1. DogWhistler-Weihnachts-WT (F)

Eigentlich hatte ich gedanklich mit dem Dummykram für dieses Jahr schon völlig abgeschlossen. Aber da war noch was, nämlich der interne Weihnachts-WT unserer Trainingsgruppe mit Rainer Kern. Meine Motivation, mich morgens aus dem Bett zu quälen, sinkt direkt proportional zu den Außentemperaturen. Sonntag morgen hatte es 1° C. Klar soweit?

Die Stimmung stieg spätestens bei der Anmeldung. Es wurden keine Startnummern zugeteilt, sondern man durfte diese selbst aus einem kleinen Haufen nummerierter Schnapsfläschchen ziehen.

Na denn: Schnaps rein, Nummer ran, los ging´s!

f10

Wir waren insgesamt 12 F-Starter, aufgeteilt in 3 Gruppen, bei jedem Richter wurde eine Doppelaufgabe gestellt. Die nachfolgenden Entfernungsangaben sind mit GoogleEarth gemessen, allerdings ohne Gewähr, da die genauen Startpunkte und Fallstellen nur schlecht einzuschätzen waren.

Station bei Rainer Kern

Die erste Aufgabe bestand aus einer Markierung und einem beschossenen Blind. Der Helfer (H) stand auf der platten Wiese und warf die Markierung (M) in einen mit Altgras und Bäumen bewachsenen Graben, hinter dem ein kleiner Hang auf einen Waldweg führte; danach schoss der Helfer in Richtung Blind, welches an einer Waldecke lag. Nach Freigabe sollte zuerst das Mark geholt werden und anschließend ohne weitere Freigabe das Blind. Entfernung zum Mark ca. 40m; zum Blind ca. 70m.

RK-1a

„Ach wie nett“ dachte ich, als das Mark flog. Das Dummy rumpelte gegen einen Baum und plumpste hörbar in den Graben. Eigentlich hätte Biscuit das im Schlaf gekonnt. Uneigentlich lag ich damit völlig daneben. Das Blind wurde beschossen, wir wurden freigegeben und ich schickte Biscuit zum Apport. Keks sauste über die Wiese, straight zur Fallstelle, über den Graben, den Hang hoch auf den Waldweg. Öh? Tüüüt! Da fiel´s mir wieder ein… wir hatten genau diese Situation (Dummy prallt unterwegs gegen Baum) neulich im Training. Biscuit rafft nicht, dass die Flugbahn des Dummies unterbrochen wird und berechnet diese im Geiste weiter. Tjanü, macht ja nix. Für solche Fälle gibt´s ja meine Pfeife und mich, die Oberpfeife.

Ich holte Biscuit wieder runter – Suchenpfiff am Graben. Biscuit rennt weiter. Stopp – Back – Suchenpfiff. Biscuit stoppt, dreht um und rennt weiter. Stopp – Hier – Suchenpfiff. Biscuit kommt näher, stoppt, guckt blöd. Links, rechts, vor, zurück. Hinter mir hörte ich Rainer (offensichtlich in Ermangelung eines Snickers *wenn´s mal wieder länger dauert*) eine Zigarette anzünden. Immer und immer wieder schickte ich sie in den Fallbereich, doch anstatt zu suchen hoppelte die Trulla einfach weiter. Die Stimme aus dem Hintergrund verkündete: „Du solltest jetzt langsam mal…“ Jaaaahaaa, unter Druck arbeite ich besonders gut *knirsch*. In einem letzten verzweifelten Versuch schickte ich den Keks wieder rein und rief „such-such“. Zack, auf einmal ging die Nase runter, es raschelte, gefunden. Alta Vatta!

Ich wischte mir gedanklich die Schweißperlen von der Stirn und richtete uns auf das Blind aus. „Voran!“. Auf Höhe des Helfers drohte der Keks langsamer zu werden, also gab ich ihr noch ein zweites „Voran!“ mit auf den Weg. Sie nahm das pushen gut an, lief direkt auf die Waldkante, bekam sofort Wind und fand. Hui-ächz.

→ 6 Punkte

Es ging nahtlos weiter mit der nächsten Aufgabe. Man drehte sich herum und blickte auf einen kleinen Wall, auf dem ein Weg entlangführte. Unten am Wall befand sich ein schmaler Altgrasstreifen. Vor uns in ca. 10 Metern Entfernung prangte ein rotes Bändchen im Altgras. Irgendwo zwischen diesem Bändchen und der weiter links befindlichen Brücke befand sich ein Blind im Altgras. Die Hunde sollten auf gar keinen Fall über den Wall gehen.

RK-2a

Mein Plan: Biscuit zum Fähnchen voranschicken, stoppen, Suchenpfiff + linker Arm, damit sie sich in die entsprechende Richtung sucht. Kennt sie, kann sie auch… eigentlich.

Die Realität: Gewurschtel. Irgendwie war die Entfernung dann doch zu kurz für meine Reaktionszeit. Bis mein Stopp-Piff kam, war Biscuit schon oben auf dem Wall. Hier-Pfiff. 1x, 2x… Biscuit kam näher. Stopp-Pfiff. Biscuit bremste, schlich aber weiter. Nochmal (panischer) Stopp-Pfiff. Biscuit legte sich ins Platz. Okeeeeee. „Sitz!“ Keine Reaktion. Hm, ok, dann eben aus dem Platz raus. Arm hoch, Spannung, „back!“. Funzte. „Such-such“. Gefunden. Hach-uff. Was für ein Gewörch.

→ 8 Punkte

Fazit: unser Suchen-Pfiff ist kaputt, wenn nicht sogar ein Totalschaden. Ich kann mich ehrlicherweise aber auch nicht daran erinnern, wann ich den zuletzt trainiert habe. Hust. Da ich mir außerdem schon öfter anhören musste, dass mein Suchen-Pfiff dem Hier-Pfiff zu sehr ähnelt, werd ich dem Keks für die kleine Suche wohl gleich ganz neue Flötentöne beibringen. Herr, schmeiß Melodie vom Himmel…

Wir tingelten zur nächsten Station, richteten uns häuslich ein und ich schwatzte ein bisschen. Irgendwann fragte ich mich, wo eigentlich der Rest meiner Gruppe abgeblieben war. Die Erkenntnis kam schnell – ich war an der falschen Station. Ich tätschelte Biscuits Kopf und stellte fest „Schätzelein, ich seh schon, wir befinden uns heute beide auf dem gleichen wirren Level.“ Wir fanden den Anschluss an unsere Gruppe wieder und waren auch fast sofort an der Reihe.

Station bei Sandra Ziegler

Der Helfer stand zunächst an der vom Startpunkt aus rechten Position und warf eine bequakte Markierung über einen schmalen Wassergraben auf die dahinter liegende Wiese. Danach ging der Helfer von rechts nach links und bequakte ein Blind. Sandra wies darauf hin, dass dort mehrere Dummies lagen und sie nur eins davon möchte – wenn möglich das erste *zwinker*. Entfernung zum Mark ca. 40-50m, zum Blind 30m? Schwer zu messen. Nach einmaliger Freigabe sollte zuerst das Blind und anschließend das Mark geholt werden.

SZ-1a

Blind: „Voran!“… „such-such“ (ja, ich bin lernfähig, kein Suchenpfiff mehr an diesem Tag!), Biscuit pickte. Hier-Pfiff *Tauschparanoia*. Tschakka.

Mark: „Apport!“ Biscuit rannte los, kam am Graben an und stutzte. *Soll ich hier? Oder da drüben? Huch, is das steil, aber zum springen zu weit?* Schließlich fasste sie sich ein Herz und sprang doch. Drüben angekommen hatte sie völlig den Faden verloren und drohte zurückzukommen. Stopp-Pfiff. „Back!“… „such-such“. Gefunden. Der Rückweg ging ohne rändern.

→ 12 Punkte

Nach der Abgabe sollte man den Hund frei bei Fuß nehmen. Wir drehten uns um 180° und gingen gemeinsam mit Sandra ein Stück die Wiese entlang, während sie die nächste Aufgabe erklärte. Es fiel eine Doppelmarkierung (ohne Schuss, nur Geräusch). Zuerst M1 auf die Wiese hinter dem Wassergraben, dann M2 auf die Wiese vor uns. Man sollte ansagen, welche man zuerst holen wollte und durfte die Marks dann nach einmaliger Freigabe abarbeiten.

SZ-2a

Ich entschied, dass wir M2 zuerst holen würden. Freigabe. Raus, Punktlandung, rein. Sehr schön. Bei M1 kam wieder der dusselige Graben ins Spiel. Biscuit ränderte diesmal nur kurz, hatte drüben aber natürlich wieder die Linie verloren und benötigte etwas Hilfe bis sie fand.

→ 15 Punkte

Station bei André Pfannstiel

Walk-Up mit zwei Teams mit jeweils einem Mark (sehr kurz geworfen) und einem beschossenen Blind an einem Graben. André lief zwischen den Teams mit. Walk on… Schuss, Markierung. Walk on… Blind wurde beschossen. Zuerst holte ein Team das Mark, danach das andere Team das Blind. Die Entfernung ist hier noch schlechter zu messen, dürfte etwa bei je 40m gelegen haben? Die größte Schwierigkeit lag (was ich so in der Wartezone mitbekommen hatte) an dem kleinen Winkel zwischen Mark und Blind. Viele Hunde ließen sich von den alten Fallstellen der Markierungen verleiten.

Biscuit und ich befanden uns auf der linken Position (T1) und waren in diesem ersten Durchgang für das Mark zuständig.

AP-1a

„Walk on“. Biscuit lief sauber Fuß, Schuss, Markierung fiel. Ich war noch dabei mir die Fallstelle zu merken, als André zum weitergehen aufforderte. „Walk on“, André lief los und Biscuit setzte sich ebenfalls in Bewegung. Äh, momentchen? Da latscht die doch tatsächlich ohne mich los *staun*. Ich schloss in einem Ausfallschritt zu meinem Hundchen auf und musste mir fürchterlich das Lachen verkneifen. Kurz darauf folgte der Schuss in Richtung Blind und wir bekamen unsere Freigabe für das Mark.

„Apport!“ Biscuit landete zielsicher im Fallbereich und setzte gerade zum suchen an (Witterung war in der nassen Wiese eher schlecht), als in Rainers Aufgabe jemand einen Stopp-Pfiff trötete. Biscuit stutze und sah mich fragend an. „Such-such“. Sie suchte weiter und war gerade in Blickrichtung zu Rainers Aufgabe unterwegs, als dort auf dem Wall ein Hund auftauchte (jetzt dämmerte mir auch, warum die Hunde nicht über den Wall sollten). Mit dem Anblick des Goldens war der Keks kurzzeitig überfordert *rumsteh und blöd glotz*. Räusper. „Such-such“. *Achja, da war noch was*. Kurz gesucht und gefunden. Abgabe, einparken, warten bis das andere Team sein Blind geholt hatte.

→ 15 Punkte

Wir durften kurz anleinen und tauschten Positionen, da es nun 180° in die andere Richtung weitergehen sollte. Biscuit und ich wieder T1 auf der linken Position, diesmal für das Blind zuständig.

AP-2a

Walk on… Schuss, Markierung. Walk on… (diesmal wartete der Keks zwar auf mich, lief aber einen Tick zu weit vorne), Schuss zum Blind. Freigabe für das rechte Team, welches dann arge Probleme mit dem Mark hatte. Es dauerte… Biscuit betrachtete seelenruhig das Treiben vor sich und legte sich irgendwann einfach ab. Ähem. „Biscuit, Fuß!“ Es dauerte… Als die Markierung schließlich drin war, meinte André zu mir „Das wird jetzt nicht einfach für euch.“ „Och, schau mer ma.“

Unser Blind lag auf Höhe des ersten großen Baums im Graben. Der Graben machte auf dem Weg dorthin einen kleinen Bogen in unsere Richtung, also war der direkte Weg zum Baum nicht clever. Mein Plan: Biscuit knapp an der Biegung vorbeizuschicken, auf Höhe des Baums zu stoppen und die fehlenden 3m zum Baum nach links zu schicken. „Voran! … Tüüüt! … Rüber! … such-such!“ Ich LIEBE es, wenn ein Plan funktioniert! Biscuit kam direkt ans Dummy und ich riss vor Freude die Arme hoch. Da entfuhr sogar der Helferin ein „So soll das aussehen!“.

→ 20 Punkte

Wir hätten gern noch ein paar Aufgaben machen können, der Keks und ich waren endlich warm gelaufen. Stattdessen kam das Schokostück gut eingepackt ins Auto und ich stellte mich für den Nachmittag als Helfer zur Verfügung. Dabei machte ich Bekanntschaft mit dem Wassergraben, der Biscuit bei Sandras Aufgabe so ausgebremst hatte. Bei näherer Betrachtung hatte mein Hündchen vollstes Verständnis.

Merke: Lass dir niemals einreden, der Bach wäre nicht soooooo tief, da könne man problemlos durchlaufen! Das gibt nur nasse Knie und Wasser in den Stiefeln…

wasser

Es war ein superschöner Tag, mit vielen netten Leuten. Schöne Aufgaben, trockenes Wetter, viel zu Lachen – was will man mehr? Vielen lieben Dank an alle für´s organisieren, richten, helfen, Spaß haben! Am Abend gab es noch lecker Essen und natürlich Urkunden:

urkunde

Es wäre zwar deutlich mehr drin gewesen, aber bestanden ist bestanden und ich bin ehrlich sehr, sehr zufrieden mit uns. Wenn ich so auf das vergangene Jahr zurückblicke bin ich sogar mächtig stolz auf uns und auf das, was wir uns erarbeitet und erreicht haben!

Wir werden nun die Winterpause nutzen, um unser F-Niveau zu festigen und auszubauen. Es gibt immer noch viel zu tun und ich freue mich darauf. Ich liebe meinen Keks, ich liebe dieses Hobby und dass wir beide als Team so gut harmonieren.

In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Lieben eine schöne Adventszeit! Genießt die gemeinsame Zeit, sie ist wertvoll!

Advertisements
Kategorien: Prüfungen/Workingtests | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „1. DogWhistler-Weihnachts-WT (F)

  1. Barbara Voshage

    Ich finde die kontinuierliche Steigerung beachtlich!!! Und du kannst sie sogar mit Punkten belegen :-). Gut gemacht Keksi…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: