The KISS Diary

“Du solltest dir darüber klar werden, WARUM du das tust. Welche Ziele hast du?
Wie weit willst du kommen und was bist du bereit dafür an Zeit zu investieren?”

4 Jahre ist es her, dass Carolin mir mit diesen Worten in einer Dummy-Depri-Phase den Kopf gewaschen hat. Seitdem ist viel passiert, aber die Fragestellung blieb hängen und ist immer wieder aktuell.

Die Antwort auf die Frage nach dem „warum“ hat sich nicht geändert: Spaß und Freude an der gemeinsamen Arbeit mit meinen Mädels. Was nicht heißt, dass ich mich nicht auch mal ärgere oder die Weiber auf den Mond wünsche. Wichtig ist nur, dass wir anschließend auf dem Planeten Erde gemeinsam eine Kuhle ins Sofa kuscheln und mit unserem eigenen kleinen Universum im Reinen sind.

Mein Ziel war ursprünglich „die Dummy A machen und auf WTs starten“. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass wir uns irgendwann in der F wiederfinden. In der O schon gleich dreimal nicht. Nicht mit all den Baustellen, die ich durch meine Ausbildungsfehler fabriziert habe und die mir heute noch immer wieder vor die Füße fallen. Nicht mit der begrenzten Zeit, die ich für Training übrig habe.

Anfangs habe ich versucht, wenigstens 2x die Woche mit Biscuit gezielt zu trainieren. Geschafft hab ich es selten und wenn doch, war es oft dasselbe. Ich war noch nie gut darin, mir ein strukturiertes und abwechslungsreiches Training auszudenken. Erst Recht nicht unter der Woche, wenn ich arbeiten muss. So viel zu tun, so wenig Zeit und sowas von keinen Bock auf Stress. Dazu noch das schlechte Gewissen gegenüber Muffin, die wegen der Arthrose keine langen Trainings mitmachen konnte und deshalb viel warten musste. Also gingen wir meistens nur spazieren. Seele baumeln lassen.

Ich merkte natürlich, dass dieses unregelmäßige Training nicht ausreichte. Trotzdem war ich nicht bereit, meinen Alltag für ein paar granulatgefüllte Stofftüten auf links zu drehen. Ich wurschtelte weiter, bis ich irgendwann über einen meiner alten Seminarberichte und ein Zitat von Birgitta Staflund-Wiberg stolperte: „Don´t complicate, keep it stupid simple!“ (KISS-Prinzip). Da ging mir nicht nur ein Licht auf, sondern gleich ein ganzer Halogenstrahler: Warum nicht kurz und knackig während des Spaziergangs trainieren?

Seitdem habe ich je nach Laune auf dem Spaziergang ein oder zwei 250g-Dummies oder die Ballschleuder dabei und wir sehen, was sich unterwegs ergibt. Alles kann, nichts muss. Einziges Pflichtprogramm für den Keks: Voranschicken – selbst wenn es nur 1x ganz unspektakulär einen Weg entlang ist. Kein Stress, kein Druck und das Training ist abwechslungsreicher denn je. Das Mufflon ist immer dabei und fühlt sich extrem wichtig, wenn sie mit mir zusammen etwas auslegen geht, die Verleitungen holen darf oder das letzte Dummy aus der Suche putzen kann. Win-Win!

Allerdings fiel es mir schwer, bei all den Mini-Trainings den Überblick zu behalten. Was hatte ich zuletzt wann trainiert? Wie oft/intensiv hatte ich etwas trainiert? Meistens fiel mir erst vor oder nach einem WT auf: Scheiße, siehste – DAS hast du vernachlässigt. Immer wenn das passierte, fasste ich den Vorsatz ein Trainingstagebuch zu führen. Nunja. Der Geist war willig, der Stift war schwach.

Ende letzten Jahres war es mal wieder soweit. Ich zückte mein Notizbuch. Noch während ich kritzelte, wurde mir klar „das wird wieder nichts“. Ich müsste es entweder ständig dabei haben oder mir eine tägliche Erinnerung ins Handy speichern. Hm. *ein Halogenstrahler* Handy. *zwei Halogenstrahler* Handy? *drei Halogenstrahler* HANDY!!! Willkommen im 21. Jahrhundert, Frau Suckert!

Ich musste nicht lange suchen, bis ich eine passende Tagebuch-App gefunden hatte: DIARO.

3 Monate nutze ich die App nun schon und muss dabei kaum etwas schreiben. Stattdessen habe ich für jedes Dummy-Puzzleteilchen ein Schlagwort vergeben und kann diese Schlagwörter dem jeweiligen Tag zuordnen. In einer Übersicht erkenne ich auf einen Blick, wie oft ein Schlagwort verwendet wurde und weiß sofort womit wir hinterherhängen. Zusätzlich kann man zu den Einträgen auch Orte speichern und Bilder anhängen. Last but not least: es gibt eine Erinnerungsfunktion. PERFEKT!

Wenn ich nicht aufpasse, wird aus mir noch ein Organisationstalent *muahaha*.

In diesem Sinne: Happy Training!

wmp_2014-03-30 (39 von 216)

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Kategorien: Training | 8 Kommentare

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8 Gedanken zu „The KISS Diary

  1. Geht halt nix über’s richtige Werkzeug ;-).

    • Hätt ich auch schon früher drauf kommen können… jeden Scheiß macht man inzwischen mit dem Schmartföhn.

  2. Ja, so ist das wohl …. „Keep it stupid simple!“ daran erinnere ich mich auch oft und das was du in Diaro machst, mache ich in Trello 😉
    Mein Gott, wo soll das noch hinführen …

  3. Ich habe mir von meiner Trainerin sogar den „SchussSound“ aufs Handy geladen 🙂

  4. habe mich auch lange geweigert, aber letztendlich kommen wir nicht um das smartphone herum 😀
    super artikel übrigens macht echt spaß deinen blog zu verfolgen 🙂

    • Vielen lieben Dank! 🙂
      Sorry, dass ich erst heute reagiere, irgendwie war dein Kommentar im Spam untergegangen…

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