Schnuppern in Hessen

Am vergangenen Wochenende war es (schon wieder) soweit… Biscuit & ich starteten in der Schnupperklasse beim WT Lake & Land. Schon wieder nach Hessen? Wenn das so weitergeht, sollte ich über eine doppelte Staatsbürgerschaft nachdenken 🙂

Damit ich mich nicht am Prüfungstag mit 2,5 h Anfahrt herumschlagen mußte, gewährte mir Ivonne (die ich bereits letzte Woche beim Spaß-WT der Working Mudpaws kennenlernen durfte) eine Nacht Asyl. Völlig entspannt trudelte ich am Samstag gegen 19 Uhr in Burghaun ein. Völlig entspannt? Neja, nicht ganz… ehrlich gesagt war ich schoooon ein bisschen uffjerecht – und war damit bei Ivonne (die mit Fiene in der A startete)  in bester Gesellschaft!

Wie gut, dass Ivonne für eine Ablenkung der Extra-Klasse gesorgt hatte: ein Easy Camp Wurfzelt… Da sie sich nicht sicher war, ob an diesem heißen Wochenende ausreichend Schattenplätze im Gelände wären, war das sicher eine sinnvolle Anschaffung. Aufgebaut ist das Teil auch tatsächlich in wenigen Sekunden. Das abbauen ist wieder eine andere Geschichte *hust*

Nach mehr als einer Stunde biegen, falten und Demo-Videos wälzen hatten wir das Zelt endlich wieder in der Verpackung – und Bauchschmerzen vom lachen! Auf Ivonnes Frage, ob sie das Teil denn wirklich mitnehmen soll, gab es nur eine Antwort: „Wenn du möchtest, dass sich nach dem WT jeder – aber auch wirklich jeder! – an dich erinnert… dann nimm es mit!“ 😀

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht wurde ich kurz nach 6 von Ivonne geweckt und ich bekam gleich den ersten Schreck. Biscuits linkes Auge hatte am Abend zuvor schon leicht getränt und sah fürchterlich aus. Knallrot und leicht eitriger Ausfluss. Na toll 😦 Einen zweiten Schreck gab´s auch noch – zum Glück hab ich davon jedoch nichts mitbekommen. Während ich im Bad war, ging Ivonnes Mann mit dem Hunden (inkl. Biscuit) kurz um die Ecke. Biscuit erledigte ihr Geschäft und war plötzlich verschwunden. Sie war allein wieder zum Haus gegangen, wo sie sehnsüchtig vor der Tür saß  „Mami???“.

Um halb 9 erreichten wir das WT-Gelände und der übliche Wahnsinn begann. Wir meldeten uns an, nahmen unsere Startnummern in Empfang (wieder die 17!) und nach der offiziellen Ansprache ging es los. Der große Unterschied zu unserem letzten Schnupper-WT bestand darin, dass diesmal Punkte vergeben wurden. Pro Aufgabe konnten maximal 20 Punkte erreicht werden.

Aufgabe 1 (Richterin Heike Eberhardt)

Markierung auf einem schmalen Waldweg, der parallel zu einem großen See verlief. Rechts neben dem Weg war direkt das Wasser (Entfernung etwa 3 m *grusel*). Der Helfer stand links vom Weg am Hang hinter einem Baum. Entfernung der Markierung ca. 10 m.

Während wir in der Wartezone (die aus Platzmangel ebenfalls auf dem Waldweg neben dem See lag) auf unseren Einsatz warteten, warfen die Bäume um uns herum mit Eicheln. Einige davon landeten in regelmäßigen Abständen direkt vor Biscuits Nase im Wasser *platsch* Pause *platsch* Pause *platsch*. Oh man… das Wasser bereitete mir wirklich Sorgen! Ich sah Biscuit im Geiste schon mit dem Dummy im Wasser verschwinden.

Meine Sorge war unbegründet. Schuss, Markierung, Freigabe. Biscuit ging direkt zum Dummy, nahm auf, kam zurück und ließ das Dummy kurz vor mir fallen, weil sie was in die Nase bekommen hatte (später erfuhr ich, dass sie nicht die einzige war). Sie nahm das Dummy allerdings sofort wieder auf *da war doch noch was* und gab es in die Hand ab.

Ergebnis = 15 Punkte

Fazit: Biscuit lässt sich immer noch zu leicht von anderen Gerüchen ablenken. Erstaunlicherweise tritt das Problem hauptsächlich bei solch kurzen Entfernungen auf. Egal – das muss trainiert werden.

Aufgabe 2 (Heike Rohm)

Startpunkt auf einer halbhohen Wiese. Von dort aus lief man mit der Richterin ca. 15 m zum Wiesenrand. Dort ließ die Richterin sichtig ein Dummy fallen. Umdrehen und zurück zum Startpunkt. Der Helfer gab noch einen Schuss ab und nach Freigabe sollte der Hund vorangeschickt werden. Man hatte bei dieser Aufgabe die Wahl, ob man den Hund frei bei Fuß oder angeleint führen möchte. Wählte man die angeleinte Variante, gab es jedoch gleich 10 Punkte Abzug *weia!*

No Risk – no Fun! Ich entschied mich gegen die Leine und wir liefen los. Nach wenigen Schritten entdeckte Biscuit den Schützen, der unter einem Baum im Schatten stand. Das Fuß-Kommando war vergessen und Biscuit lief in Richtung Schütze, um sich das genauer anzusehen. Als sich der Schütze auch noch bewegte, bekam sie endgültig das gruseln und lief einen grooooßen Bogen um uns. Ich bekam noch eine zweite Chance, aber auch die ging in die Hose, der „schwarze Mann“ hatte KleinKeks völlig aus der Bahn geworfen. Letztendlich leinte ich Biscuit doch an.

Wir gingen zusammen den vorgesehenen Weg, die Richterin legte das Dummy aus und Biscuit sah mich mit großen Augen an, als wollte sie sagen „achsoooooo! – darum geht´s! – deshalb steht der Typ da!“ Der Rest war Formsache. Wir gingen zurück, ich leinte ab, richtete Biscuit aus und „voran!“. Sie ging in gerader Linie raus, nahm auf, kam zurück, Abgabe in die Hand. Olé!

Die Richterin meinte, es wäre wohl doch besser gewesen, ich hätte mich von Anfang an für das anleinen entschieden. In dem Fall hätte ich wenigstens noch die 10 Punkte bekommen, da die Aufgabe selbst super gewesen wäre. Leider war Biscuit jedoch vorher 2x „out of control“ und deshalb bliebe nur eine 0 übrig. Das stimmt zwar, allerdings hätte ich dabei nichts gelernt und darum geht´s doch eigentlich?! Das sagte ich auch der Richterin, die mich daraufhin für meine Einstellung lobte und mit statt einer Null einen Ehrenpunkt gab 🙂

Ergebnis = 1 Punkt!

Fazit: Ich bin schon ein bisschen enttäuscht über die vermasselte Aufgabe, kann Biscuit aber keinen Vorwurf machen. Wer weiß, inwiefern das entzündete Auge hier eine Rolle gespielt hat. Dass sie sich aus dem Fuß gelöst hat zeigt mir außerdem, dass das Fußlaufen noch nicht zu 100% bei jeder Ablenkung funzt. Jedenfalls werden in Zukunft öfter mal seltsame Dinge auf der Wiese stehen, wenn wir trainieren *ggg*. Ideen hab ich dazu schon! Trotzdem freu ich mich, dass das voranschicken so super geklappt hat. Hier sieht man, worauf der bisherige Schwerpunkt im Training lag.

Aufgabe 3 (Walter Lickes)

Man startete an einem Pfosten auf der Wiese und ging mit dem Hund frei bei Fuß ca. 10 m zu einem 2. Pfosten, wo man stehen blieb. In 10-15 m Entfernung fiel eine Markierung in einen Bach, der quer vor dem Team verlief. Die Flugbahn des Dummies war sichtig, die Fallstelle nicht.

Hier lief es wieder besser – im wahrsten Sinne! Biscuit lief wirklich superschön Fuß und war hochkonzentriert. Wir stoppten, Schuß und Markierung fielen, Freigabe, „Apport!“. Biscuit hatte super markiert, nahm auf und kam zurück. Leider ließ sie das Dummy nach 3 Metern fallen (ob sie sich geschüttelt hat, weiß ich nicht mehr) und der Richter gab mir Anweisung „mach mal so richtig Party“. Sie nahm das Dummy auch sofort wieder auf und kam zurück.

Der Richter lobte unsere Fußarbeit und dass ich Biscuit so ruhig und konzentriert führe. Er gab mir den Tipp, bei Wasserapporten immer ordentlich Party zu machen und wegzurennen; der Hund soll dadurch das Dummy und das Schütteln vergessen.

Ergebnis = 17 Punkte

Fazit: Geht doch! 🙂

Aufgabe 4 (Ulrich Küppers)

Die Aufgabe spielte sich wieder auf einem Waldweg ab. In ca. 20 m fiel zuerst eine Markierung mit Schuss, danach warf der Richter mit „brrrt“ ein weiteres Dummy ca. 3 m neben uns in den Graben. Zuerst sollte der Hundeführer das Dummy selbst aus dem Graben holen und danach den Hund auf die zuerst gefallene Markierung schicken.

Man hatte wieder die Wahl – angeleint (hier nur 5 Punkte Abzug) oder nicht. Ich entschied mich erneut gegen die Leine. Biscuit blieb auch schön sitzen als die erste Markierung fiel. Auch das zweite Dummy juckte sie nicht. Als ich mich zu ihr drehte und „bleib“ sagte, um das Dummy aus dem Graben zu holen, wirkte sie sogar ein bisschen gelangweilt „Das Spiel kenn ich schon, verarschen kann ich mich alleine…“

Nachdem ich das Grabendummy beim Richter abgeliefert hatte, erhielt ich die Freigabe vom Richter und schickte Biscuit, indem ich mit dem Finger Richtung Markierung zeigte und „Apport“ sagte. Größenwahn lässt grüßen! Oder mit den Worten des Richters „immer diese Optimisten“ 😉

Denn Biscuit lief nicht zur Markierung, sondern zur Grabendummy-Fallstelle *vielleicht liegt hier ja noch eins?* Das erste Dummy hatte sie scheinbar schon wieder vergessen.

Ich holte sie zurück und der Helfer hob das Dummy wieder auf und warf es mit einem Geräusch erneut vor sich auf den Waldweg. Nochmal „apport“ und diesmal ging Biscuit raus. Interessanterweise lief sie nicht direkt zum Dummy, sondern in einem kleinen Bogen am Waldrand entlang . Es war ihr scheinbar nicht geheuer, sich dem Helfer (der direkt hinter dem Dummy stand) frontal zu nähern. Trotzdem nahm sie es ohne Zögern auf und kam schnell zurück – ein bisschen zu schnell. Sie wollte mit dem Dummy zwischen mir und dem Richter durchlaufen, also streckte ich schnell die Hand aus und nahm ihr das Dummy im laufen ab.

Der Richter bemängelte zwei Dinge: 1. hätte ich Biscuit beim ersten Versuch lieber voranschicken sollen, da sie das zweite Dummy nicht mehr auf dem Schirm hatte und 2. die Abgabe. Ich soll den Hund kommen lassen und nicht sofort nach dem Dummy grabschen. Wie sagte er so schön: „Der Hund wird mit dem ausspucken immer schneller sein, als der Führer nach dem Dummy greifen kann!“ Jo, stimmt…

Ergebnis = 13 Punkte

Fazit: Erst denken – dann den Hund schicken! Und bei der Abgabe verstärkt darauf achten, dass ich meine Griffel unter Kontrolle behalte *arghs*.

Aufgabe 5 (Hatice Celik)

In einem Wald mit Totholz wurde von den Helfern ein Treiben simuliert. Viel Krach, 2 Schüsse, es fielen insgesamt 4 Dummies. Ein Dummy sollte geholt werden.

Biscuit verfolgte mit Spannung das Treiben und die fliegenden Dummies, war aber schön steady. Auf Freigabe ging sie ab wie ein Zäpfchen und….? 2x dürft ihr raten! Richtig – sie tauschte *himmelarschundzwirn*. Als ich das tauschen sah entfuhr mir ein „oooochnööööö“, woraufhin die Richterin mich fragte „was ist denn?“ Zwischen Richterin und Biscuit stand ein Baum, weshalb die Richterin das tauschen scheinbar nicht gesehen hatte. Aber wer A sagt, muss auch B sagen und so antwortete ich „sie hat getauscht“. Dafür war die Abgabe diesmal wieder vorbildlich.

Ergebnis = 15 Punkte (für die ich mich auch ganz artig bedankt habe!)

Fazit: Einfach mal die Klappe halten und dem Richter nicht alles verraten! *kicher* Und ganz wichtig: Anti-Tausch-Training! Dringend!

Gesamtergebnis: 61 von 100 möglichen Punkten

Sicher keine Glanzleistung, aber ingesamt bin ich trotzdem zufrieden. Biscuit hat trotz Matschauge gut mitgearbeitet und für meine Fehler kann sie ja nix 😉

Wir hatten viel Spaß und haben viel dazugelernt – und genau darum geht es letztendlich! Ein Team sein!

Im Vergleich zum Schnupper-WT vor 6 Wochen haben wir uns sogar schon verbessert. Wir haben in den letzten Wochen mit Erfolg die Steadiness und die Abgabe trainiert. Das Tauschen werden wir als nächstes angehen. Eile mit Weile!

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal ganz, ganz herzlich bei Ivonne bedanken, die mir Unterschlupf gewährt hat. Außerdem auch bei meiner Trainingskollegin Esther, die mich mit Muffins versorgt und mir den ganzen Tag Gesellschaft geleistet hat. Nicht zu vergessen meine netten Mitstreiter: Nadine mit Nele und Mandy mit Butch – sowie unsere moralische Unterstützung: Jens, Daniela und der Molch! Danke euch allen! Ohne euch wäre das Wochenende gar nicht möglich bzw. lange nicht so lustig gewesen!!!

Die WT-Saison ist damit für dieses Jahr beendet und jetzt heißt es erstmal durchschnaufen. Uffz! 🙂

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Kategorien: Prüfungen/Workingtests | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Schnuppern in Hessen

  1. Schöner Bericht. Bei Aufgabe 2 und 3 hab ich ja zugeschaut. Wenn der Kerle im Schatten nicht gewesen wäre, hätte sie die 2 auch super erledigt. Ich fands sehr faszinierend, wie entspannt der Keks war.
    War ein sehr schöner Tag mit Euch!

  2. Das hört sich doch prima an! Menschen, die unerwarteterweise im Wald oder auf Wiesen herumstehen, scheinen recht viele junge Hunde auch mal zu irritieren, das habe ich in letzter Zeit immer öfter gehört. Also abhaken und weiter. So wie es sich anhört, hattet ihr zwei ohenhin in erster Linie wieder jede Menge Spaß – perfekt!

  3. Wirklich ein schöner Bericht und die Franken-Mädels bekommen jederzeit wieder Asyl bei uns 🙂 Schade halt nur, dass man sich den ganzen Tag nicht sieht. Aber wenn wir dann mal alle zusammen in der A starten ….. dann werden wir die Weltherrschaft an uns reißen :-))))

  4. Schnupperworkingtests sind überhaupt das allerschönste, grade für den Einstieg. Da sieht man erstmal wie mn seinen Hund unter Anspannung manipuliert 😀
    Ich hab mich nicht nur einmal drüber geärgert nur einen einzigen Schnupper WT gelaufen zu sein .
    Schön dass ihr so viel Spaß dabei hattet. Ich hoffe wir starten nächstes Jahr mal zusammen *hoff*

    Und wie ich schon immer zu sagen pflege: Ihr habt euch verdient – ganz ehrlich!
    LG Knutscha an die Mädels !!!

  5. Danke euch 🙂
    Ich hoffe doch, dass wir nächstes Jahr gemeinsam die A rocken 😉

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