Seminare

der Keks und das Schilf, Vol. 2

Auch dieses Jahr sollte das Dummyseminar in Nördlingen eine heiße Sache werden. Das lag nicht nur an Petra Soons, sondern auch so ein klüützekleines bisschen am Wetter. Nach 2 Stunden Fahrt kam ich am Samstag morgen am Treffpunkt an und wünschte mich nach dem Aussteigen sofort wieder zurück ins klimatisierte Auto. Nun gut, muss man durch als Lurch.

Nach der Vorstellungsrunde war klar, dass wir nicht nur eine nette, sondern auch eine bunte Truppe sein würden: 2 Labs, 2 Golden, 2 Toller und 1 Chessie. Wir fuhren gemeinsam ins Gelände und schon beim aussteigen war erkennbar, dass Biscuit deutlich motivierter war als ich. Vielleicht ein bisschen zuuuu motiviert.

Nachdem wir uns in der schattigen Wartezone eingereichtet hatten, ging es auch schon los. Der erste Vertrauenspunkt D1 wurde aufgebaut. Gearbeitet wurde in 3er-Gruppen. Startpunkt auf einem Schotterweg. Dort setzten wir die Hunde ab und gingen bergab an einem Getreidefeld entlang, um Dummies auszulegen:

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Unterwegs gab es von Petra eine kleine Lektion in Sachen „Wind“, bei der ich mich natürlich gleich blamiert habe *pfiffel*. Zurück am Start warf ich einen Blick auf Biscuit und stellte fest „Nicht da, wo ich dich zurückgelassen hatte.“. Nach Biscuits unschuldigem Blick zu urteilen war jedoch nicht SIE nach vorne gerutscht, sondern GANZ sicher die anderen beiden einen Meter nach hinten.

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Ich hätte wissen müssen, was als nächstes kam… Petra schickte Finnegan voran und Frau Keks stürzte hinterher. Argh. Ich zischte „Biscuiiiiiiiiiiiit“ und rannte los. Biscuit bremste, ich blieb stehen. Biscuit sah mich bremsen und rannte weiter. Ich wieder „Bisssssscuiiiiiiiit“, Beine in die Hand… sie bremste, ich blieb stehen, sie startete wieder durch. „BISCUIT!“. Etwa auf der Hälfte hatte ich die kleine Kröte endlich eingesammelt.

Nach einer Runde Strafbank (es durften erst noch Marco und Fly arbeiten) waren wir an der Reihe und die eigentliche Aufgabe war erwartungsgemäß kein Problem. Mecker gab´s trotzdem weil ich den Suchenpfiff gegeben hatte, obwohl Biscuit schon Wind hatte. Unnötig. Soll ich mir abgewöhnen. Okaaay.

*dankeschön*

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Petra warf nun eine Markierung D2 links von der Linie. Die Hunde sollten zuerst auf D1 vorangeschickt werden und anschließend D2 als Memory arbeiten.

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Ich: „Äh, das können wir nicht.“
Petra: „Natürlich könnt ihr das. Du willst doch weiterkommen, oder?“
Klatsch, das saß…

Wir einigten uns darauf, dass ich Biscuit zurückholen solle, wenn sie doch auf D2 gehen sollte (nicht stoppen und weiterhandeln). Der Plan war gut, die Ausführung mangelhaft. Natürlich driftete Biscuit nach wenigen Metern zu D2 (ich bin ein Seher!), doch bevor ich sie zurückholen konnte, hatte sie es schon eingesammelt. Again what über Keksi learned: Sie lässt sich zwar vor/an einem Dummy stoppen, aber nicht davon abpfeifen.

Neuer Versuch. Diesmal belegte ich D2 mit einem deutlichen „Nein“ und Biscuit ließ sich anschließend schön auf D1 schicken. Nun sah ich mich mit einem altbekannten Problem konfrontiert: ich hatte keine Ahnung, wo D2 hingefallen war. Gut, dass ich das Keksi habe – sie wusste es auf den Grashalm genau. Wir sind schon ein Dreamteam. Das „Dream“ steht in unserem Fall für „Träumerle“.

Weiter ging es mit dem nächsten Vertrauenspunkt D3. Startpunkt blieb gleich. Diesmal ging es schräg bergauf, auf dem Weg nach oben lagen zwei kleine Kuhlen. Alles in allem nicht gerade easy going (im wahrsten Sinne… stolper).

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Mir war sonnenklar, dass Biscuit um die erste Kuhle einen Bogen machen würde. Laut Petra jedoch nicht schlimm, weil sie danach sofort von selbst die ursprüngliche Linie wieder aufnahm.

Im nächsten Durchgang (alle Hunde waren bereits 1x bei D3 gewesen) hatten Marco und ich uns schon am Start aufgestellt, als uns befohlen wurde „Dreht euch mal weg!“. Wir taten wie befohlen und ich orakelte „Wetten, dass sie jetzt Dummies in die Kuhle legt?“. Pah, ich sag´s ja: ich bin ein Seher! Die Hunde sollten nun vorangeschickt und bei D4 gestoppt werden. Später wurde nochmal zu D3 durchgeschickt.

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Biscuit hatte den Braten offenbar auch gerochen. D4 war schnell drin. Wobei „schnell“ relativ ist. Bergauf bei den Temperaturen … Abzüge in der B-Note, aber verständlich. Zu D3 musste ich noch 1x stoppen und back schicken.

Nun wurden das Spielzeug ausgepackt. Wir sollten uns alle in der Line aufstellen und Petra schoss für jeden Hund eine Markierung D5 mit dem Launcher. Biscuit hat ihr Mark perfekt gearbeitet *Daumen hoch*.

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Nein, ich guck gar nicht angestrengt *hust*.

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Im Anschluss wurden die drei erarbeiteten Punkte zu einer Abschlussaufgabe in 3er-Teams zusammengefasst:

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Marco und ich bildeten wieder ein Team mit Petra.

Das Mark flog und ich vernahm ein „Anke, ihr holt eins von oben (D3).“ Örghs, war klar. Biscuit ging die Hälfte der Strecke geradeaus und beschloss *jetzt bieg ich ab*. Stopp. Back. Biscuit war noch nicht überzeugt von meinem Plan. Ich musste sie nochmal stoppen und back schicken. Die Launchermarkierung hätte sie definitiv lieber gehabt. Marco und Fly sammelten D1 ein, Petra und Finnegan D5. Platztausch.

Das Mark flog. Finnegan sammelte D3 ein. Biscuit sollte nun zu D1. Hätte eigentlich kein Problem sein sollen. Doch erstens kommt es anders… Biscuit bremste nach wenigen Metern und guckte recht verwirrt aus der Wäsche. Am Samstag konnte ich das nicht wirklich zuordnen, erst beim Basteln der Grafiken fiel der Groschen… sie hatte auf der Höhe gestoppt, wo vormittags das Mark D2 gefallen war. Memo an mich: wir müssen bei solchen Sachen dringend mehr Sicherheit reinbringen. Nach einem „back“ war sie wieder auf Kurs. Fly holte D5. Platztausch.

Das Mark flog und war diesmal für uns. Biscuit wartete artig, bis D1 und D3 drin waren. „Apport!“ Punktlandung.

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Keks im Gemüse

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Sehr fein!!!

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Damit hatten die Hunde Feierabend und wir waren gefordert: in 3er-Gruppen sollten wir uns gegenseitig auf Vollblinds einweisen. Neben einer Menge Spaß brachte diese Übung auch einige interessante Erkenntnisse. Die Wahrnehmung von Sender und Empfänger unterscheidet sich doch sehr oft.

Geschafft, aber sehr zufrieden verzogen wir uns ins Hotel und trafen uns später zum Abendessen wieder. Biscuit nahm ich mit, denn ich konnte sie weder im Hotelzimmer (zu warm) noch im Auto (zu weit weg) lassen. Chillen in fremder Umgebung – eine ihrer leichtesten Übungen…

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Die Nacht war warm. Sehr warm. Zu warm. Biscuit suchte im Hotelzimmer vergeblich nach einem kühlen Platz (überall Teppichboden). Nächste Anschaffung: eine Kühlmatte/decke. Trotzdem war sie morgens erstaunlich gut gelaunt. Sogar so gut, dass sie mit meinen Socken stiften ging *grunz wedel*. Frühstücken, packen, Auto einräumen, schwitzen.

Sonntag sollte es ans Wasser gehen. Je näher wir dem Gelände kamen, desto dunkler wurde der Himmel. Das Tröpfeln ging in Regen über und gipfelte bei unserer Ankunft in einen Wolkenbruch. Begeistert war ich nicht (das Wetter kann´s einem aber auch nie Recht machen), aber Biscuit störte es nicht und ich konnte endlich meinen neuen Regenponcho ausprobieren.

Petra hatte gleich zu Beginn eine besondere Herausforderung. Sie wollte ihren Jungs am Auto einen Schirm als Regen-/Sonnenschutz aufstellen. Dem Schirm lagen Heringe und Schnüre bei, aber ein Bodenspieß für den Ständer? Fehlanzeige! Nur zwei Schnüre? Auch seltsam. Wir knoteten und schnürten, behalfen uns mit Moxonleinen und ich drückte vorsichtig den ersten Hering mit der Hand in den Boden. *Klonk* verbogen. Nein, ich bin als Kind nicht in den Zaubertrank gefallen… die Dinger taugten nix. Boden – 1; Anke – 0. Bis die Konstruktion endlich hielt, hatte es schon wieder aufgehört zu regnen.

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Solange Petra und ich tüftelten, hatte die restliche Truppe bereits die ersten Dummies ausgelegt. Voranschicken auf D1. Keine große Entfernung, dafür ekliges Gelände (Brennesseln).

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Obwohl Biscuit beim auslegen nicht zugesehen hatte und kein Brennesselfan ist, hat sie das super gemacht!

Weiter ging es in 2er-Teams. Es wurde eine Wassermarkierung D2 geworfen. Zuerst wurde auf D1 vorangeschickt, danach D2 als Memory gearbeitet, anschließend Plätze getauscht.

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Beides kein Problem für meine kleine Himmelmaus ♥

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Petra legte eine Schippe drauf. Wir veränderten unseren Standpunkt. D2 wurde nun mit dem Launcher geschossen.

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Wir stellten uns alle in der Line auf. Gearbeitet wurde in 2er-Teams.

Biscuit sollte D2 als Memory arbeiten, bekam es aber nicht gebacken. Sie war anfangs gut unterwegs, driftete dann aber zu D1. Durch einen Handlingfehler von mir landete sie letzlich tatsächlich bei D1, wo ich sie gerade noch so vor den Dummies stoppen konnte *braves Mädchen* und wieder reinholte.

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Planänderung. D2 wurde nun sofort gearbeitet. Biscuit ging bis zum Weg und wurde dort unsicher. Ich stoppte sie. „Back!“ Sie ging zunächst zögerlich, stieß auf den Einstieg von vorher und erinnerte sich. Platsch. Der Rest war Formsache. D1 hatte sie problemlos.

Da alle ihre Probleme mit D2 hatten, legte Petra eine Sonderrunde ein. Für jeden Hund wurde die Launchermarkierung so oft geschossen, bis es klappte.

Biscuit benötigte drei Versuche. Der erste Schuss ging daneben und das Dummy schaffte es nicht bis ins Wasser, sondern landete am Ufer. Petra wies mich an, nach vorne zu gehen und zu helfen, weil das für Biscuit schwer werden würde. Ich hatte erst die Hälfte des Wegs zurückgelegt, als Biscuit schon mit Dummy zurückkam. Schwer. Pffft. Grins.

Im zweiten Anlauf flog das Dummy weit ins Wasser. Leider war gerade etwas Unruhe in der Line, weshalb das platschen nicht zu hören war. Diese Tatsache zusammen mit der Erfahrung von gerade eben führte dazu, dass Biscuit das Ufer auf links drehte. Maren war als Streckenposten am Ufer positioniert und informierte mich entsprechend. Ich ging nach vorne und sah das Dummy schon fast am gegenüberliegenden Schilfufer schwimmen. Biscuit konnte es (trotz weiß) wegen der Spiegelung auf dem Wasser nicht sehen, ließ sich von mir aber schön lenken. Gleich zwei Gründe, um stolz zu sein: 1. weil Biscuit das Ufer ausdauernd abgesucht hatte und 2. weil sie sich sofort bereitwillig helfen ließ.

Der dritte Versuch war perfekt und Biscuits Erfahrungsschatz um einiges reicher.

Wir gingen wieder zurück an unseren vorherigen Startpunkt und bauten eine weitere Stelle D3 auf, die einige Schwierigkeiten zu bieten hatte: die Hunde mussten die Biegung des Wegs ignorieren, am Auto vorbei, durch einen beidseitig stark bewachsenen Wassergraben, über einen geschotterten Weg auf die dahinterliegende Wiese.

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Der Graben aus der Nähe. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts…

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Ich hatte Biscuit beim auslegen nicht zusehen lassen. Sie konnte lediglich 1x bei Finnegan spicken, was aber nichts heißen musste, da sie sich im Training (und auch zuhause) selten was bei anderen Hunden abschaut. An der Biegung vor dem Graben brauchte es ein Stopp/Back. Weg war der Keks. Ich bin zwar inzwischen etwas entspannter, wenn Biscuit außer Sicht ist, aber irgendwann kam mein Kontrollzwang doch durch. Ist sie wirklich drüben oder hat sie sich im Graben festgefressen? Gerade als ich nachsehen wollte, kam Biscuit mit Dummy zurück. Gedankliche Kopfnuss für mich. Trust your dog.

Nun wurden die drei Stellen wieder in einer Kombi-Aufgabe zusammengefasst. Gearbeitet in 3er-Teams. D2 flog mittels Launcher und wurde zuletzt als Memory gearbeitet. Platztausch, bis die Hunde an allen Stellen gewesen sind.

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Biscuit und ich starteten mit D3. Ich hatte uns zunächst auf D2 ausgerichtet, um uns dann wegzudrehen. Wegdrehen von einer Wassermarkierung kann man nicht oft genug üben *find*. Ich schickte Biscuit auf D3 voran. Die ersten paar Meter gingen gut, doch dann haute der Keks die Bremse rein. Sie stoppte und schielte zu D2. Man sah deutlich ihren Konflikt. Stopp-Pfiff. „Back!“. Keks wieder auf Kurs und kurz drauf mit Dummy wieder da. D1 war für sie kein Problem, D2 sowieso nicht.

Wir verzogen uns in die Wartezone und Biscuit zog es die Rolläden zu.

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*ankuschel*

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Kaputt gespielt…

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Zum Abschluss sollte es für jeden Hund noch eine Launcher-Markierung ins Schilf geben.

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Leider stellte sich heraus, dass der Schilfgürtel verdammt breit und verdammt dicht war. Nachdem selbst Collin mehrmals erfolglos wieder rauskam, gingen wir zusammen um den See und schickten ein paar der Hunde in die Suche. Das Dummy blieb verschwunden, aber Biscuit hatte sichtlich Spaß. Sie kam mit einem breiten Grinsen aus dem Schilf *nochmal?*

Ja, nochmal. Aber diesmal anders. Neuer Launcheraufsatz, neues Glück. Biscuits Mark flog dorthin:

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Biscuit suchte sich ihren eigenen Weg und ging nicht gerade ins Schilf, sondern von links rein. Petra unkte „So kommt sie nie ans Stück.“ Abwarten. Ich vertraute auf Biscuits eingebautes Navigationsgerät. Es raschelte und knackte. Knackte und raschelte. Hmmm. Däumchen dreh. Raschel. Knack. Trust your dog. Nach gefühlten Ewigkeiten tauchte Biscuit wieder auf. Sie hatte neben dem Dummy noch zwei Schilfstangen dabei. Jubel brach aus. Pflichtbewusst lieferte sie ihren Schatz bei mir ab und wurde ordentlich gefeiert. Ein perfekter Abschluss!!!

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Ich bin sehrsehrsehr stolz auf meine Maus und mich. Offenbar haben wir endlich die richtige Mischung aus Selbständigkeit und Hilfe gefunden. Das gegenseitige Vertrauen wurde an diesem Wochenende mehrmals belohnt und bestätigt. Ich freu mich, freu mich, freu mich! Wie Sau! Jawoll!

Damit ging ein geniales Wochenende zuende. Petra hat wieder gute Arbeit geleistet: schöne Aufgaben, sinnvoll aufgebaut, für jeden individuell an den Leistungsstand angepasst. Danke!

Den Titel „most stylish Seminarleiterin“ hat sie sowieso sicher, hrhrhr.

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Vielen Dank an Maren für die tolle Orga und das leckere Picknick. Danke an Maren und Barbara für die Fotos. Und natürlich danke an alle Teilnehmer für die lockere und lustige Stimmung.

Bis ganz bald, hoffe ich!

(Hier geht´s zum Bericht vom letzten Jahr: *klick*)

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der Keks und das Schilf

Es gibt viele Dinge, die man bei 35°C tun kann. See oder Schwimmbad. Zuhause einigeln, Rollos runter und nicht bewegen. Sich in den Kühlschrank setzen. Oder stattdessen ein 2-tägiges Dummyseminar besuchen und sich von Petra Soons knechten lassen. Wasser war genug vor Ort, statt Rollos gab´s einen Anglerschirm und Biscuits neue Kühlweste ersetzte den Kühlschrank.

et voilá – so lässt sich´s aushalten

Weste

Da sich alle schon irgendwoher kannten (die Welt ist ein Dorf und die Retrieverszene ein Kaff), fiel die Begrüßungsrunde aus und wir legten direkt los.

Samstag

Für jeden gab es eine Einzelmarkierung per Dummylauncher hinter den Bewuchs bei dem einzelnen Bäumchen:

MarkBumper

Biscuit hängte sich zunächst am Bewuchs auf, suchte sich dann nach hinten und verzettelte sich. Erst im zweiten Anlauf klappte es.

Weiter ging es in 2er-Teams. Wir wechselten die Position und Petra phantasierte von einem See. Ich sah keinen See. Petra auch nicht. Sie verschwand hinter einer Schilfwand und ward ebenfalls nicht mehr gesehen. (raschel-raschel) „Hier war doch irgendwo ein See?! Wo ist der See hin? *…….* Maaaaaaaareeeeeeen, ich hab mich verlaufen!“ (raschel-raschel). Flintenweib lost im Schilf. Allein DAS war den Seminarbesuch schon wert!

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann raschelt es noch heute? Nein, zum Glück konnte die kleine Petra befreit werden…

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… und auch der See wurde gefunden. See? Wo? Ich sah nur grün…

See1

Hinter der Schilfwand versteckte sich tatsächlich ein See, wie Google Earth beweist. In diesen See warf Petra im 1. Durchgang eine Markierung.

SeeM1

Hier der See von der gegenüberliegenden Seite des Startpunkts betrachtet (Startpunkt lag neben dem Bäumchen links im Bild):

Seerück

Biscuit durfte zuerst. Das *platsch* war deutlich hörbar, trotzdem hatte ich meine Zweifel. Biscuit kannte bis dahin kein Schilf. Doch entgegen meiner Befürchtungen ließ sie sich von der grünen Wand nicht aufhalten. Sie verschwand im Schilf, es platschte und kurz drauf war sie mit Dummy wieder da. Merke: rändern im Schilf impossible.

2. Durchgang: Ein Werfer stand nicht sichtig auf der Landzunge hinter dem See und warf dort eine Markierung.

SeeM2

Man hörte *brrrt-brrrt* und sah kurz das Dummy in der Luft. Dass es nicht platschte, störte Biscuit jedoch keineswegs. Sie war der Meinung, es müsse im Wasser sein. Die Lockversuche des Werfers ignorierte sie und kam schließlich mit drei ??? im Gesicht wieder aus dem Wasser. Ich holte sie zurück und es durfte zunächst unser Teampartner arbeiten. Währenddessen besprach ich mit Keksi die Aufgabe „Schnecki, das Dummy fällt nicht INS Wasser, sondern dahinter an Land. Du musst durch das Schilf, durch das Wasser, drüben rausklettern und dort suchen. Alles klar?“ Ja, alles klar. Biscuit hatte verstanden und löste die Aufgabe im zweiten Anlauf problemlos.

3. Durchgang: Wir wechselten die Position und stellten uns auf die Landzunge. Von dort wurde eine Markierung hinter einen Bach geworfen. Jeder Hund arbeitete zuerst eine Markierung und wurde anschließend nochmal vorangeschickt.

SeeM3

Das Gelände: hoher Bewuchs → Schilf → Bach → Schilf → Wiese (Fallstelle). Sehen konnte man nur das:

seelanddahinter

Biscuit verschwand außer Sicht und ich lauschte aufmerksam. Raschel. Platsch. Raschel-knacks. Stille. Raschel-knacks. Platsch. Raschel. Ok, sie war drüben gewesen und nun auf dem Rückweg. Hatte sie gefunden? Ja, GANZ sicher. Biscuit ließ ein unverkennbares „Beutegrunzen“ vernehmen. Es klang, als würde gleich eine Wildsau aus dem Dickicht brechen. Kleiner Keks, große Wirkung. Ich musste sooooooooo lachen… Das Voranschicken lief ein wenig gesitteter ab. Es wurden Dummies nachgeworfen und wir wechselten wieder auf unseren alten Startpunkt.

Nun hieß es durchschicken. Voran → Schilf → Hund außer Sicht → See → Land (alte Fallstellen) → Schilf → Bach → Schilf → Wiese:

Seevoran

Biscuit verschwand außer Sicht und nun hieß es warten. Je länger es dauerte, desto größer die Chance, dass es geklappt hatte. Gerade als ich sagte „Wetten, dass sie außenrum zurückkommt?“, bog Biscuit mit Dummy ums Eck. Ich kenn doch meinen Hund *grad eben sind wir auch drumrum gelaufen…*.

Damit ließen wir den See für diesen Tag See sein und wechselten wieder zu der Stelle, an der morgens die Einzelmarks gefallen waren. Es wurde nun der Bumper-Boy aufgestellt, welcher ein Mark über den Bach schoss:

Bumber1

MarkBumper

Die „Kinder“ beim spielen…

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Biscuit rannte erstmal zum Bumper und bog von dort links ab. Leider blieb sie im Fallbereich nicht lange genug dran und ich musste sie nochmal nach links rüber schicken. Erst im zweiten Anlauf klappte es auf Anhieb.

Nachdem alle dran gewesen waren, ging es an die Abschlussaufgabe des Tages. Wir stellten uns in einer 3er-Line auf, setzten die Hunde ab und legten an unserem vorherigen Startpunkt-Bäumchen Dummies aus.

baum

Zurück in der Line flog die Markierung des Bumpers, anschließend schoss Petra mit dem Launcher eine Markierung auf die freie Wiese rechts neben uns:

line1

Gearbeitet wurde wie folgt:
1. Team „Mitte“ voranschicken auf den Baum
2. Team „Rechtsaußen“ das Bumper-Mark
3. Team „Linksaußen“ das Launcher-Mark
Anschließend wurden die Positionen gewechselt.

Das Voranschicken war kein Problem. Markieren/merken stand an diesem Tag jedoch nicht hoch im Keks, äh, Kurs. Beide Marks bedurften einiger Handelei. Das Launcher-Mark hat Biscuit sogar im wahrsten Sinne verkackt. Nein, das hat sie tatsächlich noch nie gemacht. Hätte sie auch an diesem Tag nicht, wenn ich mit ihr zwischendurch mal ums Eck wäre statt angenagelt in der Wartezone zu sitzen *knirsch*.

Sonntag

Gleich zu Beginn gab es ein kleines „Gedächtnistraining“. Wir stellten uns in einer 3er-Line vor dem See auf und sollten 1x durchschicken.

Seevoran

Fräulein Alzheimer verschwand im Schilf… es dauerte… und sie kam ohne Dummy wieder. Hmmm. Petra wies mich an, sie im Schilf vor dem See abzusetzen, auf die Landzunge zu gehen, sie über den See abzurufen und von dort erstmal über den Bach zu schicken. Keks abgesetzt, losmarschiert und kurz vor´m Ziel schallt es mir hinterher „Dein Hund ist aufgestanden!“ Och ja, ich liebe es. Auf dem Absatz kehrt und zurück. Auf halben Weg höre ich Petra „Abrufen!“. Hä? Wie jetzt? Etwas Kuddelmuddel später saß Biscuit wieder auf ihrem Hintern, ich hatte den Zielort erreicht und konnte sie abrufen. Sie ließ sich durch den Bach schicken, hängte sich aber am gegenüberliegenden Schilf auf und kam zurück. Einsatzbesprechung: „Keksi, du musst hinter das Schilf!“ Nochmal. Aaaaha. Das ganze nochmal vom ursprünglichen Startpunkt und siehe da – geht doch!

Wieder sollten wir die Hunde durchschicken, zusätzlich wurde diesmal mit dem Launcher eine Verleitung hinter uns auf die Wiese geschossen, wenn der Hund auf dem Rückweg war. Die Verleitung wurde jeweils von einem anderen Hund geholt. Biscuit hat die Verleitung zunächst brav ignoriert und ihre Markierung später sehr schön gearbeitet. Schien ihr Spaß gemacht zu haben, denn die nächste wollte sie ebenfalls holen. Eingesprungen. Tüdeldü.

Bevor wir mit der nächsten Aufgabe starteten, mussten auf der Wiese hinter dem Bach nochmal Dummies nachgelegt werden. Da Biscuit hier am unsichersten war, gingen wir mit und sahen von der Landzunge aus beim auswerfen zu. Währenddessen wurden am Baum vor dem See ebenfalls Dummies ausgelegt. Wieder zurück am Start sollten die Hunde zunächst 1x an den Baum vorangeschickt werden. Bei Biscuit bestand die Gefahr, dass sie auf der Hälfte der Strecke links zur Landzunge abbiegen würde, weil wir von dort gerade gekommen waren. Sie ließ sich aber problemlos pushen und sauste durch.

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Damit war der Grundstein für den nächsten Schritt gelegt: die Hunde zum Baum voranschicken und dort stoppen.

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Wenn der Hund saß, wurde mit dem Launcher eine Markierung in die Wiese geschossen. Für die O-Hunde betrug der Abstand HF/Hund knapp 100m (lt. Google Earth), für die F-Hunde durften wir die Strecke nach dem stoppen um einiges verkürzen.

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Zuerst sollten die Hunde nach links auf die Dummies hinter dem See/Land/Bach geschickt werden, im Anschluss wurde das Mark geholt.

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Voranschicken – kein Thema. Stopp-Pfiff – auf 100m Entfernung ausbaufähig. Die alten Fallstellen am Baum drückten auf den Gehörgang. EY!!! TÜÜÜT! Sitzt. Na also! Ich verkürzte die Entfernung und Petra wollte gerade die Markierung abfeuern, als der Keks sich dachte *dauert mir alles zu lang hier* und wieder aufstand. Uuuuh. Beine in die Hand genommen und Keks wieder abgesetzt. Der Rest lief wie am Schnürchen.

Rüber – kein Problem. *hab´s*

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Die Markierung – super! Ich hatte keinen blassen Schimmer mehr, wo das Ei gelandet war, aber Biscuits Gedächtnis war inzwischen warmgelaufen.

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Das bewies sie auch beim Walk-Up über die Wiese rechts vom See…

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…denn dort stand plötzlich ein Fotograf neben dem See. Petra schoss für uns eine Markierung in den See und Biscuit erinnerte sich *Aaaah, ein Helfer. Helfer helfen! Ich halte mich mal den netten Mann mit dem großen Fernrohr, der zeichnet mir sicher einen Lageplan.* Nein, tat er nicht. Und obwohl keiner damit rechnete, fand sie das Dummy-Ei trotz des großzügigen Umwegs.

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*glotz net so blöd, Ente war grad aus…*

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*schnorchel*

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Ich muss mir das endlich hinter die Ohren schreiben – niemalsnienicht darf Biscuit geholfen werden.

Der Rest des Walk-Ups war ok. Keksi bekam noch eine Markierung in den See und damit die Chance, es diesmal richtig zu machen. Sie nahm den direkten Weg, kam allerdings nach kurzer Zeit wieder aus dem Schilf und ich musste sie nochmal reinschicken. Gefunden!

Zum Abschluss gab es für alle noch eine Suche im Schilf/hohem Bewuchs hinter dem Bach.

SucheSchilf1

Die Hunde hatten beim auswerfen zugesehen, was aber bei Biscuit nichts heißen muss – wenn ich bedenke, mit welchem „Erfolg“ ich ihr in der Vergangenheit ihre Selbständigkeit abtrainiert hatte… Wichtigstes Wort in diesem Satz: Vergangenheit! Sie hat das Suchengebiet sofort angenommen und ihre beiden Dummies zügig gefunden. Tschakka! Letztes Jahr wäre das undenkbar gewesen.

*müde*

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Damit wäre ich auch beim Fazit des Wochenendes angekommen: Das Seminar war genau das richtige für uns! Viel selbständiges Arbeiten außer Sicht und viele neue Erfahrungen für Biscuit. Um es mit Petras Worten zu sagen: „Biscuit hat gelernt durch Wände zu gehen.“ Jepp! Das Wochenende hat gezeigt, dass Biscuit wieder ein gesundes Selbstbewusstsein hat und deutlich sicherer geworden ist…

…was leider nichts an meinen „Oh wei, oh weh, ich seh sie nimmer“-Gesicht ändert *üüüääääh?*

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Vielen-vielen-vieeeeeeelen Dank: an Maren für die Organisation und die Bilder, an Petra für den Input & die sehr gut aufgebauten Aufgaben und die ganze Truppe für das schöne Wochenende!

Außerdem ein extradickes Dankeschön an Petra, weil sie (z.B. beim Walk-Up) immer darauf geachtet hat, dass Biscuit einen Wasserapport zur Abkühlung bekam. DANKE!

 

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Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2014)

Alle Jahre wieder, kommt… Nein, nicht das Christkind. Besser! Die BZG Franken hatte Petra Ritzerfeld zum alljährlichen Seminar nach Coburg eingeladen. Samstag war ich als Helfer für die Anfänger vor Ort und konnte selbst auch wieder einige Anregungen mitnehmen. Sonntag nahmen Biscuit und ich bei den Fortgeschrittenen teil. Leider hatte der Wettergott kein Erbarmen. 32°, schwül, kurz gesagt: kein Kekswetter.

Petra machte zu Beginn ihre Runde und fragte mich, woran ich arbeiten möchte bzw. welche Probleme derzeit bestehen. Natürlich nannte ich unser Einspringproblem beim Voranschicken. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Biscuit und ich an diesem Tag in alte Verhaltensmuster zurückfallen würden…

Wir starteten mit der ersten Aufgabe, bei der sich Petra zunächst ein Bild von den Teams machen wollte. Vom Startpunkt aus sah man zuerst die Markierung M1 (Entfernung 60m) fallen, danach bergab hinter einem Geländeübergang mit hohem Gras die Markierung M2 (Entfernung 80m). Das Blind B lag dazwischen an einem Baum (Entfernung 50m). Es sollte zuerst ein Mark geholt werden – welches durfte selbst entschieden werden, danach das Blind, zum Schluss das andere Mark.

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Ich entschied, dass wir M2 zuerst holen würden (weil: zuletzt gefallen, größte Entfernung und aufgrund des Geländeübergangs am schwierigsten). Biscuit legte eine Punktlandung hin *Daumen hoch*. Nun also das Blind. Ausrichten, Konzentration, Voran. Die ersten 15m lief Biscuit die vorgegebene Linie, um dann nach rechts Richtung M1 abzubiegen. Normalerweise hätte ich sie an der Stelle gestoppt und mit dem linken Arm (über ihre rechte Schulter) back geschickt. Stattdessen holte ich sie mit dem Hier-Pfiff zurück. Neuer Versuch – gleiches Ergebnis. Biscuit bog ab und ich holte sie zurück. Neuer Versuch – und wieder. Da ich sie nun 3x leer reingeholt hatte, verkürzten wir einige Schritte die Distanz zum Blind und diesmal flutschte es auch. Bei M1 war sie ein bisschen zu kurz, ließ sich aber gut back schicken und fand.

Zurück in der schattigen Wartezone kam ich ins Grübeln. Seit wann driftet Biscuit wieder auf Marks ab? Und warum zum Henker hatte ich sie bei dem Blind nicht gehandelt, sondern zurückgeholt? Hirnfurz². Nun gut, schien nicht weiter schlimm gewesen zu sein. Biscuit hatte das leere Reinholen gut weggesteckt. Immerhin hat sie in dieser Aufgabe nicht blockiert. Noch nicht…

Wir besprachen anschließend alle gemeinsam die Aufgabe, aufgetretene Fehler usw. und widmeten uns dann in verschiedenen Übungen der Arbeit mit Markierstäben. Sinn und Zweck, mögliche Fehler, Aufbau, Erhöhung des Schwierigkeitsgrads, Durchschicken, Abbau. Wir hatten am Ende 8 Markierstäbe in der Pampa stehen und bekamen jede Menge Trainingsideen an die Hand.

Vor der Mittagspause wurde noch eine Aufgabe gearbeitet. Vor dem Waldrand fiel die Markierung M1 (Entfernung 100m); wenn der Hund auf dem Rückweg den Geländeübergang passiert hatte und auf Höhe des Werfers W2 war, fiel die Markierung M2 (Entfernung 40m).

Aufgabe2

Biscuit hatte M1 nicht auf den Punkt, nahm die Tiefe aber schön an und suchte sich geschickt ran. Auf dem Rückweg schaute sie zwar, wo der Schuss herkam, guckte aber nicht lange genug um M2 wirklich fallen zu sehen. Sie hatte es trotzdem irgendwie markiert und schnell gefunden.

Nach der Mittagspause wechselten wir das Gebiet und starteten mit einer laaaaaaaaaaaangen Markierung. Vom Startpunkt aus ging es zunächst abwärts, unten angekommen durch einen hohen Wiesenstreifen und danach wieder bergauf. Entfernung am Boden laut Google Earth 120m.

Aufgabe3

Biscuit war nicht richtig bei der Sache und bekam von der Markierung nichts mit. Es wurde nochmal geworfen. Diesmal verwarf sich der Helfer und erschlug sich fast selbst. Sofort wurde ein zweites Dummy nachgeworfen. Biscuit entschied sich für das verworfene Dummy und hatte es auch wirklich punktgenau.

Mittlerweile wünschte ich mir sehnlichst das tropf-tropf-tropf des vergangenen Sonntags zurück…

Im nächsten Durchgang wurden auf dem Hang gegenüber Dummies in der Grasinsel versteckt, die vorher auf dem Weg zum Mark lag. Der Helfer stand für die Hunde nicht sichtbar am Waldrand.

Aufgabe4

Ich schickte Biscuit voran, die hatte die alte Stelle aber überhaupt nicht mehr auf dem Schirm und driftete nach rechts. Ich holte sie zurück. Neu ansetzen, voran! Biscuit hoppelte 5 Meter, drehte sich um und sah mich fragend an. Sch…! Dritter Versuch, Biscuit blockierte. Da hatte ich den Salat. Petra wies den Helfer an, sich an die Grasinsel zu stellen. Es zeigte Wirkung. Biscuit ging diesmal problemlos und fand schnell.

Im letzten Durchgang sollten die Hunde an den alten Fallstellen der Grasinsel vorbeigeschickt werden. Entweder nochmals auf eine Markierung oben im Hang oder auf dort ausgelegte Dummies. Biscuit bekam eine Markierung, fraß sich aber an den alten Fallstellen fest und brauchte Hilfe um ans Stück zu kommen.

Mittlerweile empfand ich die Hitze sogar im Schatten als unerträglich und war froh, dass wir zum Abschluss nur noch eine einfache Markierung in den Wald arbeiteten.

Keks-Fazit: Diesen Tag hätte ich Biscuit aufgrund der Hitze besser erspart. Nichtmal die Abkühlung im See brachte wirklich Erleichterung. Sie war nachmittags gar nicht mehr in der Lage, sich richtig zu konzentrieren. Das Blockieren war mein ganz persönlicher Super-GAU. Immerhin ist jetzt klar, wodurch das Blockieren zustande kommt. Ich darf Biscuit nicht leer zurückholen. Nun hoffe ich, dass ich mir durch meine Aussetzer nicht zuviel kaputt gemacht habe.

Trotzdem hat sich das Seminar natürlich gelohnt! Wir hatten viel Spaß und Petra ist wie immer sehr individuell auf die Teams eingegangen. Ich konnte wieder viel für unser Training mitnehmen und bin auch nächstes Jahr sehr gerne wieder dabei!

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Hier geht es zu den Berichten der letzten Jahre:

2011

2012

2013

 

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Nordsturm im Sauerland

Samstag vor zwei Wochen, 4.30 Uhr, der Wecker klingelt. Die immer wiederkehrende Frage „Warum um alles in der Welt…?“. Die Antwort „Weil´s Spaß macht!“ erscheint um die Uhrzeit irgendwie … lächerlich.

Nach 4 Stunden Fahrt erreichten wir den Klaukenhof, ließen uns 8 Stunden lang von Susi durch´s Gelände jagen und fielen am Abend erschöpft ins Bett. Halt. Nein. Zuerst fiel ich noch dem Nordsturm zum Opfer. Den Sonntag verbrachten wir knapp 7 Stunden im Gelände, bevor wir die 4 stündige Heimfahrt antraten. Damit wäre das Wichtigste erzählt. Bericht Ende.

Nicht gut?
Ok, ok…

Begonnen hat es ganz harmlos. Wir sollten gemeinsam mit den Hunden je 3 Dummies am Waldrand auslegen. Gewünscht war der direkte Weg durch einen Graben, der nicht ganz so harmlos war.

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Stau am Graben

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Anschließend – klar – jeden Hund 1x dorthin voranschicken. Keksi hat fein den Graben gemeistert und war schnell zurück. Neue Runde, diesmal im 2er-Team und mit einer Markierung, die links von den ausgelegten Dummies im Wald fiel. Reihenfolge: Mark fällt, ein Hund wird auf die ausgelegten Dummies (weiß) vorangeschickt, anderer Hund holt anschließend die Markierung (rot).

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Die Markierung war wirklich nicht ohne: große Distanz, gegen die Sonne schlecht zu erkennen und der Graben an dieser Stelle rrrrrrrrrichtig gemein. Ich trat mit Uli und Louis im Team an und Keksi war im ersten Durchgang für die Markierung zuständig.

*Öh? Wo soll die fallen?*

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Uli schickt Louis

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danach ich den Keks, der prompt am Graben hängen blieb

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Biscuit schaffte es zwar durch den Graben, verlor allerdings auf der anderen Seite völlig die Orientierung. Keksi zurückgeholt und dann kam das gefüchtete… „Anke, du wirst ihr den Weg wohl zeigen müssen.“

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Okeeeeeeeeee…

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Wär ich mal lieber im Bett geblieben

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…aber nützt ja nix *kraxel*

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*Wo bleibste denn?*

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*Mordgedanken heg*

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Ich kann mit Stolz verkünden, dass ich es unfallfrei wieder nach unten geschafft habe!

*Apport*

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*zu Befeeeeeeeeehl*

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*gleich da*

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Helferlein wartet schon

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TSCHAKKA!

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Platztausch. Das voran auf die alte Stelle war kein Thema.

Es ging im 2er-Team weiter. Diesmal fiel zuerst eine Markierung IN den Graben auf dem Weg zur alten Voranstelle. Erster Hund arbeitet das Mark, zweiter Hund wird über die alte Fallstelle vorangeschickt. War für Biscuit beides kein Problem.

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Letzte Variation dieser Aufgabe: Es fiel wieder ein Mark in den Graben. Der Hund sollte stattdessen jedoch auf die alte Mark-Fallstelle im Wald vorangeschickt werden. Erst danach durfte er das Mark aus dem Graben holen. Was soll ich sagen? Biscuit war super! Ich war skeptisch, ob sie das Voran auf die alte Fallstelle packt – völlig grundlos. Sie ist durchgerauscht wie ein Profi. Hach!

Wir packten die Hunde ins Auto und es wurde ein Walk-Up vorbereitet. An 7 Stellen wurden je 3 bis 4 Dummies ausgelegt und ich dachte mir noch „Nicht schlecht, da haben Scella und Louis jede Menge Blinds zum abarbeiten…“. Hunde geholt, „Walk on!“.

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Wir walkten los (auf der Zeichnung von links nach rechts), es fiel eine Markierung vor uns. Eine Stimme drang an mein Ohr. „Anke, von dir hätte ich jetzt gerne ein Blind.“ Äh, was? Blind? Wir? *dumm guck* Es sollte nicht bei einem Blind bleiben.

D1: Biscuit zwitscherte nicht wie befürchtet zu D2 (bekannte alte Fallstelle) ab. Sie ging einfach geradeaus und holte zielstrebig ein Dummy. Wow!

D4: Hier war Hilfe bitter nötig, da eine Verleitmarkierung ca. 5 Meter daneben gefallen war. Ich konnte Biscuit zwar vor der Markierung stoppen, aber nicht weiterschicken. Erst nach einem Geräusch vom Helfer ging sie.

D3: Auch hier lag nicht weit entfernt eine Markierung. Der Graben tat sein übriges für eine Keks´sche Verwirrung. Nachdem einmal in Richtung des Blinds geschossen wurde, klappte es. Biscuit holte hier später noch ein Dummy, also insgesamt zwei von dieser Stelle.

D5: Wieder so ne blöööööhööööööde Markierung in der Nähe. Deshalb nicht perfekt, aber auch nicht schlecht gewesen.

D2: Biscuit war inzwischen schon reichlich bedient und die Entfernung zu D2 sehr groß. Sie ging eine Weile sehr schön voran, driftete aber kurz vor dem Ziel nach rechts. Dort lagen bei der Hütte einige Dummies auf dem Tresen. Zwar unerreichbar, aber sehr verlockend. Biscuit wollte partout nicht nach links gehen *aber die liegen doch da ooooooben*. Ich ging näher ran und Susi machte am Graben ein Geräusch. Biscuit verschwand im Graben und ich rannte zurück in die Line, immer fröhlich den Suchenpfiff trötend. Ich trötete… und trötete… und trötete… und trötete… (keuch, tüüüütüüütüüütüüü, keuch, tüüüütüüüüütüüüütüüüü, keuch). Irgendwann kam Biscuit endlich aus dem Graben zurückgerannt. Je näher sie kam, desto seltsamer sah das Dummy aus. War nämlich keins… Biscuit kam mit einer kleinen PET-Flasche zurück. Hö??? Susi löste das Rätsel. Biscuit hatte im Graben im Wasser geplanscht und nur im unteren Bereich gesucht. Das Dummy lag aber im Hang. Damit sie trotzdem zum Erfolg kam, hatte ihr Susi die Flasche zugeworfen. Aaaahaaa!

D7: Es gab keine Verleitmarkierung und Frank hatte vorher schon Scella dorthingeschickt. Ich tauschte mit Frank den Platz, damit Biscuit noch zusätzliche Hilfe durch Scellas Spur bekam. Das hat das Keksi sooooooooooo toll gemacht! Ich war sooooooooo stolz!!!! Einfach geil!

Wir wechselten die Örtlichkeit und fanden uns in diesem tollen Gelände wieder (der weiße Fleck ist eine einsame Kuh):

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Hier gab es zunächst ein lustiges Spielchen, was die Merkfähigkeit des Hundeführers schulen sollte. Anschließend legten wir nochmal Dummies aus und liefen ein ordentliches Stück wegwärts. Am neuen Standort fiel im 90°-Winkel zu den ausgelegten Dummies eine Markierung. Zuerst voranschicken, dann Markierung holen. Hat Biscuit beides super gemacht!

Den Abend verbrachten wir an der Grillhütte, wo uns unerbittlich der Nordsturm überfiel. Ein 42%iges Kräuterlikörchen. Aus sicherer Quelle wusste ich, dass man davon nicht mehr als 4 trinken sollte. Kleiner Revoluzzer der ich nunmal bin, hab ich natürlich 5 gezwitschert. Sonntag morgen stand fest: keine schnellen Bewegungen und nach Möglichkeit nicht bücken! Einziger Trost: ich war nicht alleine mit meinem Elend

Irgendwie schafften wir es trotz Kater, dort oben einige Dummies auszulegen. Die Hunde wurden davor auf dem Weg abgesetzt und 1x back nach oben geschickt. Anschließend aus weiterer Entfernung 1x voran.

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Nächste Steigerung: Zuerst fiel eine Markierung mit Schuss links vom Vertrauenspunkt in den Wald. Hund erst voranschicken, danach die Markierung holen lassen. Hier hat die Markierung ganz schön gezogen und ich musste Biscuit handeln, bekam die Dummies schlussendlich aber doch in der richtigen Reihenfolge.

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Wir bauten einen weiteren Vertrauenspunkt auf. Schwierigkeit: der schräge Geländeübergang und die vor dem Vertrauenspunkt liegende Weggabelung.

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Dann ging es richtig ans eingemachte: voranschicken, stoppen, links fiel nach dem stoppen eine Markierung, der Hund sollte aber nach rechts in den Hang auf ausgelegte Blinds geschickt werden. Danach nochmal auf den alten Vertrauenspunkt durchschicken. Biscuit hat hier einiges an Hilfe gebraucht, kam aber zum Erfolg.

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Ortswechsel. Im Wald legten wir an zwei Punkten gemeinsam mit den Hunden je zwei Dummies aus.

Hier…

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…und hier. Der Winkel zwischen den beiden Punkten betrug etwas mehr als 90°.

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Zunächst wurden die Hunde einzeln je 1x zu den Vertrauenspunkten geschickt, danach nochmals abwechselnd im 2er-Team.

Anschließend kamen die Hunde ins Auto und wir legten für jeden Hund ein Dummy an beiden Punkten nach. Die Hunde wurden einzeln aus dem Auto geholt und durften zunächst ein Treiben bestaunen. Das Treiben verlief von links nach rechts über die gesamte Breite der vorherigen Voranstrecken. 5 Leute, zwei Waffen, viele Dummies (wurden wieder aufgehoben), viel Brrrt-Brrrt, Jep-Jep, Krach ohne Ende. Nach dem Treiben sollten die Hunde wieder auf die Vertrauenspunkte vorangeschickt werden.

Als ich dort mit Biscuit stand und das Treiben an uns vorbeizog musste ich wirklich schmunzeln. Ich möchte nicht wissen, was Außenstehende manchmal von uns denken. Biscuit betrachtete aufmerksam aber ruhig die durch den Wald walzende Menschengruppe. Ausrichten, Hand raus, Luft holen, …. Biscuit zischt ab und steuert zuverlässig den Vertrauenspunkt an. Das „Voran“ schluckte ich wieder runter. Keks wieder da, ausrichten, Hand raus, v…(Keks startet durch)…oran. Biscuit war sich so sicher, dass sie nichtmal mein Kommando abwartete. Als ob nie ein Treiben stattgefunden hätte. Holla die Waldfee!

Dafür hatte Susi zum Abschluss noch eine Hammeraufgabe in petto. An dem großen Kringel wurde ein Blind beschossen. Danach fiel auf halber Strecke rechts vom Weg eine bequakte Markierung in eine Fichtenschonung. Zuerst sollte das Blind geholt werden, danach die Markierung. Der Winkel trieb mir die Schweißperlen auf die Stirn.

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Ich richtete Biscuit auf die Markierung aus und belegte diese deutlich mit einem „Nein!“. Ich drehte uns wieder zum Blind und „voran“. Biscuit blockierte. Nicht nur das, sie sah sogar demonstrativ nach links und zeigte leichtes Meideverhalten. Okeeee, das mit dem „Nein“ war demnach keine gute Idee. Das Blind musste nochmals beschossen und letztendlich gezeigt werden, damit sie wieder rausging. Die Markierung hatte sie nicht gut gesehen und brauchte auch hier wieder Hilfe. Keksi und ich zogen uns zurück, um die Aufgabe später nochmals zu arbeiten. Im zweiten Durchgang lief es zwar besser, aber ich muss ganz klar sagen: das war einfach ne Nummer zu groß für uns.

Alter Schwede, was für ein Wochenende! Biscuit war platt wie eine Flunder und von mir brauchen wir gar nicht erst reden… Nordsturm lässt grüßen!

Mein Fazit: Biscuit findet endlich zu ihrer alten Form zurück und wir hängen nun wieder an unserem alten Knackpunkt → Verleitungen! Sie geht sehr schön auf Blinds, solange zwischen Blind und Verleitung ein Winkel > 90° liegt. Alles darunter ist *mööööööp*. Geländeübergänge, rechts/links/back schicken bleibt auch weiterhin verbesserungswürdig. Was mir außerdem aufgefallen ist: ich hab mir meinen Stopp- und Suchenpfiff während der WT-Saison ziemlich runtergeranzt. Hier ist dringend eine Politur nötig.

Baustellen ohne Ende, aber stolz wie Sau! Was Biscuit an diesem Wochenende geleistet hat, war richtig klasse!

Vielen Dank an Susi für das anstrengende Wochenende, den Kater und das Aufzeigen unserer Grenzen   Außerdem Danke an alle Seminarteilnehmer für die tolle Stimmung und an Nadine für die Bilder vom Samstag! Bis bald!

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Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2013)

Noch nie hatte ich vor einer Anmeldung so viel gegrübelt wie bei diesem Seminar. Dabei ging es nicht darum, ob ich teilnehmen wolle. DAS war nach meinen Erfahrungen aus 2011 und 2012 klar wie Kloßbrühe. Die Preisfrage lautete: Melde ich Anfänger oder Fortgeschrittene? Keksi und ich sind momentan weder Fisch noch Fleisch. Irgendwie… doof. Biscuits derzeitige Ausfallerscheinungen machten es noch dööferöfer. Es müsste drei Gruppen geben: A (für Anfänger), F (für Fortgeschrittene) und H (für Hormonellas). Die könnte man noch unterteilen in AH (Anfänger-Hormonellas), FH (Fortgeschrittene-Hormonellas und H-VH (Hormonellas mit verpeilten Hundeführern). Laber-schwafel-sülz. Ich fasste mir ein Herz und meldete uns für die F an. Uuuuuääähhh!

Die Wiedersehensfreude mit Petra war groß und nahm mir sofort meine Bedenken. Egal ob A oder F (oder H-VH) → bei Petra fühle ich mich immer sehr gut aufgehoben. Wie jedes Jahr befragte Petra alle Teilnehmer nach bestimmten Wünschen/Baustellen, darunter z.B. die Fragen „Wie überprüfe ich, ob mein Hund die Kommandos „back, links, rechts“ verstanden hat? Mit welchen Übungen kann ich den Stopp-Pfiff festigen? Was tun, wenn der Hund blockiert/die Richtung der Hand nicht annimmt?“.

Biscuit und ich versuchten uns an der ersten Aufgabe. Zuerst fiel eine Markierung, die auch sofort geholt wurde. Für Biscuit kein Problem, sie nahm sogar den direkten Weg. Auf dem Rückweg fiel eine Verleitung, die sie schön markiert aber ignoriert hat.

2

Anschließend sollte ich sie voranschicken – auf ein Vollblind:

1

In der Zeit vor der Läufigkeit hätten wir das vllt. sogar geschafft, aber im Moment? Keine Chance! Sie ging zwar raus, ließ sich aber von den Leuten in der Wartezone irritieren und wollte dorthin. Ich holte sie 2x zuück und setzte neu an, ohne Erfolg. Erst als ein Geräusch gemacht wurde, ging sie korrekt raus. Die Verleitmarkierung holte sie anschließend problemlos.

Ein erstes Fazit: Biscuit nimmt meine Hand momentan nicht mehr richtig an und lässt sich schnell irritieren.

Im Vorfeld zur nächsten Aufgabe fragte uns Petra nach dem Wind und ich nutzte die Gelegenheit, um mich ordentlich zu blamieren. Ohne nachzudenken genau die falsche Antwort gegeben, sofort gemerkt und zurückgerudert, aber es war zu spääääääät. Jaja, der Wind, der Wind, das dämliche Kind… ob ich das jemals gebacken kriege, ist äußerst fraglich. Hust

An der Stelle, wo vorher die Markierungen gefallen waren, wurden heimlich Dummies ausgelegt. Bevor wir die Hunde dorthin voranschickten, fiel 90° rechts neben uns eine Markierung (leider kein Bild vorhanden). Zuerst voranschicken, dann die Markierung.

2a

Das Voran war noch gruseliger als im ersten Durchgang. Erst wollte Biscuit nicht rausgehen, dann wollte sie außenrum, dann wurde sie durch den Geländeübergang ausgebremst. Es gelang mir nur mit viel Hilfe, sie in gerader Linie zu den Dummies zu bekommen. Die Markierung hatte sie dafür noch sehr schön auf dem Schirm.

Nächste Aufgabe, gleicher Schauplatz. Zuerst fiel rechts neben uns wieder ein Mark, welches die Hunde sofort arbeiteten. Danach fiel einige Meter weiter hinten eine weitere Markierung, diese sollte erst später geholt werden. Stattdessen wurden die Hunde wieder auf den alten Punkt vorangeschickt und sollten ein Blind aus dem Geländeübergang holen. Danach die Markierung, anschließend nochmal durchschicken. Klar soweit?

2b

Erste Markierung – kein Problem. Zweite Markierung fiel, ich zählte innerlich bis 3, drehte Biscuit nach links und schickte sie voran. Diesmal ging sie sehr schön, reagierte am Geländeübergang sofort auf meinen Stopp-Pfiff und den anschließenden Suchenpfiff. Tschakka! Bei der zweiten Markierung hatte sie ihre Probleme. Sie ließ sich zwar von der alten Fallstelle der ersten Markierung nicht ausbremsen, hatte aber die zweite Fallstelle nicht mehr im Kopf und tanzte um den Helfer herum, bevor sie zum Erfolg kam. Beim durchschicken auf die alte Voran-Stelle fiel ihr hinter dem Geländeübergang ein, dass ich sie dort vorhin ins Stopp gepfiffen hatte und drehte sich zu mir um. Arm hoch „back!“ und schwupps, sie ging! Geht doch!

Bisher hatte ich beim Stopp-Pfiff immer darauf bestanden, dass Biscuit sich hinsetzt. Darauf soll ich laut Petra künftig verzichten – vor allem, wenn Biscuit sowieso schon von alleine fragt und sich zu mir umdreht. Mit dem Sitzen tackere ich sie unnötig fest, was einer der Gründe für ihre Blockaden sein kann

Nach der Mittagspause ging es weiter: Nachdem eine Markierung gefallen war, sollten die Hunde auf ein hinter dem Hügel ausgelegtes Dummy vorangeschickt werden. Danach wurde die Markierung geholt.

5

Biscuit hat eigentlich inzwischen gelernt, dass Markierungen tabu sind, wenn sie vorangeschickt wird. Eigentlich. In diesem Fall fiel die Markierung allerdings in einem (für unseren Trainingsstand) recht engen Winkel und zusätzlich auf Biscuits offener Seite. Es folgte ein klassischer keks´scher Antäuscher. Korrekt ausgerichtet starrte sie nach vorne… und bog auf mein „voran“ scharf links ab zur Markierung. Da musste auch Petra herzlich lachen. Ich bremste Biscuit mit einem „Nein“ aus, ging ein paar Schritte nach vorne und siehe da – Keksi fiel wieder ein, was „voran“ bedeutet. Das Mark war reine Formsache.

Wir widmeten uns dem korrekten Einsatz von Markierstäben und gleich einer Übung dazu. Es wurde ein Markierstab sichtig auf der Wiese platziert. Die Dummies lagen jedoch einige Meter weiter hinter dem Hügel. Noch ein paar Meter weiter saß versteckt meine Freundin Esther, falls einer der Hunde Hilfe brauchen sollte. Das Ziel: die Hunde am Markierstab vorbeizuschicken.

5a

Ich schickte Biscuit kurz vor dem Markierstab nochmal ein „vooooooran“ hinterher, was sie brav befolgte und zu den Dummies durchrannte. Sie verschwand hinter dem Hügel …. und blieb verschwunden. Öhm?!? *Kopfkratz*
Petra: „Nanu, wo bleibt sie denn?“
Ich: „Wahrscheinlich sagt sie Esther kurz hallo.“
Kurz darauf tauchten tatsächlich Biscuit und Esther gemeinsam auf. Biscuit hatte nicht nur Hallo gesagt, sondern wollte das Dummy bei Esther abgeben. Sie stand wedelnd und freudig grunzend vor ihr und drückte ihr das Dummy entgegen. Nachdem Ignorieren nichts brachte, zeigte ihr Esther den Weg zurück zu uns

Damit war das Thema „einweisen“ erstmal abgeschlossen. Wir widmeten uns den Markierungen, wie man das Marking verbessern kann und welche Rolle der Wind dabei spielt. Wind → mein Lieblingsthema *seufz*. Es folgte eine Team-Aufgabe, die im 2er-Team gearbeitet wurde.

Zuerst wurde eine Markierung mit dem Dummy-Launcher geschossen…

6

…danach fielen zwei weitere Markierungen – zuerst vorne links, dann hinten rechts (Fallstelle nicht sichtig):

7

Nachdem alle Markierungen gefallen waren, arbeitete ein Hund die Launchermarkierung. Während der erste Hund auf dem Rückweg war, wurde der zweite Hund auf die beiden anderen Markierungen geschickt. Anschließend die Aufgabe nochmal mit Rollenwechsel.

Biscuit wurde zuerst das Launchermark zuteil. Punktgenau markiert und schnell zurück. Kurz vor ihrem eintreffen bei mir wurde Flatfreundin Frieda auf die anderen Marks geschickt, was für Keksi nur einen kurzen Blick wert war. Feines Keksi! Rollentausch, alles nochmal von vorne. Biscuit wartete artig ab, bis Frieda mit dem Launcherdummy zurückkam und wurde von mir auf die beiden anderen Markierungen geschickt. Welche zuerst geholt wurde, war egal. Biscuit stoppte auf Höhe des vorderen Dummies, suchte… und musste pinkeln. Es war diesmal kein markieren oder Unsicherheit – sie musste tatsächlich. Als sie fertig war, schien sie jedoch ihren Auftrag vergessen zu haben. Sie sah mich an als wollte sie sagen „Was wollte ich nochmal hier?“. Lachen verkneifen, linke Hand raus, Suchenpfiff. „Ach genauuuuuuuu, da war ja was!“ Dummy gefunden, abgeliefert. Ich schickte sie erneut und sie ging ohne zögern direkt zur hinteren Fallstelle, fand und lieferte ab. Nach der Aufgabe war ich richtigrichtigrichtig stolz auf mein Mädchen!

Zum Abschluss kam der Dummylauncher (weiß) nochmal zum Einsatz, zusätzlich eine beschossene Verleitmarkierung (rot) auf dem Rückweg:

8

Biscuit hatte das Launcherdummy auf den Punkt, betrachtete auf dem Rückweg pflichtbewusst die Verleitung, kam aber ohne Umschweife zurück. Wow! Ich richtete sie auf die Verleitung aus und „apport“. Stark angefangen, stark nachgelassen. Biscuit bekam den veränderten Blickwinkel nicht gebacken und irrte ziellos herum. Ich stoppte sie, um sie nach links zu schicken. Biscuit stoppte, guckte und ging back. Ich wieder „tüüüt“, Biscuit plötzlich *schnüffel*. Es folgte in „Das hat sie ja noch NIE gemacht“-Moment → Biscuit knickte in der Schulter ein, rollte herum und wälzte sich auf irgendwas. Out of order. Bitte werfen sie eine Münze ein. Düüdüüdüü, kein Anschluss unter dieser Nummer. Ich staunte, lachte, staunte weiter, fing mich wieder und warf ein „Biscuit, APPORT!“ über den Acker. Schlumpfine rappelte sich auf, schüttelte sich und kam dank Helfer doch noch zum eigentlichen Ziel

Wir setzten uns zur Abschlussbesprechung zusammen und Petra sprach aus, was ich mir schon seit Wochen denke: „Das ist nicht der Hund, den ich kenne.“ Biscuit steht immer noch neben sich, weshalb man aus den gestellten Aufgaben kein wirkliches Fazit ziehen kann. Trotzdem habe ich viele wertvolle Tipps mitnehmen können und freue mich jetzt schon wieder auf nächstes Jahr, wenn wir wieder mit holländischem Akzent zum „Walk-Öp“ aufgefordert werden um die „Dömmies“ zu holen. Einfach herrlich!

Kategorien: Seminare | 2 Kommentare

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