte mich „Sie steht unten in der Schlucht“. Ich wollte mich nach vorne mogeln, wurde jedoch sofort ausgebremst. „Nene, du bleibst da stehen“. Okeeee, einen Versuch war es wert. Dann eben blind und in der Hoffnung, dass Biscuit die richtige Richtung einschlagen würde… „Voran!“. Keksi empfing meine telepathische Richtungsanweisung und kam auf der Ideallinie wieder in Sicht. Jawollja, läuuuuft! Ich nahm unterwehs noch eine Kurskorrektur vor und schon war Biscuit im Fallbereich, bekam Wind und fand. „Sehr schön! Schade, dass ihr euch beim Treiben so schwer getan habt.“ merkte Petra an. Jou, fand ich auch.

→ 0 Punkte

Ich gab das Dummy bei Petra ab und wurde direkt an Ton weiterverwiesen, der mir die Lage des Blinds erläuterte. Konzentration, „Voran!“. Biscuit sauste bergab und traf auf die querliegenden Baumstämme. Sie überlegte kurz, ob drüber weg oder drunter durch und entschied sich für´s durchkrabbeln. Nachdem sie das Hindernis überwunden hatte, kam sie ins zweifeln und drehte sich zu mir um. „Back!“. Ich staunte, wie genial sie die Linie hielt, ohne sich von dem schlängelnden Graben verleiten zu lassen. Kurz vor dem Ziel zog es sie plötzlich nach rechts weg. Ich wusste, dass es vielen vor uns ebenfalls so ging und die Hunde nur mit Mühe oder gar nicht dort wegzubekommen waren. Örghs. TÜÜÜT! Kurz durchschnaufen, linker Arm raus, Spannung aufbauen, RÜBER! Biscuit befolgte brav meine Anweisung, hielt direkt Kurs auf das Ziel, verschwand aus meinem Blick (Suchenpfiff) und tauchte kurz darauf mit Dummy wieder auf. Ich freute mich wie ein Schnitzel! Auf dem Rückweg wählte Keksi interessanterweise den Weg über die Baumstämme.

→ 16 Punkte

Aufgabe 1 – Michael Hahn

Startpunkt mit Blick auf eine Senke und den Waldhang gegenüber. In der Senke fand ein Mini-Treiben statt (2 Leute, alles wurde wieder aufgehoben). Nach dem Treiben war ein Blind auf dem anderen Hang zu holen. Michael betonte ausdrücklich, dass er keinen großen Geländeverbrauch sehen möchte.

A1

Hier gibt es nicht viel allzuviel zu berichten. Biscuit kam auf der Spur des Treibens etwas ins schleudern und wollte nach rechts weg, daher stoppte ich und schickte sie mit dem linken Arm back. Leider sah es für mich so aus, als würde sie jetzt nach links weggehen, weshalb ich sie erneut stoppte… genau in dem Moment, als sie den Hang hochwollte. Määäääääh. Nochmal „back“. Auf dem Weg nach oben pushte ich zur Sicherheit nochmal, Suchenpfiff, gefunden.

→ 17 Punkte

Geschafft! Am Ende war ich hochzufrieden mit uns. Wir können zwar noch keinen bestandenen O-WT vorweisen, aber ich bin mir inzwischen sicher, dass es der richtige Schritt war. Mein Keks und ich – das passt wie Arsch auf Eimer. Wir haben als Team schon so viel Mist gebaut, uns wieder zusammengerauft und weitergemacht; sind an manchen Aufgaben gewachsen, an anderen gescheitert und entwickeln uns ständig weiter. Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben und freue mich auf das, was noch kommt!

Vielen Dank an die Sonderleitung, die Richter und vor allem die zahlreichen Helfer für diesen schönen Tag in meinem allerliebsten Lieblingsgelände! CU 2017!

KEks

 

 

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DWT 2016 (O)

Wer im Dummysport aktiv ist, verbringt viel Zeit an der frischen Luft – und auf der Autobahn. Meine persönliche Schmerzgrenze für WTs liegt normalerweise bei max. 2h (einfacher) Fahrtzeit. Der Dresdner WT lag mit 3,5h definitiv nicht in diesem Rahmen. Allerdings beginnen viele tolle Erlebnisse mit dem Gedanken „Scheiß drauf!“. Deshalb sagte ich spontan zu, als Rita bei Facebook nach einer Fahrgemeinschaft zum DWT suchte.

Nach einer erstaunlich stressfreien Fahrt trudelten wir gegen 13.30 Uhr pünktlich zum Meldebeginn ein. Es war sonnig, sehr warm und damit eigentlich üüüüberhaupt nicht Biscuits Wetter. Ohne den permanenten Wind (der mich später noch ordentlich nerven sollte) wären wir vermutlich aufgeschmissen gewesen. Trotzdem war ich guter Dinge, als nach 2h Wartezeit der Startschuss für die O fiel und wir ins Gelände marschierten.

Aufgabe 1 – Herta (Lore) Rudolph

Startpunkt in einer kleinen Freifläche am Waldrand mit Blick auf eine Wiese außerhalb. Zuerst fand links vor uns ein Treiben statt (nur Schüsse, es flog nichts); danach fiel die Markierung M1 nach hinten in einen Bereich mit hohem Schilf-/Binsengras, anschließend M2 nach rechts auf die abgemähte Wiese (auf dem Weg dorthin befand sich ein ca. 2m breiter Wassergraben).

Das Treiben war lediglich Ablenkung und Vorbereitung für Aufgabe 2. Nach Freigabe durften die beiden Marks in selbst gewählter Reihenfolge gearbeitet werden. Wenn der Hund unterwegs war, durfte man sich etwas nach vorne bewegen, um bessere Sicht zu haben und den Hund ggf. handeln zu können.

Entfernung: M1 ca. 100m, M2 ca. 80m – ohne Gewähr.

A1

Wir hatten Startnummer 4 und als ich in der Wartezone die vielen Pfiffe meiner Mitstarterinnen hörte, wurde mir leicht mulmig. Mit wackeligen Knien ging es in die Aufgabe.

Als M1 flog, war mein erster Gedanke „Ach du Sch….“. Ich hatte kaum etwas gesehen, aber Biscuit signalisierte *hab ich voll auf´m Schirm!*, also konzentrierte ich mich auf M2. Ein Blick auf Biscuit verriet, dass sie das zweite Mark nicht 100%ig gecheckt hatte. Somit war die Reihenfolge klar: zuerst M1, dann M2. Ich zeigte Biscuit die Richtung an, „Apport“ und ab der Keks. Ich wechselte meinen Standpunkt, konnte Biscuit auf dem Weg zu M1 aber trotzdem erst wieder sehen, als sie schon im Fallbereich angekommen war. Ich wollte sie gerade mit einem Suchenpfiff unterstützen, als sie den Bereich verließ und nach vorne auf den Wassergraben zusteuerte. Lore warnte „Lass sie nicht über den Graben!“. Stopp-Pfiff + „Back“. Der Keks tat wie befohlen, kreiselte auf meinen Suchenpfiff um die Fallstelle und fand. Uff. Hätte Biscuit nicht so genial markiert, wäre ich vermutlich verratzt gewesen.

Nachdem ich das Dummy eingesackt hatte, gingen wir wieder zurück zum ursprünglichen Startpunkt. Ich konzentrierte Biscuit lange auf M2 + „Apport“. Sie nahm den Wassergraben sofort an, hatte beim Ausstieg allerdings ordentlich zu kämpfen (strampel-strampel) und verlor die Orientierung. Kurskorrektur, Suchenpfiff. Biscuit bekam Wind und als sie sich mit einem Mäuselsprung auf das Dummy stürzte, überkam mich ebenfalls ein kleiner Freudenhüpfer. Mit dem Lob der Richterin im Ohr „Toll gemacht!“ ging es zurück in die Wartezone.

→ 17 Punkte

Aufgabe 2 – Herta Rudolph

Die komplette Gruppe wurde in die Aufgabe gerufen und stellte sich (unangeleint) in einer Line auf. Im Bereich des Treibens aus Aufgabe 1 lagen nun 12 Dummies aus. Es arbeiteten immer die beiden Hunde, die neben der Richterin standen und holten abwechselnd je 2 Dummies aus dem Suchengebiet. Wenn der eine Hund gepickt hatte, wurde der nächste geschickt.

A2

„Ok, das ist mal was anderes“ dachte ich, als ich Biscuit ableinte. Wir standen zunächst in Warteposition bis die Startnummern 1 und 2 gearbeitet hatten. Anschließend rückten wir auf und Startnummer 3 durfte zuerst schicken. Als der Hund gefunden hatte, schickte ich Biscuit mit „Voran“ ins Suchengebiet. Die beiden begegneten sich und Biscuit blieb verdutzt stehen. Sie sah erst dem Hund hinterher und anschließend zu mir. Mit „Back“ brachte ich sie wieder in die Spur und im Suchengebiet gab ich ihr das verbale Such-Kommando für die große Suche. Als sie mit dem ersten Dummy wieder da war, ging es zurück in die äußere Warteposition, wo sich Biscuit neben mir ordentlich einen abhechelte.

Die anderen Hunde taten sich in dem hohen Schilf-/Binsengras zunehmend schwerer und mir schwante, dass das zweite Dummy nicht so einfach werden würde. Ich durfte diesmal zuerst schicken, 5 Dummies lagen noch im Suchengebiet. Biscuit ging zuerst in die Tiefe und arbeitete sich langsam wieder nach vorne, bis sie aus dem Suchengebiet raus war. Ich schickte sie wieder rein und sie arbeitete sich nach rechts Richtung Graben und wieder nach vorne. Ich schickte sie wieder rein, woraufhin Biscuit unterwegs aus Übersprung in einen Ast biss. Sie suchte weiter, aber von Arbeitsfreude war nicht mehr viel zu sehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam sie aus dem linken Bereich mit dem zweiten Dummy zurück und der andere Hund wurde geschickt. Während der restlichen Wartezeit legte sich Biscuit neben mir ab und ich dachte „Super, gleich in der zweiten Aufgabe den Hund geschrottet. Das kann ja noch heiter werden.“.

Lore bedankte sich zum Schluss dafür, dass wir eine angenehm ruhige Truppe waren. Außerdem merkte sie an, dass es kein Problem sei, wenn die Hunde lange suchen müssten – solange sie es freudig tun. Wen sie damit wohl gemeint hat? Hust…

→ 12 Punkte

Dafür, dass Biscuit dieses gemeinsame/abwechselnde Suchen mit fremden Hunden kaum kennt, hat sie sich ganz gut geschlagen. Natürlich hat durch die Wärme im zweiten Durchgang die Motivation gelitten, aber daran konnte ich in diesem Moment nichts ändern und werde es auch künftig nicht können. Trotzdem gibt es etwas, das ICH beim nächsten mal besser machen kann: Aufpassen! Hätte ich mich darauf konzentriert, wo die anderen Hunde gesucht/gefunden hatten, hätte ich sie gleich in die linke Ecke geschickt – denn dort war vorher nur ein Hund gewesen.

Aufgabe 3 – Rainer Kern

Rainer hatte den Ablauf der Aufgabe vorher bereits der gesamten Gruppe kurz erläutert. Auf dem Weg zum Startpunkt musste man über eine kleine Brücke gehen, die über einem 2m breiten Wassergraben verlief. Auf dieser Brücke befand sich eine Flatterbandmarkierung, wo der Hund abgesetzt wurde (aus Sicht des ersten Bildes saß der Hund schräg links hinter einem). Man ging alleine zum Startpunkt und bekam dort die Stellen der Vollblinds erläutert: B1 lag vor einem dicken umgefallenen Baumstamm auf der rechten Seite des Wassergrabens. B2 lag links von uns auf ca 10 Uhr in einem Sumpfgebiet.

Nachdem die Lage der Blinds klar war, flog die Markierung M von links nach rechts über den Wassergraben in den Wald. Der Hund konnte das Mark von der Brücke aus ebenfalls sehen. Wenn das Mark gefallen war, war man automatisch freigegeben und durfte den Hund abrufen (sollte der Hund vorher seinen Platz verlassen, wäre es eine Null). Die Dummies sollten wie folgt gearbeitet werden: erst B1, dann B2, zum Schluss das Mark.

Entfernungen: B1 ca. 80m, das Mark etwa 50m, B2 keine Ahnung.

A3a

B2 lag im Sumpf unterhalb des querliegenden Baumstamms im „Wasser“ (wenn man das so nennen will). Die Hunde bekamen nur sehr schlecht Wind davon.

A3b

Sumpfbereich B2 aus der Nähe

A3c

Blickwinkel des Hundes von der Brücke aus

A3d

Hund absetzen und weggehen – schooooooon wieder! Das verfolgt mich seit dem Spessart Cup. Schnauf. Die Aufgabe an sich machte mir weniger Kopfzerbrechen. Dass wir eine ähnliche Aufgabe vor zwei Wochen im Training total verkackt haben, hatte ich in diesem Moment glücklicherweise verdrängt.

Ich setzte Biscuit (die sich erstaunlich schnell von der anstrengenden Suche erholt hatte) mit Blickrichtung auf den Wassergraben ab und marschierte zu Rainer, der mir die Lage der Blinds erläuterte. „Alles klar?“ Ich nickte. Die Markierung flog und ich nahm mir ausreichend Zeit, mir die Fallstelle gut einzuprägen, bevor ich Biscuit abrief. Direkt schräg schicken wäre glatter Selbstmord gewesen, also schickte ich Biscuit am Wassergraben entlang, bis sie auf Höhe des Blinds angekommen war. Dort stoppte ich sie und schickte nach rechts. Leider nahm sie den Graben diesmal nicht gleich an, sondern lief nach kurzem Überlegen nach hinten weiter. Hääää? Stopp. RÜBER! Ich staunte nicht schlecht, als Biscuit auf den querliegenden Baustamm hüpfte und auf die andere Seite balancierte. Warum die Frisur zerstören, wenn man die Brücke nehmen kann?

Der Stamm ragte noch ein Stück in das andere Ufer hinein und dummerweise sprang Biscuit nach hinten ab. Somit befand sich der Stamm nun zwischen Biscuit und dem Blind. Jetzt kam ich mit einer voll dollen Idee um die Ecke. Ich hatte Rückwind und hegte die Hoffnung, dass unter dem Stamm evtl. etwas Luft war und Biscuit möglicherweise trotzdem Wind bekommen würde – also gab ich den Suchenpfiff. Facebook spuckte hierzu diese Woche den passenden Spruch aus: „Ich bin eine Fee. Eine Katastrofee!“ Schnell erkannte ich den Schwachsinn meines Plans und disponierte um. Plan B: Hier-Pfiff. Biscuit hoppste auf den Stamm und… trippelte in Windeseile nach links zurück auf meine Grabenseite. Applaus, Applaus! Plan C: Stopp + Rüber! Da der Baumstamm nicht zum Erfolg geführt hatte, entschied sich Biscuit diesmal für den Wasserweg. Theoretisch hätte sie direkt auf das Blind zusteuern müssen, praktisch kam sie etwas weiter vorne raus. Der Wind blies mir inzwischen in kurzen, heftigen Böen ins Genick und sofort schlug mein Hirn Alarm „Das Mark! Scheiße, das Mark!“. Stopp +  Back. Biscuit kam in den Bereich des Blinds, Suchenpfiff. Sie suchte und man sah, dass es nicht einfach war. Erst hatte sie Wind, dann wieder nicht. Wind, kein Wind. Wind, kein Wind.

Dazu fällt mir ein uralter Witz ein:
Was denkt ein Zebra, wenn es über den Zebrastreifen geht?
„Man sieht mich, man sieht mich nicht. Man sieht mich, …“
Das Dummy dürfte ähnlich gedacht haben.
„Sie riecht mich, sie riecht mich nicht. Sie riecht mich, …“
In meinem Kopfkino kann ich es dabei sogar kichern hören.

Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten – und das war Biscuit. Ich nahm das hart erkämpfte Dummy in Empfang und peilte B2 an. „Voran!“ Biscuit war schnell im Gebiet und ich konnte sie dort auch halten, aber sie suchte immer nur um die Wasserfläche herum. Sie kam nicht auf die Idee, dass das Dummy im Wasser liegen könnte. Die Starterinnen vor mir hatten schon berichtet, dass ihre Hunde von diesem Dummy nur kaum bis gar keinen Wind bekommen hatten. Somit standen wir auf verlorenem Posten und ich musste Biscuit nach einer Weile leer wieder reinholen.

Blieb noch die Markierung, die wir recht gesittet nach Hause brachten.

→ 0 Punkte

Motto der ersten Null des Tages: Erst hatten wir kein (Suchen)Glück und dann kam auch noch Pech dazu.

Biscuit kann ich keinen Vorwurf machen, denn in ihrem Universum bzw. unserem Training liegen Blinds immer an Land. Ich bin schon schwer am grübeln, wo wir „sowas“ mal trainieren könnten, werde damit aber wohl bis zum nächsten Hochwasser warten müssen.

Aufgabe 4 – Rainer Kern

Doppelmarkierung: zuerst flog M1 nach links in den Wald (die Hund mussten auch hier wieder durch den Wassergraben), danach M2 nach rechts hinten auf die abgemähte Wiese. Reihenfolge durfte selbst gewählt werden.

Entfernung: ca. 100m.

A4

Sah offenbar einfacher aus, als es war. In der Wartezone waren viele Pfiffe zu hören, was meistens nichts Gutes bedeutet. Egal – auf in den Kampf. Biscuit hatte beide Marks auf dem Schirm, war aber eindeutig auf M2 eingeloggt. Das kam mir entgegen, denn die Fallstelle von M1 konnte ich mir für später wesentlich besser merken. „Das rechte zuerst“ kündigte ich an. Freigabe, „Apport!“. Biscuit ging schnurstraks in die richtige Richtung, kam aber auf der Hälfte der Strecke ins Trudeln. Wir hatten zwar jetzt starken Gegenwind, aber es sah nicht danach aus, als hätte sie schon Wind vom Dummy. Ich griff ein und ab da lief irgendetwas GRÜNDLICH schief. Selbst heute – nach einer Woche – weiß ich immer noch nicht, was es war.

Zuerst nahm Biscuit meine Richtungen nicht sauber an, später ignorierte sie immer wieder mal meinen Stopp-Pfiff. Der Wind blies mir erst volles Rohr ins Gesicht und fing dann munter an zu drehen. Biscuit kreiselte ebenfalls lustig über den Acker und ging mit meinen Kommandos überhaupt nicht konform. Anfangs war ich verwirrt, dann gefrustet und zum Schluss stocksauer. Auf den Wind, auf den Keks, auf mich, einfach auf alles. Rainer gab mir noch eine letzte Chance, und als Biscuit auch diesmal mein Kommando nicht annahm brüllte ich aus tiefstem Herzen gegen den Wind an: „WOOAH, BISCUIT!!!!!! SACKZEMENT!!!!! HIEEEEEEEER!!!“

Rainer bat mich, die linke Markierung trotzdem noch zu arbeiten. Ich wäre eigentlich lieber wutschnaubend vom Acker gestampft, aber das Dummy war für die Helfer nur schwer erreichbar, also schluckte ich meinen Ärger und konzentrierte mich. Apport… Wassergraben… voran… Suchenpfiff. Es dauerte etwas und gerade als ich daran zweifelte, ob ich die Fallstelle richtig im Kopf hatte, verschwand Biscuit kopfüber im Bewuchs und kämpfte mühsam das Dummy hervor. Ouh man, ey – geht doch! Auf der anderen Markierung muss ein Fluch gelegen haben…

→ 0 Punkte

Motto der zweiten Null des Tages: Grober Unfug!

Aufgabe 5 – Guy Matter

Leider kein Foto, sondern nur Google-Grafik. Startpunkt war am Rand eines Wegs. Direkt vor einem eine lichte Hecke, dann ein schmaler Wassergraben, dann hohes Gras und Übergang in eine abgemähte Wiese. Auf dieser Wiese saß eine Ansammlung Locktauben. Die Helfer standen auf einem Hochsitz und warfen von oben eine Markierung in die Locktauben. Diese durfte nach Freigabe geholt werden.

Entfernung: leider keine Ahnung.

A5

*putt-putt-putt*

A5a

Locktauben?! Ich war so neugierig, dass ich meinen Brass von eben sofort wieder vergessen hatte. Biscuit kannte die Dinger zwar nicht, trotzdem machte ich mir keine großen Sorgen. Ich rechnete damit, dass sie vielleicht im ersten Moment dumm gucken und mal eine anschnuffeln würde, mehr aber auch nicht. Nunja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Biscuit hatte perfekt markiert (erkenne ich daran, dass sie zu mir hochschielt, sobald ein Mark gefallen ist). Freigabe, „Apport!“. Der Anfang sah wie erwartet sehr gut aus. Rein in den Graben, raus aus dem Graben, durchs hohe Gras – alles auf der direkten Linie. Dann begann Biscuit, sich an der Kante hohes/niedriges Gras entlangzuhangeln. Ich war etwas verwundert (Geländeübergänge sind nun wirklich nicht unser Problem), ließ sie aber bis auf Höhe der Locktauben laufen. Stopp! Biscuit saß nun ca. 15m rechts von den Tauben. Linker Arm „Rüber!“ Biscuit sah in die angezeigte Richtung, beschloss *Mmmmmhhh, nö!“ und zwitscherte nach hinten weg. Äh? Hallo? Hierpfiff + Stopp. Ich ließ den Keks einige Sekündchen sitzen, um Ruhe rein- und ihre komische Idee rauszubringen. Der Wind kam von links und Biscuit nahm den Nüschel hoch *schnupper*. Ich konnte sehen, dass sie das Dummy in der Nase hatte. Perfekt. Linker Arm „Rüber“. Biscuit glotzte konsterniert *Mmmmmh, näää* und lief nach rechts weg. Ab da war es mir nicht mehr möglich, sie auch nur annähernd in die Nähe der Locktauben zu bekommen. Mir schwante, dass ihr die Plastikdinger nicht geheuer waren und sie alles versuchte, um nicht in deren Nähe zu müssen. Nachdem auch unsere letzte Chance vertan war, holte ich sie zurück.

→ 0 Punkte

Motto der dritten Null des Tages: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!

Aufgabe 6 – Guy Matter

Leider ebenfalls kein Foto, sondern nur Google-Grafik. Startpunkt auf einer knochelhöhen langgezogenen Wiese. Direkt vor uns am Ende der Wiese war ein organener Schafszaun als geschlossener Kreis aufgestellt. In diesem Kreis befand sich das Vollblind B.

Etwa auf der Hälfte der Strecke zum Zaun standen rechts die Helfer und warfen die Markierung M1 nach rechts ins Wasser. Fallstelle wegen der Bäume am Uferrand nicht zu sehen, aber ein deutliches Platsch zu hören. Danach liefen die Helfer nach links zum Waldrand, wo M2 in den Wald fiel. Beide Marks wurden nicht sehr weit geworfen und befanden sich nah am Uferrand bzw. Waldrand.

Die Dummies sollten wie folgt gearbeitet werden: zuerst das unbeschossene Blind aus dem Zaun, danach M1 aus dem Wasser, zum Schluss M2 aus dem Wald.

Entfernungen: keine Ahnung, war aber moderat.

A6

Ein Vollblind im Zaun. Ja, is klar. Unsere bisher einzige Zaunerfahrung liegt 3 Jahre zurück und sah damals so aus (es darf gelacht werden, weder Biscuit noch mir ist etwas passiert):

Anke turnt vor…

Bild 394a

Biscuit macht es nach…

Bild 392a

Mit diesen Bildern im Kopf kam unweigerlich der Gedanke: „Scheiß drauf, ob nun 3 oder 4 Nullen ist auch schon egal“. Ich stellte mich in Blickrichtung der ersten Markierung auf. Schuss, platsch. Während die Helferinnen sich nach links bewegten, drehte ich uns zum Wald. Schuss, Wurf. Nach Freigabe richtete ich uns mittig Richtung Zaun aus. Zumindest dachte ich das. Später wurde mir gesagt, dass Biscuit immer noch leicht schräg Richtung Wald saß. Dazu der knappe Winkel, da kann Keks schonmal auf Abwege kommen. Auf mein „Voran“ zog es sie auf den Wald zu. Stopp. Rechter Arm + Back. Sie drehte über die richtige Schulter, wurde aber wieder magisch vom Wald angezogen. Stopp. Wieder rechter Arm + Back mit – sursprise, surprise – dem gleichen Ergebnis wie vorher. Stopp. Ich überlegte. Nach rechts Richtung Wasser schicken war zwar heikel, aber ich musste sie irgendwie vom Wald wegbekommen. Erstaunlicherweise klappte es sehr gut und Biscuit war auf Kurs.

Am Zaun angekommen drehte sie eine Kontrollrunde *is hier irgendwo ein Eingang*, was ich auch zuließ. Es zeigte mir, dass sie verstanden hatte, worum es ging. Unterwegs bekam sie Wind vom Dummy, was die Ausgangslage weiter verbesserte (auch wenn es bei den Tauben nichts genutzt hatte). Nachdem sie die Runde beendet hatte, lief sie trotzdem weiter. Eine zweite Ehrenrunde wollte ich nicht zulassen, also pfiff ich sie ins Stopp – genau in dem Moment, als sie zum Sprung ansetzte *Kopfklatsch*. Biscuit saß und sah mich an. Ich improvisierte, nahm den Arm hoch als wollte ich sie back schicken und gab das Kommando „hopp“! Sie zuckte und der Richter raunte hinter mir leise „hopp“, also ich auch nochmal aufmunternd „hopp“. Klingt nicht so elegant wie das von vielen verwendete Kommando „over“, ist aber nunmal unser Alltags-Hüpf-Kommando und geht mir leichter über die Lippen.

Apropopel elegant… Biscuit sprang tatsächlich, nur leider nicht hoch genug. Sie merkte, dass sie sich verschätzt hatte und wollte sich mit den Hinterbeinen vom Zaun abstoßen. Der Zaun ging leicht in die Knie und die Aktion endete mit einem gekeksten Purzelbaum. Grobmotoriker eben. Plumps, drin, olé-olé. Keksi rappelte sich auf, Suchenpfiff. Kreisel-kreisel, gefunden. Ich grinste in mich rein und war äußerst gespannt auf den Rückweg. Biscuit nahm Maß, erinnerte sich an die eben gemachte Erfahrung *scheißhoch und scheißinstabil* und segelte unfallfrei zurück. Mir entwich ein Freudenjubel *ups*, für den ich mich sofort beim Richter entschuldigte. Guy lachte nur „Schon ok“! Biscuit kam zurück und war furchtbar stolz auf sich. Die beiden Marks waren Formsache.

→ 16 Punkte

Ich nutzte die Gelegenheit und fragte Guy, ob ich Biscuit auf dem Rückweg die Locktauben mal aus der Nähe zeigen dürfte. Ich bekam nicht nur die Erlaubnis, sondern auch ein Dummy und einige Tipps dazu. Genial! Hier auch nochmal vielen Dank dafür!

So absolvierten wir auf dem Rückweg noch ein kleines Locktauben-sind-gar-nicht-gruselig-Training. Das erste Dummy flog in die Tauben, das nächste hinter die Tauben. Thema erledigt. Ich bin sicher, dass Locktauben künftig kein Problem mehr sein werden.

Der DWT war mit Abstand einer abwechlsungsreichsten WTs, die ich bisher erlebt habe. Das gilt für die Aufgaben und leider auch für unsere Leistung. Aber was solls, Schwamm drüber. Der Keks hat den Zaun gerockt – allein das war es wert! Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck kamen wir nach 16 h endlich wieder zuhause an.

Nullen-Schrullen-Mitternachts-Selfie:

selfie2

Vielen Dank an die SL, Richter und Helfer für den tollen WT!

Danke an Rita für die angenehme Gesellschaft auf der Fahrt inkl. Rundum-Fahrer-Betreuung. Jederzeit gerne wieder!

Das Keksi und ich haben nun erstmal WT-Pause bis Ende Juni und werden diese nutzen, um die Basics (Richtungen, Pfiffe) wieder aufzupolieren. Read us later, Alligator!

 

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Bavarian Lions Cup 2016 (O)

Der Bavarian Lions Cup ist definitiv einer meiner Lieblings-WTs. Zum einen, weil es einfach ein tolles und abwechslungsreiches Gelände ist. Zum anderen, weil wird dort vor fast genau 3 Jahren unseren ersten A-WT bestritten haben. Deshalb ist der BLC natürlich per se was Besonderes für mich.

Vorteil, wenn man in der O startet: man muss nicht so elend früh aufstehen. Nachteil: Autobahn voll. Wir kamen trotzdem pünktlich an. Da die F noch nicht fertig war und vor der Begrüßung der O noch die Siegerehrung der F stattfand, hieß es erstmal warten. Es wurde immer wärmer und Biscuits anfängliche Begeisterung schlug in müdes Gehechel um. Daher war ich gar nicht böse, dass meine Gruppe mit einer Wasseraufgabe – und somit einem „Angstfach“ – begann.

Aufgabe 5 – Stefano Martinoli

Der Helfer H stand auf einer Landzunge des gegenüberligenden Ufers und warf die Markierung M auf eine kleine Insel vor sich; danach ging er 2-3m und schoss nach hinten in Richtung Blind B. Das Blind lag ein paar Meter hinter dem Uferrand.

Auf Freigabe war das Mark zu arbeiten, danach selbständig das Blind.

Entfernungen: Mark ca. 40m, Blind ca. 60m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Aufgabe4

Aufgabe4a

Die Flugbahn des Dummies war für mich gut zu sehen, die Fallstelle eher nicht. Allerdings war der Aufschlag gut zu hören und ich denke, dass Biscuit dort unten eine bessere Sicht hatte. Freigabe, „Apport!“. Biscuit stürzte zielstrebig los, hüpfte durch die Binsen am Uferrand, schwamm los, kämpfte unterwegs noch kurz mit anderem Wassergemüse und erreichte die Insel. Die war auf unserer Seite am Ufer mit Gestrüpp und anderem Kram bewachsen, trotzdem hielt Biscuit die Linie und legte eine Punktlandung hin.

Ich sah Biscuit aufnehmen und dachte „Geil!“ dicht gefolgt von „Shit!“. Biscuit kam einen Meter in meine Richtung, drehte ab und lief nach rechts weg. Ich vermutete, dass sie sich nach einem anderen Einstieg umsehen wollte und pfiff. Klar war, dass diese Aktion eine Null bedeutete. Der Richter hatte sich neben mir in sekundenschnelle in Rumpelstilzchen verwandelt „Nooooooooo. Oh nonono!“. Er erklärte mir, dass ihm das wirklich leid täte, aber es müsse das als „hunting with game“ (weiterjagen) auslegen (wir blieben damit nicht die einzigen an diesem Tag). Biscuit hatte sich inzwischen auf meinen Pfiff ein Herz gefasst und war direkt zurückgekommen.

→ 0 Punkte

Egal. Ich konzentrierte mich und wollte die Aufgabe wie gewohnt zuende arbeiten, doch Stefano bremste mich aus „No Blind. Next dog!“. Ich war etwas verdattert, wollte das Blind aber unbedingt noch arbeiten und warf schnell ein „But there´s no one left“. Stefano warf einen prüfenden Blick in die leere Wartezone „Ok, you can do it for training“. Schwein gehabt. Ich richtete uns aus und schon als ich den Fuß nach vorne stellte, nahm Biscuits Körperspannung zu. Sehr schön. Hand raus… „Voran!“. Biscuit platschte durch die Binsen und schwamm zunächst zielstrebig auf das andere Ufer zu. Auf halbem Weg zog es sie langsam in Richtung der Landzunge, auf der sich der Helfer befand. Ohne die vorherige Null hätte ich hier zumindest 1x versucht, sie davon weg auf direktem Weg zum Blind zu handlen. So wollte ich jedoch nicht unnötig rumrödeln und ließ sie anlanden. Stopp-Pfiff. Rechter Arm raus „Rüber!“. Da ich ein wenig gepennt hatte, sauste sie über´s Ziel raus und ich musste nochmal stoppen und mittels linken Arm und Suchenpfiff korrigieren. Zack, gefunden UND direkter Rückweg. Tschakka!

Von Stefano gab es den Tipp, im Training darauf zu achten, dass der Hund direkt durchschwimmt. Das war es letztlich auch, was er in dieser Aufgabe eigentlich sehen wollte. Ich war einfach nur happy, dass Biscuit überhaupt so problemlos über´s Wasser vorangegangen ist. Pfeif auf die Null, diese positive Erfahrung war für uns viel wichtiger als alle Punkte der Welt.

Aufgabe 1 – Stefania Gandolfi

Helfer H1 veranstaltete ein Mini-Treiben auf der Stelle (schoss, warf ein Dummy, hob es wieder auf, schoss, warf, hob auf); danach schoss Helfer H2 und warf die Markierung M nach links in die Wiese, Fallstelle etwas außer Sicht (die Wiese steigt erst an und fällt dann wieder leicht nach hinten ab).

Nach Freigabe sollte zuerst das Blind B geholt werden, welches sich 20-30 Meter tief im Wald befand, danach ohne weitere Freigabe das Mark.

Auf dem Bild nicht zusehen: der Geländeübergang = ein ausgefahrener Feldweg.

Entfernungen: Blind ca. 80m, Mark 100m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Aufgabe1

Aufgabe1a

Mir war klar, dass die Schwierigkeit hauptsächlich in diesem Mini-Treiben so nah an der Ideallinie zum Blind lag. Zumal die Waldkante schräg verlief und zusätzlich verleitete. Ich hatte uns vor dem Ableinen in Richtung der zu erwartenden Fallstelle des Marks ausgerichtet. Nach Freigabe drehte ich uns in Richtung Wald. Konzentration, „Voran!“. Zuerst sah es so aus, als würde Biscuit die Linie halten, doch kurz vor dem Waldrand bog sie doch nach links auf die Fallstellen des Treibens ab. Stopp-Pfiff + ein hektisches „Rüber!“. Anke + Hektik + Keks = nix gut. Biscuit setzte ihren eigenen Plan fort. Nochmal Stopp-Pfiff, Biscuit saß. Ich zählte innerlich bis 3. Arm raus + „Rüber!“. Kaum macht man was richtig, klappt´s auch mit dem Keks. Sie verschwand im Wald und ich gab ihr ein „Suuuuuch“ mit auf den Weg. Kurz darauf war sie mit dem Dummy schon wieder auf dem Rückweg.

Ich konzentrierte lange auf die Fallstelle des Marks + „Apport!“. Kurz nachdem sie über dem Hügel außer Sicht gelaufen war, gab ich den Suchenpfiff. Es folgte eine gefühlt eeeeeewige Wartezeit, während der ich immer wieder überlegte, ob ich eingreifen sollte. Aber was sollte ich schon tun? Die Fallstelle lag außer Sicht, ich konnte sowieso nicht helfen. Biscuit hatte die korrekte Linie auf dem Hinweg und den Rest musste sie einfach selbst machen. Ich konzentrierte mich darauf, wo die beiden Helferinnen hinsahen. Da diese den Blick kaum von der Höhe der Fallstelle abwandten, wartete ich einfach ab. Das Gras war hoch, es ging kaum Wind… trust your dog. Und dann – endlich – kam Keksi mit dem Dummy wieder. Uffza!

→ 9 Punkte

Aufgabe 2 und 3 – Rainer Scesny

Der Hund wurde beim Steward abgesetzt und man ging zunächst alleine zum Richter, Aufgabe wurde erklärt, der Hund abgerufen und man durfte sich in einem bestimmten Radius selbst positionieren (im Idealfall so, dass auch der Hund gute Sicht hatte… tüdeldü).

Zuerst fand ein hörbares, aber nicht sichtbares Treiben hinter den eingekreisten Bäumen statt. Danach schoss der Helfer H und warf Markierung M1, ein weiterer Schuß und M2 fiel. Auf einmalige Freigabe sollten die beiden Marks gearbeitet werden. Reihenfolge durfte selbst gewählt werden; Ansage war nicht nötig („Ich seh ja, wo ihr hinschickt“), man musste allerdings bei seiner Wahl bleiben.

Wenn beide Marks drin waren, gab es eine weitere Freigabe und das Blind wurde gearbeitet. Schwierigkeit natürlich der schmale Korridor, in dem der Hund in Sicht war. Wenn Hund weg, dann weg. Zusätzlich schien auf halbem Weg eine Senke zu sein, in welcher die Hunde außer Sicht waren.

Die beiden Marks wurden als eine Aufgabe gewertet, das Blind als zweite Aufgabe.

Entfernungen: keinen Schimmer. Leider sieht man auf dem Foto nicht viel (wer stellt auch immer diese vielen Bäume in den Wald?), aber es ging nicht besser + Google Earth gibt nix her außer Wald.

Aufgabe23

Eine Aufgabe, die gleich 3 sichere K.O.-Kriterien für das Grobmotoriker-Team beinhaltete:
1. Hund absetzen
2. Mitdenken
3. Schnell reagieren
Das konnte heiter werden…

Ich setzte Biscuit ab und versuchte (im Gegensatz zum Spessart-Cup) möglichst viel Sicherheit auszustrahlen. Der Richter erläuterte die Aufgabe und ich nickte brav „Ok, kann losgehen“. Rainer erwiderte „Erst den Hund holen“. Jo, keine schlechte Idee. Ich wollte schon losmarschieren, als Rainer meinte „Kannst sie auch abrufen“. Huch, ok. „Biscuit, hier!“. Ich suchte nach einer möglichst guten Position. Der Gedanke „Biscuit muss auch was sehen können“ ging so schnell wie er gekommen war. Die Marks fielen und wir wurden freigegeben. Ich entschied, dass wir die rechte Markierung zuerst holen würden, weil diese zuletzt gefallen war und auch die Fallstelle schwieriger einzuprägen war.

Keine Sekunde kam ich auf die Idee, mal auf meinen Hund zu gucken. Sonst hätte ich vermutlich bemerkt, dass sie keinen Furz markiert hatte (war auch schwierig, so direkt hinter einem Baum). Stattdessen verließ ich mich darauf, dass sie gewohnt gut markiert hatte und schickte sie salopp mit einer ungefähren Handbewegung in Richtung der rechten Markierung. „Apport!“ Biscuit verschwand daraufhin in einer Gruppe junger Fichten und knockte mich damit völlig aus. Ich starrte rat- und tatenlos auf den Bewuchs, bis Rainer mich wachrüttelte „Entweder du holst sie jetzt da raus, oder ich nehm euch raus“. Erschrocken klaubte ich meine 3 verbliebenen Gehirnzellen und die Pfeife zusammen *TÜT-TÜT*. Biscuit kam links aus dem Bewuchs und lunste in meine Richtung. Immerhin war das eine gute Ausgangsposition. Linker Arm + „Back“ + Suchenpfiff im Fallbereich. Gefunden. Hallelulja. Auf das linke Mark konzentrierte ich sie ordentlich mit genauer Richtungsanzeige. „Apport!“ Im Fallbereich musste ich noch etwas nachkorrigieren, gefunden.

Mein lieber Herr Gesangsverein, was für ein Klopps!

→ 8 Punkte

Wir bekamen unsere Freigabe für das Blind. „Voran!“ und kurz vor dem Bereich des Treibens nochmal „Voran!“. Biscuit verschwand und tauchte kurz danach wieder auf – immer noch auf der Ideallinie, um schließlich kurz vor dem Ziel überrschend eine scharfe Linkskurve hinzulegen. Natürlich war ich darauf überhaupt nicht mehr vorbereitet und schwupps – weg war der Keks. Isjetztnichwahroder? Ich bekam sie mit einem Hier-Pfiff wieder in Sicht, schickte sie „Back“ und verlor unterwegs komplett den Faden. Gerade als ich wieder einen Hier-Pfiff absetzte, schmunzelte Rainer hinter mir „Sie wollte eh grad zurückkommen“. Mir hat´s daraufhin erstmal die Fragezeichen aus dem Gesicht gehauen, bis ich raffte: Biscuit hatte gefunden und war mit Dummy auf dem Rückweg.

→ 10 Punkte

Netterweise gab´s von Rainer ein kurzes Fazit: „Die Marks waren dein Fehler. Hättest du ihr gleich gesagt, was sie machen soll… Hast ja gesehen – als du endlich eingegriffen hast, hat es auch geklappt. Das Blind sah super aus, leider warst du zu langsam. Am Ende war es Glück.“

Aufgabe 4 – Betty Schwieren

Zuerst warf Helfer H1 die Markierung M1; Fallstelle etwas von der Insel verdeckt, aber deutliches Platsch zu sehen/hören. Danach warf Helfer H2 die Markierung M2.

Reihenfolge durfte selbst gewählt werden; nachdem man seine Entscheidung mitgeteilt hatte, durfte man schicken.

Entfernungen: M1 ca. 60m, M2 ca. 75m (gemessen mit Google Earth, ohne Gewähr)

Aufgabe5

Aufgabe5a

Bei dieser Aufgabe staute es sich, was mir nach dem Krimi in Rainers Aufgabe ganz gelegen kam. Erstmal runterfahren. Dachte ich. Pustekuchen! In der Wartezone wurde heiß diskutiert, welche Reihenfolge wohl die richtige wäre. Holla die Waldfee! Es hatte bei beiden Varianten schon Nullen gehagelt, weil die Hunde letztlich doch mit dem falschen Dummy wiederkamen. Da keine Einigung in Sicht war, klinkte ich mich gedanklich aus und beschloss: wenn wir dran sind, würde ich anhand von Biscuits Reaktion entscheiden.

Die beiden Marks fielen und Biscuit war eindeutig auf das rechte Mark eingeloggt. „Rechts zuerst“ teilte ich Betty mit. „Ok, dann los“. Ich zeigte Biscuit deutlich das rechte Mark an „Apport!“. Der Keks stürzte sich in die Fluten und schwamm auf das Mark zu. Unterwegs kam ihr das rechts ins Wasser ragende Ufer gelegen (es gab nur eine handvoll Hunde, die den kompletten Weg durchgeschwommen sind). Sie landete dort an, sauste am Ufer nach hinten, bekam Wind und fischte das Dummy aus dem Wasser. Den Rückweg nahm sie komplett über Land, immer eng an der Wasserkante entlang. Sie überlegte zwar an der Ausstiegsstelle des Hinwegs, ob sie hier auch wieder einsteigen sollte, aber letztlich fehlte der Mumm oder die Kraft. Oder beides.

Nun kam der heikle Teil. Würde sie auf das Memory sofort ins Wasser gehen oder rändern? Ich baute ordentlich Spannung auf und ließ auch in meiner Stimme keine Zweifel aufkommen. „Apport!“ Sie ging und ich jubelte innerlich. Sie steuerte die Insel an, krabbelte raus und spähte unsicher über die Schulter in meine Richtung. Lange Schwimmstrecke = Festplatte gelöscht. Ich nahm schnell den rechten Arm hoch „Voran!“. Das genügte letztlich, um Biscuit bis nach Timbuktu zu schicken. Sie sauste über die Insel, durchs Wasser und am anderen Ufer wieder raus iiiiiiiiimmer weiter nach hinten. Ich hab ehrlich keine Ahnung, wo zum Geier sie hinwollte.

TÜT-TÜT
Biscuit blieb stehen und sah sich fragend um.
TÜT-TÜT
*aber ich hab doch noch gar nicht gefunden?*
TÜT-TÜT!!!
Biscuit stand verständnislos in der Gegend herum.
TÜÜÜÜÜÜÜT-TÜÜÜÜÜÜÜT!!!!!!!
???????????????????????

Keine Chance. Betty wies mich an: „Sorry. Hol sie zurück, jetzt ist sie ungehorsam.“ SEUFZ. Mit einem gequält-geflöteten „B-I-S-C-U-I-T… HIIIIIIIIAAAAAAAA!!!!“ holte ich den Fernaufklärer-Keks wieder in mein Universum zurück. Während sie auf dem Rückweg war, fischte der Helfer das Dummy aus dem Wasser und ich stellte zwei Dinge fest:
a) ich hatte nicht ordentlich markiert und hätte Biscuit niemals korrekt ans Stück bringen können (möööp)
b) Biscuit muss auf ihrem Weg nach Neverland ganz knapp am Dummy vorbeigeplatscht sein (doppelmöööp)

→ 0 Punkte

Somit hatten wir an beiden Wasseraufgaben genullt, was ich zugegebenermaßen vorher einkalkuliert hatte. Allerdings aus anderen Gründen. Ich hatte Angst, dass Biscuit die langen Schwimmstrecken bei einem Blind/Memory nicht annehmen würde. Manch einer wird sich fragen, warum ich dann überhaupt gemeldet habe. Ganz einfach: Ich habe an dieser Schwachstelle fleißig gearbeitet und wollte nun den Ernstfall proben. Trotz der Nullen mit Erfolg! Der WT hat gezeigt, dass ich im Training am Wasser wieder einen Schritt weitergehen kann und wir nun an den Feinheiten feilen müssen.

Insgesamt bin ich hochzufrieden. Biscuit hat fein gearbeitet und über meine Qualitäten als Hundeführer sprechen wir einfach nicht. Die Aufgaben haben richtig viel Spaß gemacht. Überall gab es kleine Tücken, die ich mal erkannt habe und mal nicht. Genau diese Erfahrungen sind es, die mir kein Training der Welt geben kann.

Wir bleiben dran!

Keks

Vielen Dank an die LG Süd für diesen schönen WT, an die Richter für die abwechslungsreichen Aufgaben und natürlich vor allem an Sonderleitung und die vielen Helferlein für die Mühe! CU 2017!

 

Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Ein Kommentar

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