Seminare

Working Mudpaws meets Angelika Evans

Lange geplant, sehnsüchtig erwartet: das 1. Working Mudpaws Seminar mit Angelika Evans stand an – und ich hatte ausgerechnet an diesem Samstag keinen einsatzfähigen Hund. Biscuit läufig – fällt aus! Muffin? Keine gute Idee… So sehr ich mir auch wünsche, wieder einmal mit Muffin ein Seminar zu besuchen – es geht einfach wegen der Arthrose nicht mehr. Mein Mufflon würde das sicher anders sehen und anfangs mit 360 km/h durch´s Gelände brettern, aber der Preis ist einfach zu hoch *seufz*.

Was tun? Absagen? Kam gar nicht in die Tüte! Ab ins Auto und mit-ohne Hund auf nach Burghaun, wo es zur Begrüßung ein megaleckeres Frühstück bei Ivonne gab. Erste Lektion des Tages: wenn man auf eine Cocktail-Tomate beißt, sollte man unbedingt den Mund vollständig geschlossen halten. Tüdeldü…

Frisch gestärkt ging es in den Wald, wo ich als Helfer und Kamerafrau fungierte. Mittendrin statt nur dabei! Hier ein kleiner Zusammenschnitt der „Working Mudpaws“ inkl. Special Guest:

Angelika entpuppte sich als sehr sympathische Frau mit einer angenehm beruhigenden Ausstrahlung. Geduldig beantwortete sie alle Fragen und gab jedem Team die jeweils passenden Tipps. Die Kernaussage war schnell klar: Dummy muss Spaß machen!!!

Den ausführlichen Seminarbericht könnt ihr hier nachlesen: 1. Seminar bei den Mudpaws

Ich habe von diesem Tag speziell folgendes mitgenommen:
– Ein Hund ist mit 2 Jahren immer noch ein junger Hund und jeder Hund sollte die Zeit bekommen, die er braucht.
– Fehler (wie zB das tauschen) sollten im Training provoziert werden, damit man sie abstellen kann und der Hund auch lernt zu verstehen, was und wann er etwas falsch macht.

Im Anschluss an das Seminar kehrten wir beim Italiener ein und ließen den Tag mit interessanten Gesprächen und lecker Essen ausklingen. Es war ein rundum gelungener Tag und ich möchte mich vor allem bei Ivonne für die Organisation und ihre Mühe bedanken! Haddu fein gemacht *kriegst nen Keks* 🙂

Einziges Manko waren die fiesen kleinen hessischen Stechmücken, die mir eine lustig zerbeulte Kopfhaut beschert haben. Ich habe zeitweise immer noch das dringende Bedürfnis, meinen Kopf in einen Eimer Fenistil zu stecken *aaaaaaaah!*

Die Moral von der Geschicht: vergiss die Kopfbedeckung nicht!

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Hula-Hoop mit Dieter Schorn

Samstag noch Helfer bei der Dummy A, Sonntag schon wieder im Auftrag der eigenen „Fortbildung“ unterwegs: die BZG Franken hatte Dieter Schorn zu einem Trainingstag eingeladen.

Den Samstag haben wir ganz gemütlich bei Karola zuhause ausklingen lassen und nach einer heißen Dusche ein gemütliches Bett vorgefunden. Esther und mir blieb damit die lange Heimfahrt und am Sonntag die lange Anfahrt nach Nürnberg erspart. Einigermaßen ausgeschlafen trudelten wir gegen 10 Uhr am Treffpunkt ein und ich freute mich über ein erneutes Wiedersehen mit Biscuits Züchterin Christine.

Ich hatte mich am Tag zuvor schon mit Christine unterhalten und ein wenig von unseren derzeitigen Problemchen berichtet. Sie appellierte an meine Geduld – ich soll Biscuit die Zeit geben, die sie braucht und uns nicht unter Druck setzen „Wenn du die Dummy A dieses Jahr nicht machst, dann eben nächstes Jahr oder auch gar nicht. Deine Züchterin erwartet das nicht!“ Uff… das tat gut! Danke für die klaren Worte!

Biscuit war übrigens völlig aus dem Häuschen, als sie Christine (nach ca. einem Jahr) wiedersah. KleinKeks krabbelte an ihr hoch und versuchte vergeblich durch kleine Hüpfer und Propellerantrieb einen fetten Schmatz in Züchter-Mamas Gesicht zu platzieren. Hach, da ging mir richtig das Herz auf…

Nach kurzer allgemeiner Begrüßung und Vorstellungsrunde legte Dieter Schorn einen Hula-Hoop-Reifen ins Gras und zauberte damit allen Teilnehmern ein grooooßes Fragezeichen ins Gesicht *wassndasnu?*! Tatsächlich sollte dieser Reifen Dreh- und Angelpunkt des Tages werden. Jede Aufgabe startete im Reifen und auch die Abgabe sollte im Reifen stattfinden.

Zunächst sollte jedes Team eine Einzelmarkierung arbeiten, damit sich Dieter ein Bild von uns allen machen konnte. Es sollte alles wie im Training gehandhabt werden. Da Biscuit derzeit ein klitzeklitzeklitzekleines *hust* bisschen zum Einspringen neigt, wurde das Dummy vom Helfer abgesichert. Doch sie blieb brav auf ihren vier Buchstaben sitzen, bis ich sie schickte. Alles wie im Training – also gab ich im heiligen Moment des „braune-Schnüt-auf-grünes-Säcklein-trifft“ sofort den Hier-Pfiff und präsentierte zeitgleich den heiligen Gral (in Fachkreisen auch als Tennisball bekannt). Ich tauschte Dummy gegen einen geworfenen Tennisball, den sie mir sonst immerimmerimmer sofort freiwillig zurückbringt – nur da nicht, das Frollein brauchte eine Extraeinladung *älläbääääätsch*.

Nachdem alle durch waren, hatte Dieter einiges zu erzählen. Er legt sehr viel Wert auf die Basics (z.B. Fußarbeit) und ist ein Fan des ruhigen, sachlichen Führens. Das klingt gut, ist aber – wie wir alle wissen – gar nicht so einfach. Hier ein paar Punkte, die er in diesem Zusammenhang angesprochen hat:

1. Er trennt strikt zwischen Triebarbeit und Gehorsamsarbeit und der Hund sollte das Dummy immer freiwillig bringen! Das bedeutet, dass man nicht sofort den Hier-Pfiff (= Gehorsam) geben, sondern den Hund lieber zum kommen ermuntern soll. Das Dummy nicht sofort abnehmen, sondern die Bewegung des Hundes mitnehmen – hierzu ein Beispiel, wobei evtl. auch die Bedeutung des Reifens deutlicher wird:

Hund ist mit dem Dummy auf dem Rückweg, der Hufü verlässt den Reifen und bewegt sich aufmunternd klatschend/lobend vom Hund weg. Sobald der Hund beim Hufü angekommen ist, wechselt der Hufü die Richtung und geht (weiterhin lobend) zum Reifen zurück. Der Hund wird hierbei automatisch im Fuß mit dem Hufü zurück in den Reifen gehen, wo man dem Hund schließlich das Dummy abnimmt.

2. Zwischendurch mal mit dem Dummy spielen, um den Trieb zu fördern

3. Zur Belohnung nicht immer etwas werfen, da der Hund sonst evtl. irgendwann anfängt es einzufordern. Stattdessen lieber variieren: mal werfen, mal gar nix, mal den Ball nur vor die Pfoten fallen lassen.

Nach diesen allgemeinen Punkten widmeten wir uns der Fußarbeit. Das wohl wichtigste hierbei: der Hund soll sich nach dem Hufü richten und nicht andersrum. Das ausrichten am Bein soll automatisch passieren, ohne dass man dabei ständig den Hund im Auge haben muss. Schauplatz der Übung war wieder der Hula-Hoop-Reifen.

Sitzt der Hund nicht korrekt – so wie hier…

…geht man ein paar Schritte rückwärts, bis dem Hund auffällt *mein rechter-rechter Platz ist leer, da wünsch ich mir mein Frauchen her“. In der Regel wird Hundi den Rückwärtsgang einlegen und sobald er sich wieder links neben einem einsortiert hat, geht man gerade nach vorne – bleibt stehen – Hundi setzt sich und sitzt im Idealfall automatisch gerade. Tut er das nicht, beginnt das Spiel von vorne, bis es klappt. Wichtig: den Hund nicht ansehen, sondern nur aus dem Augenwinkel beobachten. Natürlich sollte man das erstmal zuhause ohne Ablenkung trainieren. Endziel ist es, dass ein kleiner Schritt nach hinten ausreicht, um den Hund ohne großen Blickkontakt ausrichten zu können. Macht Sinn, wenn man bedenkt, dass man als Hufü auch aufpassen muss und wissen sollte, wo die Markierung gelandet ist.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich am Sonntag noch reichlich skeptisch war, ob das für Keksi und mich wirklich was ist. Biscuit zeigte mir nach einer Weile sehr deutlich, dass ihr dieses ständige nach hinten laufen zu doof ist *gelangweilt mitlatsch…*. Da ich die Grundidee aber mit ein paar Tagen Abstand gar nicht so schlecht finde (habe das „Endprodukt“ auch schon bestaunen dürfen), werde ich der Sache eine Chance geben – vorerst abends zuhause im Wohnzimmer.

Diese Übung zur Fußarbeit wurde gleich anschließend anhand einer Doppelmarkierung vertieft. Die Markierungen fielen mit Schuss im 90°Winkel und Dieter betonte, dass man sich bei einem korrekt ausgerichteten Hund das Handzeichen bei einer Doppelmarkierung sparen kann. Zuerst fiel die linke Markierung, dann ging man rückwärts raus aus dem Reifen und gerade auf die neue Richtung wieder rein, wo die rechte Markierung fiel. Links sollte zuerst geholt werden, also wieder das Reifentänzchen bis man sich nach links ausgerichtet hatte.

Biscuit machte einen langen Hals in die falsche Richtung und ich wartete artig ab, bis sie sich nach vorne auf das richtige Dummy konzentrierte. Ich schickte sie zum Apport und staunte nicht schlecht, als sie direkt vor meinen Füßen scharf rechts abbog *zzzzössssssssch* und zum falschen Dummy flitzte. Tarnen und Täuschen! Sie war so fix, dass der Helfer seine liebe Mühe hatte, um vor ihr am Dummy zu sein und es zu sichern. Am Ende bekam ich die Dummies doch noch in der gewünschten Reihenfolge. Gut Ding will Weile haben, gell?

*aufpassen und lernen*

Die nächste Aufgabe bestand aus einer Markierung und einem ausgelegten Dummy zum voranschicken. Zuerst fiel links die Markierung, dann wurde im 90°Winkel rechts davon ein Dummy ausgelegt. Hier wieder zum ausrichten das altbekannte Spiel: rückwärts raus aus dem Reifen und in gerader Linie zum jeweiligen Dummy wieder rein in den Reifen. Zuerst sollte man Voranschicken, danach die Markierung arbeiten. Zum einen trainiert man hierdruch die Merkleistung des Hundes und zum anderen bringt man den Hund in einen Konflikt – und erst wenn der Hund im Konflikt ist, beginnt er zu lernen.

Das Voran hat Keksi gut gemeistert, die Markierung hatte sie jedoch nicht mehr auf dem Schirm. In dem Fall kann man den Hund sitzen lassen und allein ein paar Schritte in die richtige Richtung gehen, oder nochmal zum Dummy gehen und ein Geräusch machen/nochmal aufheben und zeigen. Spätestens bei dieser Aufgabe zeichnete sich ab, dass dieses Hereinlocken durch Wegrennen bei Biscuit eher kontraproduktiv ist. Sie dreht dabei viel zu hoch und verfällt in wildes Gehoppse.

Als nächstes stand eine Markierung auf dem Programm, die mittels Dummylauncher geschossen wurde, was soviel heißt wie: verdammt hoch und verflucht weit! Die Aufsätze des Launchers waren relativ klein und es war sogar für den Menschen (der ja wußte von wo das Ding abgefeuert wurde) schwierig, die Flugbahn zu verfolgen. Aaaaaaaber – die Hundis markieren ja nicht nur mit dem Augen, sondern auch mit dem Gehör. Die Hunde hatten wirklich keine Chance die Flugbahn nachzuvollziehen, doch sofort nach Landung des Dummies ruckten die Köpfe in die richtige Richtung.

Biscuit hatte hervorragend markiert (ihre Lauscherchen sind schließlich groß genug – hihi) und trat mit Dummy den sofortigen Rückweg an. Diesmal rannte ich jedoch nicht weg, sondern ging in die Hocke – das kennt sie, damit krieg ich sie mindestens genauso schnell rein wie beim wegrennen – nur eben konzentrierter. Zur Belohnung durfte sie die Beute zu unserem Platz zurücktragen. Von Dieter gab´s ein dickes Lob und einen Tipp: das Hinhocken fand er sehr gut; ich solle jedoch mal versuchen, mich wieder aufzurichten und ein paar Schritte rückwärts zu gehen, wenn Biscuit noch ca. 2m von mit entfernt ist. Gute Idee, das testen wir gleich mal…

…beim Walk-Up, der letzten Aufgabe des Tages. Wir standen mit zwei weiteren Teams in der Line und erhielten die Anweisung, bei jedem Schuss ein paar Schritte rückwärts zu gehen, bis die Hunde sich wieder neben uns einsortiert hatten. Diese Fußübung diente in diesem Fall auch als Anti-Einspring-Training. Ich und eine weitere Teilnehmerin hatten dennoch Sorge, dass unsere Hunde einspringen, wenn ein anderer Hund arbeitet. Dieter hatte dafür eine perfekte Lösung parat und zeigte uns, wie man aus einer normalen Moxon auf die Schnelle einen Kurzführer bastelt. Eine Videoanleitung reiche ich euch in den nächsten Tagen noch nach.

Wir walkten los und es fielen zunächst zum Aufwärmen drei Schüsse, ohne dass ein Dummy geworfen wurde. Das Rückwärtsgehen war noch etwas holprig, da Biscuit bei jedem Schuss ein Weilchen brauchte, bis sie auf mich reagierte und wieder neben mir einparkte. Beim vierten und fünften Schuss fiel jeweils ein Dummy, was von Dieter selbst wieder eingesammelt wurde. Zwischen den Schüssen kam Dieter mit dem Dummy zu uns und jeder Hund durfte das Dummy kurz halten.

Biscuit hatte zu dem Zeitpunkt scheinbar schon abgehakt, dass sie heute nochmal dran sein könnte. Ich schob zwar zur Sicherheit einen Finger in die Kurzführer-Handschlaufe, aber sie zuckte nichtmal wenn die anderen beiden Hunde geschickt wurden. Als sie endlich an der Reihe war, ging sie auf mein erstes „Apport“ gar nicht erst raus, sondern saß wie versteinert neben mir. Sie sah mich an, als ob ich den Verstand verloren hätte *hä? wie jetzt? echt jetzt? darf ich? bist du dir sicher?*. Nochmal „Apport“ und diesmal ging sie. Man merkte ihr deutlich an, dass sie mit ihrer Konzentration am Ende war.

Frauchen auch, aber die kann sich eh nix merken, sondern muss alles mitschreiben…

Insgesamt war es ein interessanter Tag mit neuen Ideen, mit denen ich mich nun erstmal auseinandersetzen muss.

Kein Bericht ohne Danksagungen *smile*, deshalb Danke an Karola für die Übernachtung und Verpflegung, an Doris für die Organisation des Trainings, an Dieter für die vielen Tipps und Anregungen und meine Mitstreiter für den schönen unterhaltsamen Tag.

Und natürlich Danke an Christine für diesen tollen kleinen Keks, der mir einfach nur Freude macht!

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Vorbereitung Dummy A – Landmarkierung, Verlorensuche, Appell

Nachdem wir uns am Wasser ordentlich ausgetobt hatten, ging es weiter mit der Landmarkierung:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar (Flugbahn und Fallbereich), geworfen. Der Wurf des Dummys sollte stets in den Wind erfolgen.
(2) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Stück schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Am Wasser hatte André als Freigabesignal den Namen des Hundeführers genannt. Bei der Landmarkierung sollte dies nun über ein Antippen an der Schulter geschehen. Obwohl Andrés Bewegung sehr bedacht war, zuckte Biscuit sofort als sie die Bewegung mitbekam. Nach dem Antippen spuckte ich schnellstmöglich ein „Apport“ aus und kam gerade noch rechtzeitig. Eine Millisekunde später und Biscuit wäre eingesprungen. Uffza! Diesmal gab es kein Gekasper – Biscuit nahm direkt auf und kam zurück. Ok, fast – ein kleiner Bogen war leider dabei.

*dankeschöööööööööööön*

Laut André wären wir damit noch nicht durchgefallen, das einspringen war zwar haarscharf, aber gerade noch ok. Dafür und den leichten Bogen auf dem Rückweg hätten wir wohl so etwa 2 Pünktchen verloren.

Bei der Gelegenheit berichtete ich von unserem aktuellen Rückwegproblem und dem Druck der vergangenen Wochen. André bestätigte mich darin, es über den Tennisball auszubügeln und Biscuit entsprechend zu konditionieren. Während man anfangs noch deutlich sichtbar mit dem Ball spielt, sollten die Bewegungen mit der Zeit kleiner werden, bis man am Ende nur noch die Hand vor der Brust hält. So kann man später auch in Prüfungssituationen den Hund mit einer kleinen heimlichen Geste beim reinkommen schneller machen. Witzig, jetzt fällt mir auch wieder ein, dass ich den Tipp vor Jahren schonmal von Petra Soons bekommen hatte. Alzheimer lässt grüßen!

Nachdem alle durch waren, bekamen wir von André zum Thema „einspringen“ noch einige Hinweise. So kann man das Risiko deutlich minimieren, wenn man z.B. seine Hände in die Taschen steckt, um keine unnötigen Bewegungen zu machen. Auch das lose Gebaumel der Pfeife sollte vermieden werden.

Wir wechselten die Örtlichkeit und fanden uns am Rand eines kleinen Wäldchens ein, um die Verlorensuche zu prüfen.

(1) In einem Gelände mit geringer Deckung werden für Führer und Hund nicht sichtbar 10 Dummies ausgeworfen.
(2) Auf Anweisung des Richters wird der Hund zur Verlorensuche in das bezeichnete Suchengebiet geschickt.
(3) Der Führer kann sich entlang der Grundlinie des Suchengebietes bewegen.
(4) Der Hundeführer kann seinem Hund Kommandos geben, um ihn in dem bezeichneten Suchengebiet zu halten.
(5) Die Aufgabe wird durch den Richter beendet.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Uiuiui, das war vielleicht ein Sch… *ähem*. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich unsere gesammelten Klöppse noch alle zusammenkriege – von der Reihenfolge ganz zu schweigen.

Was ich sicher sagen kann: es war verdammt dornig in dem Wald!!! Allein auf dem Weg zum Suchengebiet dürfte ich mindestens 5 mal laut geflucht haben. Biscuit zog es nach wenigen Metern vor, in meinem Windschatten zu laufen *soll mal die Olle das Dornenzeugs abkriegen*. Auf Freigabe schickte ich Biscuit in die die Suche und sie kostete erstmal die komplette Tiefe des Gebiets (inkl. Abstecher auf das dahinterliegende Feld) aus. Doch bevor ich pfeifen konnte, war sie schon wieder im Suchengebiet, hatte ein Dummy und kam zurück. Ratet mal, was dann kam? Richtig – auf dem Rückweg getauscht *Überraschung!*.

Den Rest war eine Mischung aus Scheiße fressen, nach dem Anschiss planlos rumstehen und fragen bis hin zur Arbeitsverweigerung. Sie hatte komplett dicht gemacht und ich weiß nicht, wie oft ich sie aus der Suche rausgepfiffen habe. Wenigstens kann ich zu unserer Verteidigung sagen, dass das zurückpfeifen anstandslos geklappt hat. Ist ja schonmal was *hust*. Die Dornen scheinen auch nicht wirklich gestört zu haben.

Eigentlich wollte ich abbrechen, aber André meinte, dass sie wenigstens noch eins holen soll – positiver Abschluss usw. Wir bewegten uns am Suchengebiet ein Stück nach links und sie fand natürlich gleich zwei: eins zum tauschen und eins zum heimbringen *älläbätsch*. Zum Schluss gab ich drei Dummies aus der Suche bei den Helfern ab, obwohl ich mich nur an zwei erinnern kann. Den Rest hab ich wohl erfolgreich verdrängt… oder doch Alzheimer?

Dafür kann ich mich an den Appell noch recht gut erinnern:

(1) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter. Der Hund ist dabei unangeleint. Der Werfer geht in einiger Entfernung vor der Gruppe her. Die Position des Schützen wird durch den Richter bestimmt.
(2) Es werden insgesamt 2 Schüsse abgegeben sowie ein Dummy geworfen.
(3) Nach erfolgtem 1. Schuss und Wurf des Dummys bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(4) Hund und Hundeführer gehen gemeinsam mit dem Richter weiter.
(5) Nach erfolgtem 2. Schuss (es wird kein Dummy geworfen) bleiben Hund und Hundeführer stehen.
(6) Auf Anweisung des Richters schickt der Hundeführer den Hund zum geworfenen Stück.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Der Appell ging entlang des Waldrandes. Während wir außerhalb des Waldes entlangliefen, bewegten sich Helfer und Schütze parallel im Wald.

*da grinst die Anke noch*

Womit ich wirklich, wirklich, wirklich zufrieden bin, war unsere Fußarbeit. Biscuit lief schön eng am Bein und hatte die Nase nicht einmal am Boden. Nach Freigabe schickte ich Biscuit, die mal eben vollkommen ohne Plan im Wald verschwand und das Suchen anfing.

„Ok, sie hat null markiert – hol sie wieder zurück“ sprach die freundliche Stimme neben mir. Gesagt – getan. „Richte sie nochmal aus und schick sie wieder rein.“

Diesmal „durfte“ ich als kleine Hilfestellung einen Fingerzeig in die richtige Richtung dazunehmen (obwohl ich sicher genaus mies markiert hatte) und sie kam punktgenau am Dummy an. Blöd nur, dass das Ding mitten in den Dornen gelandet war. Sie versuchte es mehrmals mit der Schnauze und dann mit den Pfoten rauszukramen, aber es gelang nicht. Was macht Keks? Geht nachsehen, ob vielleicht noch irgendein anderes Dummy im Wald rumliegt *argh*. Auf meinen Rückruf reagierte sie mit pinkeln… Übersprung oder Markieren? Keine Ahnung – im Zweifel für den Angeklagten – zu dem Zeitpunkt war´s eh scho wurscht. Rausgeholt, angeleint, aus die Maus.

Wir setzten uns noch auf einen Kaffee zusammen und waren uns alle einig, dass wir uns auf die Fortsetzung des Seminars am 15.4. freuen. Es war ein wirklich toller Tag und ich möchte mich an der Stelle bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben – vor allem bei unseren beiden Helfern die immer wieder durch diesen dornigen Wald marschiert sind.

Ich war nach diesem durchwachsenen Tag trotzdem zufrieden. Unsere Baustellen haben sich bestätigt, aber ich weiß nun wie ich es angehen kann. Das wichtigste: meine innere Einstellung zu dem ganzen Dummykram passt endlich wieder! Darauf können wir nun aufbauen – mein Keks und ich…

Doch der Tag hatte noch ein Highlight parat! Als wir wieder zuhause waren, erzählte mir mein Mann eine wirklich haarsträubende Kamikazeköter-Geschichte. Hätten wir den Tatort nicht inzwischen nochmals besichtigt, würde ich es immer noch nicht glauben. Aber das ist eine eigene Story wert…

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Vorbereitung Dummy A – das Wasser

Gestern haben KleinKeks und ich an einem Vorbereitungstraining zur Dummyprüfung für Anfänger der BZG Franken teilgenommen. Da hier endlich wieder das Motto „Spaß statt Frust“ eingezogen ist, war die Vorfreude groß! Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns um 10 Uhr und die Gruppe bestand aus vielen bekannten Gesichtern, die ich schon vieeeeeeeeeel zu lange nicht mehr gesehen hatte. Trainer war André Pfannstiel, den ich zwar noch nicht kannte, aber über den ich vorher natürlich Erkundigungen eingeholt hatte, die sehr positiv waren.

Zuerst sollte jedes Prüfungsfach einmal unter „Realbedingungen“ abgefragt werden und im Anschluss gab es Analyse + Tipps.

Wir starteten mit der Einzelmarkierung Wasser:

(1) Nach Abgabe eines Schusses wird ein Dummy, für Führer und Hund deutlich sichtbar, in ein tiefes Gewässer, in dem der Hund schwimmen muss, geworfen.
(2) Der Ansetzpunkt muss von der Wasserkante entfernt liegen.
(3) Der Hundeführer darf den Hund erst auf Anweisung des Richters zum Dummy schicken.
(Auszug aus der Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies (APD/R) des DRC)

Unglaublich, aber wahr: das sollte gestern Biscuits erster „richtiger“ Wasserapport werden. Natürlich kann sie schwimmen und hat schon Sachen aus dem Wasser apportiert, aber in Verbindung mit Dummies hab ich mir das bisher verkniffen. Ich wollte nicht noch mehr Baustellen riskieren und war mir unsicher, wie ich das Wassertraining angehen soll. Daher war ich gespannt, wie es laufen würde. Wir starteten zuerst nur ein paar Meter von der Wasserkante entfernt und ich hab hiervon sogar ein Video für euch:

Für den zweiten Durchgang entfernten wir uns in die andere Richtung und standen ca. 50 Meter vom Ufer entfernt. Das Video ist leider nix geworden, aber im Endeffekt lief es genauso wie beim ersten Mal. Ha, stimmt nicht  – beim zweiten Mal ist Biscuit eingesprungen… Schuss fiel – Dummy fiel- Keks war weg… tschöööööö! Der Rückweg war wieder gespickt von schütteln und rumkaspern – sie hat den Ernst der Lage einfach nicht erkannt *lol*.

Nachdem alle 5 Teams durch waren, gab es die erste Lagebesprechung und André hatte eine Meeeeeeeenge zu besprechen:

Punkt 1: Für fast alle Teams gilt – Leinenführigkeit muss besser werden. Wer hinter dem Hund herfliegend beim Richter erscheint, kann sich gedanklich schon einige Punkte abziehen. Bei mir und Biscuit war das zwar nicht der Fall, dafür hab ich sie permanent korrigiert. Auch das: Schrott! Richtig wäre: deutliche Körpersprache, klare Kommandos geben und den Hund nicht permanent zuschwafeln. Weniger ist mehr!

Punkt 2: Das Ausrichten muss schneller gehen! Endziel ist es, dass der Hund sich automatisch mit einem dreht. Nebenbei sollen wir uns unsere „Korrekturkommandos“ abgewöhnen. Fuß ist Fuß – und nicht erst Fuß und dann nochmal aufs Bein klopfen oder „richtig“ oder sonstwas. André empfahl uns, das Training schwieriger zu gestalten. Nicht immer nur eine Markierung in eine Richtung werden, sondern in mehrere – damit der Hund lernt, dass er sich am Bein mitdrehen muss um alles mitzubekommen.

Punkt 3: Bei Markierungen kein Handzeichen geben – einfach aus dem Grund, dass dies vom Richter als Einweisen gewertet werden könnte. Gut, das betrifft mich selbst nicht, weil ich das eh nicht mache, aber evtl. interessiert es ja einen Leser 😉

Punkt 4: Das Ableinen am Wasser üben! Fast alle Hunde haben beim ableinen ungeduldig den Kopf nach hinten aus der Leine gezogen und dabei ihre Position verändert. Nicht gut!

Punkt 5: Es war Zufall, dass wir nur über einen kleinen Graben oder einen kleinen Umweg an den Startpunkt am Wasser kamen. Deshalb erklärte uns André bei der Gelegenheit, wie man beim Überqueren von Gräben oder Hindernissen richtig vorgeht: Hund absetzen lassen – zuerst selbst rüber gehen – dann den Hund zu sich rufen.

Punkt 6: Das Schütteln – in der Anfängerklasse noch kein Grund zum durchfallen, aber der Hund soll sich erst nach der Abgabe des Dummies schütteln. Klingt blöd, ist aber so. Schnellerklärung für die Nicht-Dummy-Bewanderten: Dummytraining ist das Nachstellen von Situationen aus der Jagd und das Dummy ist der Wildersatz. Nun stelle man sich vor, der Hund kommt auf der Jagd mit der angebleiten Ente aus dem Wasser und lässt sie fallen, um sich zu schütteln – bis der Hund mit schütteln fertig ist, hat die Ente sich möglicherweise schon aus dem Staub gemacht, um irgendwo qualvoll zu verenden. Nicht gut!

Punkt 7: Einspringen! André hat hierbei die besten Erfahrungen damit gemacht, wenn der Hund nach dem Einspringen nicht zum Erfolg kommt. Hierzu wird beim Wasserapport das Dummy mit einer Schleppleine gesichert. Hat man einen Helfer, kann dieser das Dummy schnell aus dem Wasser ziehen. Trainiert man alleine, könnte man das Dummy mit der Schleppleine evtl über einen Ast ins Wasser werfen und so selbst wieder rausziehen.

Punkt 8: Wenn man denn unbedingt einen Hier-Pfiff geben will/muss, sollte man erst dann pfeifen, wenn der Hund an Land ankommt – und nicht schon, wenn der Hund das Dummy im Wasser aufgenommen hat. Ähm ja… ratet mal, wer sich genau DA verpfiffen hat?

Wir gingen nach der Besprechung nochmal ans Wasser und jedes Team absolvierte einen Trainingsdurchgang zum Thema „am Bein drehen“ und „Nicht-schütteln“.

Für das Drehen gab es auch gleich ein Anti-Einspring-Einheit. Zuerst fiel eine Markierung ins Wasser (Dummy mit Schleppleine gesichert), dann sollte man sich um 90° drehen und es fiel eine Markierung an Land. Nochmal zum Wasser drehen, nochmal zur Landmarkierung etc. Die Hunde sollten dann letztendlich die Landmarkierung holen.

Biscuit sprang natüüüüüürlich bei der Wassermarkierung ein, aber der Helfer war schneller mit dem rausziehen, als sie schwimmen konnte. Blöd gelaufen, aber kein Hindernis – und so sprang KleinKeks bei der Landmarkierung eben auch noch ein. Wenn schon, denn schon! Halbe Sachen machen wir nicht.

Doch dann – Ende gut, alles gut – wie folgendes Bild beweist:

Geht doch, gelle?

Weiter ging es mit dem Anti-Schüttel-Training. André ist kein Fan davon, vom Wasser wegzurennen, sondern empfiehlt das Locken über ein Spielzeug. Sobald der Hund mit dem Dummy auf dem Rückweg ist, zeigt man an Land ein Spielzeug oder ein Quietschie, welches im Tausch gegen das Dummy geworfen wird. Ich war begeistert – diese Variante entspricht doch eher meinen grobmotorischen Fähigkeiten, als das wegrennen… der ein oder andere erinnert sich vielleicht an meine Bruchlandung beim Working-Mudpaws-Spaß-WT?

Trotzdem war die Koordination nicht so einfach, wie gedacht. Das fing schon damit an, dass ich das Dummy viel zu weit in den See warf und Biscuit erstmal ordentlich paddeln mußte, um ans Dummy zu kommen. „Beim nächsten mal nicht so weit!“ bekam ich zu hören. Ich nahm es zur Kenntnis, konnte die Information jedoch auf die Schnelle nicht richtig verarbeiten und warf beim zweiten mal genauso weit. Biscuit kämpfte sich zum Dummy und wieder zurück und wurde von André mit folgenden Worten empfangen: „Achja, dein Frauchen, gell…“ Schmunzel. Danach nahm er die Sache selbst in die Hand, rechnete jedoch nicht damit, dass Biscuit so gaaaaar keinen Anlass dazu sah, ihm das Spielzeug wiederzubringen. Hihihi…

Allen Widrigkeiten zum Trotz ging der Plan des „nicht-schüttelns“ jedoch bei allen Hunden auf! Genial!

Zu guter letzt bekam ich auch eine Antwort auf eine weitere „Wasser-Frage“, die mir schon lange im Kopf herumspukte. Wie kann ich Wasserapporte/das Nicht-Schütteln trainieren, ohne den Hund dabei völlig meschugge zu machen? Es braucht schließlich zig Wiederholungen, bis der Käse sitzt. Empfehlung: den Hund am besten über ein kleines (!) Gewässer apportieren lassen. Das hat zwei Vorteile: 1. fällt das *platsch* weg, was zwangsläufig jeden Retriever in den Wahnsinn treibt und 2. kann es einem auf einem WT durchaus passieren, dass man den Hund über das Wasser ans andere Ufer einweisen muss, während im Wasser eine Verleitmarkierung liegt. Dann ist es natürlich gut, wenn der Fokus des Hundes nicht ständig auf der Wassermarkierung liegt.

*durchschnauf*

Soviel zum Thema Wasser! Eigentlich wollte ich heute abend noch den kompletten Bericht schreiben, aber das Thema Wasser war doch umfangreicher als ich dachte. Oder schwafel ich zuviel drumrum? Wie auch immer – der Bericht über den restlichen Tag folgt in den nächsten Tagen (hoffentlich morgen). Vielen Dank für eure Geduld – Steadiness für Leser nennt man das wohl *g*

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Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld (2011)

Ein tolles und lehrreiches Wochenende liegt hinter uns und es wird langsam Zeit, dass ich euch auch davon berichte 😉

Ich hatte Biscuit und mich für ein Dummy-Anfänger-Seminar bei Petra Ritzerfeld angemeldet und war wirklich gespannt – und ich muss es zugeben – ein klitzekleines bisschen aufgeregt. Mein Training mit Biscuit drehte sich bisher fast ausschließlich um Grundgehorsam, eine ordentliche Grundstellung und Fußarbeit (auch im Hinblick auf die Begleithundeprüfung). Das einzige, was ich wirklich immer wieder trainiert hatte, war das Voranschicken… und selbst hier waren selten Dummies im Spiel, sondern meistens Futterschüsseln. Doch wie sagt Carolin immer? Das apportieren mußt du nicht trainieren – das kann sie! Stimmt…! 🙂

Meine Nervosität war sofort wie weggeblasen, als ich Petra Ritzerfeld am Samstag kennenlernte. Sie strahlt soviel positive Energie aus, dass man sich nur wohlfühlen kann. Petra befragte jeden einzeln über Trainingsstand und woran man gerne arbeiten möchte, bevor wir loszogen und uns im Gelände ein lauschiges Plätzchen für die Wartezone aussuchten.

Zuerst sollten alle Hunde einzeln gearbeitet werden, damit sich Petra selbst ein Bild über den Leistungsstand der Teams machen konnte. Wir pflanzten uns ins hohe Gras und sofort begann Biscuit damit, das Gras einen Kopf kürzer zu machen *mampf-mümmel-mampf*. Über die Grasfresserei in solchen Situationen hatte ich mir schon oft Gedanken gemacht und prompt ging Petra auf genau dieses Thema ein… Das Grasfressen dient dem Stressabbau und sofern nichts dagegen spricht (z.B. anschließendes kotzen oder Durchfall) soll man die Hunde ruhig machen lassen. Unter diesem Aspekt konnte ich auch gut beobachten, dass Biscuit immer entspannter wurde und letztendlich mit dem grasen auch recht schnell wieder aufhörte.

Unsere erste Aufgabe war eine Markierung. Wir standen am Waldrand und hangabwärts wurde eine Markierung in niedriges Gras (zwischen die beiden Bäume vor dem Haus) geworfen.

Petra erklärt die Aufgabe…

„Apport!“

Biscuit, die von Carolin auch schon „Pershing-Keks“ genannt wurde, flitze los…

Zu meinem Erstaunen hatte sie gut markiert, leider jedoch nicht genug Ausdauer. Sie kam in der Nähe der Fallstelle an, sah sich kurz um – und kam sofort zu mir zurückgesemmelt „Mama, das war falscher Alarm, da is nix!“

Ok, das war wohl nix… aber stolz war ich trotzdem. Sie hätte schließlich alles mögliche tun können: schnüffeln gehen, sinnlos umherrennen, die anderen Teams in der Wartezone überfallen – doch sie tat nichts dergleichen, nein… sie hatte nur eins im Kopf – auf schnellstem Weg zurück zu mir! *hach*

Um ihr ein wenig zu helfen, wurden die Dummies in weiße Socken gekleidet und siehe da – die nächsten beiden Markierungen waren ein Volltreffer. Während Biscuit auf dem Rückweg der zweiten Markierung war, wurde vom Helfer erneut ein Dummy auf dieselbe Fallstelle gelegt. Nun sollte ich Biscuit voranschicken…

*voran!*

Nachdem das so gut geklappt hatte, stand als nächstes ein weiteres Voran auf dem Programm. Wir drehten uns hangaufärts und an einem weißen Markierstab wurde mit Geräusch ein Dummy ausgelegt.

*voran!*

Meine kleine Maus meisterte auch das sehr gut und damit waren wir für´s erste entlassen.

Im zweiten Durchgang stand Teamarbeit auf dem Programm. Die fortgeschritteneren Anfänger arbeiteten Doppelmarkierungen (teilweise beide Hunde gleichzeitig) inkl. Voranschicken auf einen Markierstab. Für uns fiel die Aufgabe natürlich leichter aus. Aus der Doppelmarkierung wurde eine Einzelmarkierung und die Hunde arbeiteten nicht zeitgleich, sondern nacheinander und waren während des wartens angeleint.

Biscuit kam beim ersten Versuch wieder mit leeren Händen bzw. leerer Schnauze zurück *Mama, da lag schon wieder nix!“

Diesmal bekam ich von Petra die Anweisung, sie sofort zu schicken, nachdem das Dummy gefallen war…

*Pershing im Anflug*

…und TSCHAKKA!

*war ich gut oder war ich gut?*

Nach den Markierungen stand wieder ein Voran auf den Plan und Petra legte ein Dummy am Markierstab aus:

Zuerst durfte das andere Team arbeiten:

…dann waren wir an der Reihe „voran!“

„Suuuuuuuuuper!“

Petra lobte mich dafür, dass ich bei der Abgabe noch in die Hocke gehe. Das wichtigste ist, dass Biscuit freudig und schnell zurückkommt, die korrekte Abgabe kann man dabei erstmal getrost vergessen.

Nach der Mittagspause erklärte uns Petra den Aufbau des Suchenpfiffs. Ich setzte Biscuit hierzu auf dem Weg neben einem Grünstreifen ab und Petra kruschte mit einem Pocketdummy neben ihr im Gras, um den Pocketdummy dann dort zu verstauen. Ich gab den Suchenpfiff und machte eine kreisende Handbewegung Richtung Boden, woraufhin Biscuit sofort zu suchen begann und schließlich auch fand. Meine Hausaufgabe ist es nun, den Suchenpfiff verstärkt zu üben – Biscuit wird dadurch lernen, ausdauernder an einer Stelle zu suchen (und nicht gleich wieder zurückzukommen).

Der nächste Durchgang fand am Wasser statt *schluck*. Für Biscuit war jedoch erstmal warten angesagt, da zuerst die drei fortgeschritteneren Teams arbeiteten. Leider hab ich von diesen drei Teams nicht viel mitbekommen, weil meine volle Aufmerksamkeit bei Biscuit lag. Mit jedem *platsch* wenn etwas ins Wasser flog, ging ein leichter Stromschlag durch Biscuits Körper *brizzel*. Wahrscheinlich hätte ich sie mehr ablenken sollen, aber da sie vollkommen leise war, verlegte ich mich auf´s beobachten.

*platsch* – *brizzel*
*platsch* – *brizzel*
*platsch* – *brizzel*

Nach gefühlten Ewigkeiten waren die verbleibenden fünf Teams an der Reihe – und damit auch wir. Wir nahmen Aufstellung vor dem Wassereinstieg – in erster Reihe drei Teams, dahinter die anderen beiden Teams – zu denen auch Biscuit und ich gehörten.

Hier der Einstieg:

Man sieht uns beiden die Anspannung  deutlich an 😉

Es folgte für jeden Hund eine einfache Wassermarkierung inkl. Tipps, wie man das schütteln vor der Abgabe vermeiden kann.

Möglichkeit 1 – direkt am Ausstieg stehen oder wegrennen und Party machen, wenn der Hund aus dem Wasser kommt, um ihn mitzuziehen und er das schütteln vergisst.

Möglichkeit 2 – mit dem Hund zusammen ins Wasser gehen und Halteübungen machen.

Möglichkeit 3 – separate Halteübungen mit dem Ziel, dass der Hund das Dummy sogar festhält, wenn man ihm ein Leckerchen auf die Nase legt.

Vor allem bei jungen Hunden sollte man zuerst Möglichkeit 1 ausprobieren, da 2 und vor allem 3 mit großem Stress und Druck für den Hund verbunden ist.

Mein kleiner Keks schlug sich wirklich tapfer… bis zu einem bestimmten Punkt. Team 1 startete: *platsch – brizzel* – Team 2: *platsch – brizzel* – bei Team 3 war´s dann scheinbar zuviel *platsch – brizzel – WÖFF!* Himmel, bin ich erschrocken! Doch nach dieser kurzen Explosion war es auch wieder gut und bei Team 4 (*platsch -brizzel*) gab es keine weiteren Zwischenfälle – bestimmt auch dank dem „Leberwurst-Schnuller“ 😉

Mit dem Worten „den Wasserapport hat sie sich jetzt aber redlich verdient“ bat Petra uns nach vorne.

Den Einstieg meisterte sie überlegt aber problemlos. Ich bin wirklich froh darüber, dass Biscuit nicht so eine Kamikaze-Springerin wie Muffin ist – eine Sorge weniger!

*anfeuer*

naja… hat fast geklappt (wie sagt man so schön: kurz vor´m Scheißhaus zamgebrochen) 😉

Geschafft! *uff*

Wir wanderten weiter ins Gelände, wo Petra auf einer großen Wiese bereits Vorbereitungen für die nächste Aufgabe getroffen hatte. Alle Hunde durften nacheinander eine Markierung arbeiten, die mitten in einen Schwarm Locktauben geworfen wurde. Biscuit waren die Plastikvögeln nur einen kurzen Seitenblick wert und somit können wir vorerst auch dieses Thema abhaken. Braves Mädchen!

Die letzte Aufgabe des Tages hatte es in sich. O-Ton Petra: „Nun schicken wir Biscuit von der Grundschule gleich zum Abitur“.

Jeweils vier Teams standen in der Line:
– links von uns wurde unter einer Baumgruppe eine Markierung mit Schuss geworfen (die Locktauben waren ebenfalls wieder im Einsatz)
– vor uns fand im Wald ein Treiben (ebenfalls mit Schuss) statt; hier sollte der Hund zuerst mit „voran“ zum Wald und anschließend in die Suche geschickt werden
– rechts von uns wurde an einem Markierstab ein Dummy ausgelegt, auf das der Hund vorangeschickt werden sollte

Die Entfernung zum Wald war schon recht ordentlich (geschätzte 70-80 Meter). Das Gelände war halsbrecherisch, weil sich dort auf der Wiese wohl ein paar Wildschweine durchgeackert hatten. Ich hab leider vergessen, Bilder vom Gelände zu machen *seufz*.

Da einige von uns (auch Biscuit und ich) noch nie mit Schuss gearbeitet hatten, bekamen wir von Petra Anweisungen: sobald der erste Schuss fiel, sollten wir den Hunden entweder etwas zum tragen oder ein Leckerchen geben. Die Hunde sollten dabei möglichst stehen, damit wir die gesamte Körperhaltung sehen konnten. Es zeigte jedoch keiner der Hunde Unsicherheiten und so konnten wir loslegen.

Pro Durchgang arbeitete ein Team die Markierung, das nächste die Suche und wieder das nächste das Voran; der vierte Hund hatte Leerlauf. Es sollten jedoch alle Hunde am Bein ebenfalls zur entsprechenden Aufgabe gedreht werden. Hier muss ich Biscuit wirklich mal über den Klee loben! Trotz der Schüsse, der Ablenkung durch die anderen Hunde und die extremen Löcher im Boden, hat sie sich anstandslos und punktgenau am Bein drehen lassen. Auch von Petra gab es im Laufe des Tages ein dickes Lob dafür, wie schön Biscuit am Bein sitzt 😀

Die Markierung war überhaupt kein Problem: Biscuit ist rausgeflitzt, hat gut markiert, kurz gesucht, die Tauben links liegen lassen, gefunden und kam sofort zurückgeflogen.

Dann der Wald… Das Treiben war zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Weile her und kurz vorher wurde von einem anderen Team die Markierung gearbeitet. Petra fragte mich, ob ich nochmal ein Geräusch im Wald haben möchte, bevor ich sie schicke? Ich überlegte kurz und verneinte. Ich war der Meinung, sie schafft das – denn 1. haben wir das Voran bereits viel trainiert und 2. hatte sie die anderen Hunde dort auch schon hinrennen sehen.

Ich ging ein paar Schritte Richtung Wald, richtete Biscuit aus – kurzes fokussieren – und „Voran!“ Ich traute meinen Augen kaum… dieser kleine Hund ging sowas von schnurgerade raus und brezelte so zielstrebig zum Wald, dass ich jetzt noch Gänsehaut kriege! Am Wald angekommen rief ich „such“ und sie tat, wie ihr befohlen. Leider hat sie noch nicht viel Erfahrung in der Suche und wollte sich auch vom Helfer nicht helfen lassen. Sie ignorierte den netten Mann einfach – da könnt ja schließlich jeder kommen! *schmunzel* Sie suchte für ihre Verhältnisse recht lange, kam letztendlich jedoch nicht zum Erfolg. Sie brach die Suche ab und kam zu mir zurück – mit altbekanntem Blick *sorry, aber da war nix!*. DAS war natürlich sehr ärgerlich, wo sie doch so viel Vertrauen in mich gesetzt hatte, ließ sich aber nicht ändern. Petra nahm die Sache nun selbst in die Hand und postierte sich im Wald. Ich schickte Biscuit erneut und diesmal klappte es – dank Petra – auch. Muss ich noch erwähnen, dass ich danach gefühlte 3 Meter größer war? 😀

Das Voran auf den Markierstab lief dann wieder wie am Schnürchen. Petra stellte sich hilfsweise als zusätzlichen „Fixpunkt“ an den Stab, allerdings ohne Geräusch oder sonstige Handlungen – das Dummy lag schon vorher.

Damit war es geschafft!

Petras Fazit: Biscuit ist sehr gehorsam, sehr triebig und völlig hemmungslos! Wir sollen nun verstärkt am selbständigen Arbeiten (Suchenpfiff) arbeiten und ansonsten – einfach weitermachen!

Mein persönliches Fazit: Es war ein genialer Tag und ich kann ein Seminar bei Petra Ritzerfeld nur empfehlen! An dieser Stelle auch ein dickes Danke an die Organisatoren!

Zu Biscuit fällt mir nur eins ein: es macht sooooo viel Spaß, mit ihr zu arbeiten! Dieser kleine braune Hund ist einfach ein Schatz – MEIN Schatz 😉

Am Sonntag war ich spontan als Helfer für die Fortgeschrittenen vor Ort und bekam zusätzlich die Gelegenheit, mit Biscuit nochmal ans Wasser zu gehen – als Zuschauer! Biscuit war am Samstag bis auf den einen kurzen Beller absolut still gewesen aber ich dachte mir, ein bisschen warten schadet nicht. Man merkte sofort, dass Biscuit angespannter war als noch am Tag zuvor – schließlich wußte sie jetzt, worum es ging. Deshalb übte ich mit ihr abwechselnd das Ablegen, Blickkontakt und ein bisschen Fußlaufen, um ihr die Anspannung zu nehmen. Sie wurde zunehmend ruhiger und war gegen Ende relativ entspannt. Ich bin froh, dass ich diese Chance nutzen konnte um ihre Erwartungshaltung am Wasser wieder nach unten zu schrauben.

Wenn´s nach mir ginge, könnten wir jedes Wochenende so ein tolles Seminar machen 😉

Kategorien: Seminare | 6 Kommentare

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